Weltanschauliche Erziehung in der DDR - Schneider, Ilona Katharina
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Das sozialistische Bildungs- und Erziehungskonzept der DDR scheiterte nicht erst nach der gesellschaftlichen Wende im Herbst 1989. Überwiegend junge Leute, die ihre praktischen Lebenserfahrungen aus schließlich oder fast ausschließlich im Alltag des Sozialismus "in den Farben der DDR" gesammelt hatten, die von klein auf in das sozialistische Bildungs und Erziehungssystem integriert worden waren, verließen im Spätsommer und Herbst 1989 zu Tausenden unter Gefährdung des eigenen Lebens, unter Zurücklassung aller persönlichen Güter und unter Inkaufnahme einer wahr scheinlich langjährigen Trennung…mehr

Produktbeschreibung
Das sozialistische Bildungs- und Erziehungskonzept der DDR scheiterte nicht erst nach der gesellschaftlichen Wende im Herbst 1989. Überwiegend junge Leute, die ihre praktischen Lebenserfahrungen aus schließlich oder fast ausschließlich im Alltag des Sozialismus "in den Farben der DDR" gesammelt hatten, die von klein auf in das sozialistische Bildungs und Erziehungssystem integriert worden waren, verließen im Spätsommer und Herbst 1989 zu Tausenden unter Gefährdung des eigenen Lebens, unter Zurücklassung aller persönlichen Güter und unter Inkaufnahme einer wahr scheinlich langjährigen Trennung von ihren Familien die DDR. Wovor flüchteten diese Menschen? Was suchten sie? Sie litten keine materielle Not. Sie brauchten sich nicht um emen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz zu sorgen. Oft hatten sie sich sogar einen "klei nen Wohlstand" geschaffen. Die Ursachen der Massenflucht waren sicherlich individuell vielschichtig. Als eine Ursache aber kann die weltanschaulich-ideologische Indoktrination mit ihrer perfektionierten, der Wirklichkeit auf Schritt und Tritt widerspre chenden Schwarz-WeiB-Propaganda vermutet werden, die u.a. auch als politisch-ideologisches Prinzip das gesamte Bildungswesen in allen seinen Ebe nen durchzog. Die Gesellschaft der DDR war eine umfassend totalitäre Gesellschaft. De mokratie, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung waren zwar gängige Vokabeln, aber ihr Inhalt war ideologisch versäult festgeschrieben. Der Spiel raum innerhalb dieser Festschreibungen ("historischen Wahrheiten" bzw. "hi storischen Gesetzmäßigkeiten") war eng begrenzt und unterlag einer perma nenten Kontrolle.
  • Produktdetails
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • Artikelnr. des Verlages: 978-3-8100-1301-9
  • 1995
  • Seitenzahl: 552
  • Erscheinungstermin: 30. Januar 1995
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 148mm x 29mm
  • Gewicht: 714g
  • ISBN-13: 9783810013019
  • ISBN-10: 3810013013
  • Artikelnr.: 05536611
Inhaltsangabe
1 Juristische und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen für das Verhältnis von Kirche und Schule bezüglich Bildung und Erziehung im realen Sozialismus der DDR-Dokumente.- 1.1 Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik.- 1.2 Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR, 1965.- 1.3 Strafgesetzbuch der DDR, 1974.- 1.4 Jugendgesetz der Deutschen Demokratischen Republik, 1974..- 1.5 Familiengesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik, 1966.- 1.6 Programme der in der DDR zugelassen gewesenen Parteien.- 1.6.1 Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), 1976.- 1.6.2 Satzung der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands (CDU), 1982.- 1.6.3 Satzung der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD), 1982.- 1.6.4 Satzungen der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD), 1977.- 1.6.5 Statut der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD), 1977.- 1.7 Statut der Freien Deutschen Jugend (FDJ), 1976.- 1.8 Statut der Pionierorganisation "Ernst Thälmann", 1968.- 1.9 Jugendweihe.- 1.9.1 Jugendweihegelöbnis, 1968.- 1.9.2 Richtlinien für die Arbeit der Jugendweiheausschüsse.- 1.10 Kindergarten.- 1.10.1 Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten, 1985.- 1.10.2 Kindergartenordnung, 1983.- 1.11 Schule.- 1.11.1 Schulordnung, 1980.- 1.11.2 Pädagogische Arbeit in den Schulhorten, 1982.- 1.11.3 Bedingungen für die Aufnahme in die EOS und in Spezialklassen, 1982.- 1.11.4 Zulassung zum Direktstudium an Universitäten und Hochschulen, 1978.- 1.11.5 Elternvertretungen an den Schulen, 1966.- 1.11.6 Wahl der Elternvertretungen, 1970.- 1.12 Wehrerziehung in der Schule.- 1.12.1 Richtlinien für die Organisierung und Durchführung der Hans-Beimler-Wettkämpfe der FDJ in den 8. Klassen der Oberschulen, 1978.- 1.12.2 Wehrunterricht und Zivilverteidigung in den Klassen 9 und 10.- 1.12.3 Vormilitärische und Sanitätsausbildung an den EOS und Spezialschulen, 1981.- 1.13 Bildungspolitische Einschätzungen und Positionen der SED in der Vorwendezeit.- 1.13.1 XI. Parteitag der SED - Bericht des Zentralkomitees, 1986.- 1.13.2 7. Tagung des Zentralkomitees der SED, 1988.- 1.13.3 IX. Pädagogischer Kongreß der DDR - Referat der Ministerin für Volksbildung, 1989.- 1.13.4 8. Tagung des Zentralkomitees der SED, 1989.- 1.14 Quellenverzeichnis.- 2 Pädagogische Fachliteratur der DDR: Über die weltanschauliche Erziehung in der allgemeinbildenden zehnklassigen polytechnischen Oberschule.- 2.1 Positionen zum Wesen einer weltanschaulichen Erziehung in der Schule im Zeitraum der 70er bis Mitte der 80er Jahre.- 2.2 Weltanschauliche Erziehungspositionen für die Schule in der zweiten Hälfte der 80er Jahre.- 2.3 Atheistischer Erziehungsanspruch in der Schule in den 70er und 80er Jahren.- 2.4 Quellenverzeichnis.- 3 Zeitzeugnisse über die Konfliktfelder im Bereich der sozialistischen Bildung und Erziehung.- 3.1 Standpunktmaterial der Katholischen Kirche (1974).- 3.2 Brief des Landesjugendkonventes der Kirchenprovinz Sachsen an den Staatsratsvorsitzenden der DDR, Erich Honecker.- 3.2.1 Brief des Stadtjugendkonvents des ev. Stadtjugendrates Erfurt vom 22.1.1987 an die Jungen Gemeinden.- 3.2.2 Brief von Almuth Noetzel von der Evangelischen Jugendarbeit in der Kirchenprovinz Sachsen an den Redaktionskreis "Brief" des Landesjugendkonventes.- 3.2.3 Brief des Landesjugendkonventes der Kirchenprovinz Sachsen vom 18.10.1987 an den Staatsvorsitzenden der DDR, Erich Honecker.- 3.2.3.1 Anlage 1 des Briefes: Zusammenstellung der wichtigsten Aspekte der Zuschriften.- 3.2.3.2 Anlage 2 des Briefes: Abschriften von vier der eingegangenen Schülerbriefe.- 3.2.3.3 "Wie trete ich aus der GST aus?" - Erlebnisbericht.- 3.3 Briefanalyse.- 3.3.1 Aussagen über die Persönlichkeitsentwicklung in der sozialistischen Schule.- 3.3.2 Aussagen christlicher Schüler über die realen sozialen Beziehungen, insbesondere das Lehrer-Schüler-Verhältnis, an Schulen und die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement.- 3.3.3