Benutzername: ws
Wohnort: Markdorf
Über mich:
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 191 Bewertungen
Bewertung vom 16.10.2017
Wer den Wind sät
Lüders, Michael

Wer den Wind sät


ausgezeichnet

Durchblick ersetzt einseitige Sichtweise...

Unter einseitiger Sichtweise ist die 'neutrale' Berichterstattung in den westlichen Medien zu verstehen. Diese betrachten in ihren Veröffentlichungen die Auseinandersetzungen, die Kriege, den IS, die Peschmerga, den offenen militärischen Einsatz Russlands, den verdeckten militärischen Einsatz der West-Mächte aus einem rein im Interesse der so genannten Westmächte liegenden Blickwinkel.

Michael Lüders hingegen widmet sich den tatsächlichen Ursachen der Kriege nicht nur im Orient oder besser dem, was Europäer unter Orient verstehen. Er erklärt fundiert, beleg- und beweisbar auch die Hintergründe, die zum Sturz Gaddafis in Libyen, zum vermeintlich neuerlichen Erstarken des Militärs in Ägypten (in Wahrheit hatte das ägyptische Militär nie die Macht verloren), zu den unsäglichen Zuständen im Gaza-Streifen, zum Krieg zwischen Iran und Irak, zum Krieg der Russen in Afghanistan, zum Krieg der USA in Irak, in Afghanistan, in ... Die Aufzählung liesse sich verlängern und verlängern und verlängern.

Der Autor belegt auch, aus welchen Gründen es Israel möglich ist, von der westlichen Berichterstattung völlig unbehelligt möglich ist, als 'Vergeltung' titulierte militärische Maßnahmen durchzuführen, die den Gaza-Streifen in Schutt und Asche legen.

Eigentlich müsste man das ganze Buch hier zitieren, um alle lesens- und bedenkenswerten Passagen herauszustellen und zum Lesen zu animieren. Nur ein Beispiel, wahlfrei herausgegriffen. Im Kapitel mit dem Titel "Freibrief für Israel?" stehen folgende Sätze: "Die Hamas müsse Israel anerkennen und der Gewalt abschwören, dieser Glaubenssatz ist fest in hiesiger Politik und den Leitmedien verankert. ... Erstaunlicherweise kommt niemand auf die Idee, umgekehrt von der israelischen Regierung zu verlangen, doch bitte die Grenzen zu benennen, innerhalb derer man anerkannt zu werden wünscht. Israel ist der einzige Mitgliedstaat der Vereinten Nationen, der nie seine Grenzen festgelegt hat." ... "Zeigen sich die Palästinenser gemäßigt bekommen sie von israelischer Seite nichts. Wenden sie Gewalt an, gelten sie als Terroristen. Wendet hingegen Israel Gewalt an, handelt es sich um Selbstverteidigung." (S. 154f.)

Alle, die die Ursachen für das Pulverfass Maghreb, Levante, Orient und Naher Osten (der sich im Sinne des Buches bis nach Afghanistan und Pakistan hinzieht) mit objektiver Sicht betrachten und sich nicht nur der einseitigen Berichterstattung in den Medien ausliefern will, sollte nicht nur, sondern muss dieses Buch lesen.

Bewertung vom 15.10.2017
Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark Band III
Maltzahn, Kathrin von

Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark Band III


ausgezeichnet

Drei Inseln, zwei Städte und Kopenhagen

Auf den letzten 227 ihrer insgesamt 663 Seiten umfassenden Trilogie "Mein Herz schlägt für Dänemark", nebenbei, meines mittlerweile auch beziehungsweise wieder, beschreibt Kathrin von Maltzahn die Inseln Samsø, eine kleine Ostsee-Insel in etwa auf der Höhe Mitte Dänemarks, Læsø im Norden des Kattegats, also ebenfalls Ostsee und Bornholm, rund 160km Luftlinie südöstlich von Kopenhagen vor der Schwedischen Küste. Mit ihren Städtchen, ewig langen Stränden, Naturschönheiten. Mit Tipps zu Restaurants, Spaziergängen und Wanderungen.

An 'Groß-' Städten werden Aarhus (270.000 Einwohner) und Aalborg (207.000 EW) beschrieben. Auf die gewohnt sorgfältige, aber nicht ausschweifende Art. Nur als Anhaltspunkt: Hamburg hat derzeit rund 1,8 Millionen, München deren knapp 1,5 Millionen und die südlichste 'Groß-' Stadt Deutschlands, also Freiburg immerhin 225.000. Demnach sind die Dänischen 'Groß-" Städte so kuschelig wie Freiburg.

Den Hauptteil dieses dritten Bandes bildet aber eine sehr nett zu lesende Beschreibung von und über Kopenhagen. Mit seinen rund 600.000 glücklichen Einwohnern auch nicht gerade als Mega-Metropole zu bezeichnen. Gespickt ist dieses Kapitel wie gewohnt mit praktischen Tipps zu tollen Hotels, tollen Restaurants, kleinen Brauereien, Museen, Stadtbummel, Sehenswürdigkeiten, eben Kopenhagen rundum. Alleine dieser Kopenhagen-Teil macht Band III kaufens- und lesenswert. Für alle, die das Glück (und das Geld) haben, Dänemarks Hauptstadt zu besuchen.

Wie bei den anderen beiden Bänden ist der bei aller Leichtigkeit des Lesens informative Text mit zahlreichen Farbfotos aufgelockert. Es werden wie sonst auch die entsprechenden Internet-Adressen samt QR-Codes angeboten, um sich noch aktuellere Informationen zu besorgen.

Hinter dem Herausgeber der drei Bände fejo.dk steckt zwar ein Unternehmen, welches Ferienhäuser in Dänemark vermittelt. Aber die Befürchtung, dass es sich um verkappte Werbebroschüren handelt, die sich fejo.dk auch noch bezahlen lässt, ist völlig unbegründet. Es ist immer ein werbefreier, neutraler, informativer, an manchen Stellen auch kritischer Reiseführer. Die eines wahrscheinlich machen. Nämlich nach dem Urlaub festzustellen "Mein Herz schlägt für Dänemark!"

Bewertung vom 14.10.2017
Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark 02
Maltzahn, Kathrin von

Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark 02


ausgezeichnet

Der Trilogie zweiter Band - ebenso gut wie der Erste

In diesem zweiten Bändchen stellt die Autorin die eher unbekannten Flecken Dänemarks vor. Geht es im ersten Band mehr um die Nordsee, Dünen und raue Wellen (auch hier geht es zum Teil Richtung Nor-Jütland darum), stehen jetzt die Regionen ein paar Kilometer von der Küste entfernt, die Ostsee-Küste und die Ostsee-Inseln im Mittelpunkt.
Vorupør, Klitmøller, das fast am nördlichen Ende von Jütland liegende Hirtshals. Dann aber die Küste und die dänischen Inseln in der Ostsee als da sind Ærø, Langeland, Fejø, Lolland und natürlich Sjælland. Letztere bei uns eher unter der Bezeichnung Seeland bekannt. Die große Insel mit Ihren zahlreichen Küstenregionen, auf der auch København, Dänemarks wunderschöne Hauptstadt liegt.

Kathrin von Maltzahn gelingt es spielend, ihre berechtigte Begeisterung für unseren nördlichen Nachbarn zu vermitteln. Sei es durch die vielen praktischen Tipps beispielsweise in Bezug auf Einkaufen. Nicht nur Shopping im Sinne von Klamotten oder ähnlichem, sondern Tipps, wie und wo und wann die Kosten für die sehr guten, aber recht teuren Lebensmittel zumindest etwas reduziert werden können. Tipps, was ein Pupertier (das ZDF wird es mir nachsehen, dass ich den Titel der TV-Serie hier verwende) in dem so öden Dänemark anfangen kann. Nämlich eine ganze Menge.
Und die Autorin scheut sich auch nicht davor, warnende Worte loszuwerden. Wenn es beispielsweise um die Wahl respektive den Ort eines anzumietenden Ferienhauses geht.

Aufgelockert ist das Alles mit vielen, teils ganz- oder doppelseitigen Farbfotos. Die einen Eindruck davon vermitteln, was es denn an Landschaft so zu erwarten gibt. Jede Menge Internetadressen (samt QR-Code) um an die aktuellsten Infos zu kommen, sind natürlich auch in Band II vorhanden.

Bewertung vom 14.10.2017
Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark 01
Maltzahn, Kathrin von

Reiseführer: Mein Herz schlägt für Dänemark 01


ausgezeichnet

Leicht, locker, luftig - Dänemark eben...

Band 1 dieser 'Trilogie' hält, was der Untertitel verspricht: alle wichtigen Informationen für den Dänemark-Erholungs-Urlaub-Einsteiger- Reich mit Farbfotos illustriert. So, dass man auch einen optischen Eindruck von der Gegend, der Landschaft, die man als Urlaubsregion in die engere Auswahl zieht, bekommt. Nette, nett zu lesende und dennoch informative Texte. Mit jeder Menge Tipps. Nicht im Stil von 'Geheim-Tipp' den dann Abertausende befolgen, weil er ja so geheim ist... Sondern nützliches Basiswissen wie zum Beispiel Urlaub mit Familie, Kindern, Hund; Einkaufen (Lebensmittel in Dänemark sind für gewöhnlich sehr gut, aber auch sehr TEUER!); Internetadressen samt QR-Codes, um sich zusätzliche Informationen zu besorgen. Beispielsweise eine Vergleichsmöglichkeit Lebensmittelpreise Dänemark vs. Deutschland.

Und dann die einzelnen Städte, Ferienhaussiedlungen, Strände etc. an der Nordsee, an der Ostsee und auf den Inseln.

Diejenigen, die keinen Halli-Galli-All-Inclusive-1000-Betten-Bunker-Buffet-im-Schichtbetrieb-Urlaub machen, sondern sich in einem reizvollen Land mit netten Menschen und reizendem Nord- oder Ostseeklima erholen, richtig erholen wollen. halten mit diesem Buch eine reiche Quelle an Informationen in der Hand.

Bewertung vom 09.10.2017
DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer London
Kossow, Annette

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer London


ausgezeichnet

London entdecken - selbst erfahrene London-Reisende werden viel Neues entdecken

Dank dieses reichlich mit Farbfotos illustrierten Reiseführers. In dem Annette Kossow ihre zwanzig Jahre Leben in der Megametropole und ihre Erfahrungen, ihre Entdeckungen Preis gibt. Nett und locker getextet, mit schönen und vielen Farbfotos illustriert. Mit vielen zumeist sehr kleinen Ausschnitten aus einem Stadtplan. Diese Mini-Ausschnitte dienen eigentlich nur der groben Orientierung. Die in einzelnen Kapiteln beschriebenen acht Stadtbezirke und die drei Ausflüge haben dann schon jeder seinen eigenen, etwas grösseren und vor allem gut kommentierten Plan abbekommen. Diese Kommentare umfassen dann nicht nur die obligaten Sehenswürdigkeiten. Sondern in dem jeweiligen Plan ist auch deutlich gekennzeichnet, wo ein im Text empfohlenes Lokal, Geschäft, ein Pub oder eine Bar für den abendlichen 'fröhlichen Umtrunk' zu finden ist.

Der beiliegende grossformatige Stadtplan (1:13:500) zeigt allerdings nicht jede Gasse der 9-Millionen-Einwohner-Metropole. Das wäre bei einer Gesamtfläche von knapp 1.600 km² Fläche, auf die es London bringt, etwas zu viel verlangt. Nur so als Anhaltspunkt: Berlin bringt es auf knappe 900km², auf denen sich aktuell um die 3,5 Millionen Einwohner tummeln.

Was die Reiseführer von DuMont auszeichnet, sind die persönlichen Tipps, Anmerkungen, Hinweise der Autoren, die kurzen einleitenden Worte zu Beginn eines jeden Kapitels unter der Stichwort "Das Beste auf einen Blick" sowie die farblich abgesetzten Abschnitte "Auf Entdeckertour".

Logo, es wäre kein Reiseführer, wenn nicht auch umfangreiche Informationen zu Geschichte Londons gegeben würden, wenn es nicht auch eine Unmenge an Hinweisen zu Hotels, Unterkünften, Restaurants, Pubs, Shopping-Erlebnissen etc. zu finden wären.Wer seinen Englischunterricht in der Schule total verpennt hat, bekommt, ebenfalls logo und Pflichtprogramm in einem DuMont, im Anhang einen Auffrischungskurs in Form eines Mini-Wörterbuches.
Londons momentan noch neueste Attraktion, das spektakuläre Hochhaus "The Shade" wird auch kurz beschrieben. Wer genaueres darüber wissen will: wie beinahe zu allem wird auch hier die passende Internet-Adresse angegeben. Und wer dann liest, dass er für eine Liftfahrt zur Aussichtsplattform in 244 Meter Höhe rund 37,00 € (26,00 GBP) hinlegen soll (pro Nase, nicht für die ganze Reisegesellschaft!), investiert die Hälfte dieses Betrages dann doch lieber in diesen DuMont. Und sieht London nicht nur von oben. Sondern erlebt die Stadt.

Bewertung vom 07.10.2017
DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Rom
Mesina, Caterina

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Rom


ausgezeichnet

Schon das „Panorama“ macht den Reiseführer lesenswert

Caterina Mesina, selbst Römerin und auch Reiseleiterin für Rombesucher, stellt in ihrem Panorama einige Daten, einige Essays und Hintergrundwissen vor. Alles gut geeignet, um Abends im Hotelzimmer noch ein paar Minuten zu lesen. Der Reiseführerteil als solches, der sich daran anschliesst, bringt dem Leser des Buches und Besucher der ewigen Stadt dieselbe in sechs plus einem Teil nahe. Die verschiedenen Stadtbereiche: antikes Zentrum, das Herz der Altstadt, Vatikan und Trastevere, Via del Corso, Monti-Viertel und Villa Borghese, der Osten Roms und auch die Gegend, die nach Ostia an die Küste des Mittelmeers führt.

Alles Kapitel sind zwar ein wenig bunt gemischt, aber sehr informativ beschrieben, gut geschildert, so dass auch ein Wenig von der Stimmung, dem Colorit durchschimmert. Viele Farbfotos vermitteln einen Eindruck des Stadtteils, der antiken Sehenswürdigkeiten. Tipp für Hotels, weitere Unterkünfte, Essen und Trinken, Shopping etc. gibt es jede Menge. Nahezu alles mitsamt der dazugehörenden Internet-Adresse. So fällt es leicht, sich auf den aktuellsten Stand zu bringen.
Besonders nett sind die Rubriken "Das Beste auf einen Blick", "Entdeckungstour" oder "Lieblingsort". Hier gibt Caterina Mesina Hinweise, die man in anderen Reiseführern gar nicht finden, finden kann.

Einige gut kommentierte Auszüge aus einem Stadtplan runden das ganze ab. Der Faltplan, der dem Buch beiliegt zwar nicht so der absolute Bringer, aber für eine Stadtbesichtigung ohne sich stundenlang zu verlaufen absolut ausreichend.

Wer von einem Reiseführer deutlich mehr erwartet als eine reine Auflistung von Sehenswürdigkeiten, Hotels oder Läden, macht mit der Ausgabe von weniger als 20 EUR keinen Fehler. Die gerade benannten Informationen sind natürlich auch zu finden. Aber C. Mesina versteht es ebenso, den Leser/Besucher darüber hinaus unterhaltsam zu informieren.

Bewertung vom 07.10.2017
Internet für Einsteiger und Senioren
Friedrich, Karl Heinz; Baumeister, Inge; Schmid, Anja

Internet für Einsteiger und Senioren


ausgezeichnet

Großer Inhalt in großer Schrift

Das Autorenteam bringt es fertig, die nicht nur für etwas ältere Menschen zunächst schwer verständlichen bis undurchschaubaren Zusammenhänge, Abkürzungen, technische Voraussetzungen, Bedienung und Möglichkeiten des Internets leicht verständlich zu erklären.

Alles wird mit gut kommentierten Bildschirmabbildungen erklärt. Die Schrift ist mit einer Größe von 12pt ( nach meiner Messung) sehr gut lesbar. Der Inhalt ist gut strukturiert, in einfachen, gute verständlichen Sätzen geschrieben und mit klaren Absätzen gegliedert.

Es fängt mit Erklärungen der hardwareseitigen Voraussetzungen an. Geht über die Wahl des für die Bedürfnisse passenden Providers weiter. Wobei hier auch eindeutige Warnhinweise stehen. Zum Beispiel "Achten Sie also beim Abschluss eines Flatrate-Vertrages nicht nur auf den reinen Flatratetarif, sondern auf die Gesamtkosten!" oder "Prüfen Sie, ob Sie alle Bestandteile des Angebotspaketes benötigen!" Erfahrungsgemäss schliessen viele ältere Menschen einen überdimensionierten Vertrag ab.

In Kapitel 4 "Wichtige Seiten kurz vorgestellt" wird die Bedienung, die Möglichkeiten, die Suche, der Einkauf via Internet erläutert. Fremdsprachen- und Übersetzungsdienste, Land- und Straßenkartenangebote, Fahrkarten buchen bei der Deutschen Bahn, Wikipedia, TV-Streaming- und Mediathek-Angebote, Amazon usw. usw.

Programme aus dem Internet holen und installieren? Klar, wird erklärt. Auch hier wieder mit den notwendigen Warnhinweisen. Wobei in Kapitel 7 "Sicherheit und Internet" nicht nur die verschiedenen Arten von Schädlingen erklärt werden, sondern auch die notwendigen Hinweise für die notwendigen Schutzmaßnahmen wie Firewall, Antivirensoftware, Erstellung eines (möglichst) sicheren Passwortes gegeben werden. Beim Stichwort Antivirensoftware beschränken sich die Autoren jedoch auf das Windows-interne Windows Defender Programm und die Freeware-Version von Avira.

E-Mail einrichten, empfangen, beantworten, Anhänge erstellen? Wird erklärt. Der Umgang mit Skype? wird erklärt.

Nur eine Kleinigkeit fällt auf. Und die schon im Inhaltsverzeichnis. Kapitel 2 trägt den Titel "Mit Microsoft Edge im Web surfen". Irgendwie hat sich hier unter Punkt 2.7 und 2.8 der Browser Chrome von Google dazu gemogelt. Opera der populäre Browser Firefox und auch Opera oder Vivaldi fehlen.

Trotzdem: wer egal mit welchem Lebensalter den theoretischen und vor allem den praktischen Zugang zum Internet sucht, ohne dabei Zeit zu verlieren und teures Lehrgeld bezahlen zu müssen, der liegt mit dem Buch richtig.

Bewertung vom 07.10.2017
DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Wien
Weiss, Walter M.

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Wien


sehr gut

Für eine Kurz-Reise nach Wien bestens geeignet

Beim ersten Durchblättern scheint der Reiseführer etwas wirr aufgebaut und strukturiert zu sein. Die dahinter stehende Logik erschliesst sich erst, wenn man sich etwas intensiver mit dem DuMont etwas näher beschäftigt.
Die einzelnen Bezirke von Wien werden Kapitel für Kapitel vorgestellt. Mit vielen Farbfotos, locker zu lesenden Textinformationen und einem gut gestalteten Ausschnitt aus einem Stadtplan. Das besonders hilfreiche an diesen Plänen ist die Kommentierung: farblich gekennzeichnet sind nicht nur die Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet, sondern auch die Möglichkeiten, lecker Essen zu gehen, einen Kapuziner zu geniessen (was ein Kapuziner ist steht auf Seite 116), Einkaufen zu gehen oder einen netten Abend zu verbringen.

Die entsprechenden Tipps, auch für Hotels und Pensionen und so weiter sind einerseits im allgemeinen einleitenden Teil und auch in den 'Bezirks-Kapiteln' zu finden. Etwas ungeschickt ist die Angabe der Koordinaten und/oder Straßenanschrift der Lokalitäten. Zwar wird die Nummer der Karte samt den Kartenkoordinaten meistens angegeben. Dass sich die Kartennummer auf den beiliegenden separaten Stadtplan bezieht, darauf muss man erst mal kommen. Und wenn's im Buch selbst irgendwo stehen sollte, habe ich es entweder überlesen. Oder nicht gefunden. Die Kartenkoordinaten sind mit ihrer hellgraugrünen Druckfarbe auf diversen anderen HintergrundfFarben, mal hellrosa, mal schwarz, mal diese, mal jene Farbe nur schwer zu erkennen.

Was Walter M. Weiss hingegen Klasse gemacht hat: immer wieder existieren farblich abgesetzte Seiten und/oder Textkasten unter dem Motto "Das Beste auf einen Blick", "Mein Tipp", "Auf Entdeckertour", "Meine Lieblingsorte" und so weiter. Zudem hat der Autor zu fast allem eine Internetadresse angegeben, auf der die jeweils aktuellsten Informationen abgerufen werden können.

In recht knapper Form lassen sich natürlich auch Infos zur Geschichte, zur Anreise, zum Wiener Umland nachlesen.

Wäre der Reiseführer etwas besser strukturiert, die beiliegende Karte besser lesbar, wäre er Spitzenklasse. So ist er auf jeden Fall Klasse.

Bewertung vom 06.10.2017
Baedeker Reiseführer Leipzig, Halle
Görne, Bernd

Baedeker Reiseführer Leipzig, Halle


ausgezeichnet

Auch Hallenser, Halloren und Hallunken werden Neues finden

Das wahrscheinlich auch, wenn sie in Auerbachs Keller sitzen und sich anstatt wie Johann Wolfgang von Goethe zu seinem Faust von diesem Baedeker zu den kommenden Wegen durch Leipzig und Halle inspirieren lassen. Denn von solchen Inspirationen wimmelt der Reiseführer. Seien es die nach Namen alphabetisch aufgeführten Sehenswürdigkeiten, seien es die vorgeschlagenen fünf Touren ("Leipzig an einem Tag", "Leipzig Musikgeschichte", "Plagwitz im Wandel", "Halle an einem Tag" und "Auf den Wegen der Halloren"), seien es die zu erwartenden Hinweise auf Hotels, Restaurants, Cafés, Shoppingtipps etc. Und wen die begleitenden Kids tagsüber noch nicht fertig genug gemacht haben (auch hierzu gibt es ausreichend Hinweise), der findet mit Hilfe des Kapitels "Am Abend" sowohl in Leipzig als auch in Halle ausreichend Adressen, wo sie/er sich unterhalten kann.

Wie jeder Baedeker zeichnet sich auch dieser Band dadurch aus, dass es keine mehr oder weniger sinnlose Adressensammlung von Restaurants oder Hotels ist. Sondern dass auch einiges an Wissen zu den Hintergründen wie Geschichte der beiden Städte, zur Bevölkerung, der Wirtschaft, zu berühmten Persönlichkeiten wie Johann Sebastian Bach, Hans Dietrich Genscher, Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner und anderen gibt. Soviel für die Musikliebhaber. Tatort-Fans finden einige Zeilen zu Peter Sodann alias Bruno Ehrlicher.

Dass die Völkerschlacht von 1813 erläutert wird, bedarf keiner Frage. Und auch eine kurze Abhandlung zur Entwicklung der "Baedekers" ist zu finden. Der erste Baedeker ("Rheinreise") kam zwar 1832 in Koblenz heraus. Aber bereits 1872 wurde der Verlag ins damalige Zentrum des Deutschen Buchhandels, also nach Leipzig verlegt.

Was ein wenig irritierend ist: die beiden Städte Leipzig und Halle werden inhaltlich nicht strikt voneinander getrennt beschrieben. Und irritierend ist auch der Aufbau des Stichwortverzeichnisses: der oben angesprochene Auerbachs Keller ist nicht etwa unter A zu finden, sondern unter L wie Leipzig... Seltsam, seltsam.
Der Reiseführer ist reichlich mit Farbaufnahmen illustriert, wem die kommentierten Auszüge aus einem Stadtplan nicht reichen, findet einen großen Stadtplan (1:20.000) beigelegt. Eine Seite für Leipzig, Rückseite für Halle.

Wer im Übrigen wissen mag, was der Unterschied zwischen Hallenser, Halloren und Hallunken ist, auf Seite 16 steht es. Das ist eben Baedeker. Wichtiges und weniger wichtiges Wissen kann man sich beispielsweise in Auerbachs Keller aneignen.

Bewertung vom 06.10.2017
Baedeker Reiseführer Mecklenburg-Vorpommern
Berger, Christine; Sorges, Jürgen

Baedeker Reiseführer Mecklenburg-Vorpommern


ausgezeichnet

Eigentlich aus reiner Neugierde

Nachdem mich auf meinen Reisen diverse andere BAEDEKERS begleitet und begeistert haben, habe ich diesen Band angeschafft. Eigentlich nur aus reiner Neugierde. Was soll es denn in dem viel belächelten bis verspotteten MeckPom zu sehen geben? Auch der Name "Hiddensee", der im Wetterbericht öfter mal fällt oder die "Uckermark", der Kanzlerin Wahlheimat im doppelten Wortsinn hatte mein Interesse geweckt.

Der Reiseführer ist wie bei den anderen BAEDEKERS ebenfalls sehr gut unterteilt und vermittelt gar einiges an Kenntnissen. Über Natur, Umwelt, Geschichte, Wirtschaft, Kunst und Kultur, berühmte Persönlichkeiten als da wären Hans Fallada, Gerhart Hauptmann, Otto Lilienthal oder Klaus Störtebeker. Auch Luise, Königin von Preußen, hat ihren Platz, der Angela Merkel hingegen fehlt eigenartiger Weise...

Selbstredend werden zahlreiche Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Hotels und anderen Unterkünften, Restaurants, Shopping (!) gegeben. Nachtleben hingegen scheint nicht unbedingt ein Schwerpunkt in MeckPom zu sein. Derartige Hinweise fehlen völlig, Dafür ist die Region anscheinend für einen Urlaub mit den Kids gut geeignet.

Die ausklappbaren Doppelseiten, ebenfalls ein Spezifikum der Baedekers, vermitteln einen guten Eindruck beispielsweise des Schweriner Schlosses oder dem exakten Gegenstück, dem während der Nazizeit für die "Karft durch Freude"-Organisation aus dem Boden gestampften Koloss von Rügen. Ein viereinhalb Kilometer langes Betonungetüm, geplant für 25.000 Freude suchende Volksgenossen.

Die einzelnen Sehenswürdigkeiten werden im Anschluss an die 5 Tourenvorschläge nach ihrem Namen alphabetisch aufgeführt und erklärt. Wobei einige der Ortschaften einen Auszug aus einem Stadtplan abbekommen haben. Das komplette Gebiet ist auf der mitgelieferten Land- und Straßenkarte (1:200.000) zu finden.

Resultat: MeckPom ist sicher kein Traumziel wie die Karibik oder eine ruhige Insel in Thailand. Aber auf jeden Fall sehenswert und eine Reise wert. So man als Begleiter den Baedeker dabei hat.