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Was hat das schiitische Passionsspiel mit Brechts Theater zu tun? Welche Gedichte verdankt Goethe dem Koran? Wie hängt Ibn Arabis Theologie des Seufzens mit dem Ach! der Alkmene zusammen? Und warum identifizierte sich der iranische Dichter Hedayat mit dem Prager Juden Kafka? Navid Kermani lässt auf faszinierende Weise die vertrauten Grenzen zwischen Orient und Okzident verschwinden. Selten zuvor ist so elegant – und politisch so aktuell – demonstriert worden, was Weltliteratur ist. „Wer sich selbst und andere kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident, Sind nicht mehr zu trennen.“…mehr

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Produktbeschreibung
Was hat das schiitische Passionsspiel mit Brechts Theater zu tun? Welche Gedichte verdankt Goethe dem Koran? Wie hängt Ibn Arabis Theologie des Seufzens mit dem Ach! der Alkmene zusammen? Und warum identifizierte sich der iranische Dichter Hedayat mit dem Prager Juden Kafka? Navid Kermani lässt auf faszinierende Weise die vertrauten Grenzen zwischen Orient und Okzident verschwinden. Selten zuvor ist so elegant – und politisch so aktuell – demonstriert worden, was Weltliteratur ist. „Wer sich selbst und andere kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident, Sind nicht mehr zu trennen.“ Navid Kermani nimmt Goethes berühmten Vers beim Wort. Er liest den Koran als poetischen Text, öffnet die östliche Literatur für westliche Leser, entdeckt die mystische Dimension in den Werken Goethes und Kleists und erschließt die politische Bedeutung des Theaters von Shakespeare über Lessing bis Brecht. Der Name Navid Kermani steht für eine literarische Weltläufigkeit, die ihre Gegner kennt: Das sind alle, die Religionen und Kulturen mit Gewalt voneinander abschotten, sie gegeneinander ausspielen wollen. Die persönliche Aneignung der Klassiker verleiht seinen Texten jene aktuelle Brisanz, die Weltliteratur noch dort ausmacht, wo sie von den privatesten Gefühlen erzählt. Denn um Liebe geht es Zwischen Koran und Kafka selbstverständlich auch.

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  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 365
  • Erscheinungstermin: 21.10.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406666636
  • Artikelnr.: 41636991
Autorenporträt
Navid Kermani, geboren 1967, promovierter Islamwissenschaftler und Publizist, gilt als führender Iran-Experte in Deutschland und hat zwischen 1995 und 2000 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Entwicklung in Iran verfolgt. Für das Studienjahr 2000/2001 ist er an das Wissenschaftskolleg in Berlin berufen worden. 2010 wurde Navid Kermani mit der "Buber-Rosenzweig-Medaille 2011" ausgezeichnet und 2011 erhielt er den "Hannah-Arendt-Preis" für seine "lagerüberwindenden, religionswissenschaftlichen und politischen Analysen". Im Jahr 2012 wurde er für seine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Religionen sowie den von ihm betriebenen Dialog der Kulturen mit dem "Kölner Kulturpreis" ausgezeichnet, im Oktober erhielt er den "Cicero Rednerpreis" für "herausragende rhetorische Leistungen". Im November desselben Jahres wurde ihm der "Kleist-Preis" verliehen. 2014 erhielt er den "Joseph-Breitbach-Preis" für sein Gesamtwerk, 2015 wurde ihm der "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" verliehen.
Inhaltsangabe
In eigenerSache

1. Folgt nicht den Dichtern!
Der Koran und die Poesie

2. Der Aufstand gegen Gott
Attar und das Leiden

3. Welt ohne Gott
Shakespeare und der Mensch

4. Die heroische Schwäche
Lessing und der Terror

5. Gott-Atmen
Goethe und die Religion

6. Schmutz meiner Seele
Kleist und die Liebe

7. Die Wahrheit des Theaters
Das schiitische Passionsspiel und die Verfremdung

8. Befreit Bayreuth!
Wagner und die Einfühlung

9. Nachmittag Schwimmschule
Kafka und Deutschland

10. Der Auftrag der Literatur
Hedayat und Kafka

11. Nach Europa
Zweig und die Grenzen

12. Apologie des Glasperlenspiels
Hesse und der Untergang

13. Gewalt des Mitleids
Arendt und die Revolution

14. Kampf gegen Windmühlen
Mosebach und der Roman

15. Ein Gott, eine Frau, ein Käse
Golschiri und die Freundschaft

ANHANG

Zum 65. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes
Rede vor dem Deutschen Bundestag am 23. Mai 2014

Anmerkungen
Textnachweise

Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Trotz kleinerer Vorbehalte gegen ein paar ästhetische Urteile Navid Kermanis findet Rainer Moritz die fünfzehn überarbeiteten Vorträge und Aufsätze des Schriftstellers aus den Jahren 1999 bis 2014 ungebrochen aktuell und im Gros überzeugend. "Zwischen Koran und Kafka" lässt auch eines der zentralen Themen des Autors anklingen, verrät der Rezensent: die Auseinandersetzung mit dem Islam, die aber eben auch das, eine echte Auseinandersetzung, sein sollte, so Moritz, der sich wünscht, dass ein paar mehr Stellungnahmen sich ein Beispiel an Kermani nehmen.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Wer wissen will, warum Navid Kermani den Friedenspreis, der ihm soeben zugesprochen wurde, auch verdient hat, ist mit dieser Essaysammlung bestens beraten."
Hubert Spiegel, Südwestrundfunk, 27. Juni 2015

"Leichtfüßig und tiefgründig, unterhaltsam und anregend."
Sarah Fritzsche, Zeitpunkt Kulturmagazin, April 2015