Doctor Sleep - King, Stephen
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Haunted by the inhabitants of the Overlook Hotel where he spent one horrific childhood year, Dan has been drifting for decades, desperate to shed his father's legacy of despair, alcoholism and violence. Finally, he settles in a New Hampshire town, an AA community that sustains him and a job at a nursing home where his remnant 'shining' power provides the crucial final comfort to the dying. Aided by a prescient cat, he becomes 'Doctor Sleep.' Then Dan meets the evanescent Abra Stone, and it is her spectacular gift, the brightest shining ever seen, that reignites Dan's own demons and summons him to a battle for Abra's soul and survival ...…mehr

Produktbeschreibung
Haunted by the inhabitants of the Overlook Hotel where he spent one horrific childhood year, Dan has been drifting for decades, desperate to shed his father's legacy of despair, alcoholism and violence. Finally, he settles in a New Hampshire town, an AA community that sustains him and a job at a nursing home where his remnant 'shining' power provides the crucial final comfort to the dying. Aided by a prescient cat, he becomes 'Doctor Sleep.' Then Dan meets the evanescent Abra Stone, and it is her spectacular gift, the brightest shining ever seen, that reignites Dan's own demons and summons him to a battle for Abra's soul and survival ...
  • Produktdetails
  • Verlag: Hodder And Stoughton Ltd.
  • Artikelnr. des Verlages: 820682
  • Seitenzahl: 512
  • Erscheinungstermin: 11. Mai 2021
  • Englisch
  • Abmessung: 198mm x 128mm x 35mm
  • Gewicht: 344g
  • ISBN-13: 9781444761184
  • ISBN-10: 1444761188
  • Artikelnr.: 40321617
Autorenporträt
STEPHEN KING is the author of more than sixty books, all worldwide bestsellers. His recent titles include The Institute, which was described by the Sunday Express as a 'masterpiece', The Outsider (voted winner of the Goodreads Choice Award for best Mystery and Thriller 2018), and If It Bleeds. Many of his titles have been turned into celebrated films, TV series and streamed events including IT, 'a book which speaks to everybody' (Guardian), The Shawshank Redemption and Stand By Me. King was the recipient of America's prestigious 2014 National Medal of Arts and the 2003 National Book Foundation Medal for Distinguished Contribution to American Letters. In 2007 he also won the Grand Master Award from the Mystery Writers of America. He lives with his wife Tabitha King in Maine.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 21.01.2014

Schließfächer
des Unbewussten
In Stephen Kings „Doctor Sleep“
kehrt das „Shining“ zurück
Das Schöne an der Literatur ist, dass die Wirklichkeit nie ihr grauses Haupt zu er-heben braucht. Wenn edle Ritter um tö-richte, aber ansonsten recht ansehnliche Jungfrauen buhlen oder andere Helden mit dem Drachen kämpfen, um hinterher in deren Blut zu baden, das sie so gut wie unverwundbar macht, dann ist das hohe Kunst oder jedenfalls weit genug von der neurodermitischen oder ehezänkischen Realität entfernt, die den Leser sonst ge-fangen hält. Eskapismus kann das nur nennen, wer nie ein Buch gelesen hat.
  Stephen King nährt sich nun schon mehr als vier Jahrzehnte von dem literarischen Sub-Genre der Horror-Literatur. Dass er dem Leser damit Angst macht oder der Wirklichkeit entreißt, gilt ihm als Kompliment. Abgesehen vielleicht von ein paar muslimischen oder katholischen Mystikern würde niemand im Ernst einer menstruierenden Schülerin parapsychologische Fähigkeiten zuschreiben. Bisher sind in der freien Wildbahn auch selten Autos beobachtet worden, die zum selbständigen Morden neigen. Doch ereignen sich, wie ein namhafter Phantast bemerkt hat, zwischen Himmel und Erde und erst recht in der Literatur manchmal Dinge, von denen sich unsre Schulweisheit nichts träumen ließe, und der Schriftsteller King phantasiert einfach mehr und besser, als sich das durchschnittliche Unbewusste so zusammenreimt.
  King ist ein wahrer Meister des schlechten Traums: Wie Danny eines Morgens neben einer jungen, aber bereits recht verwahrlosten Frau aufwacht, nicht weiß, wie er an sie geraten ist, darüber nachgrübelt, wie er sein Geld losgeworden ist, bis ein kleines Kind mit überfüllter Windel hereinspaziert, das sich sogleich an dem übrig gebliebenen Kokain bedienen will, weil es wie Zucker aussieht – das ist die Art Wahrtraum, der bei den meisten nie wahr wird, sich aber wegen der realitätsnahen Absturzgeschwindigkeit umso gruseliger liest.
  Jahre, Jahrzehnte nach dem Unheil, das sich im Hotel Overlook begab, wendet sich Stephen King noch einmal seinem mit dem „Shining“ begabten Danny zu. Er ist nicht mehr fünf wie im gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1977, aber er wird die Geister, die sein Vater rief, nie mehr ganz los, auch wenn er lernt, sie in Schließfächern im Gehirn wegzusperren. Fünfunddreißig Jahre nach seinem ersten Auftritt ist er ein ziemlich gewöhnlicher Alkoholiker, ein autodestruktiver Säufer wie sein Vater, nur ohne dessen schöpferischen Ehrgeiz. Nach dem Vater verliert er auch die Mutter, treibt ohne richtigen Beruf durchs Leben, bis er seine Berufung als titelspendender „Doktor Schlaf“ findet, eine Art agnostischer doctor angelicus , der Hospiz-Insassen beim Sterben begleitet und in das hinüberführt, was euphemistisch „Schlaf“ genannt wird.
  Das reicht aber nicht, ohne den vertrauten Horror geht es doch nicht. King erfindet blutsaugerische Untote, die den „wahren Knoten“ bilden, in Wohnmobilen über Land ziehen, das sie nach Scientology-Art ohnehin schon halb aufgekauft haben, und sich von der Lebenskraft, hier als „steam“ (Dampf) bezeichnet, unschuldiger und möglichst junger Menschen nähren. Es entbrennt naturgemäß ein Kampf auf Leben um Tod mit ganz viel „Shining“ und Identitätsspiegelung, der irgendwann auch den geduldigsten Leser erschöpft. Aber es geht nicht um irgendwelche Existenzialismen, sondern um die Bilder, die King dabei zu beschwören versteht. Beiläufig und ge-wiss ohne Not fällt eine Bemerkung, die nur poetologisch zu verstehen ist. Eine emeritierte Englischprofessorin muss sich trotz ihrer akademischen Laufbahn eingestehen, dass auch in ihrem Kopf Aberglauben und Altweibergeschichten herum spuken, dass wie sie die meisten Künstler „ausgesprochen funktionstüchtige Schizo-phrene waren“.
  Stephen King erzählt heute bereitwillig, dass er recht viel getrunken hat, als er „Shining“ schrieb und heute vorbildlich trocken ist. Geholfen haben ihm dabei die Anonymen Alkoholiker, deren abgeklärte Sprüche zur Lebensweisheit den neuen Roman als Werk eines gereiften Mann ausweisen. Das sind zwar eher lähmende Passagen, der Horror entstammt aber nicht einer gut trainierten Phantasie, sondern dem Alltag, eine andere Art von Untergrund. Auch wenn der Roman sich manchmal mit seiner pädagogischen Bemühtheit zu erdrosseln droht, bleibt doch immer der Schrecken des Alltags, der allergewöhnlichste Schrecken, wie in wüsten Träumen gar nicht mehr aus dem Elend herauszufinden.
  „Doctor Sleep“ ist der Roman für die Therapiegesellschaft, die verständlicherweise nichts mehr fürchtet als den Tod. Den Weg dorthin erleichtert Dannys Sterbebegleitung, und dieser letzte Weg ist mit den Vorsätzen der Anonymen Alkoholiker gepflastert. Der Horror, den King für seine vertrauten Fans beschwört, wirkt gegen die Wirklichkeit des Sterbens fast zahnlos. Aber er hat wieder solide Arbeit geleistet, auch beim altersmilden King gruselt es einen nach alter Weise.
WILLI WINKLER
      
Stephen King: Doctor Sleep. Roman. Aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt. Heyne Verlag, München 2013. 704 Seiten, 22,99 Euro, E-Book 18,99 Euro.
Als titelgebender Doktor Schlaf
ist aus dem begabten Danny
ein Sterbebegleiter geworden
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