Der Sozialstaat an der Jahrtausendwende - Theurl, Engelbert (Hrsg.)
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Nahezu weltweit werden derzeit die Systeme der Sozialen Sicherung einer öko nomischen und politischen Eignungsprüfung unterzogen. Dies geschieht aus höchst unterschiedlichen Motiven. Entwicklungs- und Schwellenländer sind dabei, die im Zuge des ökonomi schen Entwicklungsprozesses an Bedeutung verlierenden traditionellen Systeme der Risikovorsorge, die in den gewachsenen Überlieferungen gesellschaftlicher Gruppierungen verankert sind, durch neue Mechanismen der Risikovorsorge zu ersetzen. Die Ausdifferenzierung marktwirtschaftlicher Wirtschaftssysteme auf Basis von privaten Eigentumsrechten…mehr

Produktbeschreibung
Nahezu weltweit werden derzeit die Systeme der Sozialen Sicherung einer öko nomischen und politischen Eignungsprüfung unterzogen. Dies geschieht aus höchst unterschiedlichen Motiven. Entwicklungs- und Schwellenländer sind dabei, die im Zuge des ökonomi schen Entwicklungsprozesses an Bedeutung verlierenden traditionellen Systeme der Risikovorsorge, die in den gewachsenen Überlieferungen gesellschaftlicher Gruppierungen verankert sind, durch neue Mechanismen der Risikovorsorge zu ersetzen. Die Ausdifferenzierung marktwirtschaftlicher Wirtschaftssysteme auf Basis von privaten Eigentumsrechten führt zum Entstehen von formalen Absiche rungssystemen. Dabei spielt die Geldwirtschaft, durch welche sich soziale Risiken leichter quantifizieren und die Austauschmedien präziser erfassen lassen, eine wichtige Rolle. Diese Länder orientieren sich dabei teilweise an den institutionel len Voraussetzungen der etablierten Industriestaaten. Den vormals sozialistischen Reformstaaten stellte/stellt sich im Sinne der Euk ken'schen Theorie von der "Interdependenz der Ordnungen" die Aufgabe, eine fundamental geänderte Wirtschaftsordnung durch eine geänderte Sozialordnung abzustützen. Soziale Sicherheit war ein wesentliches Element der Sicherung von politischer Herrschaft. Sie basierte auf der Kombination von Vollbeschäftigung und Subventionierung des Grundbedarfs. Beide Maßnahmen führten -die Frage der Effektivität dieser Kombination bleibt hier unberücksichtigt -zu einer direkten Ausschaltung der Allokationsfunktion von Preisen. Mit der Übernahme marktwirt schaftlicher Steuerungsmechanismen mußte dieses Absicherungssystem zwangs läufig verschwinden. Die Transformationsländer stehen damit - wenngleich in (sehr) unterschiedlicher Schärfe -vor einer Quadratur des Kreises: Die Notwen digkeit einer fundamentalen Anpassung der ökonomischen Strukturen und daraus folgend ein hoher sozialer Absicherungsbedarf trifft auf rückläufige bzw. stagnie rende Wachstumsraten der Wirtschaft und damit auf begrenzte Fonds zur Finan zierung dieses Absicherungsbedarfs.
  • Produktdetails
  • Verlag: Physica-Verlag
  • 2000.
  • Seitenzahl: 288
  • Erscheinungstermin: 27. November 2000
  • Deutsch
  • Abmessung: 235mm x 155mm x 15mm
  • Gewicht: 426g
  • ISBN-13: 9783790813531
  • ISBN-10: 3790813532
  • Artikelnr.: 09363125
Autorenporträt
Engelbert Theurl ist am Institut für Finanzwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck tätig. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte: Finanzwissenschaft, Sozial- und Gesundheitsökonomik.
Inhaltsangabe
M. Prischin: Der 'sorgende Staat': Das kontinentale Modell der Sozialstaatsentstehung.- R. Hauser: Generationenverträge als Basis des Sozialstaates: Ökonomische Interpretationsmöglichkeiten und fiskalische Konsequenzen.- P. Zweifel, H. Lehmann: Soziale Absicherung im Portfolio persönlicher Aktiva: Wie kann die soziale Sicherung Teufelskreise verhindern?- W. Adema: Eine vergleichende Analyse des Wohlfahrtstaates in ausgewählten OECD-Ländern.- C. Badelt: Soziale Dienste als neue Herausforderung für den Sozialstaat.- E. Theurl: Die österreichische Gesundheitspolitik der letzten Jahre im Lichte der internationalen Entwicklung.- W. Schmähl: Umlagefinanzierte soziale Sicherung: Konzeptionen und Finanzierung.- A. Börsch-Supan: Rentabilitätsvergleiche im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren: Konzepte, empirische Ergebnisse, sozialpolitische Konsequenzen.- F. Marhold: Auswirkungen des Europäischen Wirtschaftsrechts auf die Sozialversicherung.- N. Berthold, O. Stettes: Globalisierung und Strukturwandel: Droht das Ende des Sozialstaates?
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.02.2001

Engelbert Theurl (Herausgeber): Der Sozialstaat an der Jahrtausendwende. Analysen und Perspektiven. Physica-Verlag, Heidelberg 2001, 274 Seiten, 98 DM.

"Der herkömmliche Sozialstaat befindet sich an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit", konstatiert der Grazer Soziologe Manfred Prisching. Wer hätte das gedacht? Doch Prisching erkennt auch: "Wir sind auf dem Weg zu einem neuen Wohlfahrtsstaat." Was das heißt und ob das gut ist oder schlecht, darüber kann man sich in dem lesenswerten Tagungsband einen Überblick verschaffen, den der Innsbrucker Finanzwissenschaftler Engelbert Theurl jetzt herausgegeben hat. Richard Hauser (Universität Frankfurt) beleuchtet die ökonomischen Interpretationsmöglichkeiten und fiskalischen Konsequenzen von Generationenverträgen als Basis des Sozialstaats, und Winfried Schmähl (Universität Bremen) stellt noch einmal die Konzeptionen und Finanzierung umlagefinanzierter sozialer Sicherungssysteme dar. Axel Börsch-Supan (Universität Mannheim) stellt Rentabilitätsvergleiche im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren an; Norbert Berthold und Oliver Stettes (Universität Würzburg) gehen der Wirkung von Globalisierung und Strukturwandel nach.

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