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Was den Menschen zum Menschen macht - ein Buch über das wichtigste Erfolgsgeheimnis der Evolution und seinen Einfluss auf unser Leben. In der internationalen neurobiologischen Forschung ist zunehmend vom 'social brain' die Rede. Die Erkenntnis: Wir sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen. Kern aller Motivation ist es, zwischenmenschliche Zuwendung, Wertschätzung und erst recht Liebe zu finden und zu geben. Was wir im…mehr

Produktbeschreibung
Was den Menschen zum Menschen macht - ein Buch über das wichtigste Erfolgsgeheimnis der Evolution und seinen Einfluss auf unser Leben.
In der internationalen neurobiologischen Forschung ist zunehmend vom 'social brain' die Rede. Die Erkenntnis: Wir sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen.
Kern aller Motivation ist es, zwischenmenschliche Zuwendung, Wertschätzung und erst recht Liebe zu finden und zu geben. Was wir im Alltag tun, wird meist direkt oder indirekt dadurch bestimmt, dass wir sozialen Kontakt gewinnen oder erhalten wollen. Bei dauerhaft gestörten Beziehungen oder dem Verlust von Bindungen kann es zu einem 'Absturz' der Motivationssysteme kommen. Dann - und erst dann - setzen Aggressionen ein. Joachim Bauer beschreibt nicht nur, wie das 'social brain' funktioniert, sondern führt dem Leser auch vor Augen, welche Konsequenzen diese Erkenntnisse für das menschliche Leben haben - von der Erziehung über die berufliche Kommunikation bis hin zur Frage von Krieg und Frieden.
  • Produktdetails
  • Verlag: Lagato; Hoffmann Und Campe
  • Gesamtlaufzeit: 298 Min.
  • Erscheinungstermin: März 2013
  • ISBN-13: 9783942748414
  • Artikelnr.: 36874725
Autorenporträt
Armin Hauser spielte ach dem Studium der englischen Literatur in Marburg und einer Schauspielausbildung in Frankfurt am Main an mehreren deutschen Theatern und in freien Schauspielensembles. Daneben ist er seit über 25 Jahren erfolgreich als Sprecher und Moderator in Funk und Fernsehen tätig, u. a. für den SWR, das ZDF, ARTE und 3sat.

Prof. Dr. med. Joachim Bauer lehrt als Universitätsprofessor an der Universität Freiburg. Er ist Arzt für Innere Medizin, Arzt für Psychosomatische Medizin sowie Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte zahlreiche Sachbücher.
Rezensionen
Besprechung von 16.11.2006
Die Natur, die gute!
Joachim Bauer sucht das „Prinzip Menschlichkeit”
Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer: Das hat schon Artur Schopenhauer festgestellt, und es dürfte heute mehr gelten denn je. An Moral – oder Ethik, wie man heute vorzugsweise sagt – scheint es, wie man an der Zahl der entsprechenden Kommissionen und Kolumnen ablesen kann, einen gewaltig gestiegenen Bedarf zu geben. Wieso aber sollte der Mensch überhaupt ethisch handeln, und nicht vielmehr egoistisch? Diese Frage löst erhebliche Verlegenheit aus; und man wendet sich an die Einzigen, von denen man unangreifbare Auskünfte erwartet: an die Wissenschaftler, bevorzugt an die Biologen, in der nicht näher hinterfragten Überzeugung, dass der Mensch sein müsse, was er geworden ist. Alle Teildisziplinen müssen herhalten, die vergleichende Verhaltensforschung, die Stammesgeschichte, Genetik, Biochemie, Neurologie – jeder, der es auf seine Weise sagt, dass der Mensch von Natur aus nicht auf Konkurrenz und Konfrontation ausgelegt ist, sondern zur Kooperation neigt.
Das wussten wir selbstverständlich schon; aber wir hatten sozusagen ein schlechtes Gewissen dabei, das Gute zu tun. Seinen Beitrag dazu, dies zu ändern, will auch der Mediziner und Psychotherapeut Joachim Bauer leisten. Er nennt sein Buch „Das Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren”. Gestützt auf seine mehrfache Qualifikation, geht er das Thema von verschiedenen Seiten an.
Darwin mit Ellenbogenschonern
Bauer beginnt mit einem hirnorganischen Teil. Erst in jüngerer Zeit offenbar ist die ganze Belohnungschemie des Nervensystems entschlüsselt worden. Bauer erläutert sehr ausführlich (leider ohne grafische Veranschaulichung), welche Hirnregionen und Substanzen beteiligt sind, wenn wir uns bei einer Sache wirklich gut und glücklich fühlen. Für das, was er beweisen will, liefert der ganze Abschnitt hingegen erstaunlich wenig: Denn welche Situationen ihm Befriedigung schenken, nämlich vor allem soziale, das weiß jeder selber, auch ohne dass er seinen Dopamin-Spiegel abliest; und zur Durchbrechung des egozentrischen Prinzips taugen diese Erläuterungen deswegen nicht, weil es sich ausschließlich um individuelle Gratifikationen handelt, wenn die Glückshormone strömen. Mit größerem Recht würde hier ein Epikureer argumentieren, dass auch die scheinbare Selbstlosigkeit tatsächlich die Lust des Einzelnen vermehrt.
Auch sonst zeigt sich Bauer leider als ein recht ungründlicher Denker. Der Darwinismus mit seinem unerbittlichen Beharren auf dem Kampf ums Dasein, der von den Individuen geführt wird, passt ihm nicht. Doch anstatt eine angemessene Kritik zu formulieren, beschränkt er sich darauf, ihm sozusagen Ellenbogenschoner anzulegen, um die Härte der Zusammenstöße zu mildern. Der Darwinismus ist aber eine durchgearbeitete Theorie, keine Torte; man kann sich nicht einfach das schönste Stück herausschneiden. Und wer sich darauf einlässt, der muss es mit in Kauf nehmen, dass es die Todesangst des Einzelnen sein soll, aus der die Selektion ihre Energie bezieht; würden die Hasen nicht um ihr Leben rennen, wäre es ausgeschlossen, dass sich die Gene der schnellsten durchsetzen. Auf dem vom Tod bedrohten Individuum baut der Darwinismus als seiner primären Tatsache auf. Das ist herb gedacht, aber konsequent.
Bauer hält es lieber umgekehrt. Er behauptet, wörtlich, primäres Faktum sei die Kooperation. Das kann sie aber schon deswegen nicht sein, weil sie ein bloßes Verhältnis darstellt und zu ihrer Voraussetzung die Individuen hat, zwischen denen allein sie stattfindet – und ebenso muss es einen Vorteil, bei allen Beteiligten, für jeden Einzeln geben, sonst verdient sie ihren Namen nicht. Übrigens hat Darwin sich durchaus Gedanken über die Kooperation gemacht, am nachdrücklichsten anlässlich des für ihn hochproblematischen Altruismus staatenbildender Insekten; er weist ihr einen Platz an in seinem System, aber eben als das, was sie ihrem Wesen nach immer bleiben muss, als Funktion.
Bemerkenswert sind die Beispiele, die Bauer anführt: „Vielmehr bilden Räuber und Beute sowohl im Pflanzen- als auch im Tierreich kooperative Systeme, da sie in einem biologischen Gleichgewicht stehen.” Systeme bestimmt; aber sollte man von einer Kooperation der Beute reden? Dem Rezensenten fällt da eine kleine Vignette der Neuen Frankfurter Schule ein. Sie zeigt einen Löwen, der seinen kleinen Sohn in die Geheimnisse des Lebens einführt: „Dann mit einem Satz an die Halsschlagader – das haben sie so gern, die kleinen Gazellen!” Die Gedankenlosigkeit, mit der Bauer formuliert, ist schlimmer als die bewusste Brutalität eines Darwin, der immerhin weiß, was er tut – und dass es dann aus ist mit der Gazelle.
Kooperation sieht Bauer auch am Werk bei der Entstehung des Lebens: Ohne dass verschiedene Moleküle gewissermaßen freiwillig zusammengewirkt hätten, wäre es nie zu so komplexen Gebilden wie den Lebewesen gekommen. Aber wie sollte das, auf dieser weit vorlebendigen Stufe, geschehen sein? Man müsste eine obskure Vitalkraft annehmen, die hier zielgerichtet lenkend eingreift, etwas, wovor es alle Wissenschaft schaudert. Bauer indes scheint es gar nicht aufzufallen, dass er hier den Boden seines Fachs verlässt und höhere Sphären betritt: sonst wäre er wohl erschrocken.
An solchen Stellen öffnet sich der Blick auf die verborgene Frage im Zentrum des Buchs: wer das Subjekt des Lebens sei. Sie verdient größte Aufmerksamkeit. Darwin setzt dafür, wenngleich sozusagen nur negativ, als grundsätzlich auszumerzendes und fallweise überlebendes, das notwendig egoistische Individuum ein. Richard Dawkins, irritiert durch den nicht zu bestreitenden Altruismus so vieler Individuen, verkleinert dieses Subjekt auf ebenso absurde wie folgerichtige Weise bis hinunter zum egoistischen Gen; Bauer erhebt berechtigten Widerspruch dagegen, allerdings ohne erschöpfend zu argumentieren.
Die wollen doch nur Sex
Große Sympathien äußert Joachim Bauer für Lynn Margulis, die Begründerin der Gaia-Hypothese (Mutter Erde ist es, die wirklich lebt), und scheint, ohne dass er sich des Problems ganz bewusst zu werden scheint, als Subjekt das kooperierende Ganze anzunehmen. Das kann nicht gehen, das ist eine abwechselnd sentimentale und rohe Verirrung. Dass es aber zwei voneinander prinzipiell geschiedene Instanzen geben muss, denen die Qualität, Subjekt des Lebens zu sein, zuzusprechen ist, fällt auf, sobald man die Sexualität ins Auge fasst. Gern sagen die Wissenschaftler hier – auch Bauer tut es –, die Individuen wollten ihre Gene weitergeben. Das stimmt aber gar nicht. Die wollen nur Sex, jetzt, und wissen von keinem „Weiter”. Etwas anderes will durch sie hindurch etwas anderes, wenn sie Sex wollen. So unabweislich ist es wie unheimlich, ein furchtbares metaphysisches Faktum – das wahrhaft primäre. Dem sieht kein Biologe gern ins Auge; und am wenigsten dieser konzeptschwache Band.
BURKHARD MÜLLER
JOACHIM BAUER: Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. Hoffmann und Campe, Hamburg 2006. 256 Seiten, 19,95 Euro.
Das kooperative Opfer-Beute-System bei der Arbeit: Löwe an der Halsschlagader – das haben sie so gern, die kleinen Gazellen!
Foto: Schapowalow
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Burkhard Müller betrachtet das Buch "Prinzip Menschlichkeit" des Biologen Joachim Bauer äußerst skeptisch. Für berechtigt hält er zwar die Intention des Autors, die darwinistische Sicht des Menschen als egoistisches, von Natur auf Kampf ausgerichtetes Individuum kritisch zu hinterfragen. Die Umsetzung aber hat Müller nicht überzeugt. Vor allem hält er dem Autor vor, "ungründlich" zu denken und schlecht zu argumentieren. Bauers These von der Kooperation zwischen den Menschen als wichtigster anthropologischer Konstante kann er sich nicht anschließen, sieht er doch in der Kooperation ein bloßes Verhältnis, das die einzelnen Individuen, zwischen denen sie stattfindet, voraussetzt. Auch die These, schon bei der Entstehung des Lebens gebe es auf molekularer Ebene Kooperation, weist er zurück. Generell moniert er Bauers Umgang mit dem Darwinismus: Statt eine umfassende, adäquate Kritik zu formulieren, lege er diesem gleichsam "Ellenbogenschober" an, um seine Härten zu mildern. Schließlich ärgert sich Müller über die "Gedankenlosigkeit", die für ihn aus vielen Formulierungen des Autors spricht.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Das Lesen lohnt sich!" Hamburger Abendblatt

"Besonders empfehlenswert!" Psychotherapie & Seelsorge

"Das Buch ist ein Pionierwerk, das das Verständnis der menschlichen Psyche revolutioniert." Psychologie Heute

"Es ist der Glücksfall eines wissenschaftlichen Sachbuches, wenn es einen hochkarätigen Forscher gibt, der neue Forschungsergebnisse in einer für jeden Leser verständlichen und flüssigen Sprache darstellen kann. Das ist bei diesem Buch von Joachim Bauer der Fall." DeutschlandRadio

"Ein großer Wurf!" Psychologie Heute