Gestatten: Elite - Friedrichs, Julia

Julia Friedrichs 

Gestatten: Elite

Auf den Spuren der Mächtigen von morgen

Gebundenes Buch
 
6 Kundenbewertungen
**** sehr gut
Sofort lieferbar
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
18 ebmiles sammeln
EUR 17,95
Alle Preise inkl. MwSt.
Empfehlen


Produktbeschreibung zu Gestatten: Elite

"Es gibt Menschen, sagte er, die sind oben; das sind Gewinner. Und Menschen, die sind unten; die Verlierer."

Und wenn man sich weigert, das zu akzeptieren? "Dann", sagte der Coach, "heißt es ganz schnell EDEKA: Ende der Karriere."

"Deutschland braucht wieder Eliten", heißt es von allen Seiten. Wer oder was aber ist heute Elite?

Julia Friedrichs begibt sich auf eine Reise zu den angesehensten Eliteschmieden des Landes. Julia Friedrichs ist fünfundzwanzig, als McKinsey ihr ein lukratives Job-Angebot unterbreitet - sie soll künftig zur Elite des Landes gehören. Was man sich darunter vorstellt, erlebt sie bei einem Edel-Assessment-Center - und ist geschockt. Doch das Wort "Elite" lässt sie nicht mehr los. Sie schlägt den Job aus und recherchiert ein Jahr lang an Elite-Universitäten, Elite-Akademien, Elite-Internaten. Sie taucht ein in eine Welt, in der Menschen, die weniger als siebzig Stunden pro Woche arbeiten, "Minderleister" heißen, in der zwanzigjährige Eliteanwärter Talkshow-Auftritte trainieren und Teenager Karriereberatungen buchen. - Ein kluges und kritisches, ein aufregendes Buch über die Zukunft unseres Landes.

Produktinformation

  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 255 S.
  • Seitenzahl: 255
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 136mm x 25mm
  • Gewicht: 386g
  • ISBN-13: 9783455500516
  • ISBN-10: 345550051X
  • Best.Nr.: 23334141
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.01.2009

Wer ein Überflieger wird – und wer nicht
Wesentlich für das Selbstverständnis der US-Amerikaner ist die Definition ihres Landes als eines der unbegrenzten Möglichkeiten: „Wer begabt und fleißig genug ist, seine Chancen zu nutzen, kann es auch heute noch vom Tellerwäscher zum Millionär bringen.” Diese Vorstellung attackiert das neue Buch des Bestsellerautors Malcolm Gladwell Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht. Die Geschichte von Selfmade-Männern ist nur ein Märchen, meint Gladwell. Er knöpft sich Unternehmer, Topanwälte, Musikstars und Software-Entwickler vor und analysiert, warum der so beliebte Mythos vom selbstbestimmten Aufstieg oberflächlich und falsch ist: „Erfolg lässt sich nicht als Ergebnis persönlicher Anstrengungen erklären. Niemand kommt aus dem Nichts.”
Schon gar nicht Profisportler. Im Eishockey etwa ist der Stichtag zur Zulassung für eine Altersgruppe der 1. Januar. Ein Junge, der im Januar zehn Jahre alt wird, spielt also in einer Mannschaft mit Jungen, von denen viele dieses Alter erst Monate später erreichen. Das Januarkind ist also einfach größer und stärker als die jüngeren Kinder, …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Bevor wir auf Paul Noltes kritische Anmerkungen zu Julia Friedrichs Reportage kommen, zunächst einmal das Lob: Recherche, Komposition, Stil, überall gibt es Bestnoten: ein "hervorragendes Reportage-Sachbuch" sieht er vor sich liegen. Trotzdem findet Nolte, dass die Kollegin vielleicht einem "fatalen Missverständnis" aufgesessen ist. Glaubt Sie am Ende tatsächlich, dass derjenige Elite ist, der es bloß behauptet? Hätte sich Friedrichs nicht lieber bei den weniger lauten Institutionen umsehen müssen, in der Sommerakademie der Studienstiftung oder bei Jugend forscht, um die wahre Funktionselite und nicht nur aufgeblasene Direktorensöhnchen kennenzulernen? Und ist das neue Interesse der Eltern an Bildung und Förderung ihrer Kinder nicht auch zu begrüßen? Nolte diagnostiziert hier eine "analytische Unschärfe" und vermisst Vorschläge, wie man es besser machen kann. Das Lob vom Anfang gilt trotzdem.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.02.2008

Beklommen fragt man sich, was dabei wohl alles auf der Strecke bleibt

Julia Friedrichs ist durch Deutschland gereist, auf den Spuren der Wirtschaftselite von morgen. Verstört bemerkt die Autorin das Fraglose und Geschmeidige am Typus des strengen Funktionsträgers.

In der European Business School in Oestrich-Winkel erzählt man der leistungshungrigen Nachwuchselite gern Anekdoten aus dem Reich der Tiere. Zum Beispiel von afrikanischen Antilopen, die, wenn sie morgens aufwachten, genau wüssten, dass sie nur überlebten, wenn sie schneller als jeder Löwe liefen. Die Löwen wiederum müssten schneller als die langsamste Antilope sein, nur so könnten sie ihre Beute erlegen. Nach einer längeren Kunstpause beschließt der Manager seine Geschichte mit einem Appell: "Wir müssen schnell laufen. Denken Sie darüber nach!"

Julia Friedrichs hat darüber nachgedacht, und sie hat ein Buch geschrieben über jene Menschen, die schneller sein wollen als der Rest, effizienter, leistungsstärker. Menschen, deren Leben im Viertelstundenrhythmus durchgetaktet ist und die man "high potentials" nennt. Das Buch heißt "Gestatten: Elite" und es erscheint genau im …

Weiter lesen

"Friedrichs kritisiert, ohne polemisch zu werden. Das Ganze formuliert sie so geschickt, spannend und mit Selbstironie, dass aus ihrer Geschichte eine Reise ins Wunderland wird." Manager Magazin

"Eines der wichtigsten Sachbücher dieser Saison."
Julia Friedrichs, geboren 1979, studierte Journalistik in Dortmund. Nach einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk arbeitet sie nun als freie Autorin von Fernsehreportagen und Magazinbeiträgen, unter anderem für die WDR-Redaktionen Monitor, Echtzeit und Aktuelle Dokumentation. Für eine Sozialreportage wurde sie 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet. Julia Friedrichs lebt in Berlin und Köln. Dies ist ihr erstes Buch.

Leseprobe zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

Die Elite trat in einem griechischen Luxushotel in mein Leben. Sie hieß Mario und war knapp dreißig, also nur wenig älter als ich. Außer demselben Geburtsjahrzehnt hatten wir nicht viel gemeinsam. Mario kannte solche Abende. Er trank, redete, lachte - gleichzeitig. Ohne innezuhalten. Er war makellos, ohne Selbstzweifel, siegessicher.

Ich saß in einem Karo-Rock, der ständig verrutschte, neben ihm. An den Füßen Stiefel, die ich mir geliehen hatte. Während unseres Gesprächs drehte ich eine Haarsträhne um den Zeigefinger. Wie immer, wenn ich nervös bin. Im Gegensatz zu ihm gehörte ich nicht hierher.

Nicht in diese Fünf-Sterne-Idylle. Unterhalb unseres Tisches brannten Fackeln, junge Menschen saßen am Hotelpool, dahinter leuchtete der angestrahlte Poseidon-Tempel. Direkt darunter lag das Meer. Dieser Ort war einer der schönsten, die ich seit Langem gesehen hatte, und dennoch fühlte ich mich unwohl wie selten.

Ich war in Griechenland, weil ich mich bei McKinsey, der weltgrößten Unternehmensberatung, beworben hatte. McKinsey gehört zu den Mächtigen der neuen Wirtschaftswelt. Die Firma hatte im Dezember 2006 vierzehntausend Mitarbeiter weltweit, machte 600 Millionen Euro Umsatz allein in Deutschland. McKinsey baut Unternehmen um. Behörden. Staaten. Zehntausend junge Deutsche wollen jedes Jahr dazugehören und schicken ihre Bewerbung. Ein bis zwei Prozent davon bekommen einen Job. Das McKinsey-Auswahlverfahren gilt als das härteste der Welt.

Und an diesem Auswahlverfahren nahm auch ich teil. Nicht weil ich bei McKinsey anfangen wollte, sondern zur Recherche. Ich arbeitete als freie Journalistin und war kurz davor, mein Studium zu beenden. Ich war fünfundzwanzig, also genau in dem Alter, das für McKinsey interessant ist. Die Berater der Firma sind nicht nur mächtig, sondern auch diskret. Sie wickeln ihre Aufträge im Stillen ab, selbst wenn es darum geht, Arbeitsämter, Krankenhäuser und Universitäten umzubauen. Auf kritische Fragen antworten sie ungern. Deshalb wollte ich mir das Unternehmen von innen ansehen. Ich wollte wissen, wer diese Menschen sind, wie sie ausgewählt werden. Deshalb hatte ich mich beworben. Ich hatte nie gedacht, dass ich genommen würde.

Und dann saß ich in diesem Hochglanzhotel am Meer. McKinsey hatte mich und hundertzwanzig andere Studenten aus Europa zu einer Segeltour eingeladen. Das Ganze war ein Edel-Assessment-Center. Unsere große Chance zum Einstieg in die Welt der Berater, sagten die meisten. McKinsey zeigte uns in Griechenland das schöne Leben. Jeder wohnte in einem eigenen Bungalow mit Blick aufs Meer. Wir segelten zu siebt auf kleinen Jachten in der Ägais. Wir feierten eine rauschende Party. McKinsey buchte einen DJ aus Athen und Barmänner, die mit Cocktailshakern jonglierten. Vier Tage lang lief vor unseren Augen ein Werbefilm für das schöne und coole Leben der Berater ab.

Außerdem wurde uns in diesen vier Tagen in kleinen Dosen die McKinsey-Philosophie verabreicht. Uns wurde gesagt, wir seien brillant. Wir seien die Besten. Die, die das Potenzial hätten, Europas neue Führungsgeneration zu werden. Wer es schaffe, zu ihnen zu gehören, sagte McKinsey, sei ein Gewinner. Elite.

Mario war einer von vierzig Beratern, die mit uns im Hotel wohnten. Immer wieder setzten sie sich zu uns, um uns von der Welt der Mächtigen und Erfolgreichen zu berichten, die auf uns wartete. Mario war kein Date. McKinsey bezahlte ihn dafür, dass er mit mir Wein trank, dass er mir Heldengeschichten erzählte, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte. Er erklärte mir das Leben der Elite.

Er habe gerade eine große europäische Fluglinie saniert, sagte er. Kosten reduziert, Leute entlassen. Die hätten sich ganz schön gesperrt. Aber er hätte alle Widerstände gebrochen. Jetzt sei der Laden wieder fit. Und wieder trank er, lachte und gestikulierte. Er war so beschäftigt mit sich selbst, dass er erst sehr spät merkte, dass ich seine Geschichte nicht mochte. Dann verstand er und schaute mich an, als hätte er erkannt, dass ihm kein "High Potential" gegenübersaß.

"Es gibt Menschen", sagte er, "die sind oben - das sind Gewinner. Und Menschen, die sind unten - die Verlierer. Pass auf", riet er mir, "dass du im Leben zu den Gewinnern gehörst."

Ich hätte eine von ihnen werden können. Zurück aus Griechenland, lud mich McKinsey zu einem Auswahltag am Berliner Kurfürstendamm ein. Ich rechnete mich durch Tests und löste Case Studies, wie die Berater ihre Beispielfälle nennen. Ich musste mir sagen lassen, dass ich gern bluffe und manchmal etwas aggressiv sei. Obwohl es ja nur eine Recherche war, entwickelte ich plötzlich den

Ehrgeiz, diesen Auswahltest um jeden Preis zu schaffen. Am Ende hielt ich einen Vertrag in der Hand. McKinsey bot mir 67000 Euro Einstiegsgehalt und einen Dienstwagen - meine Eintrittskarte in die Welt der Elite. Als ich das schicke Büro verließ, das Papier, das so viel Geld bedeuten könnte, in der Hand, war ich drauf und dran zuzusagen, mich vom Journalismus zu verabschieden und das zu werden, was McKinsey unter Elite versteht. Ich zögerte und zauderte, aber ich sagte Nein.

Ich verließ McKinsey, ohne eine von ihnen geworden zu sein. "Gerade noch rechtzeitig", sagten meine Freunde. Aber zu spät, um Mario vergessen zu können.

Aus dem griechischen Luxushotel kehrte ich in meine Wohngemeinschaft nach Berlin zurück. Hier hatte sich nichts verändert. Links der Plattenladen, rechts der Wohnwagen, in dem man Hamburger kaufen kann, dazwischen, im Hinterhof, in einem roten Backsteinbau, in dem vor einem Jahrhundert Tortenböden hergestellt wurden, unsere WG. Seit drei Jahren lebe ich hier. Zusammen mit den vier anderen. Theo hat die Wohnung vor fast zehn Jahren entdeckt. Er hat sich Ende der Achtziger in der Kommunikationsbranche selbstständig gemacht. Gesundheitliche Probleme warfen ihn dann aus der Bahn. Seit einiger Zeit versucht er, wieder Fuß zu fassen. Vorne links, direkt neben der Eingangstür, lebt Jan. Vielleicht ist er Mitte zwanzig, vielleicht schon dreißig. So genau weiß das niemand. Jan feiert seinen Geburtstag nicht. Er sagt, es sei kein Festtag. Die Erde sei auch ohne ihn schon zu voll. Jan hat Mathematik studiert, sogar in Singapur. Jetzt ist er Tierrechtler und politischer Aktivist. Mal organisiert er eine Kampagne gegen die Privatisierung der Bahn, mal plant er eine Aktion gegen den Klimawandel oder Genmais.

Gegenüber von Theos Tür wohnt Hanna. Sie ist blond, klug und ziemlich ehrgeizig. Hanna will Juristin werden.

Kundenbewertungen zu "Gestatten: Elite" von "Julia Friedrichs"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3.5 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen **** sehr gut
(aus 6 Bewertungen)
Kundenbewertungen sortieren:
hilfreichste - beste - neueste

Bewertung von Tina1992 aus München am 01.08.2011 ***** sehr gut
Das Buch trifft genau des Pudels Kern und stimmt leider absolut mit der Realität überein. Mc Kinsey und Co. wollen unter sich bleiben. Alle anderen werden müde belächelt. Keine Chance - oder nur eine geringe für den Rest der Welt. Wo soll es hinführen, wenn die ganze Welt nur noch aus Geld, Leistungsdruck und Macht besteht. Zeit für das wirklich Schöne auf der Welt bleibt da nicht mehr. Das macht richtig Angst und ich bin geneigt über das Aussteigen nachzudenken - aber ohne Geld?
Also kämpfen wir in unserer Tretmühle weiter - oder hat jemand eine gute Idee?
Sie sehen, das Buch regt zum Nachdenken an.

Herzlichen Glückwunsch an die Autorin.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Marcus aus Sachsen am 31.10.2009 ***** sehr gut
Sehr detaillieret und äußerst fesselnd geschrieben. Julia Friedrichs schafft es auf "nur" 256 Seiten eines der interessantesten Themen unserer Gesellschaft aufzugreifen. So scheint die Einteilung von Menschen, in verschiedene Gruppen, seit der Zeit der Nationalsozialisten, noch immer nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Dies belegt sie jenen die uns am wichtigsten sind, unseren Kindern. Sie zeigt die bittere und irritierende Wahrheit unseres Bildungssystems und dessen Gegenspielern, den Privatschulen.
Ein sehr spannendes Buch welches Lust auf mehr macht.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Buchwurm aus Ober-Ramstadt am 01.06.2009 ***** sehr gut
Rückentext des Buches: Julia Friedrichs ist 25, als McKinsey ihr ein lukratives Job-Angebot unterbreitet: Sie soll künftig zur Eltie des Landes gehören. Was man darunter versteht, erlebt sie beim Auswahltest im Edel-Assessment-Center und ist geschockt. Sie schlägt den Job aus und recherchiert statt dessen ein Jahr lang an angesehenen Eliteschmieden-wo Menschen, die weniger als 70 Std./Woche arbeiten, "Minderleister" heißen und Vierzehnjährige Karriereberatungen buchen...

Auf der einen Seite bin ich nach Lektüre dieses Buches bestätigt, dass der Begriff "Elite" nach wie vor mit äußerster Vorsicht zu gebrauchen ist, da die Elite sich quasi selbst definiert und stellt. Außenstehende "Normalsterbliche" haben eigentlich keine reellen Chancen, in die Positionen der mächtigsten und einflussreichsten Entscheider des Landes zu gelangen. Wer diese Positionen letztendlich einnehmen wird, ist hingegen erschreckend. Auch das Ergebnis, dass viele der sogenannten Eliteschmieden in Wahrheit die letzte Hoffnung für reiche Kinder sind, doch noch ihr Abitur mit einem 3er Schnitt zu schaffen, was ihnen auf einer staatlichen Schule nicht mehr gelänge, oder diese bereits so in ihrer eigenen Welt erzogen werden, dass ihnen der Bezug zur "normalen" Welt vollkommen verloren geht, erschüttert mich. Da ist es natürlich nicht mehr verwunderlich, dass es solchen Menschen ein Leichtes ist, 6000 Stellen, einen so genannten "Personalkostenblock", einfach so wegzurationalisieren.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Holzerein aus Minden am 26.05.2008 ***** ausgezeichnet
Ich kann Julia Friedrichs nur zustimmen. Es gibt keinerlei kausalen Zusammenhang zwischen Leistung und Elite. Denn wer bereits Elite ist und erst dann Leistung zeigt, hat sich mit dem Elitebegriff nicht auseinandergesetzt. Ein 18-Stundentag ist noch lange kein Beweis für elitäres Schaffen: Im Gegenteil. Er ist Ausdruck intellektueller Hilflosigkeit bei dem Versuch Elite zu sein. Erst derjenige, der es schafft, 18 Stunden lang am Strand zu liegen und nichts zu tun, um dann für 5 Minuten seine geniale Gedanken in Prozesse zur Rettung der Menschheit ohne Eigennutz umzusetzen, gehört zu einer wahren, verantwortungsvollen und erwähnenswerten Elite, ungeachtet seiner sozialen Stellung, bisherigen Lebensweges und Ausbildungsstandes (Dies könnte auch ein Hartz IV-Empfänger sein). Würden wir diesen Elitebegriff zugrunde legen, gäbe es faktisch in keinem Land dieser Welt eine Elite. Der Zugang zu materieller Prosperität hat mitnichten mit Leistung zu tun: Wenn das Einkommen eines Arztes in der dritten Welt bei einem 20-Stundentag und mehr zur Bekämpfung neo-ökonomischer Zerstörungsprozesse à la McKinsey ein Bruchteil des Einkommens eines 16-jährigen Eliteschülers ohne Produktivitätserfolg beträgt, dann ist das nicht elitär, sondern schlicht und ergreifend nur peinlich.

14 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Nachtmann aus München am 18.05.2008 ***** weniger gut
248 Seiten voller Vorurteile, Sozialneid und Frustration. Der jungen Autorin bleibt zu wünschen, dass sie die Realität erkennt und annimmt. Und vielleicht für ein nächstes Buch ein besseres Lektorat findet, das Unlogik, sprachliche Flachheit und Inkonsistenz aurmerzt.

7 von 40 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von zipla aus Salem am 19.02.2008 ***** weniger gut
Der Titel dieses Buches verspricht Erfolg. Das gegenwärtige, neo-sozialistische Klima in Deutschland braucht solche Bücher. Man darf also interessanten, aufrüttelnden Journalismus erwarten.

Tatsächlich lesen sich die 250 Seiten mal spannend, mal vergnüglich. Was allerdings auf der Strecke bleibt, sind jegliche tiefer gehende Analyse und vor allem die journalistische Redlichkeit. Mal ist das rührend, mal schon fast unanständig.

Die Autorin folgt dem "Anfangsverdacht", dass unsere Eliten womöglich mit "ungerechten", weil nicht allen gleichermaßen zur Verfügung stehenden Mitteln auf ihre späteren Spitzenpositionen gelangen. Als da wären: Reiche Eltern, Reichtum, Geld und nochmals Reichtum. Julia Friedrichs sucht die Arroganz von Macht und Geld an elitären Bildungsstätten und - Überraschung! - sie findet sie dort auch. Man liegt nicht falsch, wenn man eine leicht gerümpfte Nase aus diesem Buch heraus liest.

Offenkundige soziale Unterschiede mögen ein stets erfolgversprechendes Thema für populären "Enthüllungsjournalismus" sein. Was an diesem Buch aber irritiert, ist die grell subjektive Herangehensweise der Autorin. Man erfährt viel über sie. Sie ist wütend, sie schämt sich, sie fühlt sich benachteiligt, sie ist froh, weniger karrieresüchtig zu sein. Ein dumpfes, unhinterfragtes Bild von sozialer "Gerechtigkeit" gesellt sich zu altbackenen Ressentiments gegenüber "denen da oben" und ihren vermeintlich unlauteren Wegen zum Erfolg. Selbst Fleiß und Disziplin geraten da schnell in den Verdacht, pathologisch zu sein.

Bei den angestrebten Milieuschilderungen aus den deutschen Eliteschmieden, das muss man lobend sagen, hat das Buch durchaus Unterhaltungswert. Auf politischer Ebene fragt man sich indes, wer da eigentlich diskreditiert werden soll. Jener soziale Staat, dem es nicht gelingt, mit den ihm eigenen Mitteln flächendeckend gute Ausbildung vom Kindergarten bis zur Universität bereitzustellen? Oder sind jene Eliten die Bösen, die sich, oh Schreck, mit guten Beziehungen gegenseitig und mit Geld auch alleine weiterhelfen? Man erfährt es nicht.

Eine auch nur ansatzweise erhellende Analyse der tieferen politischen wie persönlichen Gründe für den Wunsch, mehr aus sich zu machen, sucht man vergeblich. Das Buch will nur schildern. Und doch gerät jeder, der nicht Durchschnitt werden will, hier in ein eher schiefes und manchmal auch schlechtes Licht. Gleichzeitig lernt man die "Mächtigen von morgen" auf über 250 Seiten kaum kennen. Eindimensional sind die Portraitskizzen, zu offenkundig die gesuchten Indizien. Es fällt auf, was der Autorin auffällt. Man vermißt wirkliche Neugier und vor allem journalistische Offenheit.

Was man am Ende allerdings sehr gut kennt, sind die Vorurteile und recht übersichtlichen Vorstellungen der Autorin vom "richtigen Leben". Insofern wäre der Titel: "Meine Elite". Auf den Spuren meiner Ressentiments" wohl etwas ehrlicher gewesen. Schade um die schöne Idee dieses Buches!

29 von 49 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

24 Marktplatz-Angebote für "Gestatten: Elite" ab EUR 2,50

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 2,50 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung aldente872011 100,0% ansehen
wie neu 3,00 2,00 Banküberweisung skymaster1966 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,00 3,50 Banküberweisung sabrina1988  % ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 3,50 1,10 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung LaNanza 100,0% ansehen
gebraucht; gut 3,95 2,50 offene Rechnung Petra Gros 99,9% ansehen
gebraucht; wie neu 4,00 2,00 offene Rechnung, Banküberweisung, PayPal Chiemgauer Internet Antiquariat 99,7% ansehen
wie neu 4,12 1,79 Banküberweisung allerhand.buech er 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,95 0,95 Banküberweisung, PayPal, moneybookers, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Buchservice Lars Lutzer 98,6% ansehen
4,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,5% ansehen
4,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,00 1,30 Banküberweisung Tom Berry 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,50 1,30 Banküberweisung Antiquariat Schorn (Versandantiquariat) 100,0% ansehen
5,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,6% ansehen
gebraucht; sehr gut 6,00 1,10 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Baues Verlag 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung cetax 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 6,15 0,85 Banküberweisung vanessa1404 100,0% ansehen
8,00 1,65 Banküberweisung, offene Rechnung, Selbstabholung und Barzahlung Lippertsche Buchhandlung & Hallesches An 98,8% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 8,80 1,50 Banküberweisung, PayPal Leseliserl  % ansehen
Guter Zustand / Good condition. 9,00 1,30 offene Rechnung, Kreditkarte Umbras Kuriositätenkabinett 98,9% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 9,95 0,00 PayPal, Banküberweisung Rhein-Team Lörrach 99,8% ansehen
gebraucht; gut 10,00 5,50 Banküberweisung, offene Rechnung, Kreditkarte, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Buchseite 99,4% ansehen
gebraucht; gut 10,00 5,50 Banküberweisung, offene Rechnung, Kreditkarte, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Buchseite 99,4% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 13,01 0,00 Kreditkarte, offene Rechnung AHA-BUCH GmbH 99,5% ansehen
19,00 2,40 PayPal, offene Rechnung Antiquariat Walter Nowak 99,3% ansehen
Mehr von
Mehr zum Thema