Philosophisches Handbuch Künstliche Intelligenz
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Erscheint vorauss. 23. Mai 2020
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Künstliche Intelligenz (KI) beherrscht längst unser Leben, ohne dass es vielen bewusst ist. Smartphones, die mit uns sprechen, Armbanduhren, die unsere Gesundheitsdaten aufzeichnen, Arbeitsabläufe, die sich automatisch organisieren, Autos, Flugzeuge und Drohnen, die sich selbst steuern, Verkehrs- und Energiesysteme mit autonomer Logistik oder Roboter, die ferne Planeten erkunden, sind technische Beispiele einer vernetzten Welt intelligenter Systeme. Sie zeigen uns, wie unser Alltag bereits von KI-Funktionen bestimmt wird. Seit der Antike bauen Menschen Kraftmaschinen, die mittlerweile ihre…mehr

Produktbeschreibung
Künstliche Intelligenz (KI) beherrscht längst unser Leben, ohne dass es vielen bewusst ist. Smartphones, die mit uns sprechen, Armbanduhren, die unsere Gesundheitsdaten aufzeichnen, Arbeitsabläufe, die sich automatisch organisieren, Autos, Flugzeuge und Drohnen, die sich selbst steuern, Verkehrs- und Energiesysteme mit autonomer Logistik oder Roboter, die ferne Planeten erkunden, sind technische Beispiele einer vernetzten Welt intelligenter Systeme. Sie zeigen uns, wie unser Alltag bereits von KI-Funktionen bestimmt wird.
Seit der Antike bauen Menschen Kraftmaschinen, die mittlerweile ihre körperlichen Kräfte weit übertreffen. Früh erlebten sie die Mühsal, die nicht nur mit körperlicher Arbeit, sondern auch mit komplizierten Rec hen-, Planungs- und Entscheidungsaufgaben verbunden ist. Nicht nur unsere körperlichen Kräfte sind beschränkt, sondern auch die Denkgeschwindigkeit und Speicherkapazität unseres Gehirns. Warum sollten nicht auch Maschinen möglich sein, die uns diese intellektuelle Mühsal abnehmen? Das waren jedenfalls die Visionen, die große Philosophen und Mathematiker wie Leibniz und Pascal zu Beginn der Neuzeit hatten. Im 20. Jahrhundert definierte der britische Logiker und Mathematiker Alan M.Turing (1912-1954) in dem nach ihm benannten Turing-Test ein System dann als intelligent, wenn es in seinen Antworten und Reaktionen nicht von einem Menschen zu unterscheiden ist. Der Nachteil dieser Definition ist, dass der Mensch zum Maßstab von Intelligenz gemacht wird. Auch biologische Organismen sind nämlich Beispiele von "intelligenten" Systemen, die wie der Mensch in der Evolution entstanden sind und mehr oder weniger selbstständig Probleme effizient lösen können.
Gelegentlich ist die Natur Vorbild für technische Entwicklungen. Häufig finden Informatik und Ingenieurwissenschaften jedoch Lösungen, die anders und sogar besser und effizienter sind als in der Natur. So war der Flugzeugbau erst dann erfolgreich, als m an aufhörte, Flugapparate nach dem Vorbild von Vögeln zu bauen. Erst die Ausnutzung der Gesetze der Aerodynamik und der Materialkunde führte zu technischen Lösungen, die bekannte Entwicklungen der Evolution weit überholten. Es gibt also nicht "die" Intelligenz, sondern Grade effizienter und automatisierter Problemlösungen, die von technischen oder natürlichen Systemen realisiert werden können.
Wie keine Technologie vorher zielt die Künstlichen Intelligenz (KI) in das Zentrum d es menschlichen Selbstverständnisses. Zudem sind die Grundlagen der KI tief in der Philosophie der Logik, des Denkens und Wissens verwurzelt. Daher nennen wir dieses Buchprojekt auch ein "Philosophisches Handbuch der Künstlichen Intelligenz". Es geht also nicht bloß um ein Add-on zur KI-Forschung, das neben vielen Einzelwissenschaften auch die Folgen der KI für die Philosophie betrachtet. Vielmehr sollen zunächst die Grundlagen der KI-Forschung methodisch und begrifflich geklärt werden. Philosophie wird als Grundlagenforschung verstanden, die logisch und methodisch die Prinzipien von Wissenschaft und Technik untersucht. Daher handelt es sich um ein "Philosophisches Handbuch" (in diesem Fall der KI) und nicht um eine Bindestrich-Philosophie, also ein Handbuch der Philosophie einer Einzelwissenschaft. Denken und Wissen selber und das Selbstverständnis der Menschen verändern sich durch KI grundlegend. Darum geht es in diesem Handbuch und macht sein Alleinstellungsmerkmal aus.
Philosophie gilt seit der Antike als Ursprung der Wissenschaften. Sie fragt auch heute noch nach den Prinzipien (lateinisch principium = Ursprung, Anfang) unseres Wissens, seinen logischen Grundlagen, seinen transdisziplinären Zusammenhängen, seinen sozio-kulturellen Bedingungen und ethischen Konsequenzen. In der Fokussierung auf Wissenschaft und Technik vermag die Philosophie heute Kompetenzen für interdisziplinäre Aufgaben zu fördern, z.B. die Vermittlung komplexer Zus
  • Produktdetails
  • Springer Reference Geisteswissenschaften
  • Verlag: Springer, Berlin; Springer Fachmedien Wiesbaden
  • Artikelnr. des Verlages: 978-3-658-19605-9
  • 1. Aufl. 2020
  • Erscheinungstermin: 23. Mai 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 235mm x 155mm
  • ISBN-13: 9783658196059
  • ISBN-10: 365819605X
  • Artikelnr.: 54773975
Autorenporträt
Prof. Mainzer (*1947) arbeitet als Wissenschaftsphilosoph über Grundlagen und Zukunftsperspektiven von Wissenschaft und Technik. Im Zentrum stehen dabei mathematische Grundlagenforschung und Computermodellierung von Wissenschaft und Technik. Bekannt wurde er als Komplexitätsforscher, der schwerpunktmäßig komplexe Systeme, Algorithmen und künstliche Intelligenz in Natur, Technik und Gesellschaft untersucht. Prof. Mainzer studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Münster, wo er über Philosophie und Grundlagen der Mathematik promovierte (1973) und sich in Philosophie habilitierte. Vor seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TUM und seiner Tätigkeit als Direktor der Carl von Linde-Akademie im Jahr 2008 arbeitete er als Professor (1981-1988) und Prorektor (1985-1988) an der Universität Konstanz sowie als Professor und Gründungsdirektor des Instituts für Interdisziplinäre Informatik (1988-2008) an der Universität Augsburg. Er war Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society (MCTS) und ist seit 2016 TUM Emeritus of Excellence.
Inhaltsangabe
1. Einführung 2. Geschichte der KI 2.1 Anfänge der KI in Mythologie und Philosophiegeschichte 2.2 Anfänge der KI in der Technikgeschichte 2.3 Vom Turing-Test zum "Allgemeinen Problemlöser" 3. Logische Grundlagen der KI 3.1 Grundlagen des logischen Schließens 3.2 Grundlagen der KI-Programmiersprache PROLOG 3.3 Grundlagen der KI-Programmiersprache LISP 3.4 Grundlagen des automatischen Beweisens 4. Grundlagen von Expertensystemen 4.1 Architektur eines wissensbasierten Expertensystems 4.2 Programmierung von Wissensrepräsentationen 4.3 Eingeschränktes, unsicheres und intuitives Wissen 5. Grundlagen von Sprachsystemen 5.1 Von der Sprachphilosophie zu ELIZA 5.2 Automaten und Maschinen erkennen Sprachen 5.3 Von WATSON zur Sprachkognition der KI 6. Grundlagen von evolutionären Algorithmen 6.1 Biologische und technische Schaltpläne 6.2 Grundlagen zellulärer Automaten 6.3 Grundlagen genetischer und evolutionärer Algorithmen 7. Grundlagen von neuronale Netzen und Lernalgorithmen 7.1 Von der Neurobiologie des Gehirns zur Neuropsychologie der Kognition 7.2 Grundlagen neuronaler Netze und Lernalgorithmen 7.3 Von der Neurophilosophie zur KI von Emotionen und Bewusstsein 8. Grundlagen kognitiver und sozialer Roboter 8.1 Grundlagen humanoider Roboter 8.2 Grundlagen kognitiver und sozialer Roboter 8.3 Von der Soziobiologie zur Schwarmintelligenz von Robotern 9. Grundlagen intelligenter Infrastrukturen 9.1 Internet der Dinge und Big Data 9.2 Vom autonomen Fahrzeug zum intelligenten Verkehrssystem 9.3 Von Cyberphysical Systems zu intelligenten Infrastrukturen 9.4 Industrie 4.0 und Arbeitswelt der Zukunft 10. Ethische und rechtliche Herausforderungen der KI 10.1 Ethische und rechtliche Fragen der KI in der Roboter- und Medizintechnik 10.2 Ethisch-rechtliche Herausforderungen autonomen Fahrens 10.3 KI und die Zukunft der Demokratie 10.4 Was heißt Verantwortung im Zeitalter der KI? 11. Von der Technikphilosophie zur Technikgestaltung 11.1 Positionen der Technikphilosophie 11.2 Natürliche und künstliche Intelligenz 11.3 Für und Wider des Transhumanismus 11.4 Technikgestaltung: KI als Dienstleistung