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1984. Aomame hat zwei verschieden große Ohren. Beim Rendezvous mit einem reichen Ölhändler zückt sie eine Nadel und ersticht ihn - ein Auftragsmord, um altes Unrecht zu sühnen. Tengo ist Hobby-Schriftsteller. Er soll einen Roman der exzentrischen 17-jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist äußerst originell, aber schlecht geschrieben - ein riskanter Auftrag. Aomame wundert sich, warum die Nachrichten ihren Mord nicht melden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84.…mehr

Produktbeschreibung
1984. Aomame hat zwei verschieden große Ohren. Beim Rendezvous mit einem reichen Ölhändler zückt sie eine Nadel und ersticht ihn - ein Auftragsmord, um altes Unrecht zu sühnen. Tengo ist Hobby-Schriftsteller. Er soll einen Roman der exzentrischen 17-jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist äußerst originell, aber schlecht geschrieben - ein riskanter Auftrag. Aomame wundert sich, warum die Nachrichten ihren Mord nicht melden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84.
  • Produktdetails
  • Verlag: Penguin Random House; Knopf, N.Y.
  • Seitenzahl: 944
  • Erscheinungstermin: Oktober 2011
  • Englisch
  • Abmessung: 241mm x 167mm x 52mm
  • Gewicht: 1298g
  • ISBN-13: 9780307593313
  • ISBN-10: 0307593312
  • Artikelnr.: 33130011
Autorenporträt
Haruki Murakami ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Japans. Die meisten seiner Bücher erzielten Millionenauflagen und wurden mit hohen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Der Autor wurde 1949 in Kyoto geboren, studierte Theaterwissenschaften und begann mit dem Schreiben von Drehbüchern. Von 1974 bis 1982 leitete er einen Jazzclub und bedauerte später, dass er während dieser Zeit nicht geschrieben hatte. Er lebte danach viele Jahre in Europa und bis 1995 in den USA. Dorthin war er geflüchtet, weil er die Popularität nach seinem Erfolgsroman "Naokos Lächeln" in Japan nicht mehr ertragen mochte. Murakami sagt selbst: "Ich möchte mich nur aufs Schreiben konzentrieren". In seinen Büchern vermischen sich westliche Ansichten vom Schicksal des Individuums mit Fantasy- Elementen aus der japanischen Götterwelt.

Das meint die buecher.de-Redaktion: Murakamis Leser dürfen sich darauf freuen, in eine Welt entführt zu werden, in der Realität und Fiktion miteinander korrespondieren und in der sich immer wieder fantastische Geschichten ereignen.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 15.10.2011

Unser Schicksal lauert im Untergrund

Von der einen Realität in die andere nehmen Sie am besten die Autobahn: Haruki Murakamis vorläufiger Abschluss seines gewaltigen Romanprojekts "1Q84".

In seiner japanischen Heimat bezeichnet man Haruki Murakami (nicht immer freundlich) als den westlichsten unter den einheimischen Literaten. Und bei uns gilt der Autor zwar als Exot, aber als einer, der uns die enigmatische japanische Kultur zugänglich macht. Beides ist ein Irrtum, allerdings jeweils ein hochproduktiver. Er führt diesen Büchern Leser zu, die sich ansonsten wohl hätten abschrecken lassen: in Japan die Avantgardisten, im Westen die Traditionalisten.

Nehmen wir als Beispiel Murakamis neuestes Buch: den dritten Teil von "1Q84", seines gewaltigen Romanzyklus, dessen erste beide Teile genau vor einem Jahr zu einem Band zusammengefasst auf Deutsch erschienen sind (F.A.Z. vom 16. Oktober 2010). Darin zieht Murakami in der Tat alle Register dessen, was man gern postmodernes Erzählen nennt - nicht zuletzt dadurch, dass "1Q84" auch die Geschichte seiner eigenen Entstehung als Roman im Roman ist. Aber die angeblich westlich beeinflusste Multifokussierung von Fiktion ist in der japanischen Literatur ein altes Prinzip. Man denke nur an das Gründungswerk epischen Erzählens in Japan, das "Heike Monogatari", jene im vierzehnten Jahrhundert niedergeschriebene Schilderung des Kampfs zwischen den historischen Clans der Taira und Minamoto. Darin wird - als ein buddhistisches Erfordernis - die Rezeption des Erzählten von den Figuren bereits mitgedacht: Sie arbeiten am Mythos ihrer selbst. Nichts anderes tun Murakamis Figuren, zumal in "1Q84".

Und was lehrt dieser Riesenroman über Japan und die Japaner? Nichts Konkretes, denn Murakami siedelt das Geschehen in einer Parallelwelt an, die von seiner Protagonistin Masami Aomame mit "1Q84" bezeichnet wird - Q steht darin für "question mark", Fragezeichen, ist aber im Japanischen auch homonym zum Zahlwort "9". Durch das Verlassen des realen Tokio des Jahres 1984, das Aomame unfreiwillig dadurch vollzieht, dass sie eines Tages während eines Staus auf der Autobahn Nr. 3 ihr Taxi verlässt und die Hochstraße über eine kleine Treppe verlässt, die sie in die Parallelwelt führt, wird jedes im Folgenden erzählte Ereignis phantastisch. Dieser Trick erlaubt es Murakami, noch mehr als in seinen elf früheren Romanen Verhaltensweisen zu schildern, die eben nicht spezifisch japanisch, sondern im emphatischen Sinne menschlich sind.

Nie triumphierte etwa die Liebe bei Murakami auf so bedingungslose Weise wie in der Beziehung zwischen der dreißigjährigen Kampfsporttrainerin und Auftragsmörderin Aomame und dem gleich alten Schriftsteller Tengo Kawana. Dabei kamen die beiden in den tausend Seiten der ersten beiden Teile nicht ein einziges Mal zusammen, seit sie sich als bereits verliebte zehnjährige Klassenkameraden 1964 aus den Augen verloren hatten. Aber diese lange Wartezeit aufeinander kompensiert die Handlung von Teil 3 nun kräftig. Sie erweist sich als teleologisch: "Wir sind auf diese Welt gekommen, um uns zu begegnen." Das letzte Kapitel ist dann sogar "Aomame & Tengo" überschrieben, während ansonsten immer nur jeweils aus dem Fokus einer Person erzählt wird. Und wurde zuvor sehr entbehrt und geschmachtet, geht es dann auch körperlich zur Sache.

Die offenherzige Schilderung von Sexualakten hat bei Murakami Tradition. Damit hatte er immerhin im Jahr 2000 die Originalbesetzung des "Literarischen Quartetts" gesprengt. Sigrid Löffler wollte nach einer Auseinandersetzung mit Marcel Reich-Ranicki über die von ihr geschmähten, von Reich-Ranicki aber verteidigten Sexualdarstellungen im Roman "Gefährliche Geliebte" nicht mehr länger Teil der Sendung sein. Immerhin kam durch diesen Streit erst heraus, dass der DuMont Verlag Murakamis Bücher nicht aus dem japanischen Original, sondern auf Grundlage der englischen Übersetzungen ins Deutsche bringen ließ. Das hat sich seitdem geändert, und Ursula Gräfe findet bei "1Q84" den richtigen sachlichen Ton für das hochpathetische Geschehen. Auch dieses scheinbare stilistische Paradox passt übrigens zum Klischee des angeblich so westlichen Schriftstellers Murakami.

Er selbst dagegen verwahrt sich gegen jede Festlegung als japanisch oder westlich: "Ohne Zweifel sind die Weisen, wie man denkt oder eine Landschaft betrachtet, durch eine Kultur geprägt. Aber ich glaube nicht, dass die Aufdeckung solcher Differenzen dermaßen wichtig ist", hat er einmal ausgeführt. Und doch ist Murakami nicht nur seiner für einen Japaner beispiellosen weltweiten Popularität wegen ein Exponent der heimatlichen Gesellschaft und Kultur: Er ist ihr Pathologe, der beide seziert, ihnen unter die Haut geht, wie es kein anderer japanischer Schriftsteller getan hat. Ihn interessieren unter der wimmelnden Oberfläche des großstädtischen Lebens die wahren Lebensadern und Nervenbahnen, die Unterwelt im buchstäblichen wie übertragenen Sinne mit ihren Verbindungen, die von außen betrachtet zufällig anmuten, aber in Wahrheit das Geschick all der kleinen Menschenwesen lenken, die da so eifrig um sich selbst zu kreisen scheinen.

In der Welt unter der Oberfläche von Tokio gibt es eine geheimnisvolle Sekte, an deren Spitze ein unförmiger Prophet, der "Leader", steht, dessen Gabe der Hellsicht nicht nur das Geschehen in 1Q84 umfasst. Aomame bringt ihn schon im zweiten Teil des Romans um, doch seine Macht reicht noch weit in den nun erschienenen dritten hinein - durch seine Gefolgsleute, die den Tod ihres Führers zu rächen versuchen, wie durch seine Vorhersagen, die zu Leitfäden von Aomames Handeln werden.

Dass "1Q84" mit seinem dritten Teil nun insgesamt neun Monate Handlungszeit abdeckt, ist natürlich kein Zufall. Schon vor einem Jahr waren die Anspielungen auf Geburt und vor allem Wiedergeburt offenkundig. Die Auserwähltheit des Liebespaares wird durch das stärkste Symbol verdeutlicht, dass die religiöse Überlieferung kennt, und Murakami gelingt es furios, hier das christlich-individuelle Moment mit dem shintoistischen von der potentiellen Beseeltheit aller Dinge zu vereinen. Über die little people, eine dunkle Macht, die eher in den Träumen als in der Wirklichkeit agiert, kommen zudem dämonologische Elemente in den Roman, doch angesichts der dominanten Liebesthematik bleiben sie diesmal erstaunlich reduziert.

Und doch gibt es ein Gegengewicht zur schieren Harmonie. Als neue dritte Hauptfigur etabliert Murakami den Handlanger Ushikawa, der im Auftrag der Sekte Aomame verfolgt. Ein Drittel aller Kapitel ist seiner Geschichte gewidmet, womit die strenge Dichotomie von Teil 1 und 2, die nur zwischen Aomame und Tengo unterschieden, nunmehr entfällt. Der Roman bekommt dadurch eine neue Ausrichtung, die verhindert, dass alles zu glatt auf den Höhepunkt des Wiedersehens der beiden Liebenden zusteuert. Und Ushikawa gehört denn auch die stärkste Szene des dritten Teils - wie im Buch des vergangenen Jahres ist es ein Mord.

Der wird aber im Gegensatz zum Tod des Sektenführers diesmal in einer grausamen Kälte geschildert, die nichts vom sonst in "1Q84" herrschenden Prinzip des "mono no aware" hat, jener spezifisch japanischen Trauer über die Vergänglichkeit der Welt, die aber immer auch im Pathos dieses Untergangs noch nach Schönheit sucht. Murakami führt in allen seinen Büchern vor, was wir verlieren, wenn wir leben und lieben. Aber was für ein Gewinn die Lektüre dieser Bücher ist, das beweist der dritte Teil von "1Q84" noch einmal exemplarisch. Dass der Roman uns mit manchen offenen Fragen, die sich schon im vergangenen Jahr bei Erscheinen der ersten beiden Drittel gestellt hatten, weiterhin allein lässt, weckt Hoffnung darauf, dass Murakami mit diesem Stoff, seinem größten bisher, noch gar nicht fertig ist.

ANDREAS PLATTHAUS.

Haruki Murakami: "1Q84". Buch 3. Roman.

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. DuMont Literaturverlag, Köln 2011. 575 S., geb., 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 16.11.2011

Wie man abwesende Frauen schwängert
Im Winterschlaf der Handlung: Der dritte Teil von „1Q84“, Haruki Murakamis monumentalem Roman-Zyklus
Der voriges Jahr erschienene, über tausend Seiten umfassende Doppelband „1Q84“ von Haruki Murakami hatte einigermaßen als Cliffhanger geendet. Die beiden Protagonisten Tengo (Mathematiker und Verlagslektor) und Aomame (persönliche Trainerin im oberen Preissektor sowie Kontraktkillerin) hatten sich, seit sie einander als Grundschüler in einer kritischen Situation die Hand gehalten hatten, zwanzig Jahre lang nicht gesehen; aber das Buch ließ keinen Zweifel daran, dass sie zum Paar bestimmt waren. Von zwei Seiten her, immer in abwechselnden Kapiteln, waren sie ins selbe Abenteuer hineingeraten, einander immer näher kommend – doch begegnet waren sie sich nie.
„IQ84“ war, trotz seiner Länge, ein sehr schnelles Buch gewesen. Immer geschah etwas, schon gleich zu Beginn, als Aomame den „Leader“ einer geheimnisvollen Sekte, der sich von ihr massieren ließ, mit einem haarfeinen Nadelstich tötete. Tengo hingegen bekam es mit der siebzehnjährigen, leicht autistischen Fukaeri und deren Romanmanuskript „Die Puppe aus Luft“ zu tun, das er in publizierbare Form umschrieb, sodass es zum Bestseller werden konnte; Fukaeri erwies sich als die Tochter des Leaders, und was sie unter dem dünnen Firnis der Fiktion mitzuteilen hatte, passte der Sekte überhaupt nicht in den Kram.
Die Mitwirkenden, hart und kompetent in ihrem Job, aber sämtlich ohne Liebe großgewordene Kinder, spendeten einander Trost so gut sie es konnten, linkisch und anrührend. Mit Spannung erwartete man, wie es wohl weiterginge mit „1Q84“ (das im Japanischen genauso klingen soll wie Orwells 1984), jener Sonderwelt, die sich darin beglaubigt, dass auf einmal zwei Monde am Nachthimmel stehen.
Nun, im dritten Buch, hängen die beiden Monde noch immer am Himmel, ohne dass sie jedoch etwas spektakulär Neues beleuchteten. Die Dynamik des Geschehens ist, wie es oft im Mittelstück dickleibiger Mehrteiler geschieht, sehr herabgemindert; der Stoffwechsel des Plots hält sozusagen Winterschlaf. Die Hauptakteure haben vor den Nachstellungen der Sekte in Deckung gehen müssen, wo sie auch bleiben. Tengo versteckt bei sich Fukaeri, er selbst nimmt Urlaub, um seinen Vater im Krankenhaus einer Provinzstadt zu besuchen. Der Vater liegt im Koma – auch dies nicht gerade ein fetziger Vorgang. Aomame hat eine sichere Wohnung bezogen, wo ihre Auftraggeberin, „Madame“, und deren treuer Handlanger Tamaru sie wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen lassen; sie darf weder ausgehen noch die Türe öffnen, auch nicht und ganz besonders nicht, wenn ein durchgeknallter Gebühreneintreiber der GEZ (japanisch: NHK) Einlass erheischt. Sich versteckt halten ist eine Aktion von niedriger Intensität; der Roman beginnt sich sehr zu dehnen.
Aufatmend nimmt man zur Kenntnis, dass wenigstens Ushikawa sich bewegt, der missgestalte Privatdetektiv, den die Sekte auf die Spur der drei gesetzt hat und der zur weiteren Hauptfigur aufsteigt. Aber auch er mietet eine Wohnung als Beobachtungsposten an und spioniert tagein tagaus hinter dem Vorhang mit seiner Kamera . . .
Die sich dem Stillstand annähernde Handlung bewirkt, dass an Tengo, Aomame, Fukaeri kaum mehr Neues und Überraschendes hervorzutreten vermag. Man kennt sie hinlänglich vom letzten Mal. Immerhin tauchen ein paar Nebenfiguren auf, wie sie Murakami so lebendig zu gestalten weiß, unscheinbar, aber eigenwillig und von einer tiefen Humanität, die sich erst auf den zweiten Blick offenbart: die drei Krankenschwestern, die für Tengos Vater zuständig sind und den einsamen jungen Mann zu einem übermütigen Abend mit Whiskey und Karaoke mitnehmen; Tengos alte Lehrerin, unter deren Strenge sich die mütterliche Neigung zu ihrem einstigen Schüler verbirgt. Man ist dankbar für diese Nebenschauplätze, da sich am Hauptschauplatz so wenig tut.
Vor allem zersetzt sich bei solcher Verlangsamung das Amalgam aus Thriller und Magie, das in Teil 1 und 2 so bezaubert hatte. Die magischen Elemente waren solche der kindlichen Sehnsucht und Angst gewesen: Die Puppe aus Luft glich einem gläsernen Mutterschoß, und die mysteriöse Sekte hatte Teil am Waldbösen des Märchens. Nunmehr gerät die Sekte in die Bredouille und muss sich zu einem nüchternen Kompromissvorschlag an Tengo und Aomame bequemen, während die Puppe zu einem bloß umständlichen Konstrukt herabsinkt. (Nur die „Little People“, die am Rande herumgeistern, bewahren sich schaurigschöne Restbestände.) In dieser weitgehend entzauberten Atmosphäre mag man es dem Buch auch nicht mehr so recht abnehmen, dass Tengo, während er einen leidenschaftslosen Geschlechtsakt mit Fukaeri vollzieht, in Wahrheit die abwesende Aomame schwängert.
Zum Schluss kriegen sich Tengo und Aomame, die die ganze Zeit nur zehn Gehminuten entfernt voneinander verbarrikadiert waren, doch noch. Wie bei den meisten Wünschen, die sich allzu lang haben gedulden müssen, haftet auch diesem, nach zwanzig Jahren und mehr als tausend Seiten, in der endlichen Erfüllung etwas Ranziges an. Die Sekte scheint es nunmehr auf das ungeborene Kind der beiden abgesehen zu haben. Dass es mit diesem Riesenwerk noch nicht vorbei ist, lässt sich absehen – hoffentlich wird es wieder so rasant und von solcher emotionalen Kraft erfüllt wie am Anfang.
BURKHARD MÜLLER
HARUKI MURAKAMI: 1Q84 – 3. Teil. Roman. Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. DuMont Literaturverlag, Köln 2011. 571 Seiten, 24 Euro.
Gundam ist ein beliebter Roboter einer japanischen TV-Serie: hier hat er im Juli 2009 einen großen Auftritt in einem Park in Tokio Foto: AP /Koji Sasahara
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A book that . . . makes you marvel, reading it, at all the strange folds a single human brain can hold . . . A grand, third-person, all encompassing meganovel. It is a book full of anger and violence and disaster and weird sex and strange new realities, a book that seems to want to hold all of Japan inside of it . . . Murakami has established himself as the unofficial laureate of Japan arguably its chief imaginative ambassador, in any medium, to the world: the primary source, for many millions of readers, of the texture and shape of his native country . . . I was surprised to discover, after so many surprising books, that he managed to surprise me again.
Sam Anderson, The New York Times Magazine

Profound . . . A multilayered narrative of loyalty and loss . . . A fully articulated vision of a not-quite-nightmare world . . . A big sprawling novel [that] achieves what is perhaps the primary function of literature: to reimagine, to reframe, the world . . . At the center of [1Q84 s] reality . . . is the question of love, of how we find it and how we hold it, and the small fragile connections that sustain us, even (or especially) despite the odds . . . This is a major development in Murakami s writing . . . A vision, and an act of the imagination.
David L. Ulin, Los Angeles Times

Murakami is clearly one of the most popular and admired novelists in the world today, a brilliant practitioner of serious, yet irresistibly engaging, literary fantasy . . . Once you start reading 1Q84, you won t want to do much else until you ve finished it . . . Murakami possesses many gifts, but chief among them is an almost preternatural gift for suspenseful storytelling . . . Despite its great length, [his] novel is tightly plotted, without fat, and he knows how to make dialogue, even philosophical dialogue, exciting . . . Murakami s novels have been translated into a score of languages, but it would be hard to imagine that any of them could be better than the English versions by Jay Rubin, partnered here with Philip ­Gabriel . . . There s no question about the sheer enjoyability of this ­gigantic novel, both as an eerie thriller and as a moving love story . . . I read the book in three days and have been thinking about it ever since.
Michael Dirda, The Washington Post

Fascinating . . . A remarkable book in which outwardly simple sentences and situations snowball into a profound meditation on our own very real dystopian trappings . . . One of those rare novels that clearly depict who we are now and also offer tantalizing clues as to where literature may be headed . . . I d be curious to know how Murakami s yeoman translators Jay Rubin and Philip Gabriel divided up the work . . . because there are no noticeable bumps in the pristine and deceptively simple prose . . . More than any author since Kafka, Murakami appreciates the genuine strangeness of our real world, and he s not afraid to incorporate elements of surrealism or magical realism as tools to help us see ourselves for who we really are. 1Q84 is a tremendous accomplishment. It does every last blessed thing a masterpiece is supposed to and a few things we never even knew to expect.
Andrew Ervin, The San Francisco Chronicle

[1Q84] is fundamentally different from its predecessors. We realize before long that it is a road. And what the writer has laid down is a yellow brick road. It passes over stretches of deadly desert, to be sure, through strands of somniferous poppies, and past creatures that hurl their heads, spattering us with spills of kinked enigma. But the destination draws us: We crave it, and the craving intensifies as we go along (unlike so many contemporary novels that are sampler menus with neither main course nor appetite to follow). More important, the travelers we encounter, odd and wildly disparate as they are, possess a quality hard to find in Murakami s previous novels: a rounded, sometimes improbable humanity with as much allure as mystery. It is not just puzzlement they present, but puzzled tenderness; most of all in the two leading figures, Aomame and Tengo. Converging through all manner of subplot and peril, they arouse a desire in us that almost mirrors their own . . . Murakami makes us want to follow them; we are reluctant to relinquish them. Who would care about the yellow brick road without Scarecrow s, Woodman s and Lion s freakiness and yearning? What is a road, particularly Murakami s intricately convoluted road, without its human wayfarers?
Richard Eder, The Boston Globe

1Q84 is one of those books that disappear in your hands, pulling you into its mysteries with such speed and skill that you don t even notice as the hours tick by and the mountain of pages quietly shrinks . . . I finished 1Q84 one fall evening, and when I set it down, baffled and in awe, I couldn t help looking out the window to see if just the usual moon hung there or if a second orb had somehow joined it. It turned out that this magical novel did not actually alter reality. Even so, its enigmatic glow makes the world seem a little strange long after you turn the last page. Grade: A.
Rob Brunner, Entertainment Weekly

A 932-page Japanese novel set in Tokyo in which the words sushi and sake never appear but there are mentions of linguine and French wine, as well as Proust, Faye Dunaway, The Golden Bough, Duke Ellington, Macbeth, Churchill, Janáèek, Sonny and Cher, and, give the teasing title, George Orwell? Welcome to the world of Haruki Murakami . . . A symmetrical and multi-layered yarn, as near to a 19th-century three-decker as it is possible to be . . . The label of fantasy-realism has been stuck to it, but it actually has more of a Dickensian or Trollopian structure . . . Explicit, yet subtle and dream-like, combining viciousness with whimsy . . . this is Murakami s unflagging and masterful take on the desire and pursuit of the Whole.
Paul Theroux, Vanity Fair

Do you miss the girl with the dragon tattoo? Do you long for the thrill of following her adventures again through three volumes of exciting, intelligent fiction? If so, I have good news for you. She s got a sort of soul sister in one of the two main characters in Haruki Murakami s wonderful novel 1Q84 . . . With more than enough narrative and intellectual heft to make it enjoyable for anyone with a taste for moving representations of modern consciousness in the magical realist mode, this story may easily carry you away to a new world and keep you there for a long time . . . The deep and resonant plot . . . unfolds at a leisurely pace but in compelling fashion by luring us along with scenes of homicidal intrigue, literary intrigue, religious fanaticism, physical sex, metaphysical sex and asexual sex. And music . . . Murakami s main characters find themselves drawn toward each other as irresistibly, magnetically, hypnotically, soulfully and physically as any characters in Western fiction. Given the plain-spoken but appealing nature of the prose (translated by Jay Rubin and Philip Gabriel), most of you will feel that same power as an insinuating compulsion to read on, despite the enormous length, hoping against hope for a happy ending under a sky with either two moons or one. Two moons two worlds a girl with 900 pages 1Q84 is a gorgeous festival of words arranged for maximum comprehension and delicious satisfaction.
Alan Cheuse, NPR

Murakami s new novel is the international literary giant at his uncanny, mesmerizing best . . . The spell cast by Murakami s fiction is formed in the tension between his grounded accounts of everyday life and the otherworldly forces that keep intruding on that life, propelling the characters into surreal adventures . . . Translation is at the center of what Murakami does; not a translation from one tongue to another, but the translation of an inner world into this, the outer one. Very few writers speak the truths of that secret, inner universe more fluently.
Laura Miller, Salon

Bewitching and extraordinarily unsettling . . . Part noir crime drama, part love story, and part hallucinatory riff on 1984 . . . Murakami paces a story as well as any writer alive. He knows how to tell a love story without getting cute. He understands how to blend realism and fantasy (magical realism if you want to get all literary about it) in just the right proportions. And he has a knack for writing about everyday matters fixing dinner, going for a walk in such a way that the events at hand, no matter how mundane, are never boring . . . Most impressive, he knows how to inject the logic and atmosphere of dreams into his fiction without becoming coy or vague. He s Kafka-esque to the extent that he s not interested in why or how a man may have turned into an insect overnight, but in how the man deals with his new situation. And like Beckett, he furnishes his dreamscapes with a mere handful of carefully chosen props a tree, a streetlight, a playground sliding board specifics that ground a scene but leave room for the reader to fill in details. This is perhaps the key point: he makes you, the reader, his collaborator. What he leaves out is as important as what he includes, because it encourages you to fill in the blanks in the canvas . . . Murakami is one of the very few novelists Dickens comes most easily to mind who can make a serious, play-by-the-rules reader cheat and jump ahead to find out what s happened to a character . . . Even while we are being entertained by the weirdness of the world he s creating, we feel a gnawing anxiety that this same book is unraveling our own sense of normality. You don t know where things are going while you read it, and you can t say exactly where you ve been when you re finished, but everything around you looks different somehow. If this is fiction as funhouse, it is very serious fun, and you enter at the risk of your own complacency.
Malcolm Jones, Newsweek

If you haven t previously read Murakami . . . this is a good introduction to his Lewis-Carroll-meets-Mister-Rogers style, a distinctive blend of the wild and the ordinary that can be as engaging as Wonderland itself. If you ve read his previous book, you ll find a lot to enjoy here . . . 1Q84 has a big, romantic heart and deserves to be celebrated on our shores.
Josh Emmons, People (3.5/4 stars)

[1Q84] gets off to a vintage Murakami start: eerie wrinkles in an otherwise ordinary Tokyo day. A woman stuck in traffic decides to get out and walk. A struggling novelist is roped into a shady writing project. But with every page, the ready edges closer to an Orwellian rabbit hole. And when the plunge comes, it brings all the trippy delights of Murakami s unsettling imagination: a vanishing, a parallel world with two moons, and Little People who make Big Brother look like an oaf.
Devin Gordon, GQ

Voracious visionary Haruki Murakami s 1Q84 mixes down-the-rabbit-hole fantasy with out-there science fiction for a superhefty but accessible adventure.
Lisa Shea, Elle

Powerful . . . In 1Q84, award-winning Japanese novelist Haruki Murakami skips between alternate worlds, offering readers a moving love story in what is perhaps his most ambitious novel yet . . . An unstoppably readable, deeply moving love story that cements Murakami s reputation as a uniquely compassionate and imaginative novelist who s among the leading voices of his global generation . . . Murakami likes to blur the boundaries of reality, and in this sense 1Q84 is his most intricate work . . . Aomame and Tengo work their way towards each other and out of the year 1Q84 like divers straining for the surface. Finishing the book I felt as if I, too, were coming to the surface; days later the world still does not feel the way it used to.
Kevin Hartnett, The Christian Science Monitor

1Q84 is extraordinarily ambitious . . . Beguiling and ridiculously entertaining . . . Murakami has created the big, beautiful book so many people have been waiting for. Before it even arrived in this country, 1Q84 was one of the most chattered-about titles of the fall. We got our hopes up and he didn t let us down.
Kevin Canfield, The Kansas City Star

Murakami has created his genuine masterpiece, one that reaches out to fans while also satisfying the critics who have called for a more deft use of symbolism and literary worldliness in his work . . . In this book, Murakami simplifies his familiar artistic elements, leaving us with a readable pair of intertwined stories that wind up on the same, enjoyable track. For readers willing to enter Murakami s literary marathon, the outcome will be one to remember.
Jeremy C. Owens, San Jose Mercury News

Lose yourself in the nearly 1,000 pages of Murakami s alternately mesmerizing and menacing world, living for large stretches of each day with its characters, and time actually shifts and becomes harder to measure one of the many themes, as it happens, in this big and brilliant book . . . It s the quest for such shared experience, between writer and reader in the dream world they inhabit together, that explains why we read fiction that magical carpet whisking us from the lonely prison of the self into the hearts and minds of others . . . It may not be easy traveling to another world; it s often hard enough getting around in our own. But what is true for this novel s determined protagonists will go double for its faithful readers: Take the time to get carried away, and time itself as well as the way you think about how you spend yours will take on new dimensions. It s a mind-blowing experience. Great novels always are.
Mike Fischer, Milwaukee Journal Sentinel

[A] masterwork . . . [Murakami has] crafted what may well become a classic literary rendering of pre-2011 Japan . . . Orwell wrote his masterpiece to reflect a future dystopia through a Cold War lens . . . Similarly, Murakami s 1Q84 captures attitudes and circumstances that characterize Japanese life before the March earthquake-tsunami-nuclear disaster. Reading 1Q84, once can t help but sense already how things have changed.
Lee Makela, Cleveland Plain Dealer

Always intriguing . . . 1Q84 is a huge novel in every sense . . . putting it down is not an option . . . The reader who steps into its time flow only reluctantly comes ashore.
Sherryl Connelly, New York Daily News

1Q84 is a tremendous feat and a triumph . . . A must-read for anyone who wants to come to terms with contemporary Japanese culture.
Lindsay Howell, Baltimore Examiner

Perhaps one of the most important works of science fiction of the year . . . 1Q84 does not disappoint . . . [It] envelops the reader in a shifting world of strange cults and peculiar characters that is surreal and entrancing.
Matt Staggs, Suvudu.com

There s no denying that Haruki Murakami s 1Q84 . . . is an impressive achievement, both for its already accomplished author and for the two separate translators who took on the not inconsequential task of translating the book from Murakami s native Japanese into English. Equally impressive is the author s facility at working in this long form the story moves, it seems, effortlessly through hundreds of pages, and the reader, too, glides easily from page to page as if the book were a third of its length . . . What s most remarkable about Murakami s novel, however, is neither its prose style nor its accompanying emotional distance: it s its scope. Most so-called doorstopper novels contain multitudes of characters, conflicts, decades, or even footnotes. 1Q84, at its heart, is primarily a story of two separated lovers. It takes place in a short time frame and in a single city, but it s enriched by Murakami s philosophical musings and his uniquely visionary form of fantasy.
Norah Piehl, BookReporter.com

Murakami s dystopian magnum opus . . . 1Q84 unfolds as a science-fiction thriller, and despite the pointed Orwellian reference, it is closer in spirit to the work of Philip K. Dick. Fantastic elements seamlessly integrate with the mundane to create a world much like, if not quite like, our own . . . The supporting cast . . . is lovingly lifted from classic pulp fiction archetypes, and roots the novel in the noir mystery genre as well. Pulp fiction, indeed, but on a grand scale as ambitious, quirky and imaginative as only Murakami can be.
Robert Weibezahl, BookPage

Murakami s trademark plainspoken oddness is on full display in this story of lapsed childhood friends Aomame and Tengo, now lonely adults in 1984 Tokyo, whose destinies may be curiously intertwined . . . Murakami s fans know that his focus has always been on the quiet strangeness of life, the hidden connections between perfect strangers, and the power of the non sequitur to reveal the associative strands that weave our modern world. 1Q84 goes further than any Murakami novel so far, and perhaps further than any novel before it, toward exposing the delicacy of the membranes that separate love from chance encounters, the kind from the wicked, and reality from what people living in the pent-up modern world dream about when they go to sleep under an alien moon.
Publishers Weekly (starred review)

Unquestionably Murakami s most vividly imagined parallel world . . . Gradually but inexorably, the tension builds, as we root passionately for Tengo and Aomame to find one another and hold hands again, so simple a human connection offering a kind of oasis in the midst of the unexplainable and the terrifying. When Murakami melds fantasy and realism, mystery and epic, it is no simple genre-bending exercise; rather, it is literary alchemy of the highest order.
Bill Ott, Booklist (starred review)

Ambitious, sprawling and thoroughly stunning . . . Orwellian dystopia, sci-fi, the modern world (terrorism, drugs, apathy, pop novels) all blend in this dreamlike, strange and wholly unforgettable epic.
Kirkus Reviews (starred review)

At the core of this work is a spectacular love story about a girl and a boy who briefly held hands when they were both ten. That said, with the fiercely imaginative Murakami as author, the story s exposition is gloriously labyrinthine . . . Originally published in Japan as three volumes, each of which were instant best sellers, this work perhaps Murakami s finest will surely have the same success in its breathlessly anticipated all-in-one English translation. Murakami aficionados will delight in recognizing traces of earlier titles, especially A Wild Sheep Chase, Norwegian Wood, and even Underground.
Terry Hong, Library Journal (starred review)

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