58,00 €
inkl. MwSt.

Versandkostenfrei*
Kostenloser Rückversand
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
  • Buch mit Leinen-Einband

Nie zuvor stand Hermann Hesse so sehr im Rampenlicht wie in den Nachkriegsjahren, als dem »Exponenten eines besseren Deutschland« nach dem Nobelpreis auch hier die ersten Ehrungen zuteilwurden. Aber auch nie zuvor hat sich Hesse entschiedener dem Zugriff der Öffentlichkeit entzogen; der über ihn hereinbrechenden Flut von Leserzuschriften entzog er sich indes nicht. Dass seine Bücher erst ab 1950 in dem auf sein Betreiben gegründeten Verlag von Peter Suhrkamp wieder lieferbar wurden, erschwerte die Lage.
Durch tausende von Briefen war Hesse über das Schicksal der deutschen Bevölkerung und
 …mehr

Produktbeschreibung
Nie zuvor stand Hermann Hesse so sehr im Rampenlicht wie in den Nachkriegsjahren, als dem »Exponenten eines besseren Deutschland« nach dem Nobelpreis auch hier die ersten Ehrungen zuteilwurden. Aber auch nie zuvor hat sich Hesse entschiedener dem Zugriff der Öffentlichkeit entzogen; der über ihn hereinbrechenden Flut von Leserzuschriften entzog er sich indes nicht. Dass seine Bücher erst ab 1950 in dem auf sein Betreiben gegründeten Verlag von Peter Suhrkamp wieder lieferbar wurden, erschwerte die Lage.

Durch tausende von Briefen war Hesse über das Schicksal der deutschen Bevölkerung und die oft fragwürdigen Umerziehungsmethoden der Siegermächte bestens orientiert. So illustrieren seine Antwortschreiben zugleich die zunehmende in die Gründung zweier Nachkriegsstaaten mündende Polarisierung Deutschlands. Sie zeigen seine Skepsis gegenüber der Vergangenheitsbewältigung im Westen ebenso wie seine Enttäuschung über den obrigkeitshörigen Satellitenstaat im Osten. Was bei Hesses Antworten, über ihre zeitgeschichtlichen Einblicke hinaus, vor allem bewegt, ist seine Empathie für die Benachteiligten.
Autorenporträt
Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Volker Michels, geboren 1943, trat nach dem Studium der Medizin und Psychologie 1969 als Lektor für deutsche Literatur in die Verlage Suhrkamp und Insel ein, wo er sich u. a. auch als Herausgeber für zahlreiche Autoren der Gegenwart und Vergangenheit eingesetzt hat. Insbesondere widmete er sich den Werken und Briefen von Hermann Hesse, dessen literarischen und bildnerischen Nachlass er in mehr als hundert Themenbänden veröff entlicht und 2005 mit der Edition einer zwanzigbändigen Gesamtausgabe abgeschlossen hat.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensentin Hendrikje Schauer liest Hermann Hesses Briefe aus den Jahren 1947 bis 1950 mit historischem, nicht literarischem Interesse. Dafür geben sie zu wenig her, meint sie. Von Geldsorgen, Raubdrucken und Reaktionen auf den 1946 verliehenen Literatur-Nobelpreis erfährt sie hier, auch Antworten auf Leserbriefe, Gutachten, etwa über Arno Schmidt und Briefe an Autoren und Autorinnen findet Schauer hier. Besonders interessant scheint ihr die Ambivalenz der Person Hesses, die sich auch in den Briefen offenbare. Hesse zeigte sich beispielsweise zwar verärgert über ein Buch, das ihm der NS-Schriftsteller Ludwig Finckh widmete, gleichzeitig nahm er Finckh in Schutz: Dieser habe im Nationalsozialismus keine Vorteile gehabt, sondern "reinen Herzens, gutgläubig" gehandelt.

© Perlentaucher Medien GmbH
»... hochinteressant. [Die Briefe] zeigen, wie auch die Korrespondenz aus den Jahren zuvor, einen politisch ambivalenten, manchmal strauchelnden Autor.«
Hendrikje Schauer, taz. die tageszeitung 09.11.2021