Zwischen Boule und Bettenmachen - Dreher, Christiane

Christiane Dreher 

Zwischen Boule und Bettenmachen

Mein Leben in einem südfranzösischen Dorf

Broschiertes Buch
 
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Zwischen Boule und Bettenmachen

Eine wunderbare Aussteigergeschichte mit Happy End. Nicht ausgedacht, sondern selbst erlebt.

Wie oft küsst man sich in Frankreich eigentlich zur Begrüßung? Zweimal? Dreimal? Sind die Franzosen wirklich so spontan und die Deutschen so organisiert, wie das Klischee es will? Wie lebt es sich als Deutsche in einem kleinen Dorf in Südfrankreich? In ihrem Blog auf brigitte.de geht Christiane Dreher all diesen Fragen nach. Jetzt hat sie ein Buch daraus gemacht.
Als Christiane Dreher vor ein paar Jahren ihre Sachen packte, um in Frankreich auf einem Bauernhof ein Praktikum zu machen, da wollte sie eigentlich nur ein Jahr bleiben. Doch dann kam alles anders. Sie hat ihre große Liebe Patrick kennengelernt und inzwischen auch geheiratet. Und sie ist - das hätte sie sich nie träumen lassen - sozusagen ins "Hotelfach" gewechselt. Denn gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie nun eine kleine Auberge in den französischen Seealpen.
Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen berichtet Christiane Dreher von ihrem Leben in einem winzigen Dorf in den südfranzösischen Alpen. Sie erzählt vom Dorfladen, der als Nachrichtenzentrale fungiert, vom Schlachtfest im Winter, das der Städterin einiges an Nervenstärke - und Trinkfestigkeit - abverlangt, vom Gemeinschaftsgefühl, aber auch von kulturellen Unterschieden. Warum ist man für die Franzosen gleich ein Exot, nur weil man mal allein sein möchte?
Über was sprechen sie beim Essen, und wie schaffen die Franzosen es eigentlich, zu zweit in diesen engen Betten zu schlafen? Warum stehen sie so auf Schwarzwälderkirschtorte, und wie beschafft man sich ein Hochzeitskleid, wenn man nicht über die französischen Idealmaße verfügt?
Mit einem feinen Gespür für alles Atmosphärische und mit einem herzerfrischenden Augenzwinkern erzählt die Autorin, wie sie in Frankreich eine neue Heimat gefunden hat, nicht zuletzt, weil es ihr stets gelingt, sie selbst zu bleiben. Und für Individualisten haben die Franzosen immer schon eine Schwäche gehabt.


Produktinformation

  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 235 S. m. Fotos
  • Seitenzahl: 235
  • KiWi Taschenbücher Nr.1092
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 15mm
  • Gewicht: 186g
  • ISBN-13: 9783462040920
  • ISBN-10: 3462040928
  • Best.Nr.: 25550625
Christiane Dreher, geboren 1962 in Heidelberg, war nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin und dem Studium der Buchwissenschaften in Mainz von 2000 bis 2005 in der Herstellung bei Kiepenheuer & Witsch beschäftigt. Seitdem lebt sie in Frankreich, wo sie unter anderem ein Jahr lang auf einem Biohof in den Seealpen gearbeitet hat. Dort hat sie Melken gelernt und Käsemachen. Sie hat in einem Genossenschaftsladen gejobbt und führt inzwischen mit ihrem Mann Patrick eine kleine Auberge in einem 25-Einwohner-Dorf in den südfranzösischen Bergen.

Seit Februar 2008 schreibt sie ihren Blog "French Connection" auf brigitte.de. http://blog.brigitte.de/suedfrankreich.

Wer Christiane Dreher in Frankreich besuchen möchte, kann hier Informationen bekommen und buchen: www.aubergeachateauneuf.com.

Blick ins Buch "Zwischen Boule und Bettenmachen"


Leseprobe zu "Zwischen Boule und Bettenmachen" von Christiane Dreher

"Am Anfang hat mich diese Küsserei ganz unruhig gemacht, zunächst wusste ich gar nicht, was ich mit dem sich mir nähernden, leicht schräg gehaltenen Kopf meines jeweiligen Gegenübers sollte. Ach so, les bises. Klar weiß ich, dass sich die Franzosen mit Küsschen begrüßen, mehrfach, rechts, links. Oder umgekehrt. Wie oft eigentlich? Und wem jetzt? Allen? Männern? Frauen? Und wann? Zur Begrüßung? Zum Abschied? Morgens? Soweit ich verstehe, gibt man sich bei jeder ersten Begegnung am Tag bises. Auf dem Hof macht es zumindest Aurélie so. Und die Kinder werden aufgefordert, jedem ein Morgenbisou zu geben. Die Männer begrüßen sich eher mit einem hingeworfenen 'ça va? - ça va!'. Unter Männern wird auch mehr die Hand gegeben als geküsst. Bei Leuten, die auf den Hof kommen, sind es mal bises, mal wird die Hand geschüttelt. Ich erkenne keine Regel. Anne sagt, du gibst nur der Familie bises und klar, den Freunden. Nicht den Fremden. Aber für mich sind ja hier erst mal alle gleich fremd. Und da ich das Gefühl habe, mit meinem Nicht-Küssen irgendwie als unhöflich zu gelten, küsse ich vorsichtshalber alle."

Kundenbewertungen zu "Zwischen Boule und Bettenmachen" von "Christiane Dreher"

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Bewertung von Zabou1964 aus Krefeld am 01.09.2009 ***** ausgezeichnet
Im Alter von 42 Jahren beschließt Christiane Dreher, von ihrem stressigen Job beim Verlag Kiepenheuer & Wietsch ein Jahr Auszeit zu nehmen. Eine Anzeige in einer Zeitschrift hat in ihr die Idee geweckt, für ein Jahr auf einen Biobauernhof in Frankreich zu gehen. Sie sucht sich einen Untermieter für ihre Wohnung, packt ein paar Sachen und stürzt sich ins Abenteuer. Aus dem einen Jahr wurden viele, denn sie beschließt zunächst, ein Jahr länger zu bleiben und verliebt sich dann in Patrick, den sie heiratet, und mit dem sie jetzt eine Auberge in einem kleinen Dorf in Südfrankreich leitet.

Ihr Tagebuch veröffentlicht sie als Blog auf der Internetseite der Zeitschrift Brigitte.

Aus diesem Blog hat ihr ehemaliger Arbeitgeber, der KiWi-Verlag, nun ein Buch gemacht. Das Titelbild zeigt eine schöne Berglandschaft, aus dem Fenster eines Zimmers aufgenommen. Da es sich, wie ich im Innenteil des Buches gelesen habe, um ein Privatfoto handelt, nehme ich an, dass es sich um ihre und Patricks Auberge handelt.

Ich liebe Berichte von im Ausland lebenden Deutschen, sie stillen ein wenig mein Fernweh, wenn ich nicht selbst reisen kann. Also habe ich zu diesem Buch gegriffen. Obwohl ich mich nicht gerade als frankophil bezeichnen würde, haben mich die Berichte von „Christjann“, wie Christiane von den Franzosen genannt wird, sehr bewegt.

Gespickt mit einigen schwarz-weiß Fotos schildert die Autorin in kurzen Tagebucheinträgen ihr Leben in der Fremde. Die Ankunft auf dem Biobauernhof, das Kennenlernen der Bewohner, die sprachlichen Barrieren, die Konfrontation mit den französischen Sitten und nicht zuletzt das Leben an der Seite ihres Mannes Patrick sind einige Themen, an denen sie ihre Leser teilhaben lässt.

Ich habe oft geschmunzelt. Das Kapitel über die Schlafgewohnheiten unserer westlichen Nachbarn hat mich besonders erheitert. Und auch die Begrüßungszeremonien in Frankreich wollen gelernt sein, man kann nicht einfach jeden wahllos küssen, sondern muss genau selektieren. Aber auch auf Gefühle wie Heimweh und das Fremdsein in ihrer Wahlheimat geht die Autorin ein.

Die französischen Wörter, die gelegentlich eingestreut sind, werden fast ausnahmslos im folgenden Satz erklärt, wodurch das Werk auch ohne Kenntnisse der französischen Sprache gelesen werden kann.

Durch die relativ kurzen Kapitel kann man dieses Buch immer wieder zur Seite legen und bei Bedarf nach ein wenig witziger und kluger Unterhaltung ein paar Seiten darin lesen. Mit einem Lächeln auf den Lippen habe ich dieses Buch genossen und war sehr traurig, dass es nach nur 237 Seiten schon zu Ende war. Aber der Blog auf der Website der Zeitschrift Brigitte wird zum Glück weitergeführt von Christiane Dreher, auch wenn das nur ein schwacher Trost ist. Es gibt doch nichts Schöneres als sich mit einem Buch in der Hand in der Sonne sitzend in die Ferne zu träumen.

Fazit: Dieses Buch macht glücklich! Wer Fernweh hat oder unsere westlichen Nachbarn aus der Sicht einer Deutschen kennen lernen möchte, ist mit „Zwischen Boule und Bettenmachen“ bestens ausgerüstet.

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