Der Mord an Theo van Gogh - Mak, Geert
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Am 2. November 2004 wurde der Filmemacher Theo van Gogh ermordet. Der Attentäter ist ein Marokkaner, der in den Niederlanden geboren wurde und dort aufwuchs. Sein Bekennerschreiben, das er mit einem Messer an den Körper des Opfers heftet, läßt den radikalislamistischen Hintergrund der Tat erkennen. Er wird festgenommen und angeklagt.Die Tat schockiert ganz Europa. Eine immer heftiger geführte Debatte über die Integration von Einwanderern flammt auf, das Schlagwort vom "Scheitern der multi-kulturellen Träume" beherrscht die Medien. Eine moralische Panik ist ausgebrochen.Geert Mak hat die…mehr

Produktbeschreibung
Am 2. November 2004 wurde der Filmemacher Theo van Gogh ermordet. Der Attentäter ist ein Marokkaner, der in den Niederlanden geboren wurde und dort aufwuchs. Sein Bekennerschreiben, das er mit einem Messer an den Körper des Opfers heftet, läßt den radikalislamistischen Hintergrund der Tat erkennen. Er wird festgenommen und angeklagt.Die Tat schockiert ganz Europa. Eine immer heftiger geführte Debatte über die Integration von Einwanderern flammt auf, das Schlagwort vom "Scheitern der multi-kulturellen Träume" beherrscht die Medien. Eine moralische Panik ist ausgebrochen.Geert Mak hat die Geschichte dieser Panik aufgeschrieben und zugleich eine Streitschrift verfaßt, die in den Niederlanden starke Diskussionen hervorgerufen hat. Er zeichnet das Bild einer verunsicherten westlichen Gesellschaft, in der Angst zum Ratgeber wird und die humanistischen Werte unterzugehen drohen. Gleichzeitig erinnert er an die echte Aufgabe, Toleranz zu lehren - mit allen dazugehörenden Konflikten.
  • Produktdetails
  • Edition Suhrkamp Nr.2463
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 12463
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 105
  • Erscheinungstermin: Mai 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 108mm x 8mm
  • Gewicht: 100g
  • ISBN-13: 9783518124635
  • ISBN-10: 3518124633
  • Artikelnr.: 20743081
Autorenporträt
Mak, Geert
Geert Mak, geboren 1946, war viele Jahre Redakteur des NRC Handelsblad und lebt nun als freier Publizist. 2008 wird ihm der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen.
Rezensionen
Besprechung von 25.11.2005
Kleine Lektionen

DER TENDENZ, Geist und Seele in den Naturwissenschaften aufgehen zu lassen, widersetzt sich Manfred Velden in seiner klugen Streitschrift über die Deformationen einer biologistisch mißverstandenen Psychologie. Der Biologismus ist in seinen Augen keine wissenschaftliche Fehlentwicklung unter anderen, sondern wissenschaftlicher Rassismus. Geist und Seele fordern eben ihr Recht. Der Soziologe Tilmann Allert hat in seinem vorzüglichen Essay die Entstehung und Ausbreitung des deutschen Grußes behandelt, der an die Stelle eines "Grüß Gott", des Handschlags oder des Hutlüpfens trat und an dem sich deswegen schon der große Bruch mit der Sittlichkeit im damaligen Deutschland zeigt. Der Alltag sendet die Signale. Nach der Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh durch einen in den Niederlanden geborenen Marokkaner geriet das Land in eine, wie der Publizist Geert van Mak schreibt, unkontrollierte moralische Erregung. Die Angst wurde zum Ratgeber der Gesellschaft, die humanistischen Werte drohten unterzugehen. Mak, berühmt geworden durch sein Buch "Das Jahrhundert meines Vaters", hat über die kollektive Panik eine glänzende Polemik geschrieben.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

" Dieses Buch leistet nicht die Beschreibung der Gesellschaft, in der der Mord am islamkritischen Filmemacher Theo van Gogh möglich gewesen ist. Vielmehr schildert es die Reaktion dieser Gesellschaft auf das Verbrechen. Die Analyse des weithin geschätzten Schriftstellers Geert Mak fällt dabei einigermaßen vernichtend aus. Mak konstatiert, dass nicht nur die ausländerfeindlichen Teile der Gesellschaft, sondern gerade auch die Vertreter aller tonangebenden Gesellschaftsschichten, also "Politiker, Journalisten, Sozialarbeiter und Philosophen", mehr oder weniger ihren Verstand verloren haben. Es fehlt, so seine These, zum einen an "Bildung", jener Bildung jedenfalls, die in der Lage wäre, zur Panikreaktion einer ganzen Gesellschaft Distanz zu wahren und einen kühlen Kopf zu bewahren. Mit kühlem Kopf nämlich wäre es, so referiert der Rezensent Christian Geyer den Autor, doch leicht möglich zu sehen, dass aufgrund einer Einzeltat weder die gesellschaftliche Integration gescheitert ist noch das Abendland untergeht. Was in Maks Studie ganz besonders deutlich werde, betont der Rezensent, sei die "Unverzichtbarkeit der Qualitätspresse". Auch deshalb hält er dieses als Aufmacher der Sachbuchbeilage besprochene Buch für außerordentlich wichtig.

© Perlentaucher Medien GmbH"