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Benutzername: ws
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Bewertungen

Insgesamt 247 Bewertungen
Bewertung vom 15.01.2018
Der Kolonialismus
Pelizaeus, Ludolf

Der Kolonialismus


ausgezeichnet

"Die koloniale Herrschaft hat lange Folgen"

Dieses Zitat von Seite 243 bewahrheitet sich tagtäglich. Flüchtlinge, besser durch Kriege, Terror, Perspektivlosigkeit erzwungen Heimatvertriebene, versuchen ihrem Elend zu ent- und in's für sie anscheinend 'gelobte Land', sprich nach Europa zu kommen. Wobei die meisten europäischen Staaten einfach übersehen, dass sie selbst die Ursachen für diese Menschenströme geschaffen haben!

Dies durch die aus heutiger Sicht völlig inakzeptable Besetzung riesiger Gebiete auf allen Kontinenten. Die Spanien, Portugal vornehmlich in Süd-Amerika, die England in Vorder- und Ost-Asien sowie Afrika, Frankreich, Belgien in Afrika, Frankreich in Ost-Asien (heute Vietnam, Laos und Kambodscha), die Niederlande in Ost-Asien (heutiges Indonesien), Italien in Abessinien (heute Libyen, Äthiopien, Eritrea), Russland in der Mandschurei, Japan in China und Korea, die USA in Mittelamerika, Kuba und eigentlich überall. Nicht zu vergessen Deutschland (in Afrika und Ozeanien) , das zur kolonialen 'Blütezeit' 1914 "2,9 Millionen Quadratkilometer mit 12,3 Millionen Einwohnern. Damit übertrafen die überseeischen Gebiete in der Fläche das Mutterland um das Sechsfache, während die Einwohnerzahl nur ein Fünftel des Mutterlandes betrug." (S. 223). Damit lag Deutschland hinter Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden an vierter Stelle der Kolonialmächte.

Sklaverei vordergründig mit der der irrigen Meinung verargumentiert, Menschen mit einer dunklen Hautfarbe seien zu Sklavenarbeit vorbestimmt, aus heutiger Sicht in Wahrheit aber aus wirtschaftlichen Gründen gejagt gefangen, deportiert und verkauft. Ohnehin ging es in der ganzen Epoche des Kolonialismus nur um Geld und Profit - nicht anders als heute!

Das Buch mag an manchen Stellen etwas mühsam zu lesen sein. Schade ist auch, dass die Weltkarten auf den Einbandseiten abgedruckt erstens über einen sehr kleinen Massstab verfügen und zweitens die verschiedenen kolonialen 'Besitztümer' auf der Welt nur in schlecht erkennbaren unterschiedlichen Grauschattierungen und Schraffuren zeigt. Um die Schilderungen von Ludolf Pelizaeus verorten zu können, ist ein Atlas von Nöten. Auseinanderfaltbare Weltkarten in grösserem Massstab und in Farbe wären eine schöne Hilfe zum Verständnis des Buches.

Aber trotzdem: das Buch ist mehr als lesenswert!!

Bewertung vom 12.01.2018
MindManager 2017
Lercher, Andreas

MindManager 2017


ausgezeichnet

weitaus mehr als nur MindMaps 'malen'...


Der Autor geht mit leicht verständlicher Sprache, vielen schwarz/weiß Screenshots auf die vielfältigen Möglichkeiten des MindManagers Version 2017 ein. Wo es in der 'buchlosen' praktischen Anwendung doch immer wieder zu Fragen kommt, wozu diese oder jene Möglichkeit, diese oder jene Schaltfläche überhaupt gut sein soll, was sich dahinter verbirgt, greift Andreas Lercher zu praktischen Beispielen, die das jeweilige Feature sofort verständlich werden lassen.

Vom didaktischen Aufbau her schimmern ebenfalls stets Andreas Lerchers Erfahrungen aus seinen MindManager-Kursen durch. Los geht es mit dem Erstellen eines ganz einfachen MindMaps. Nach der Lektüre weiss der Leser/Anwender dann aber auch, wie sich der MindManager zum Erstellen eines sinnvollen Projektplans für das gesamte Projektteam genutzt werden kann. Was die Möglichkeit, ein MindMap (oder auch nur einen Zweig davon) an MS-Word exportieren zu lassen. Wie sich das Zusammenspiel zwischen dem MindManager und Outlook gestaltet und was sich dahinter für Vorteile verbergen.
Dass der MindManager auch rechnen kann, dürfte ohnehin kaum bekannt sein. Und so weiter, und so weiter...

Die im Programm integrierte Hilfe-Funktion ist zwar wirklich nicht schlecht und gut brauchbar. Aber erfahrungsgemäss verwenden nur wenige Anwender von egal welchem Programm diese Hilfe-Funktionen. Die Zeiten von mit der Software selbst gelieferten gedruckten Handbüchern ist eh schon lange vorbei - leider. Deswegen hilft am besten die verfügbare Sekundär-Literatur.

Andreas Lerchers Buch ist weitaus mehr als nur einen grobe Zusammenfassung davon, was der MindManager alles kann, wie das Programm bedient wird. Es verrät auch an Hand praktischer Beispiele gut erklärt, wie und zu welchen Aufgabenlösungen sich die Software einsetzen, nutzen lässt.

Bewertung vom 07.01.2018
WordPress für Dummies
Sabin-Wilson, Lisa

WordPress für Dummies


sehr gut

Wie bei der "... für Dummies"-Reihe üblich, sollte der Leser schon über einen etwas höheren IQ-Wert verfügen als mancher Poltiker! (Mir fallen da spontan einige in der Alpenregion beheimatete oder auch transatlantische Politik-Kasper ein...)

Insbesondere bei diesem Titel darf man vor dem Lesen von zumeist englischsprachiger IT-Fachausdrücke, einigen Zeilen Programm-Code (die sich aber im Rahmen halten) nicht zurück zucken.
Aber wer sich mit dem Gedanken befasst, seine eigne Website, seinen eigenen Blog mit Hilfe von WordPress zu realisieren, dem wird das ohnehin klar sein. Und derjenige findet auf den etwas mehr als 350 Seiten eine wirklich brauchbare und nützliche Anleitung, wie das Alles funktioniert, worauf es zu achten gilt, wo die Anfängerfehler gemacht werden können, die es zu vermeiden gilt, etc.

Lisa Sabin-Wilson, die ebenfalls in der "... für Dummies'-Reihe einen weiteren, allerdings sehr viel umfangreicheren Titel veröffentlicht hat ("WordPress - Alles in einem Band"), weiss als Mitinhaberin einer Agentur, die sich auf die Entwicklung von WordPress-PlugIns und ~-Themes spezialisiert hat, wovon sie redet, was sie erklärt. Und sie weiss auch, wie sie diese Informationen verständlich vermittelt.

Soweit der Leser die Bereitschaft mitbringt, sich mit dem ausgeprägt software-technischen Inhalt auseinander zu setzen, stellenweise auch durchzukämpfen, hält eine wirklich gut brauchbare Anleitung in der Hand. Und auch die-/derjenige, der an einer bereits erstellten WordPress-Site nur an ein paar Ecken 'schrauben' will, beispielsweise eine Bilder-Gallerie integrieren, wird dank des recht umfangreichen Stichwortverzeichnisses schnell fündig.

Bewertung vom 06.01.2018
Access 2016 - Jetzt lerne ich: Das Komplettpaket für den erfolgreichen Einstieg. Mit vielen Beispielen und Übungen. Für die Versionen 2010 - 2016 geeignet
Schwarz, Hans Jürgen; Nahlig, Ingo

Access 2016 - Jetzt lerne ich: Das Komplettpaket für den erfolgreichen Einstieg. Mit vielen Beispielen und Übungen. Für die Versionen 2010 - 2016 geeignet


ausgezeichnet

Wer die drei Zeilen umfassenden Untertitel liest, weiß, was er sich mit diesem Buch einhandelt:
Einen perfekten Einstieg in Access ohne Vorkenntnisse. Der mit praxisnahen Beispielen inklusive anschaulichen Übungen (die der Verlag zum kostenlosen Download anbietet) Datenbanken, Tabellen, Abfragen und auch Formulare erstellen und einsetzen kann.

Es geht also nicht darum, nach dem Durcharbeiten der etwas mehr als 400 Seiten in der Lage zu sein, ein hochkomplexes Warenwirtschaftssystem oder eine vollständige Finanzbuchhaltung auf der Basis von Access 2016 mit Zugriff auf weltweit gespeicherten Datenbeständen zu programmieren. Sondern am Ende hat man sich sehr solide Kenntnisse im Umgang mit Access erarbeitet. Es geht auch darum, die Fallstricke, die Access zweifellos zu bieten hat, zu erkennen. Und erfolgreich zu umgehen.

Das ganze hat das Autorenteam in textliche Erklärungen, allesamt in gut verständlichem Deutsch verfasst, eingepackt. Wobei die zahlreichen schwarz/weißen Bildschirmabbildungen das Verständnis fördern. Vor allem, wenn man sich die Mühe macht, das Beschriebene sozusagen live am eigenen Bildschirm mit- und nachzuarbeiten.

Erfreulicherweise steht gleich in Kapitel 1 der deutliche Hinweis, dass die Beispieldateien NICHT mit Access 2003 und nur sehr bedingt mit Version 2007 laufen. Und dort ist auch der Hinweis zu finden, dass es in dem Buch zwar um Makros und deren Einsatz, nicht aber um die Proammiermöglichkeiten mit Hilfe von VBA geht. Neben den im Text immer wieder zu findenden (und erklärten) Makros geht es am Ende des Buches auf 40 Seiten um die selbigen. VBA hingegen wird mit gerade mal 6 Seiten bedacht. Löblich, löblich. Denn auch ohne VBA lässt sich mit Access zaubern.

Ein sehr solider, verständlicher Einstieg in Access 2010 bis 2016.

Bewertung vom 06.01.2018
Digitale Drecksarbeit
Riesewieck, Moritz

Digitale Drecksarbeit


ausgezeichnet

Eines gleich vorweg: Das Buch ist keine leichte Kost. Nicht, weil es die unsäglichen und zum teil unsäglichen Bilder von Kinderpornographie, Vergewaltigungen, Misshandlungen, IS-Terror mitsamt den Enthauptungen, Menschenverbrennungen und anderen für den geistig gesunden Menschen beschreibt oder gar zeigt. Sondern weil der Autor stellenweise recht tief und manchmal auch recht langatmig in philosophische Betrachtungsweisen abdrifted. Nowendigerweise.

Wer sich jedoch die Mühe macht, die knapp 300 Seiten zu lesen, wird den ganzen so genannten Social Media Kram, sei es Facebook, sei es Twitter, Instagram, Pinterest, WhatsApp und wie die eher asoziale Software heißt, mit anderen Augen betrachten. Bewerten. Und vermutlich seine diversen Konten löschen. Denn eines ist auch ohne Blick auf den jeweiligen aktuellen Börsenkurs klar: der eigentliche Sinn und Zweck ist das Geldverdienen. Das Vermögen der Anbieter in exorbitante Höhen zu treiben!

Der Untertitel "... von dem Bösen erlösen" ist meines Erachtens falsch gewählt. Denn Facebook & Co. geht es nicht darum, den normalen Anwender davon zu erlösen, sondern zu vermeiden, dass er das absolut Böse sieht. Um damit möglichst nur schöne Bilder zu Gesicht bekommen. Was wiederum die Attraktivität von Facebook & Co. erhöht und noch mehr User anlockt. Woraus folgt, dass der an die werbende Industrie zu verkaufende Datenschatz immer grösser, immer wertvoller wird.

Dass durch diese Vorgehensweise hunderte, wahrscheinlich weltweit betrachtet tausende Menschen psychisch ruiniert werden und kein normales Leben mehr führen können, ist den Social media Anbietern völlig egal. Die vertraglich unter Androhung von hohen Geld-, auf den Philippinen sogar Gefängnisstrafen zu absoluter Verschwiegenheit hinsichtlich ihres indirekten Arbeitgebers verpflichteten "Content Moderators" müssen sich im Akkord acht oder zehn Stunden lang tausende der widerlichsten Fotos und/oder hochgeladenen Videos anschauen und entscheiden, ob ein Bild/Video gelöscht wird oder nicht. Dass die Social media-Betreiber im Sinne der Profit Maximierung diese 'Arbeit' dort ausführen lassen, wo möglichst geringe Löhne gezahlt werden, in Manila beispielsweise, liegt auf der Hand. Dass die dortigen im Akkord Vergewaltigungs-, Kinderschändungs- oder Enthauptungsvideos bewertenden jungen Erwachsenen dabei vor die Hunde gehen, ebenfalls...

Ein Zitat von sehr vielen möglichen:
"Die Suche nach der analogen Wahrheit hinter der digitalen (geschönten, Anmerkung WS) Öffentlichkeit führt in einen Sumpf von Zensur und Ausbeutung. Gleichzeitig führt sie zu einem Nachdenken darüber, was Bilder für uns Menschen bedeuten und wem wir die Kontrolle über unsere Sicht auf die Welt überlassen wollen."

Wie wahr, wie wahr...

Bewertung vom 27.12.2017
Madeira Reiseführer Michael Müller Verlag
Börjes, Irene

Madeira Reiseführer Michael Müller Verlag


ausgezeichnet

Mit RAM ist in dem Fall nicht Arbeitsspeicher gemeint


RAM steht für Região Autónoma da Madeira. Schon aus der Schreibweise ergibt sich, dass die Inselgruppe zu Portugal gehört. Insoweit nichts Neues. Neu hingegen ist, was Madeira, um die Hauptinsel geht es zum allergrössten Teil dieses in der üblichen Michael Müller Manier gefasstem Reiseführer, alles zu bieten hat: Einige Strände (wer vornehmlich Baden und am Strand liegen will ist auf der hier ebenfalls zumindest kurz beschrieben Nachbarinsel Porto Santo besser aufgehoben), sehr viel wunderschöne Natur, bis zu knapp über 1.800 Meter Höhe reichende Berge, Wanderungen und nochmals Natur.

Wer sich erst einmal einen Überblick über die knapp 60 km lange und 22 km breite Insel verschaffen möchte, findet nach den einleitenden Kapiteln über Geschichte, Hintergründe, Klima, politisches System, Land, Leute und Mentalität gleich einige Vorschläge für Tagestouren mit dem Auto. Wer lieber zu Fuss unterwegs ist, wird im letzten Teil mit den zwölf Wandervorschlägen fündig.

Dazwischen werden die einzelnen Regionen der Insel vorgestellt. Wobei ein gut Teil der Hauptstadt Funchal zu Gute kommt. Natürlich mitsamt der Angaben über Unterkünfte, Essen und Trinken, Museen, weitere Sehenswürdigkeiten, Rundgang und so weiter. Diese Informationen sind auch in den anderen Kapiteln über die anderen Gebiete der Hauptinsel zu finden.

Die beiliegende Karte verhilft dazu, die ersten Antworten auf die Fragen "Was ist wo?" zu finden.

Wobei die zahlreichen Farbfotos helfen, sich einen Eindruck über das zu verschaffen, was es zu erwarten gilt. Und die kleinen Auszüge aus dem jeweiligen Ortsplan verhelfen dazu, nicht die Orientierung zu verlieren.

Ansonsten gefällt der Reiseführer durch den locker geschriebenen und gut, teilweise amüsant zu lesenden Text.

Bewertung vom 27.12.2017
Die Eroberung Europas durch die USA
Bittner, Wolfgang

Die Eroberung Europas durch die USA


ausgezeichnet

Augen öffnend und neue Sichtweisen ermöglichend!

Nach dem Lesen der ersten Seiten oder Kapitel des Buches stellt sich eigentlich der Eindruck ein: "Was schreibt der denn da für ein Gefasel". Was sich dann aber nach dem Lesen der letzten Seite grundlegend geändert hat: "Meine Fresse, Wolfgang Bittner hat ja mehr als Recht!!".

Dazu führe man sich nochmals den Untertitel des Buches zu Gemüte: "Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung"

Gedankenspiel_ Was würde beispielsweise geschehen, wenn sich Russland und die Volksrepublik China zusammen schlössen und Teile ihrer Militärmacht in Kanada, Mexiko, diversen Staaten in der Karibik stationieren würden?? Dass sich Russland durch die vergleichbaren Aktionen der NATO (Truppen in den baltischen Staaten, seit 1999 neue NATO-Mitglieder Tschechien, Polen, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien) sich mehr als bedrängt fühlt, ist so gesehen auf der Stelle nachvollziehbar.

Dass die USA insgeheim an einer weiteren De-Stabilisierung der Ukraine interessiert ist, liegt auf der Hand. Die Ukraine ist schliesslich ein potentielles zukünftiges EU- und NATO-Mitglied. Und damit unter der Herrschaft der US-Wirtschaft, zu der logischerweise auch die Produktion von militärischem Gerät gehört. Und irgendwohin muss die Produktion ja verkauft werden.

Die Ukraine samt der Krim, die hauptsächlich von russisch sprechenden Menschen bewohnt wird, war Teil der UdSSR. Anno 1954 hat der aus der Ukraine stammende Nikita Chruschtschow, die Halbinsel Krim der Ukraine zugeordnet, zugeteilt. Was zum damaligen Zeitpunkt im Grunde nichts anderes war als eine Provinz einer anderen Provinz zuzuschlagen. Warum Nikita das tat? Vielleicht aus einer gewissen Wodka-Laune heraus?

Die Macht dazu hatte er als Regierungschef der UdSSR auf jeden Fall. Wenn jetzt von einer russischen Invasion und Okkupation der Krim geredet und geschrieben wird, ist das schlicht falsch. Als einziger 'Warmwasser-Hafen' für die russische Marine war und ist Sewastopol auf der hauptsächlich von Russen bewohnten, vor 1954 sowieso zu Russland gehörenden Krim sowieso schon gut mit russischen Militärangehörigen besiedelt. Und die Zivilbevölkerung hat sich in einer Wahl zu einer Rückkehr zu Russland entschieden. Was alles in der Berichterstattung untergeht, verschwiegen wird. Im Sinne der USA und seinen zahlreichen Geheimdiensten sind die Russen nun mal schlichtweg die 'Bösen', die es einzudämmen, zu bekämpfen gilt. Dass der Krieg in der Ost-Ukraine, den die westlich orientierten Machthaber führen lassen, von den USA zumindest massiv finanziell unterstützt wird, geht ebenso unter.

Der thematische Schwerpunkt des Buches liegt auf Europa. Nur am Rande werden auch die anderen von den USA angezettelten, finanzierten, unterstützten oder geführten Kriege erwähnt.

Zitat von Seite 181: "Die USA und ihre Geheimdienste kennen keine Skrupel, wenn es gilt, die Politik anderer Länder zu beeinflussen oder unliebsame Personen auszuschalten. Das gilt für Salvador Allende, Slobodan Milošević, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi ebenso wie für den ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bei dem man es allerdings mit dem Rufmord bewenden ließ. ... Strauss-Kahn war zu der Zeit in Frankreich Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei und nach allen Umfragen potentieller französischer Präsident."

Dass Wolfgang Bittner alle Feststellungen nicht in Form von aus der Luft gegriffenen Behauptungen darstellt, sondern mit nachprüfbaren Quellenangaben untermauert, ist selbstverständlich.

Als Fazit ist nur eines festzustellen: Lesen und nachdenken, so lange dazu noch Zeit ist...

Bewertung vom 23.12.2017
Im Namen der Flagge
Marshall, Tim

Im Namen der Flagge


ausgezeichnet

Von A-merika bis Z-ielflagge

Bunte, an einen vertikalen 'Stecken' gehängte Stoffstücke, mehr oder minder im Wind flatternd - wie erklärt sich deren Wirkung auf ganze Nationen, Bevölkerungsgruppen, woher beziehen diese Stoffstücke ihre teils euphorisierende, teils aber auch zutiefst destruktive Wirkung? Was bedeuten die einzelnen Farben, deren Reihenfolge? Wofür stehen die Wappen, Sterne, Symbole, Tiere, Schriftzüge?

Das alles erklärt Tim Marshall in einem weiteren absolut lesenswerten Buch. In seinem teils humorvollen, stets gut zu lesenden Schreibstil. Immer bestens recherchiert, alleine das Literaturverzeichnis umfasst fünf Seiten. Einige der von Tom Marshall erwähnten Episoden um Flaggen, um deren in vielen Staaten in Gesetze gegossene erlaubte oder nicht erlaubte Behandlung habe ich nachgeschlagen - stets entsprach das, was geschildert wird, den Tatsachen.

Beispiel die Flagge von Peru und zugleich für den Schreibstil: "Ein weiterer Grund, sich mit der peruanischen Flagge zu beschäftigen, ist die Diskussion, ob es richtig oder falsch, ehrerbietig oder geschmacklos ist, nackt auf der eigenen Landesflagge zu sitzen, die als Sattel auf einem Pferd dient. Unbeabsichtigt stellte das peruanische Model Leysi Suárez 2008 die peruanischen Flaggengesetze auf die Probe, indem es genau so etwas für eine Fotostrecke tat. Das Ausmaß an peruanischer Empörung wurde wahrscheinlich nur durch das Ausmaß an peruanischem Voyeurismus wettgemacht." (S. 245)

Oder "Stars and Stripes" "Wenn die Nationalhymne gespielt und die Flagge präsentiert wird, sollen Amerikaner in Zivil stramm stehen, die rechte Hand aufs Herz legen und zur Flagge sehen. Uniformierte sollen salutieren, sobald der erste Ton der Hymne ertönt, und in dieser Stellung verharren, bis der letzte Ton verklingt. Dass sie eine Melodie hat, die sich besser für einen feucht-fröhlichen Karaoke-Abend im Vergnügungsviertel von Tokio oder das Ende einer Verdi-Oper eignet, wenn die dicke Diva an Auszehrung stirbt, ist nicht der Punkt." (S. 33)

Wer weiss schon, dass der US-amerikanische "Flag Code" vorschreibt, dass die Flagge nur an feststehenden Masten vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Freien präsentiert werden darf? Soweit ein besonderer patriotischer Effekt erzielt werden, kann die Flagge auch 24 Stunden gezeigt werden, wenn sie während der Dunkelheit ausreichend beleuchtet wird. Tim Marshall kümmert sich ebenso informativ um die Flaggen Arabiens, die Flaggen Afrikas nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien vom Joch europäischer Grossmächte. Der Autor lässt auch die Flaggen der Angst (der sogenannte IS, Hisbollah, Daschabhat al Nusra), die verschiedenen -Stans (Turkmenistan, Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, Pakistan) nicht aussen vor. Ebenso wenig wie das Hakenkreuz der Nazis im Dritten Reich oder die Totenkopfflagge der Piraten samt deren jeweiligen Geschichte und Entwicklung.

So ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die Geschichte der einzelnen Staaten, über deren häufig von den europäischen Kolonial'herren' willkürlich mit dem Lineal gezogenen Grenzen ohne Rücksicht auf Ethnien, Kulturen, Stammeszugehörigkeiten etc.

Ein schönes Buch, ein auch zum Verständnis der aktuellen politischen Lage wichtiges Buch. Zum Verschlingen wie einen guten Krimi ist es nicht sooo geeignet. Weil es einfach sehr viele Informationen enthält. Ein schönes Buch, ein auch zum Verständnis der aktuellen politischen Lage wichtiges Buch. Zum Verschlingen wie einen guten Krimi ist es nicht sooo geeignet. Weil es einfach sehr viele Informationen enthält. Die andere Sichtweisen der aktuellen Probleme in der Weltpolitik ermöglichen. Dazu kommt, dass das Lesen der knapp 300 alles andere als knochentrocken geschriebenen Seiten einfach Spass macht.

Bewertung vom 23.12.2017
Zeichensetzung kompakt
Stang, Christian

Zeichensetzung kompakt


ausgezeichnet

Am Ende eines Textes eine ganze Reihe Kommata setzen

nach dem Motto: suchen Sie sich die passenden raus und setzen Sie sie an die Stelle, die Ihnen zusagt - das Motto ist Vergangenheit. Zumindest nach der Lektüre dieser paar Seiten.

Mit Hilfe verständlicher Beispiele aus dem Alltagsleben wird erklärt, wann warum wo ein Komma, ein Semikolon, Gedankenstrich, Ausrufe- oder Fragezeichen gesetzt wird.

Zeitaufwand für's Lesen: ca 30 Minuten. Effekt ein Leben lang.

Bewertung vom 20.12.2017
Kaufmännisches Rechnen

Kaufmännisches Rechnen


ausgezeichnet

Knackig auf den Punkt gebracht…

76 Seiten mit bestens erklärten Beispielen, die im Bereich des kaufmännischen Rechnens elementar wichtig sind.

Die Beispiele sind gut geschildert, leicht nachvollziehbar. Die Rechenwege, die zum Ziel führen, werden mitsamt der in den Textbeispielen genannten Zahlen aufgezeigt. Wobei im viereinhalbseitigen Anhang die wichtigsten Grundformeln von "Abschlagssatz im Handel" über "Gesamtkapitalrendite" und "ROI (Return on Investment)" bis hin zur "Zinseszinsformel" und "Zuschlagsatz einer Kostenstelle" zusammengefasst werden.

Das Einzige, was ich vermisse, ist der vom damaligen am Wirtschaftsgymnasium Singen tätigen Lehrer für BWL, VWL, Buchhaltung und kaufmännisches Rechnen Alfred Lorenz so traumhaft erklärten Kettensatz. Der jede Gehirnverrenkung, welcher Dreisatz denn jetzt zur Lösung kommt, völlig überflüssig macht. Aber ansonsten gilt:

Das kleine Buch sollte auf jedem Schreibtisch eines Auszubildenden in einem Handelsberuf, eines jeden Wirtschaftsgymnasiasten oder auch eines Handwerkbetriebes liegen. Und genutzt werden. Kompakt, knackig kurz nachvollziehbar erklärt.