Eigenwillige Eigenheime - Fröbe, Turit
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Doppelhäuser mit zwei Gesichtern, abenteuerliche Mottogärten, expressive Zaun- und Garagenkreationen: In den Einfamilienhausgebieten unserer Städte stehen Bausünden hoch im Kurs! Meist genügt ein einzelner Impuls, ein einzelner Nachbar, der ausschert und gestalterisch Neuland betritt, um ein nachhaltiges Echo in der Umgebung auszulösen und zum Motor zu werden ... Nach ihrem Bestseller 'Die Kunst der Bausünde' zeigt Turit Fröbe nun ihre schönsten Fundstücke im Eigenheimsektor und beweist: Nie war es einfacher, eine Bausünde zu gestalten!…mehr

Produktbeschreibung
Doppelhäuser mit zwei Gesichtern, abenteuerliche Mottogärten, expressive Zaun- und Garagenkreationen: In den Einfamilienhausgebieten unserer Städte stehen Bausünden hoch im Kurs! Meist genügt ein einzelner Impuls, ein einzelner Nachbar, der ausschert und gestalterisch Neuland betritt, um ein nachhaltiges Echo in der Umgebung auszulösen und zum Motor zu werden ...
Nach ihrem Bestseller 'Die Kunst der Bausünde' zeigt Turit Fröbe nun ihre schönsten Fundstücke im Eigenheimsektor und beweist: Nie war es einfacher, eine Bausünde zu gestalten!
  • Produktdetails
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 160
  • Erscheinungstermin: 12. Februar 2021
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 234mm x 17mm
  • Gewicht: 578g
  • ISBN-13: 9783832199920
  • ISBN-10: 3832199926
  • Artikelnr.: 60562018
Autorenporträt
Fröbe, Turit§Dr. Turit Fröbe ist Architekturhistorikerin, Urbanistin und passionierte Baukulturvermittlerin, wie sie mit ihrem Bestimmungsbuch für moderne Architektur 'Alles nur Fassade?' (DuMont 2018) bewiesen hat. Seit 2001 beschäftigt sie sich leidenschaftlich mit dem Thema Bausünden. Mit ihrem Bestseller 'Die Kunst der Bausünde' (2013, Neuausgabe DuMont 2020) ist es ihr auf humorvolle Weise gelungen, eine Lanze für die Bausünde zu brechen, viele Menschen zum Umdenken zu bewegen und die vermeintlich hässl
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.02.2021

Wenn der Wille zur Schönheit im Exzentrischen verunglückt

Turit Fröbe wird der Stoff nicht ausgehen, so viel ist angesichts des anhaltenden Baubooms sicher. Seit zwanzig Jahren schon widmet sich die Architekturhistorikerin dem Genre der Bausünde. Zunächst hat sie ihre Fundstücke aus deutschsprachigen Landen zu "Abreißkalendern" zusammengestellt, dann zu Büchern. Mit "Eigenwillige Eigenheime" folgt nun die Fortsetzung zum überaus erfolgreichen Band "Die Kunst der Bausünde", der sich dem Genre der Missgestaltung quer durch die Gebäudetypologien gewidmet hatte.

Fröbe versteht sich gewissermaßen als Reisepriesterin, die die Sünder aufsucht und ihnen die Absolution erteilt. Jedenfalls dann, wenn sie das begangen haben, was Fröbe in ihren knappen Erläuterungen eine gute Bausünde nennt - diese also vom Mut und von der Ambition zeugt, das Schöne zu wollen, um dann doch das besonders Hässliche zu erschaffen. Erst das Exzentrische, Monströse, Originelle macht eine Bausünde für die Autorin interessant; wenn sie Wut und Ablehnung spürt, ist der Nachweis erbracht. Schlechte Sünden dagegen sind banal und an jeder Ecke zu finden; langweilende Investorenarchitektur zählt Fröbe dazu.

Die Annäherung an das Thema über das Stilmittel der ironischen Affirmation ist zwar originell, wirkt in der Wiederholung aber auch ein wenig bemüht. Wer den ersten Band Fröbes besitzt, muss sich die Fortsetzung nicht zwingend zulegen. Manche Sündenkategorien werden nur in neuen Bildbeispielen vorgestellt, etwa die von Fröbe so genannten "Schizohäuser", also Doppelhäuser, deren eine Hälfte vom Eigentümer so umgestaltet wurde, dass sie nun ästhetisch maximale Distanz zum Nachbarn wahrt. Auch wilde Kombinationen verschiedener Dachformen in einem Baukörper hat Fröbe wieder ausfindig gemacht. Und abermals hat sie Häuser aufgespürt, deren Gestaltung auf eine Art Exilantenschicksal oder zumindest Fernweh der Bewohner hinweisen - sei es, dass in Berlin bayrische Bauernhöfe zitiert werden oder in Schloss Holte-Stukenbrock eine Villa im toskanischen Stil steht (oder, genauer, in dem, was der Architekt dafür hält).

Besonders viele Beispiele hat Fröbe für ein Phänomen gesammelt, das im ersten Band als Neopalladianismus nur am Rande Erwähnung fand, sich inzwischen aber seuchenähnlich ausgebreitet zu haben scheint: Häuser, die mit Portikus samt Dreiecksgiebel auf Villa oder sogar Schloss machen und die Stilunsicherheit der Neu- und Möchtegernreichen dokumentieren. Es wäre interessant zu erfahren, ob die Häufung der Beispiele aus Berlin und Frankfurt auf die Reiserouten der Autorin zurückzuführen ist oder ob tatsächlich regionale Schwerpunkte für diese Verirrung nachweisbar sind.

Zu den Bausünden zählt Fröbe auch Fassadenmalereien, die als Zeichen für die Schnelllebigkeit unserer Zeit gehäuft aufträten. Sie tut der altehrwürdigen Tradition des Trompe-l'oeil damit ziemlich Unrecht. Erschütternder fällt da schon ihre umfangreiche Dokumentation der Wüsteneien aus, zu denen immer mehr Vorgärten durch Schotter, Gabionen und Pflastersteine gemacht werden. Lauter gute Bausünden? Wer das glaubt, dem sollte nicht vergeben werden.

MATTHIAS ALEXANDER

Turit Fröbe: "Eigenwillige Eigenheime". Die Bausünden der anderen.

DuMont Buchverlag, Köln 2021. 160 S., Abb., geb., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Dlf Kultur-Rezension

Rezensentin Andrea Gerk amüsiert sich bestens, wenn sie mit diesem Bildband an den zahlreichen Bausünden entlang flaniert, die die Architekturhistorikerin Turit Fröbe gesammelt hat. Wenn die Kritikerin in Fachwerk-Optik überpinselte Plattenbauten, "Villen von der Stange", Anbauten in Krötenform und dergleichen betrachtet, versteht sie, weshalb für Fröbe eine Bausünde immer noch spannender ist, als schlechte Architektur. Und dank Fröbes geschultem Blick schaut Gerk auf den Bildern auch immer ein wenig hinter die Fassaden.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Es ist eine Hommage an die deutsche Bausünde.«
Gerhard Matzig, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Eine gelungene Liebeserklärung an den Mut zur Hässlichkeit, einzementiert in der Vorstadt ihrer Wahl.«
Ivo Kaufmann, Ö1 KONTEXT

»Mit ihren wunderbar ironischen und doch von tiefer Durchdringung der Materie gekennzeichneten und mit reichlich fotografischem Beweismaterial untermauerten Thesen verfolgt Fröbe beharrlich die Rehabilitation von gelungenen architektonischen Anstößigkeiten. [...] Wie gehabt ein wonniges Vergnügen«
Ursula Hanselmann, STUTTGARTER NACHRICHTEN

»Mit witzigen Bildunterschriften lädt sie zum liebevollen Hinschauen ein und weckt ein Interesse am Leben und Bauen der anderen, auch wenn beides sündig ist.«
Dana Giesecke, TAZ.FUTURZWEI

»Ein wunderbares Geschenk für Bauherren.«
Christine Meinel, DAS HAUS

»Die schönsten Fundstücke im Eigenheimsektor: Nie war es einfacher, eine Bausünde zu gestalten!«
Irene Selhofer,ORIGINAL MAGAZIN

»Sie dokumentiert bauliche Entgleisungen, im Grunde Scheußlichkeiten: Die Architekturhistorikerin Turit Fröbe hat ein Faible für das auffallend Skurrile und Schräge.«
Werner Rosenberger, KURIER

»Ihre Bestandsaufnahme der eigenwilligsten Eigenheime unserer deutschen Zeitgenossen ist urkomisch und ein geschichtliches Dokument von hohem Rang. Irgendwann wird dieses ganze Elend vom Antlitz der Erde verschwunden sein, aber dann wird es immer noch dieses Buch geben, und unsere Nachfahren werden sich über die Fotos schieflachen.«
Gerhard Henschel, JUNGE WELT

»[A]usgesprochen humorvoll«
Birgit Ruf, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

»Ein hübsches, handliches Bilderbuch.«
MÜNCHENER MERKUR

»Hier gibt es Bilder von einem Deutschland, das den Eigensinn lebt.«
Andreas Krieger, BAYERISCHER RUNDFUNK

»Ich finde das wunderbar. Die Sammlung an Bildern, da gibt es natürlich tolle Sachen.«
Johannes Schilling, WDR WESTART

»Es geht [...] in und mit diesem Buch um die Schärfung unseres Blicks auf die gebaute Umwelt.«
David Kasparek, DER ARCHITEKT

»Die Architekturhistorikerin und Baukulturvermittlerin [...] beschenkt uns hier mit ihren schönsten, reich bebilderten Fundstücken aus dem Eigenheimsektor.«
Silvia Steidinger, UMBAUEN + RENOVIEREN

»[E]in neues Plädoyer für ulkige Architektur.«
Claudia Gerdes, PAGE ONLINE

»Die schönsten Fundstücke im Eigenheimsektor, beflügelt von Baumarkt, Gabionen- und Fertighausproduzenten, hat Turit Fröbe in diesem feinen Fotoband zusammengestellt.«
MODERNE REGIONAL

»[U]nterhaltsam, wie man es von der Autorin [...] gewohnt ist.«
Martina Pfeifer Steiner, NEXTROOM
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