Peter Beard - Beard, Peter
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Peter Beard machte sein Leben auf dem afrikanischen Kontinent zum Gesamtkunstwerk: eine Collage aus Fotografie, Umweltaktivismus und Tagebuch. Diese XL-Ausgabe präsentiert die gesamte Welt des Künstlers - ein Werk, in dem Haute-Couture-Models unter der kenianischen Sonne Giraffen füttern und Elefantenkadaver Zeugnis für die Zerstörung der Natur durch den Menschen ablegen.…mehr

Produktbeschreibung
Peter Beard machte sein Leben auf dem afrikanischen Kontinent zum Gesamtkunstwerk: eine Collage aus Fotografie, Umweltaktivismus und Tagebuch. Diese XL-Ausgabe präsentiert die gesamte Welt des Künstlers - ein Werk, in dem Haute-Couture-Models unter der kenianischen Sonne Giraffen füttern und Elefantenkadaver Zeugnis für die Zerstörung der Natur durch den Menschen ablegen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Taschen Verlag; Taschen
  • Artikelnr. des Verlages: 44650
  • Seitenzahl: 770
  • Erscheinungstermin: Mai 2020
  • Deutsch, Englisch, Französisch
  • Abmessung: 386mm x 266mm x 63mm
  • Gewicht: 5080g
  • ISBN-13: 9783836577427
  • ISBN-10: 3836577429
  • Artikelnr.: 56845409
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.07.2020

Der Großbildjäger

Als Lebemann der New Yorker Gesellschaft ließ Peter Beard nichts aus. Seine größte Obsession aber galt Afrikas Wildnis. Nun wird ein kiloschweres Buch zu seinem Vermächtnis.

Von Freddy Langer

Es hätte zwei Schriftsteller gebraucht, um das Leben Peter Beards zu erfinden: F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway. Der eine hätte ihm die Biographie des Lebemanns erdichtet, Sprössling gleich zweier steinreicher Familiendynastien der amerikanischen Ostküste, Zentrum des New Yorker Jetsets, Drogen so wenig abgeneigt wie schönen Frauen und so beliebt als Gastgeber ausgelassener Feste, dass von Andy Warhol und Truman Capote bis zu Jackie Kennedy und den Rolling Stones alles anmarschierte, was in den Achtzigern die Kulisse von Glitz und Glamour ausmachte. Von Hemingway hätte er darüber hinaus Kühnheit, Wildheit und eine so tief empfundene Obsession für Afrika hinzu geschrieben bekommen, die Leidenschaft für die Großwildjagd, zunächst mit dem Gewehr, später mit dem Fotoapparat, und einen unbedingten Willen, dort die Natur zu retten, wo er zuvor mit größter Wut den Tod von fünfunddreißigtausend Elefanten dokumentiert hatte. Dass er sich zum Sprachrohr einer bedrohten Wildnis machte, haben ihm die Tiere nicht gedankt. Eine Elefantenkuh fiel über ihn her, rammte ihm den Stoßzahn in den Schenkel und sorgte für weitere Malaisen, so dass er das Krankenhaus mit sechs Titanplatten und achtundzwanzig Schrauben im Leib verließ. Das war 1996, Peter Beard war achtundfünfzig Jahre alt. Und längst eine Legende. Sein in vielen Auflagen erschienenes Buch "The End of the Game" hatte ihn berühmt gemacht, ein Fotoband als Anklageschrift, das Dokument der Zerstörung eines Kontinents. Jegliche Romantisierung von Savanne, Safari und Afrika verbot sich nach dieser Publikation. Was Beard allerdings nicht daran hinderte, die Fauna Afrikas als Staffage für aufwendig inszenierte Mode- und Erotikaufnahmen zu nutzen.

Peter Beard starb im April dieses Jahres, und es drängt sich auf, das nun erschienene, fünf Kilo schwere Buch, das als Titel nur seinen Namen trägt, als sein Vermächtnis zu bezeichnen. Im Vorwort wettert er noch einmal, beklagt, dass Kenia, ein Land mit fünf Millionen Einwohnern, als er es 1955 zum ersten Mal besuchte, heute sechsmal so viele Menschen zählt und die einstige Wildnis nichts weiter mehr ist als ein großer Parkplatz für Touristen. Dann blättert der Band sich auf zu einem Bildgewitter, das einem den Atem raubt: anfangs noch ein paar Schwarzweißfotografien von seinen Künstlerfreuden, darunter Karen Blixen, deren Roman "Out of Afrika" ihn zu seiner ersten Afrika-Reise inspiriert hatte. Dann die Seiten seiner Hunderte von Kladden, in die er klebte, malte, zeichnete und schrieb, was ihm durch den Kopf schoss und in die Finger kam. Getreu seinem Lebensmotto "Zu viel ist gerade genug" collagierte er Reklame, Briefmarken und eigene Fotos, notierte Erinnerungsfetzen und Weltverschwörungstheorien und kippte mal Farbe, mal Blut über die Seiten.

Am Schnittpunkt von Reportage, Dokumentation und Kunst schlägt Beard in einem Abgesang den Bogen von einer idealisierten Vergangenheit in eine ernüchternde Zukunft. Wie im Wahn stellt er sich der eigenen Zerrissenheit und trägt auf den Bildern einen Kampf aus zwischen Wildnis und Zivilisation, Ursprünglichkeit und Dekadenz, Der Elefant wird ihm dabei zur Metapher: für die Extreme des Lebens.

"Peter Beard." Taschen Verlag, Köln 2020. 770 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 100 Euro.

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"Dieses extravagante und exzellente Buch ist selbst schon ein Kunstwerk." L'EXPRESS, Paris