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Dieses eBook: "Don Karlos, Infant von Spanien (Vollständige Ausgabe)" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Don Karlos, Infant von Spanien ist ein Drama von Friedrich Schiller. Der spanische Kronprinz Don Karlos trifft in der Sommerresidenz Aranjuez seinen Jugendfreund Marquis von Posa wieder, der lange Zeit auf Reisen war und soeben aus Brüssel zurückkommt, wo er mittlerweile Abgeordneter der niederländischen Provinzen geworden ist. Er will Karlos davon überzeugen, sich als Statthalter in die unruhige Provinz Flandern…mehr

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Produktbeschreibung
Dieses eBook: "Don Karlos, Infant von Spanien (Vollständige Ausgabe)" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Don Karlos, Infant von Spanien ist ein Drama von Friedrich Schiller. Der spanische Kronprinz Don Karlos trifft in der Sommerresidenz Aranjuez seinen Jugendfreund Marquis von Posa wieder, der lange Zeit auf Reisen war und soeben aus Brüssel zurückkommt, wo er mittlerweile Abgeordneter der niederländischen Provinzen geworden ist. Er will Karlos davon überzeugen, sich als Statthalter in die unruhige Provinz Flandern schicken zu lassen, um dort den protestantischen Niederländern, die gegen die katholische spanische Besatzungsmacht aufbegehren, größere Freiheiten einzuräumen und den Konflikt so friedlich beizulegen. Friedrich Schiller (1759-1805), war ein deutscher Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten.

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  • Produktdetails
  • Verlag: e-artnow
  • Seitenzahl: 220
  • Erscheinungstermin: 29. Dezember 2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9788026827580
  • Artikelnr.: 42052777
Autorenporträt
Schiller, Friedrich§Friedrich Schiller (1759-1805) war Dichter und Philosoph, Historiker, Arzt und Hochschulprofessor. Vor allem aber gilt er als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker. Werke wie Kabale und Liebe, Wilhelm Tell oder Die Räuber stehen auch international regelmäßig auf den Spielplänen der Theater. Zudem gilt er als wichtigster deutschsprachiger Balladendichter (u. a. Die Bürgschaft, Der Taucher). Charakteristisch für Schillers Werke ist die Macht der Sprache, die für Emotion und Freiheitsdrang zu einer Zeit absolutistischer Herrschaft steht. Prägend für das späte Werk Schillers wurde der Gedankenaustausch mit Geistesgrößen wie Goethe, Herder und Lessing während seiner letzten sechs Lebensjahre im thüringischen Weimar.
Inhaltsangabe
Inhalt
Don Karlos

Anhang
1. Zur Textgestalt
2. Anmerkungen
3. Materialien
3.1. Leben und Zeit
3.1.1 Schillers Leben
3.1.2 Schiller als Bühnendichter
3.1.3 Zur Entstehungsgeschichte des Don Karlos
3.2 Stoff und Legende
3.2.1 Die Tragödie des historischen Don Carlos
3.2.2 Spaniens »Leyenda negra«
3.2.3 Schiller, Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung (1788)
3.3 Das politische Ideendrama
3.3.1 Robert Koall: »Das Drama dauert an«
3.3.2 Carl Schmitt: »Im Vorraum der Politik«
3.3.3 Rousseau: Die Entwicklung des Freiheitsgedankens im Contrat Social
3.3.4 Noch ein »Familiengemälde«: Ferdinand und der Präsident in Schillers Kabale und Liebe
3.3.5 Wolfgang Düsing: Don Karlos als utopischer Entwurf
3.4 Drama der Freundschaft? Kritik und Verteidigung
3.4.1 Marquis Posa ohne Maske
3.4.2 Aristoteles über die Freundschaft
3.4.3 Die Aufnahme des Don Karlos in Weimar
3.4.4 Zwei zeitgenössische Kritiken
3.4.5 Schiller, Aus den Briefen über Don Karlos (1788)
4. Literaturhinweise
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.02.2021

Schiller ist nicht der Typ für Gags

Schon beim Titel geht es los: "Don Karlos, Infant von Spanien". Den Lektüreschlüssel vor der Lektüre bemühen zu müssen - kein guter Start. Danach wissen wir immerhin: Ein Infant ist kein Kind, sondern ein Thronfolger. Fairerweise muss man Schiller zugutehalten: Das Stück ist kein bisschen spannender, als der Titel verspricht. Ein Historiendrama über Religionskriege zwischen Spanien und Flandern im 16. Jahrhundert ist nicht unbedingt das, worauf man als Jugendliche gewartet hat. Lässt man das Politische außen vor und versucht sich auf das Zwischenmenschliche zu konzentrieren (Gefühle sind zeitlos usw.), finden sich allerdings auch hier wenig Anknüpfungspunkte: Karlos hat Liebeskummer, weil ihm der Vater die Frau ausgespannt hat. Immerhin ist das noch der verständlichste Teil in diesem wohl intrigenreichsten Drama der Theatergeschichte. Wer hier wem heimliche Briefe schreibt oder fälscht, die dann entdeckt oder fehlgeleitet werden, hat wahrscheinlich nicht einmal Schiller selbst verstanden.

Man könnte hoffen, dabei würde der ein oder andere Gag herausspringen - leider ist Schiller wirklich nicht der Typ für Gags, schließlich geht es hier ja um Leid, Verrat, Vaterland. Ein Freund ist nicht einfach ein Freund, sondern "Abgeordneter der ganzen Menschheit". Ohne Tod für die gute Sache (das Volk, Flandern) geht hier gar nichts. Damit die zahllosen pathetischen Reden ihren melodramatischen Wumms nicht verlieren, ist schnöder Liebeskummer schließlich nicht genug. Gerne wird in diesem Drama "Unglücklicher!" gerufen. Ob Schiller damit uns meint?

Anna Vollmer

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 15.03.2005

Der Gemeine geht stumm
Lauter große Worte, wie aus einem Literaturfilm. Alte Aufnahmen der Dramen Schillers schwanken zwischen Pathos, Prätension und Extremismus.
Auf diese Frau war Don Carlos nicht gefasst. Er hört die Laute spielen, der Vorsaal ist offen, unversehens steht er vor ihr: „Gott, wo bin ich. Sie? Prinzessin Eboli?” - „Prinz Carlos”. In einer Aufnahme des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 1953 sprechen Hans Quest und Hilde Krahl diesen Dialog (nicht ganz von Schiller) sehr gediegen, in der Manier der alten Schule. Der Hörer wäre nicht überrascht, käme im nächsten Augenblick Hans Moser herein, um Tee zu servieren. Schiller klingt in diesem Fall keineswegs verstaubt, vielmehr auf unglückliche Weise zeitlos. Der hohe Ton, die „Heute-geben-wir-Klassiker”-Art des Sprechens wirken so überzeugend wie Stilmöbel mit eigens angebrachter Patina. Es gibt auf den sechs Hörbüchern mit Aufnahmen aus den fünfziger und sechziger immer wieder Augenblicke, in denen die Figuren wie aus einem Literaturfilm zu uns zu sprechen scheinen. Und dass ist nur zum Teil damit erklärt, dass man die großen Schauspieler, die hier versammelt sind, auch vom Abspann kennt. Das ungewollt Prätentiöse scheint eine Schwundstufe des Pathetischen, das nun einmal zu diesem Dichter gehört; man mag sich noch so bemühen, ihn gegen seine früheren Verwalter und Verehrer zu verteidigen und ihn dem 19. Jahrhundert zu entreißen.
Die Begegnung zwischen Don Carlos und der Prinzessin Eboli ist für die Rundfunkaufzeichnung aufs Nötigste zusammengestrichen worden. Schon die Textkürzungen zeigen, dass man der komplizierten, zwischen Extremen schwankenden Gefühlsmechanik dieser Szene nicht recht traute. Aber verdrängtes, verkleinertes Pathos rächt sich unverzüglich. Werden die großen Worte naiv oder verschämt gesprochen, klingen sie, das Hörbuch ist hier grausamer als die Bühne, immer nach Stilmöbel und Samtvorhang.
Dabei ist Schillers Pathos, auch das kann man an diesen Aufnahmen studieren, alles andere als Ausdruck eines schlichten, zum idealischen Schwung geneigten Gemüts. Es ist vielmehr das Handwerkszeug eines kühl kalkulierenden Extremisten. Der Schlachtruf „Freiheit!”, auf den Schiller in diesem Jahr verkürzt wird, kann ja nicht verdecken, dass zumindest seine Dramen von inniger Vertrautheit mit dem Fundamentalismus zeugen. Gewiss, es gibt Momente der Befreiung, aber keine selbstgewisse Freiheit. Im Gegenteil, gerade die Helden, die wie Carlos, Karl Moor oder Ferdinand am lautesten von Freiheit und Ungebundenheit schwärmen, stolpern über ihre eigenen Füße, erliegen weniger den bösen Umständen als sich selbst. Der Dramatiker Schiller scheint eine Lust daran zu haben, nicht nur immer neue Hindernisse auf seine Helden zu türmen, sondern zu zeigen, wie gebunden, abhängig, letztlich Zufällen anheim gegeben sie sind, wie unsicher der Ausgang ihrer souveränen Handlungen.
Das Pathos ist das Instrument, mit dem dieser Extremist seine Figuren zum Äußersten treibt. Sie reihen Wort an Wort - und schon hängt ihr Kopf in der Schlinge. Schiller tut, was sein Schüler Kleist später beschrieb: Er führt vor, wie Gefühle und Gedanken beim Reden allmählich entstehen.
Man hört es in der berühmten Szene III,4 aus „Maria Stuart” - dem Treffen der Rivalinnen, die beide daran scheitern, Königin und Frau zugleich zu sein. In der Aufnahme aus dem Jahr 1954 spricht Paul Wessely die Maria. Trotz des „Ich-bin-Schauspielerin”-R wirkt ihr Pathos vollendet natürlich. Wenn Maria versucht, ihre Gegnerin davon zu überreden, dass ein ungreifbarer Dritter, „ein böser Geist”, Schuld an der Entzweiung trage, dann gewinnt Paula Wesselys Stimme Wärme und Biegsamkeit. Sie scheint die kalte Elisabeth gleichsam umarmen zu wollen oder einzulullen, als brächte sie ein Kind ins Bett. Trotz der Nachgiebigkeit, zu der Maria sich zwingt, bleibt ihre Stimme hart und fest, bestimmt wie die eines Hypnotiseurs. Dass Edith Heerdegen darauf wie eine frustrierte Räubertochter antwortet, mag den Konventionen der Regie geschuldet sein, die nicht wahrhaben will, dass Maria und Elisabeth spiegelbildliche Charaktere sind.
Paula Wessely folgt bedacht und ihrer Mittel sehr bewusst dem Gang der Worte - und steht, weil sie ganz die Figur verkörpert, neben ihrer Rolle, als hätte sie den Schiller-Schüler Brecht gelesen. Die Leidenschaft zur Selbstbeobachtung teilen ja viele Schiller-Helden.
Im zweiten Glücksfall unter diesen Aufnahmen ist zu erleben, wie einer die Distanz zum eigenen Tun und Reden aufgibt. Karl Moor hat den Brief aus der Hand seines Bruders Franz erhalten und zerreißt, Worte von sich stoßend, Metaphern häufend, das Band zwischen sich und seiner Vergangenheit. In der Aufführung des Bayerischen Staatsschauspiels aus dem Jahr 1969 gibt Helmut Griem den Karl. Dessen Fluch auf die Welt zu sprechen, ohne das Publikum zum Lachen zu bringen, dürfte zum schwersten gehören. Hier gelingt es. Griem besitzt eine jugendliche Stimme, der man vieles glaubt und vollendet das Meisterstück dadurch, dass er rast, ohne zu brüllen, atemlos immer rascher wird, stolpert fast, bis er erschöpft pausiert - und für die Sache der Räuber gewonnen ist. Er hat sich den Boden unter den Füßen fortgeredet.
Heute werden Schillers pathetische Wort gern ungläubig, ironisierend oder beiläufig verschämt gesprochen. Das gibt dann Stilmöbel anderen Zuschnitts. Man sollte Paula Wessely, Helmut Griem und vielleicht noch Fritz Benscher als Gessler hören und wird merken, dass die großen Worte nicht peinigen müssen, sondern zwingend klingen können, wenn sie nicht als Botschaft, sondern als Lebensluft der Figuren erscheinen dürfen. Wer dagegen Schillers Pathos umgehen will, so oder so, hat allen Grund, sich vor ihm zu fürchten.
Friedrich Schiller
Die Räuber. Kabale und Liebe. Don Karlos. Wallensteins Tod. Maria Stuart. Wilhelm Tell
Deutsche Grammophon. Berlin 2005. je 8 Euro.
Fritz Kortner in „Don Carlos” am Berliner Hebbel-Theater, 1950.
Foto: SV
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