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Wien 1936, zwei Jahre vor dem >Anschluss um Unterstützung für einen 'begabten jungen Mann' bittet, der in Deutschland 'aus bekannten Gründen' nicht mehr das Gymnasium besuchen dürfe. Werfels sprach- und bildmächtige Erzählung ist das Psychogramm eines Opportunisten und gleichzeitig ein Dokument des latenten bis offenen Antisemitismus, der…mehr

Produktbeschreibung
Wien 1936, zwei Jahre vor dem >Anschluss< Österreichs an das Deutsche Reich. Leonidas, gerade 50 geworden, verheiratet mit einer der reichsten Erbinnen des Landes und selbst Sektionschef im Unterrichtsministerium, findet am Frühstückstisch einen Brief seiner großen Liebe vor - einer Jüdin, die ihn um Unterstützung für einen 'begabten jungen Mann' bittet, der in Deutschland 'aus bekannten Gründen' nicht mehr das Gymnasium besuchen dürfe. Werfels sprach- und bildmächtige Erzählung ist das Psychogramm eines Opportunisten und gleichzeitig ein Dokument des latenten bis offenen Antisemitismus, der die Gesellschaft der Ersten Republik durchzieht. Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte dies spätestens jetzt nachholen. Den Einstieg in eine noch tiefere Lektüre ermöglichen Anmerkungen, Nachwort und Zeittafel von Guntram Zürn. Die erlesene Ausgabe spricht für sich.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Alfred Kröner Verlag
  • Seitenzahl: 176
  • Erscheinungstermin: 12. März 2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783520855916
  • Artikelnr.: 47205089
Autorenporträt
Franz Werfel (1890 - 1945) wurde als Kaufmannssohn in Prag geboren. Während seines Studiums befreundete er sich mit Franz Kafka und Max Brod. 1917 lernte er Alma Mahler-Gropius kennen, die er später in Wien heiratete. Die Werfels emigrierten 1938 nach Frankreich, von wo sie zusammen mit Golo Mann zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien flohen. Über Lissabon gelangten sie schließlich in die USA. Franz Werfel starb an einem Herzleiden in Los Angeles.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 02.02.2008

Porträt eines Opportunisten
Franz Werfel: „Eine blaßblaue Frauenschrift”
Es gibt Bücher, deren Anfänge man nicht vergisst – weil in ihnen bereits die ganze Geschichte angelegt ist. Und es gibt Bücher, deren letzte Sätze für immer im Gedächtnis bleiben – weil in ihnen die ganze Geschichte zusammengefasst wird. Franz Werfels 1941 im kalifornischen Exil entstandene Novelle „Eine blaßblaue Frauenschrift” gehört zu letzteren. Am Beispiel des Sektionschefs im Ministerium für Unterricht und Kultus, Leonidas Tachezy, erzählt Werfel eine Geschichte von Anstand und Moral, von Anfechtung und Verführung, von Schwächen und von Chancen. Es ist ebenso die Geschichte über den Verrat einer Liebe wie ein Sittengemälde der ersten österreichischen Republik mit ihrem latent allgegenwärtigen Antisemitismus.
Leonidas, aus kleinen Verhältnissen stammend, hat vor fast 20 Jahren die Millionenerbin Amélie Paradini geheiratet, eine Bilderbuchkarriere als Beamter gemacht – und ist jetzt ein perfekt angepasster Teil der Gesellschaft. Zum guten Ton gehört im Wien des Oktobers 1936 auch der alltägliche Antisemitismus; Kanzler Schuschnigg hatte sich kurz zuvor durch ein Abkommen mit Deutschland verpflichtet, auch Angehörige der „nationalen Opposition” in seine Regierung aufzunehmen. Franz Werfel, 1890 im deutsch-böhmisch-jüdischen Milieu Prags geboren, kannte diese Atmosphäre aus seinem Alltag – seit 1917 lebte er in Wien. Werfel avancierte seit den zwanziger Jahren zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Noch 1937 mit dem österreichischen Verdienstkreuz ausgezeichnet, musste er nach dem „Anschluss” Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 das Land verlassen. Er starb 1945 im Exil, in Beverly Hills.
An einem sonnigen Oktobermorgen des Jahres 1936 bricht nun die Vergangenheit ein in das wohlgeordnete Leben des Sektionschefs Leonidas Tachezy. Durch einen Brief seiner früheren Geliebten und einzigen wahren Liebe, Vera Wormser, sieht er seine Ehe und auch die Annehmlichkeiten des angeheirateten Reichtums gefährdet. Während die wichtigsten Stationen seiner Karriere und seines (Liebes-)Lebens am Leser vorbeiziehen, wird er Zeuge, wie der angepasste, der korrumpierte, der herrschende und beherrschte Leonidas eine ungeheure Chance bekommt; die Chance, ein anständiger Mensch zu werden. Am Ende des Romans „weiß Leonidas mit unaussprechlicher Klarheit, daß heute ein Angebot zur Rettung an ihn ergangen ist, dunkel, halblaut, unbestimmt, wie alle Angebote dieser Art. Er weiß, daß er daran gescheitert ist. Er weiß, daß ein neues Angebot nicht wieder erfolgen wird.”
Axel Corti hat dieses Psychogramm eines Bilderbuchopportunisten mit Friedrich von Thun in der Hauptrolle 1984 verfilmt. DIRK RUMBERG
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