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Benutzername: ws
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Bewertungen

Insgesamt 373 Bewertungen
Bewertung vom 16.07.2018
Atlas der außerirdischen Begegnungen
Fuligni, Bruno

Atlas der außerirdischen Begegnungen


weniger gut

Amüsanter Humbug? Oder doch nicht?
Stellenweise ist der Inhalt des Buches recht amüsant. Aber für einen Realisten, für den ich mich halte, dann in Summe doch sehr, sehr schwer zu glauben. Denn wie heißt es auf der Buchrückseite: „Betrüger und Gurus bevölkern die Welt der Ufologie in großer Zahl.“ „Eine spannende Lektüre für Ufologen und Skeptiker.“
Das mit der Spannung hält sich in Grenzen. Es sei denn, man hält es für denkbar, dass irgendwo im Erdinneren Richtung wissenschaftlich bewiesen bis zu 6.000° C heissem Erdkern mit einem Druck von bis zu 3,64 Millionen bar irgendeine wie auch immer geartete intraterretrische, intelligente und soziale Lebensform existiert. So vermessen zu glauben, dass die Erde der einzige bewohnbare und bewohnte Planet im ganzen Universum sei, bin ich mit Sicherheit nicht. Und der Behauptung, der Mensch sei die ‚Krone der Schöpfung‘ wird tagtäglich durch die Nachrichten belegt. Aber die Männchen vom Mars, die einer Hélène Smith, bürgerlicher Name Catherine-Élise Müller, bei einer Séance mit dem Ziel Kontakt zu diversen Toten aufzunehmen, dieser Hélène plötzlich Marsianisch beibringen? Das ist dann wohl doch etwas weit hergeholt.

Die jeweils eine Seite abdeckenden Karten, die den Ort, an oder bei dem die beschriebenen Ereignisse abbilden (sollen), sind schwer interpretierbar. Aber zu jeder Ortsangabe und Karte werden die geographischen Koordinaten angegeben. Wer diese beispielsweise mit Hilfe von Google Earth auf einer verständlichen Karte, in die man hinein und aus der man herauszoomen kann, überprüfen möchte, um überhaupt feststellen zu können, wo genau sich der angegebene Ort befindet: in dem Suchbegriffeingabefeld von Google Earth links oben sind die für Hélène Smith angegebenen Koordinaten 46° 12‘ 15‘‘ N, 06° 08‘ 35‘‘ O einzugeben in der Form 6 8‘35‘‘ E, 46 12‘15‘‘ N. Also erst die Breitengradangabe ohne das Gradzeichen („°“) und danach durch ein Komma abgetrennt die Längengrade in der gleichen Schreibweise. Und siehe da: die im Buch angegebenen Koordinaten, die stimmen und sind überprüfbar.

Bewertung vom 16.07.2018
Das Osmanische Reich
Pohanka, Reinhard

Das Osmanische Reich


ausgezeichnet

Sich die Unmenge an Namen der Sultane, Großwesire, Wesire, Haremsdamen, die zeitweise im Hintergrund intrigiert und die Fäden gezogen haben, die Unzahl an Kriegen, die vom Osmanischen Reich losgebrochen wurden, zu merken, ist erstens kaum möglich. Schliesslich behandelt Reinhard Pohanka auf den 239 Seiten den Zeitraum vom Anfang des 6. Jahrhunderts mit der Herkunft der Türken und deren ersten Staatswesen bis hin zu 1923 mit der Proklamation der Republik Türkei durch Mustafa Kemal Atatürk.
Zweitens ist es nicht zwangsweise notwendig, sich alle die Namen und Zeiträume einzuprägen. Es geht um einen gut lesbaren Überblick, wie riesig das Osmanische Reich einst war. Immerhin erstreckte es sich vom heutigen Libyen, Tunesien, Ägypten, Israel, Libanon, Syrien, Griechenland samt der meisten Inseln in der Ägäis, Albanien, Montenegro, Serbien, Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Teiler der Ukraine, Krim usw. usw.
So wird es nicht verständlich, aber nachvollziehbar, worin das Meer der roten türkischen Flaggen bei heutzutage stattfindenden Wahlkampfveranstaltungen des neuen Sultans Recep Tayyip Erdoğan begründet sein könnte. Was für einen historischen Hintergrund das theatralische Getöse und die Uniformierung der Militärangehörigen bei Auftritten Erdogans in seinem überdimensionierten neuen Präsidentenpalast mit den mehr als 1.000 Räumen haben.
Der Autor nimmt sich aller regionalen Ausweitungen des untergegangenen Osmanischen Reiches an. Mit welchem Krieg, oft, aber nicht immer von den Türken angezettelt, welche Region diesem Reich einverleibt wurde. Er beleuchtet auch die geschichtlich begründeten Ursachen des Balkankrieges zwischen 1991 und 2001. Zitat Seite 202, es geht um die nationalistischen Bewegungen auf dem Balkan: „So konnten die Serben durchsetzen, dass das Osmanische Reich ab 1867 sämtliche Truppen aus Serbien abziehen mussten. Mit diesen verließ die Mehrzahl der Muslime das Land und siedelte sich in Bosnien an. Diese Trennung sollte zur Keimzelle des Konfliktes werden … der von 1991 bis 2001 den Balkan erfasste.“
Ein zweites, letztes Zitat: „Alle Macht im osmanischen Staat war in der Person des Sultans vereinigt, der alleine und als Einzelperson an der Spitze des Staates stand. Er herrschte uneingeschränkt und war mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet. Er hatte die absolute Autorität über seine Untertanen und entschied über Fragen der Staatsführung und der Politik. Sein Wort war dabei unantastbares Gesetz.“
Nein, es ist keine Schilderung der aktuellen politischen Verhältnisse in der Türkei. Unter Führung des oben genannten neuen ‚Sultans‘. Das Zitat ist auf Seite 120 zu finden und beschreibt die Verwaltung des Reiches, wie sie vom Reichsgründer Osman I bis hin zur Proklamation der Republik Türkei galt.

Wer sich Einblicke in die für Westeuropäer nur schwer nachvollziehbare Gedankenwelt beziehungsweise deren historisch begründeten Ursachen der Türken verschaffen will, ist mit diesem Buch gut beraten.

Bewertung vom 12.07.2018
Smart David vs Digital Goliath
Petrov, Sebastian; Sünderhauf, Vincent

Smart David vs Digital Goliath


gut

Man beachte die berufliche Position der beiden Autoren: V. Sünderhauf ist Gründer und Geschäftsführer der "seosupport GmbH", S. Petrov Mitgründer dieser Gesellschaft.

Daraus resultieren einerseits einige gute Hinweise, Ratschläge und Tipps, wie sich die Internetseite des Lesers eventuell bei der Anzeige der Suchergebnisse, die Google liefert, im Ranking eventuell besser platzieren lässt. Auf Deutsch, wie es gegebenenfalls möglich ist, bei der Trefferliste, die Google als Suchergebnis anbietet, gleich auf der ersten Seite und dort vielleicht sogar auf den vorderen Stellen zu landen.

Andererseits scheint auch fast überall das Bestreben der Autoren, die Dienstleistungen der "seosupport GmbH" an die Frau/den Mann zu bringen durch.Zudem ist der Inhalt sehr stark bis völlig einseitig auf die Suchmaschine Google ausgerichtet, Der Text ist ziemlich langweilig zu lesen und wimmelt von Wiederholungen, lediglich im Satzbau und der Wortwahl geändert. Der Grundgedanke bleibt dennoch erhalten.

Das "Gut" bekommt das Buch nur wegen der paar nützlichen Hinweise.

Bewertung vom 04.07.2018
Die Geschichte der Sklaverei
Schneider, Martin

Die Geschichte der Sklaverei


ausgezeichnet

Ein grundlegender Beitrag zur aktuellen Diskussion um Migranten aus Afrika!!

Es stellt sich prinzipiell die Frage, was bei einer politischen Parteien Deutschlands das große "C" im Namen für eine Berechtigung haben soll?

Spätestens nach der nicht immer ganz einfachen Lektüre der ohne Anmerkungen und ausführlichem Literaturverzeichnis 169 Seiten stellt sich die Frage nicht nur. Sie drängt sich förmlich auf. Denn mit die Ursachen für das Elend, dem Afrikaner verständlicherweise entkommen wollen, ist zum Einen der von den Europäischen Ländern intensivst betriebene Kolonialismus (sie "Die Unterwerfung der Welt; Wolfgang Reinhard,; C.H. Beck Verlag") und die daraus resultierende rücksichtslose Ausbeutung des "Schwarzen Kontinents". Und zum Zweiten gediehen die Profite, die sich aus dem Sklavenhandel ergaben, prächtig. Damit die Europäer auch noch andere Kontinente (Nord- und Südamerika, Karibik) gnadenlos ausbeuten konnten, wurden Menschen gebraucht, die die dazu notwendigen Arbeiten erledigten. Eben Sklaven, die in Afrika gefangen und verkauft wurden.

Kaiser Karl V. hatte zwar 1503 die Einfuhr afrikanischer Sklaven untersagt, hob dieses Verbot jedoch 1517 wieder auf. Zitat Seite 80: "Das in Augsburg ansässige Handelshaus der Welser verpflichtete sich bereits im darauffolgenden Jahr, 4.000 Sklaven aus Afrika in die spanischen Kolonien nach Amerika zu transportieren." Naben den bekannten Fuggern besassen die Welser ein vergleichbar bedeutsames Handelshaus. Dass Augsburg in Bayern liegt, ist wohl bekannt...

Vom Aufbau her beschreibt Martin Schneider alle Epochen von der Sklaverei in alten Kulturen Asiens über Ägypten, Griechenland, Rom bis hin zur Sklaverei im Nationalsozialismus und der modernen Sklaverei. Dabei gibt er jeweils einen zum Verständnis notwendigen kurzen geschichtlichen und politischen Abriss ehe er sich dem eigentlichen Thema Sklaverei zuwendet.

Schon die etwas mehr als drei Seiten "Politik und Gesellschaft" im Kapitel "Sklaverei im Nationalsozialismus" und das Kapitel selbst rentieren die Ausgabe der 6,00 EUR!

Bewertung vom 03.07.2018
Baedeker Reiseführer Brüssel
Bettinger, Sven-Claude; Eisenschmid, Rainer

Baedeker Reiseführer Brüssel


ausgezeichnet

Ein Reiseführer nicht nur für Jugendstilliebhaber

Brüssel, Atomium, EU-Rat, EU-Kommission, EU-Parlament. Das sind landläufig in etwa die Begriffe, die mit Belgiens Hauptstadt in Verbindung gebracht werden. Dass Brüssel aber eine sehr breite Palette an Sehenswürdigkeiten, Schönheiten, Parks, gastronomischen und auch Shopping-Erlebnissen bietet, das alles ist auf den mit zahlreichen Farbfotos illustrierten 303 Seiten zu erfahren.

Nach den für die Baedekers üblichen allgemeinen recht kurz gehaltenen Informationen sind sieben Tourenvorschläge zu finden. Eine davon mit der Tram. Die einzelnen Bauwerke, Sehenswürdigkeiten von Anderlecht bis Waterloo, also auch in den Randbezirken werden in alphabetischer Ordnung der Reihe nach präsentiert. Woran sich dann die Kapitel mit Hintergrund-Infos, Erleben und Geniessen sowie praktische Informationen von Anreise bis zum Stichwort Verkehr anschliessen. Wem die kleineren Ausschnitte aus einem Stadtplan, die in den erklärenden Texten zeigen, welche Tour wo entlang geht, welche Sehenswürdigkeit wo zu finden ist, dem wird der beigefügte grosse Stadtplan helfen.

Tipps zu Unterkünften von Luxus-Hotels bis zu Bed & Breakfast sowie Jugendherbergen gibt es einige. Ebenso zu Cafe´s, Bars, Restaurants.

In einem Satz: "Die besten Seiten von Anderlecht bis Waterloo". Baedeker eben.

Bewertung vom 02.07.2018
Mafia-Leben
Varese, Federico

Mafia-Leben


ausgezeichnet

Kein Krimi - und doch ein Krimi...

Wie es Federico Varese gelungen ist, an diese ganzen Geheimnisse und Machenschaften der 'Mafia' zu gelangen, ist ein mittelgrosses Rätsel. Aber spannend und informativ ist es auf jeden Fall.

'Mafia' steht hier in Gänsebeinen, weil dieser Begriff in Deutschland (und wahrscheinlich nicht nur hier) eigentlich mit der italienischen, genauer gesagt der sizilianischen Variante des organisierten Verbrechens, eventuell noch mit deren Ableger in Chicago der 1920er/30er-Jahre in Verbindung gebracht wird. Der Autor erläutert aber auch die Varianten in China, in Japan und vor allem auch in Russland. Die entsprechenden Organisationen, die in weiteren Ländern aktiv sind, Südamerika beispielsweise, werden nicht so ausführlich, aber doch erwähnt.

Gegliedert ist das gut und spannend lesbare Buch in die Kapitel "Geburt" (wie wird jemand Mitglied einer solchen Organisation), "Arbeit", "Geschäftsführung", "Geld", "Liebe", "Selbstbilder", "Politik" und "Tod".

Einige Schwarz/Weiß-Bilder illustrieren das Ganze. Diverse Ähnlichkeiten zwischen manchen regulären Staaten, die der Norm dessen, was allgemein unter 'Staat' verstanden wird und den verschiedenen kriminellen Organisationen werden ebenso herausgestellt wie die nachvollziehbaren Erklärungsversuche, wie Teile der russischen Oligarchen an ihr unwahrscheinliches Vermögen gekommen sind.

Im Kapitel "Tod" erfährt der geneigte Leser dann auch noch, welche Möglichkeiten die Organisationen entwickelt haben, um sich ihrer Opfer spurlos zu entledigen.

Alles in allem: Lesenswert!

Bewertung vom 30.06.2018
WordPress - Das Praxisbuch Schritt für Schritt installieren, konfigurieren, Waren verkaufen, Bloggen und vieles mehr
Kraus, Uwe

WordPress - Das Praxisbuch Schritt für Schritt installieren, konfigurieren, Waren verkaufen, Bloggen und vieles mehr


ausgezeichnet

Die Möglichkeiten von WordPress - (fast) komplett

Auf den etwas mehr als 430 Seiten, komplett in Farbe und mit zahllosen Screenshots illsutriert, erklärt der Autor alles von, alles mit und alles über WordPress. Na ja, fast alles, das Kapitel über SEO (Search Engine Optimization) fällt mit 2 Seiten und einem Screenshot schon sehr knapp, um den Begriff dürftig zu vermeiden, aus. Wer also im Untertitel des Titels seinen Erwartungshorizont auf "inkl. SEO" fokussiert, der wird enttäuscht sein.

Alles andere, von Installation, optimaler Einrichtung, Themes, Umgang mit Bildern, Kommentare, Newsletter, PlugIns, die für einen seriösen Blog überlebensnotwendigen Backups und auch die rechtlichen Aspekte eines Blogs erklärt der Autor in verständlichem Deutsch. Nicht nur die vielen deutlichen Screenshots machen das Buch lesenswert. Sondern und besonders auch die vielen Tipps aus der Praxis für die Praxis.

Bewertung vom 30.06.2018
Der große Kosmos-Naturführer Tiere und Pflanzen

Der große Kosmos-Naturführer Tiere und Pflanzen


ausgezeichnet

Alles in allem wohl um die 2.400 Wunder der Natur

Nein, ich habe es nicht nachgezählt. Dazu war ich schon beim ersten teilweisen Durchblättern der 873 Seiten zu erstaunt, verblüfft, erfreut über das, was die mitteleuropäische Natur zu bieten hat.

Das Buch ist sehr schön und logisch aufgebaut. Im Teil 1 wird die Tierwelt vorgestellt und erklärt. Hierselbst wieder unterteilt in Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose. Teil 2 widmet sich der Flora. Ebenfalls logisch strukturiert: Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, Farne, Moose, Pilze. Wobei der umfangreiche Teil über Blumen es anhand der Unterteilung nach Blütenfarbe es relativ einfach macht, eine unbekannte Blüte zu identifizieren. 'Relativ' einfach, weil es wohl knapp über 1.000 Blüten insgesamt sind.

Sowohl die Tiere als auch die Pflanzen sind jeweils mit zumeist einem qualitativ sehr guten Farbfoto (maximal 8 pro rechter Seite) abgebildet. Der erläuternde Text dazu (Aussehen, Grösse, Merkmale, Vorkommen etc.) steht entsprechend auf der linken Seite.

Dazu kommen dann in Ergänzung zum lexikalischen Teil noch Erklärungen zu beispielsweise Tierspuren, prinzipieller Aufbau von Wirbeltieren, Vögeln und so weiter, botanischen Fachausdrücken. Eben Wissenswertes rund um die einzelnen Spezies.

Wer sich an neugierigen und wissensdurstigen Kiddis, egal ob hausgemacht, als Enkel präsentiert oder leihweise, ob als KindergärtnerIn oder LehrerIn erfreuen kann, die/der sollte den Zwanziger investieren. Um erklären und damit sowohl Neugierde auf als auch im positiven Sinn Sorge für die Natur ausbauen zu können.

Bewertung vom 30.06.2018
Der Kalte Krieg
Gärtner, Heinz

Der Kalte Krieg


ausgezeichnet

"Redaktionsschluss" war 2017...

Diese Angabe ist deswegen wichtig zu erwähnen. Denn die irrationalen Machenschaften des POTUS-Mimen, der aktuell die ganze seit Ende des Zweiten Weltkrieges errungene Zusammenarbeit beziehungsweise das sich ansatzweise entwickelte und entwickelnde Verhältnis der Staaten untereinander über den Haufen zu werfen drohen.

Was Heinz Gärtner auf den gut zu lesenden und dank des 12-seitigen Literaturverzeichnisses überprüfbaren 238 Seiten zusammenfasst, stellt viele fragwürdige Entscheidungen dieser Ära, die Umstände, die zur Spaltung in der globalen Politik, der Welt und die daraus resultierenden Entwicklungen des vergangenen "Kalten Krieges" unter Beweis.

Wem ist heute denn noch bekannt, dass Adenauers Bundesrepublik gemeinsam mit seinem Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß zwischen 1956 und 1963 sehr daran gelegen war, dass die BRD eigene Atomwaffen entwickelt und besitzt?
Wem ist bekannt, dass mehrere Entscheidungen des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon mit entsprechend verheerenden Folgen für Vietnam getroffen wurden, damit dieser (Nixon) bevorstehende Wahlen gewinnt? (Zitat S. 102: »Der Krieg kann nicht gewonnen werden! Aber wir können es natürlich so darstellen.«).
Wer weiß schon, was in den Plänen des US-Militärs aus dem Jahr 1959 für den Fall eines 'heißen Krieges' zwischen den westlichen Welt unter Führung der USA und den unter der Herrschaft der UdSSR stehenden Staaten an Zielen für den Einsatz von amerikanischen Atom- und Wasserstoffbomben stand? Zitat S. 208f.: "Eine Liste der USA für Ziele von Nuklearwaffen... Moskau (179), Leningrad (145) und Ostberlin (91)."

Heinz Gärtner nimmt sich unter anderem auch der besonderen Rolle der diversen Kriege (Korea, Vietnam, Afghanistan, Stellvertreterkriege wie Äthiopien, Somalia, Angola, Kongo, El Salvador, Israel, Ägypten als Beispiele aus dem Buch), der Krisen um Berlin 1948 ('Rosinenbomber') und 1958 bis 1961 ('Mauerbau'), um Kuba, der Rolle der Volksrepublik China an. Ebenso erläutert er die besondere Neutralitätshaltung von Finnland, Schweden, der Schweiz natürlich und Österreichs, der Blockfreiheit Ex-Jugoslawiens.

Vom Sprach- und Schreibstil her ist das Werk gut zu lesen. Was eher stört, sind die kalten Schauer, de einem beim Lesen immer wieder über den Rücken laufen. Die sind aber weder dem Autoren noch dem Buch anzulasten...

Bewertung vom 30.06.2018
So sind sie, die Schweizer
Bilton, Paul

So sind sie, die Schweizer


schlecht

So meint ein Brite, dass die Schweizer seien...

Paul Bilton wurde in Southport Merseyside, etwa 35 Kilometer nördlich von Liverpool an der Küste zur Irischen See geboren. Demnach muss ihm jegliches Schweizer Gen fehlen. Was an jeder Ecke dieses Büchleins auffällt. So wie er als Besitzer des begehrten roten Reisepasses die Schweizer beschreibt und schildert ist es vergleichbar mit einem Japaner, der seit zig Jahren in Düsseldorf lebt. Dann schreibt der D'dorfer Japaner ein 99 Seiten starkes (besser schwaches) Büchlein, welches in seinem Heimatland veröffentlicht wird. In dem der D'dorfer Japaner behauptet, alle Deutschen rennen tagein, tagaus in Lederhosen rum oder brettern mit ihren fetten, übermotorisierten Audis, BMWs oder Benzen mit 250km/h über die Autobahnen...

Ein paar, aber wirklich nur ein paar Feststellungen sind korrekt. Zum Beispiel die Angaben über den Anteil der auswärtigen Wohnbevölkerung oder die prozentuale Verteilung der Angehörigen verschiedener Religionen. Auch die Mentalitätsunterschiede der Bevölkerung der deutschsprachigen, der französisch-, italienisch- und rätoromanisch sprechenden Kantone sind m. E. relativ gut getroffen. Ich möchte aber lieber nicht wissen, wie blöd mich eine Verkäuferin, ein Verkäufer anschauen würde, wenn ich ihr/ihm nach dem Einkauf die Hand schüttle... (S. 24). Oder wenn ich in Zürich auf der Bahnhofstrasse wie Paul Bilton auf Seite 27 behauptet, auf den Gehsteig spucke. Oder, oder, oder...

Anfangs ist der Schreibstil, sind die Formulierungen ja ganz amüsant. Bis auf die Tatsache, dass auf nahezu jeder Seite ein Satz, der eh schon im Text steht, abgesetzt in Fettdruck wiederholt wird. Beides, der Schreibstil und die abgesetzt wiederholten Sätze sind sehr ermüdend. Um den Ausdruck überflüssig und anödend zu vermeiden.

Kurzum, wer der Behauptung "Dieses Buch macht kulturelle Unterschiede verständlich" Glauben schenkt und mit diesem "Wissen" versucht, die Schweizer kennen und schätzen lernen zu können, wird aber so was von an die Wand fahren!