(3) Himmelreich Und Höllental - Radio Tatort
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Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner, ein wortkarger Südbadener, baut im Stuttgarter LKA als Profiler eine neue Abteilung auf. Während sich im Büro noch die Umzugskisten stapeln, stösst er bei einem Besuch im Südschwarzwald auf einen Toten: Herbert Wanner, Fleischfabrikant, musste sterben, weil er Pferde- als Hirschfleisch verkauft hat. Aber ist das wirklich ein Motiv für einen mittelalterlich anmutenden Ritualmord? Erst als die zweite Leiche im Kühlhaus liegt, wird Finkbeiner klar: Hier ist nichts wie es scheint. Die Idylle ist tödlich. Und beinahe auch für ihn....…mehr

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Produktbeschreibung
Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner, ein wortkarger Südbadener, baut im Stuttgarter LKA als Profiler eine neue Abteilung auf. Während sich im Büro noch die Umzugskisten stapeln, stösst er bei einem Besuch im Südschwarzwald auf einen Toten: Herbert Wanner, Fleischfabrikant, musste sterben, weil er Pferde- als Hirschfleisch verkauft hat. Aber ist das wirklich ein Motiv für einen mittelalterlich anmutenden Ritualmord? Erst als die zweite Leiche im Kühlhaus liegt, wird Finkbeiner klar: Hier ist nichts wie es scheint. Die Idylle ist tödlich. Und beinahe auch für ihn....
  • Produktdetails
  • EAN: 9783867172653
  • Artikelnr.: 23844265
  • Artikeltyp: Musik
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 16.10.2009
  • Hersteller: DHV Der HörVerlag,
Trackliste
CD
1Radio Tatort. Himmelreich und Höllenthal
Rezensionen
Besprechung von 05.09.2008
DAS HÖRBUCH
Telefon, Ermittler, eine Leiche
Jetzt auch ohne Bild: Der „Tatort” zum Hören
Im Januar begannen die neun ARD-Radiosender mit Ausstrahlungen frischer Tatort-Produktionen zum Hören, die das Gerüst von den Fernsehfilmen übernommen haben: feste Ermittlergruppen in deutschen Regionen. Monatlich rollt eine 45-Minuten-Folge zu 15 Sendeterminen durch alle Anstalten und wird für kurze Zeit im Internet angeboten, danach erscheinen die Hörspiele auf CD im Hörverlag München.
Drei der nun als Hörbuch veröffentlichten Krimis geben einen stimmigen Eindruck: „Der Emir” von Peter Meisenberg (WDR), „Schmutzige Wäsche” von Frank Göhre (NDR) und „Himmelreich und Höllental” von Christine Lehmann (SWR). Alle drei Hörspiele verzichten auf einen den Zuhörer an die Hand nehmenden Erzähler, sie bauen unverzüglich die akustischen Bühnenbilder auf. Darin läuft ein Tatort-Programm ohne Umstände ab: Telefon, Ermittler, früher oder später mindestens eine Leiche.
Der „Emir” (Tayfun Bademsoy) ist Chef einer menschenhandelnden libanesischen Bande, der sein Geschäft um Drogenhandel erweitern möchte und von einem jungen und wilden deutschen Polizisten afghanischer Abstammung (Baki Davrak) hereingelegt wird, wobei der Verbrecher sein Leben lassen muss.
Gefälschte Hosen
In „Schmutzige Wäsche” dringt das Böse aus dem asiatischen Ausland in Form von gefälschten Hosen, Hemden und Schuhen in unsere schöne Heimat. Der Jazzpianist Jac Garthmann (Martin Reinke) ermittelt als V-Mann für die Polizei die Handelswege und entlarvt einen Unternehmensberater als von der schlimmen Globalisierung über das ungute Internet profitierenden Einheimischen. Der Bösewicht zieht arglose Geschäftsleute, die um ihr Einzelhändlerleben kämpfen, über den Tisch und stößt einen davon ins Hafenbecken und in den Tod.
„Himmelreich und Höllental” heißen Orte im Schwarzwald, wo der schrullige badische Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner (Ueli Jäggi) durch die kesse schwäbische Assistentin Nina Brändle (Karoline Eichhorn) auf der Jagd nach die lokale Gastronomie erschütternden geschlachteten Reitpferden unterstützt wird.
Was ist freilich die Idylle im Schwarzwald? Die Idylle ist trügerisch. Wie wird dort wohl gemordet? Gemordet wird rituell. Und der ausländische Feind? Wird diesmal vom Volksmund in Polen vermutet. Die Polizisten entlarven aber einen ansässigen Schlachter, der überimpfte Sportpferde in giftige Hirschkeulen umarbeitet. Er weiß wohl nicht, dass Wild heutzutage preisgünstig gezüchtet wird und nicht mehr kostenintensiv vom Jäger mit Schießgewehr aufgespürt werden muss.
Die Schauspieler arbeiten in allen drei Stücken routiniert anständig ihre Texte ab. In den jeweils 45 Minuten dauernden Stücken wurde viel Zeit mit aufregendem Geräusch und spannender Musik ausgefüllt. Die Charaktere und deren Konflikte sind in bizarre Konstruktionen gearbeitet wie beispielsweise im Pferderagout-Krimi: Um die Nerven des Hörers richtig zu zerfetzen, liegt die jugendliche Tochter des Mörders auf der Intensivstation, wo sie, ihrem Ende entgegendämmernd, hoffnungsarm auf eine Knochenmarkspende wartet.
Aber spenden kann allein Verbrecherjägerin Brändle, die in einer brenzligen Situation dem Doppelmörder und Vater entgegenschleudert: „Wenn Sie schießen, wird nix aus meiner Knochenmarkspende! Fragen Sie den Arzt in der Kinderklinik!” Aber der Mörder gibt nicht auf. „Du Hex!”, beschimpft er die opferbereite Polizistin, die ihn aber dann – ein Schuss fällt – daneben! – doch mit ihren Krücken, an denen sie nach einem Motorradunfall gegen das Verbrechen zu Felde hinkt, zu Boden reißt: „Liegenbleiben! Ich drück‚ dir‚n Käählkopf ein! Ich kann mitte Krücken umgeh‚n!”
Alte Feindbilder
Solche wahnsinnigen Spektakel sind das spannendste, was diese drei ARD-Hörspiele zu bieten haben. Es wird keine Geschichte vernehmlich, keine originelle Idee, keine gedankliche Arbeit, keine Entwicklung, kein Charakter, keine Spur von Psychologie, sondern nur Boulevard-Geschichten, die alte Feindbilder der Ausländer- und Auslandskriminalität unter dem Deckmantel unintelligenter Globalisierungskritik pflegen. Ein schlaffes Patchworkgebastel aus der längst ausgeweideten und als Film versendeten speckigen Tatort-Schnipsel-Sammelmappe, die seit Jahren im Umlauf der ARD-Kriminalämter vergessen wurde. Bewährter Tatort jetzt auch ohne Bild. MARTIN Z. SCHRÖDER
PETER MEISENBERG: Der Emir. Hörspiel. Regie: Thomas Leutzbach. Mit Baki Davrak, Rudolf Kowalski, Meriam Abbas u.a. 50 min. Produktion: WDR 2008. Hörverlag, München 2008. 1 CD, 14,95 Euro.
FRANK GÖHRE: Schmutzige Wäsche. Hörspiel. Regie: Norbert Schaeffer. Mit Martin Reinke, Sandra Borgmann, Gerhard Garbers u.v.a. 50 min. Produktion: NDR 2008. Hörverlag, München 2008. 1 CD, 14,95 Euro.
CHRISTINE LEHMANN: Himmelreich und Höllental. Hörspiel. Regie: Thomas Leutzbach. Mit Baki Davrak, Rudolf Kowalski, Meriam Abbas u.a. 50 min. Produktion: SWR 2008. Hörverlag, München 2008. 1 CD, 14,95 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Martin Z. Schröder winkt ab: Was die ARD-Anstalten hier als Radio-Tatort vorlegen, war die Mühe nicht wert. Aber was heißt Mühe! "Schlaffes-Patchworkgebastel" aus der "Tatort-Schnipsel-Sammelmappe" sieht der ärgerliche Rezensent in den 45-Minuten-Krimis. Schröder hat sich die Krimis "Der Emir" (WDR), "Schmutzige Wäsche" (NDR) und "Himmelreich und Höllental" (SWR) zu Gemüte geführt und findet sie alle drei gleich schlecht. Halbwegs positiv vermerken kann er nur, dass die Schauspieler ihre Arbeit "routiniert anständig" machen. Ansonsten konstatiert er verschärfte Einfallslosigkeit, gravierenden Psychologiemangel und einen sehr unsympathischen Hang, das Böse aus dem Ausland über die deutsche Idylle hereinbrechen zu lassen - "unter dem Deckmantel unintelligenter Globalisierungskritik".

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