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In Panama bahnt sich eine Verschwörung an, um den Panama-Vertrag zunichte zu machen. Dieser sieht vor, die Kontrolle über den Kanal 1999 den Panamaern zu überlassen. Der gutmütige Herrenschneider Harry Pendel wird von dem britischen Spion Andy Osnard gezwungen, für den Geheimdienst zu arbeiten. Er soll das amerikanische Militär ködern, die schmutzige Arbeit zu tun - nämlich Panama erneut zu besetzen und den Vertrag für null und nichtig zu erklären. Pendel verfolgt jedoch ein ganz anderes Ziel.…mehr

Produktbeschreibung
In Panama bahnt sich eine Verschwörung an, um den Panama-Vertrag zunichte zu machen. Dieser sieht vor, die Kontrolle über den Kanal 1999 den Panamaern zu überlassen. Der gutmütige Herrenschneider Harry Pendel wird von dem britischen Spion Andy Osnard gezwungen, für den Geheimdienst zu arbeiten. Er soll das amerikanische Militär ködern, die schmutzige Arbeit zu tun - nämlich Panama erneut zu besetzen und den Vertrag für null und nichtig zu erklären. Pendel verfolgt jedoch ein ganz anderes Ziel.

Autorenporträt
John le Carré, 1931 geboren, schrieb über sechs Jahrzehnte lang Romane, die unsere Epoche ausloten. Als Sohn eines Hochstaplers verbrachte er seine Kindheit zwischen Internat und Londoner Unterwelt. Mit sechzehn ging er an die Universität Bern (Schweiz), später dann nach Oxford. Nach einer kurzen Zeit als Lehrkraft in Eton schloss er sich dem britischen Geheimdienst an. Während seiner Dienstzeit veröffentlichte er 1961 seinen Erstlingsroman Schatten von Gestern. Der Spion, der aus der Kälte kam, sein dritter Roman, brachte ihm weltweite Anerkennung ein, die sich durch den Erfolg seiner Trilogie Dame, König, As, Spion, Eine Art Held und Agent in eigener Sache festigte. Nach dem Ende des Kalten Krieges weitete le Carré sein Themenspektrum auf eine internationale Landschaft aus, die den Waffenhandel ebenso umfasste wie den Kampf gegen den Terrorismus. Seine Autobiografie Der Taubentunnel erschien 2016, Das Vermächtnis der Spione, der abschließende Roman um George Smiley, 2017. John le Carré verstarb am 12. Dezember 2020.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 17.10.2006

Film 85
Ein unschuldiger Rachegott
John Boormans „Point Blank”, 1967
„Walker” heißt er. Ein Mann aus Schritten. Für Mal Reese und seine Kumpane heranschreitend wie das apokalyptische Unglück. Aber wie das ungebremste Glück für den Kinozuschauer: der Racheengel, der Rache nimmt nach allen Regeln der Kunst, wie kein Traum es umfassender könnte. 1’14 Minuten lang dröhnen Lee Marvins Fußtritte, zu deren Schall er in unser Bewusstsein hineinschreitet durch eine Art Geschichtstunnel, hell erleuchtet, zu Beginn des Films. Über den Schritten Bilder verschiedener Orte aus Zukunft und Vergangenheit: der erste ist die Wohnung seiner Ex-Frau Lynn, die Walker verlassen hatte mit Mal Reese, seinem besten Freund. Plot: der beste Freund entpuppt sich als der beste Feind, Mal = das Böse. Nach gemeinsamem Coup, Raubüberfall, schießt Mal auf Walker und setzt sich ab mit dessen Frau und dessen Anteil, 93 000 $. Walker bleiben die Mauern von Alcatraz. Jetzt ist er zurück.
Ich war in „Point Blank” hineingeraten wegen der Namen auf dem Plakat, Lee Marvin, Angie Dickinson, so fantastisch gut in Don Siegels „The Killers” (1964). So einen Film wollte ich wieder sehen. Der Vorspann war schon vorbei, „Point Blank” lief schon ein paar Minuten, so sah ich ihn als Fortsetzung von The Killers – und ganz selbstverständlich als Don-Siegel-Film. In diesem Irrtum blieb ich für Jahre. Exakter habe ich mich nie geirrt. Niemand, außer Don Siegel, macht sonst solche Filme und auch John Boorman hat keinen solchen mehr gemacht. Es dauerte 8 Jahre, bis der nächste derartige kam, Don Siegels „Charley Varrick”. The Last Professional (of the Independents), 1973. Don Siegel verwendet dort genau den Schauspieler als Hauptschuft, den Boorman in „Point Blank” erstmals vor die Kamera gebracht hat: den großartig fiesen John Vernon als Mal Reese. Es sind die gleichen Gesichter und die gleiche Vorstellung vom Machen makellos-diamantener Thriller, die diese Filme miteinander verbinden (entsprungen allesamt im Fluchtpunkt Howard Hawks): Film foir auf der Höhe der späten sechziger, siebziger Jahre. Der Schnitt des englischen Newcomers John Boorman in seinem ersten amerikanischen Film ist dabei auf der Höhe, die Alain Resnais oder Luis Buñuel für das europäische Bewusstseinskino zu diesem Zeitpunkt gesetzt hatten. Befeuert durch die amerikanische Präsenz von Lee Marvin, ungeheuer. Europa allein hat nur einen Thriller, der es mit Point Blank aufnehmen kann, Jean-Pierre Melvilles „Der zweite Atem” (1966), den man leider nie zu sehen bekommt.
Point Blank: die in reiner Unschuld vollzogene Rache, völlig „amoralisch”, filmisch geschliffen im wörtlichsten Sinne; und selbstverständlich straflos am Ende wie zu jener Zeit nur Patricia Highsmiths talentierter Mr. Ripley. „Ganz große Klasse” sagt anerkennend am Schluss der gedungene Killer, dem diese Beute – The Walker – entgeht. Nicht jeder Rachegott muss faschistisch sein. Was mehr kann das Thriller-Kino bieten als diese reine Utopie.
KLAUS THEWELEIT
John Boorman
Foto: Cinetext
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