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"Unbedingt im Strandkorb lesen." -- Marie Claire
Ein Häuschen in den Dünen, auf einer Insel im Wattenmeer. Die Saisongäste geben einander die Klinke in die Hand. Und was sie nicht alles treiben! So manches Mal wüsste die Putzfrau zu gern, was in dem Ferienhaus vor sich geht. Doch ihr Wunsch bleibt unerfüllt. Zeuge jener Träume und Geheimnisse, die die Gäste im Haus "Dünenrose" mit sich herumtragen, wird allein der Leser.
"In ihrem sonnendurchwärmten Roman erzählt Vonne van der Meer von den Wechselfällen des Lebens und den Ausnahmebedingungen des Inseldaseins." -- Die Zeit
"Was uns an
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Produktbeschreibung
"Unbedingt im Strandkorb lesen." -- Marie Claire

Ein Häuschen in den Dünen, auf einer Insel im Wattenmeer. Die Saisongäste geben einander die Klinke in die Hand. Und was sie nicht alles treiben! So manches Mal wüsste die Putzfrau zu gern, was in dem Ferienhaus vor sich geht. Doch ihr Wunsch bleibt unerfüllt. Zeuge jener Träume und Geheimnisse, die die Gäste im Haus "Dünenrose" mit sich herumtragen, wird allein der Leser.

"In ihrem sonnendurchwärmten Roman erzählt Vonne van der Meer von den Wechselfällen des Lebens und den Ausnahmebedingungen des Inseldaseins." -- Die Zeit

"Was uns an den Geschichten anrührt, sind die sehr feine Zeichnung der Charaktere und die eindringliche Schilderung von Erlebnissen, die leicht unsere eigenen sein könnten." -- FAZ
  • Produktdetails
  • Aufbau Taschenbücher Bd.2701
  • Verlag: Aufbau Tb
  • Artikelnr. des Verlages: 656/32701
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 197
  • Erscheinungstermin: 23. April 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 116mm x 22mm
  • Gewicht: 211g
  • ISBN-13: 9783746627014
  • ISBN-10: 374662701X
  • Artikelnr.: 32622862
Autorenporträt
van der Meer, Vonne
Vonne van der Meer, geboren 1952, debütierte 1985 mit "Het limonadegevoel en andere verhalen", danach erschienen etliche Romane und Erzählbände, u. a. "De reis naar het kind" (1989, dt. "Die Reise zum Kind", 1996). Der Roman "Inselgäste" ist 1999 in den Niederlanden erschienen und verkaufte sich bisher sechsstellig. 2002 erschien der Roman "Die letzte Fähre", 2004 "Abschied von der Insel", in denen sie Geschichten aus den "Inselgästen" wieder aufnimmt und weitererzählt. Im Gustav Kiepenheuer Verlag erschien 2006 ihr Roman "Was du nicht willst".
Rezensionen
Besprechung von 13.11.2001
Sprich nie von Deutschland!
Ferientage: Vonne van der Meer öffnet ihr Gästebuch

In diesem Buch werden Türen geöffnet, sechs an der Zahl. Und zwar Türen in fremde Leben, durch die wir genug erspähen, um zu begreifen, was die Menschen jeweils freut oder plagt. Doch die Helden der Geschichten sind immer nur kurze Zeit anwesend, ein paar Tage, höchstens drei Wochen lang. Die Türen gehören nämlich zu einem Ferienhäuschen auf einer holländischen Nordseeinsel, einem Ort also, der nicht gerade für Beständigkeit steht. Das Häuschen ist eine der Klammern, die das vielfältige Geschehen zusammenhalten. Demselben Zweck dient ein Gästebuch, aus dem die Leute Botschaften übereinander empfangen können, falls sie dazu Lust haben. Und dann gibt es noch eine Putzfrau, die sich durch Jahre arbeitender Fürsorge nicht nur dem Häuschen verbunden fühlt, sondern auch seinen wechselnden Bewohnern. Im Grunde ist sie die einzige, die wirklich gern im Gästebuch herumschmökert.

In welche literarische Sparte gehört das kleine, kaum zweihundert Seiten starke Werk? Der Leser empfindet es als eine Sammlung von Erzählungen, denn Haus, Gästebuch und Putzfrau reichen nicht aus, um die vorgetragenen Geschichten enger zusammenzuspannen. Was die Autorin aus dem Inseldomizil zu berichten weiß, ist durchaus wert, zur Kenntnis genommen zu werden, weil es auf interessante Weise mitten ins gewöhnliche Leben hineinleuchtet, kleine Schicksale ausbreitet, die uns vertraut anmuten, weil sie durchaus auch uns selber betreffen könnten. Und Vonne van der Meer besorgt das auf eine verführerisch leise Art, nirgends steuert sie auf Belehrung, gar auf moralische Urteile zu. Sie entwirft verschiedene Situationen, in die Menschen geraten können, und notiert mitfühlend, wie sie darauf reagieren.

Da sind zum Beispiel zwei problematische Ehen: Dana hat herausbekommen, daß Chiel fremdgegangen ist. Mit einer Deutschen, was die Sache weder schlimmer noch besser macht, aber nun kann in Gesprächen nichts gesagt werden, was in irgendeiner Weise auf Deutsches Bezug nimmt. Schmerzhaft präzise werden uns die Verletzungen offenbart, an denen Dana leidet, und die Bösartigkeiten vorgeführt, mit denen sie den Sünder Chiel malträtiert. Am Ferienende bleibt nur die Hoffnung auf die Heilkraft der verrinnenden Zeit. Die andere Ehe, die von Simone und Nils, leidet unter einer Verletzung männlicher Eitelkeit: Nicht Nils, sondern ein Konkurrent ist in seiner Firma kaufmännischer Direktor geworden. Das müssen Simone und die Töchterchen Karlien und Roos ausbaden, weil erstens im Inselhaus kein anderer verfügbar ist und zweitens Familienmitglieder immer die besten Watschenmänner abgeben. Die Prozesse, deren Zeugen wir werden, sind ebenso zerstörerisch wie unsinnig, leider aber auch alltäglich.

Eine der beeindruckendsten Geschichten ist die vom Selbstmordkandidaten. Ein Mann ohne Namen versucht, seinen Tod im Meer vorzubereiten. Vor kurzem verlor er die geliebte Ehegefährtin, nun hat er das Leben satt. Doch auf keinen Fall sollen die Töchter daheim von der finsteren Absicht etwas merken. Also verwendet er eine Menge Kraft darauf, sich mit Unauffälligkeit zu tarnen, und verstrickt sich dermaßen in die vorgespiegelten Beiläufigkeiten, daß die ihn schließlich übermannen. Die Todesträume verblassen, er lebt weiter. Das sehr junge Mädchen Sanne ist schwanger. Ihre Feriengefährtin Martine, Freundin ihrer Mutter, rät ihr abzutreiben; sie hat das, aus Rücksicht auf künftige Lebenserfolge, selbst einst getan. Sanne jedoch, den Kopf voll sanfter Träume, ist Vernunftgründen nicht zugänglich, und die Erfolgsfrau Martine ertappt sich schließlich dabei, wie sie sich Sannes Visionen öffnet und das werdende Baby zu lieben beginnt. Auch das Mädchen Wim und die Burschen Tom und Walter haben Gefühlswirrnisse auszutragen: Wer liebt wen? Ganz deutlich wird ihnen das nie, aber Tom räumt entmutigt das Feld - eine gewaltsame Lösung für ein nicht zu lösendes Problem. Der letzte Gast, von dem wir erfahren, ist eine Schwerkranke, die weiß, daß sie sterben muß. Sie sucht auf der Insel zweierlei: erstens ihre Vergangenheit, denn hier hat sie schon als Kind und als junge Frau Ferien gemacht; zweitens eine Antwort auf die Frage, wie Sterben denn ist und wie man sich zuvor und dabei betragen muß. Alles, was ihr dazu einfällt, schreibt sie in das Gästebuch, doch ihre Eintragung ist die einzige, die niemand je lesen wird. Sie schneidet die Seiten heraus.

In den Schlußbemerkungen, die Vonne van der Meer der Putzfrau einräumt, empört die sich über die Schändung des Notizwerks. Die Autorin teilt den Putzfrauenzorn nicht, das Gästebuch ist ihr nur ein erzählerisches Hilfsmittel unter anderen. Seite für Seite wird deutlicher, daß die Botschaften, die von den Personen im Ferienhaus ausgehen, nicht in deren mehr oder minder gehaltvollen schriftlichen Hinterlassenschaften beschlossen sind. Was uns an den Geschichten anrührt, manchmal bis hin zu Identitätserlebnissen, sind die sehr feine Zeichnung der Charaktere und die eindringliche Schilderung von Erlebnissen, die leicht unsere eigenen sein könnten.

SABINE BRANDT

Vonne van der Meer: "Inselgäste". Roman. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 2001, 197 S., geb., 32,90 DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sabine Brandt ist angetan von dem schmalen Bändchen, dessen knapp 200 Seiten sie keinem literarischen Genre richtig zuordnen kann. Es handelt sich um eine Sammlung von Erzählungen, die immerhin einen Ort - ein Ferienhaus auf einer holländischen Nordseeinsel - und eine Kommentatorin - die Putzfrau - gemeinsam haben. Ein lose Klammer, hinzu kommt das durchweg hinzugezogene Gästebuch des Ferienhauses. Wo ein Ferienhaus, da sind auch die Feriengäste nicht weit, deren Schicksale die Autorin in einzelnen Geschichten ausbreite, die, wie Brandt meint, nie außergewöhnlich sind, sondern in ihrer Alltäglichkeit und durch die Stimmigkeit der Charaktere beeindrucken und berühren. Geschichten von einer todkranken Frau, einem lebensmüden Mann, verstrittenen oder gekränkten Familienmitgliedern, verliebten Jugendlichen: Alles könnte man selbst erlebt haben, meint Brandt, in jede dieser Situationen könne man selbst einmal geraten. Schön, dass die Autorin sie ohne moralischen Zeigefinger schildere.

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