Befreiung (eBook, ePUB) - Marai, Sandor
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Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig

1945 ist für die Ungarn ein Jahr der Befreiung und der Gefangennahme zugleich. Daher steht der ungarische Bürger eingeklemmt zwischen zwei Diktaturen im Mittelpunkt von Marais …


  • Format: ePub

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Budapest, 1944: Zusammen mit den anderen Bewohnern wartet die junge Erzsébet im Keller eines Hauses auf ihre Befreiung. Doch die nimmt einen unerwarteten, tragischen Verlauf.Unerbittlich und mit großer Intensität erzählt Sándor Márai vom Schicksal einer jungen Frau und dem unbedingten Willen nach Freiheit.…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 1.46MB
Produktbeschreibung
Budapest, 1944: Zusammen mit den anderen Bewohnern wartet die junge Erzsébet im Keller eines Hauses auf ihre Befreiung. Doch die nimmt einen unerwarteten, tragischen Verlauf.Unerbittlich und mit großer Intensität erzählt Sándor Márai vom Schicksal einer jungen Frau und dem unbedingten Willen nach Freiheit.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Piper Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 194
  • Erscheinungstermin: 06.07.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783492952187
  • Artikelnr.: 37359011
Autorenporträt
Sándor Márai, 1900 in Kaschau (KoÜice, heute Slowakei) geboren, lebte und studierte in verschiedenen europäischen Ländern, ehe er 1928 als Journalist nach Budapest zurückkehrte. Er verließ Ungarn 1948 aus politischen Gründen und ging 1952 in die USA, wo er bis zu seinem Freitod 1989 lebte. Er war einer der bedeutendsten ungarischen Schriftsteller und Kritiker des 20. Jahrhunderts.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Dies ist ein Roman aus dem Nachlass von Sandor Marai, den der Autor nie veröffentlichungsfertig überarbeitet hat. Das merkt man durchaus, wie Andreas Kilb feststellt, manches wirkt etwas unfertig und unbalanciert, ein wichtiger Handlungsstrang etwa werde nicht zu Ende geführt. Entstanden war das Buch, das von einer jungen Frau erzählt, die am Kriegsende von einem sowjetischen Soldaten vergewaltigt wird, unter dem unmittelbaren Eindruck der Erlebnisse des Jahrs 1945. Dem Tagebuch Marais aus der Zeit kann Kilb sogar entnehmen, dass vieles, das im Roman geschildert wird, sich tatsächlich zutrug. Und darin bestehe dann gerade die Stärke dieses Buchs: Man merkt ihm, so Kilb, die zeitliche und emotionale Nähe des Autors zu dem, was er schildert, auch in einem guten Sinn an.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 03.08.2010
Glauben Sie, dieses viele Leiden bessert die Menschen?
Im Keller: Sándor Márais kaum polierter Roman „Befreiung“ schildert die ungarische Gesellschaft des Jahres 1945
So viele Bücher von Sándor Márai in deutscher Sprache vorliegen, editorisch ist das Werk dieses Autors, der schon in jungen Jahren berühmt, zu Lebzeiten vergessen und nach seinem Tod zum großen mitteleuropäischen Erzähler ausgerufen wurde, noch immer nicht ausgeschöpft. Elf Jahre nachdem er im Februar 1989 aus dem Leben schied, wurde im ungarischen Original erstmals ein Roman veröffentlicht, den er bereits 1945 in sieben Wochen rastloser Arbeit verfasst und dann weggelegt hatte. Márai wollte ihn offenbar nicht selbst publizieren, aber er hat ihn doch auf seine vierzigjährige Wanderschaft mitgenommen.
Verglichen mit seinen bekannten Romanen, die stets perfekt gebaut, mitunter aber allzu glatt poliert sind, wirkt „Befreiung“ unbehauen, weniger elegant, kompositorisch unfertig. Dass dem früh verfassten Werk aus dem Nachlass der letzte Feinschliff fehlt, gibt ihm etwas Drängendes, Unmittelbares, als hätte sich der aufgewühlte, aus seinen Sicherheiten gestürzte Autor schreibend selbst erst Klarheit darüber verschaffen müssen, was im Chaos der letzten Kriegswochen mit ihm und Ungarn geschehen war.
„Befreiung“ setzt am 3. Januar 1945 ein, und der Roman endet auch an diesem Tag, da die Protagonistin, die 23-jährige Erzsébet, nach Wochen den Luftschutzkeller in Budapest endlich verlassen kann, um über die Straße in das Haus zu gehen, in dem sich ihr Vater in einem Versteck hat einmauern lassen. Der berühmte Gelehrte ist durch sein lautes Schweigen zur nationalen Autorität und zur Gefahr für die deutschen Besatzer und ihre ungarischen Kollaborateure geworden.
In drei großen Rückblenden holt Márai die Ereignisse der letzten Monate ein und überprüft, was sie für die ungarische Gesellschaft und für den einzelnen bedeuteten. Seit dem März 1944 stand die Wehrmacht in Ungarn, vom Oktober an herrschten die Pfeilkreuzler über das Land, faschistische Garden, die bis zum letzten Kriegstag Jagd auf Juden, Zigeuner, Oppositionelle machten. Im Dezember 1944 stießen die sowjetischen Truppen so weit vor, dass Budapest vollkommen eingekesselt war, und die Bevölkerung das Ende unter der Stadt, in den Kellern erwartete.
Was zu viel ist, ist zu viel
Was konnte „Befreiung“ damals heißen? Natürlich die Befreiung vom deutschen Militärregiment und den enthemmten ungarischen Pfeilkreuzlern; Befreiung von den rassistischen Gesetzen, dem Hunger, der Willkür, den Bombenangriffen, dem alltäglichen Terror. Márai redet die Notwendigkeit der politischen und militärischen Befreiung nicht gering. Aber ihm, der wie Tibor, Erzsébets Verlobter im Roman, darüber verzweifelte, dass die ungarische „Gesellschaft keine moralische Widerstandskraft“ aufbrachte, geht Befreiung über solche Bestimmung hinaus. Was sie sein könne, darüber lässt er Erzsébet in einem feurigen Gespräch mit einem ihrer Leidensgenossen im Keller debattieren. Wochenlang hatte sich dort unten, in der erzwungenen Intimität, eine merkwürdige Gesellschaft eingefunden, die ganz Ungarn repräsentierte: reiche, arme, hoch angesehene, missachtete, saufende, kriecherische, großmütige Menschen; unter ihnen war einer, den Erzsébet anfangs gar nicht bemerkte, denn der gelähmte Professor lag reglos und stumm in seiner Ecke. Er wird es sein, der sie in ihren Gewissheiten erschüttert, ihr aber auch zu neuen Einsichten verhilft.
Befreiung, behauptet der gelähmte Professor, erreicht nur, wer „stark genug ist, die Wirklichkeit in ihrer wahren Natur zu erkennen“. Echte Befreiung bedarf also der Bereitschaft, sich schonungslos der Welt zu stellen, wie sie ist, und sich frei von Illusionen zu bewähren.
Dazu gehört auch, dass man Unglück und Leid nicht idealisiert und dem Sinnlosen nicht einen obskuranten Sinn verleihen möchte: „Glauben Sie, dass dieses viele Leiden die Menschen bessert“, fragt er die tapfere, hilfsbereite Erzsébet. Ohne sich darüber klar gewesen zu sein, hatte sie tatsächlich damit gerechnet, dass den Keller, in den einst Halunken und Feiglinge geströmt waren, aufrechte und mutige Bürger verlassen würden. Nein, die neue Gesellschaft, weiß der kranke Professor, muss mit denselben Leuten aufgebaut werden, die sich hier im Keller als so berechnend, kaltherzig, schwach erwiesen haben.
Eindringlich weiß Márai die stickige Atmosphäre heraufzubeschwören. Mit wenigen Strichen entwirft er das Panorama der ungarischen Gesellschaft, die im Keller von einem Hausmeister beherrscht wird. Während die sowjetischen Soldaten bereits in den Straßen von Budapest kämpfen, führt dieser einen Trupp Pfeilkreuzler zu dem einzigen Juden, der sich hier unten verborgen hält. Der Jude wird abgeführt und vor dem Haus erschossen. Da beginnt sich sogar in den apathischen Bürgern, die an Widerstand gar nicht denken, aber ahnen, dass der Untergang des faschistischen Staates nahe ist, flüsternd das Missbehagen zu regen: „Was zu viel ist, ist zu viel“ raunt der eine dem anderen im Dunkeln zu: „Denn das ist nicht nur eine Judenfrage, das ist, äh . . . eine Frage des Humanen.“ Mit solchen Helden wird die Welt, die in Trümmern liegt, neu errichtet werden müssen.
„Befreiung“ ist nicht Márais bester Roman, aber er fesselt trotz kompositorischer Schwächen und manchem Fehler im historischen Detail, weil er den Autor auf seinem Wege und mit seinen Widersprüchen zeigt; einen Autor, der erschüttert war, dass sich seine Klasse, das ungarische Bürgertum, so rasant zersetzt hatte, und der unsicher nach geistigem Halt, nach Werten suchte, die ihn das, was in seiner Heimat an Bestialischem geschehen war, verstehen, deuten, überwinden ließen.
KARL-MARKUS GAUSS
SÁNDOR MÁRAI: Befreiung. Roman. Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Mit einem Nachwort von László F. Földény. Piper Verlag, München/Zürich 2010, 194 Seiten, 18,95 Euro.
Am 18. Januar 1945 sprengte die abziehende deutsche Armee die berühmte Széchenyi-Kettenbrücke in Budapest. Foto: Keystone/Getty Images
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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»Das Tempo, in dem der Autor diesen grandiosen Roman verfasst hat, schlägt sich stilistisch in atemlosem Erzählen nieder, zieht den Leser ebenso in seinen Bann wie der lapidare Ton, der unfassbar grauenvolles Geschehen in seiner Vielschichtigkeit sichtbar macht.« Vorarlberger Nachrichten . »Von einzigartiger Authentizität und Wahrhaftigkeit ... Sándor Márais Blick auf den Menschen ist illusionslos, unerbittlich, ohne bitter zu sein ... Ein Buch, das sich wie mit Flammenschrift ins Herz des Lesers schreibt.« Die Zeit . »Ein Roman, aus dem die Realität herausblutet.« Neue Zürcher Zeitung
"Dieses bittere Buch ist uns willkommen, weil Márai darin sehr eindringlich die spärlichen Berichte über das Überleben der Zivilbevölkerung in der - nach Stalingrad und Leningrad - am heftigsten umkämpften Stadt im Zweiten Weltkrieg ergänzt.", Abendzeitung, 04.01.2010 20151120