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In dieser Graphic Novel beschäftigt sich Reinhard Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem "Maximo Lider" der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mit kraftvollem, vitalem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie "Castro" dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft.…mehr

Produktbeschreibung
In dieser Graphic Novel beschäftigt sich Reinhard Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem "Maximo Lider" der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mit kraftvollem, vitalem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie "Castro" dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft.
  • Produktdetails
  • Graphic Novel paperback Bd.11
  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 288
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Erscheinungstermin: Juni 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 172mm x 29mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783551713810
  • ISBN-10: 3551713812
  • Artikelnr.: 44188742
Autorenporträt
Kleist, Reinhard
Reinhard Kleist, geboren 1970 in Hürth bei Köln, studierte Grafik und Design in Münster. Er lebt und arbeitet seit 1996 in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Comics, unter anderem bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt, Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf Reinhard Kleist Illustrationen für Bücher und Plattencover. Reinhard Kleist wurde für seine Comics bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Max und Moritz-Preis für "Lovecraft" (Ehapa) und für "Cash - I see a darkness". Mit "Der Boxer" gewann er den Deutschen Jugendliteraturpreis. Vor der Biografie des jüdischen Boxers schuf Reinhard Kleist die Comic-Biografie "Castro" und brachte im Vorfeld dazu das Reisetagebuch "Havanna - eine kubanische Reise" heraus. Für "Der Traum von Olympia" erhielt er den Jahres-LUCHS 2015, den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2016. Seine jüngst erschienenen "Berliner Mythen" hat das Stadtmagazin zitty vorab veröffentlicht. Zurzeit arbeitet Reinhard Kleist an einer Comic-Biographie über Nick Cave.
Rezensionen
"Nicht nur ein fesselndes Porträt [...]. Kleists Bilder spiegeln zugleich ein Stück Landesgeschichte wider.", tagesspiegel.de, Michael Schmidt, 26.11.2016
Besprechung von 20.03.2012
Süddeutsche Zeitung Bibliothek

Revolution und
Verführung
Graphic Novels Band 1
„Castro“ von
Reinhard Kleist
Es ist unmöglich, sich nach Lektüre dieser Graphic Novel von der Titelfigur Fidel Castro und dem Stück Geschichte, in das man hineingezogen wird, zu distanzieren. Auch Leser, die sich an die frühen sechziger Jahre, an die Revolution auf Kuba und an die weltpolitisch beunruhigenden Ereignisse in der Schweinebucht nicht erinnern können, werden sich mit Spannung durch die 275 prall gefüllten Seiten dieser Erzählung fressen. Selten dürfte ein Stück der jüngeren Weltgeschichte emotional so bewegend und zeichnerisch so überzeugend in Bildfolgen übersetzt worden sein.
Der deutsche Comic-Autor Reinhard Kleist, der schon in seiner Graphic Novel über den Countrysänger Johnny Cash einen dramatisch wie visuell wenig ergiebigen Stoff in ein preisgekröntes Bildgedicht umzuformen wusste, hat eine erzähltechnisch schlüssige Figur erfunden, um seine Leser an die einstige Kultfigur der europäischen Linken, an den heftig umstrittenen Politiker Castro heranzuführen und gleichzeitig den Abstand spürbar zu machen, der uns vom Ort des Geschehens, von den sozialen Zuständen auf Kuba, aber auch von den emotionalen Gesetzen der Karibik trennt.
Kleist schickt einen jungen deutschen Fotojournalisten, der von der kubanischen Revolution begeistert ist und Castro interviewen will, im Jahr 1960 nach Kuba, lässt ihn inmitten einer Partisanengruppe und an der Seite einer Frau, die er später heiraten wird, den Aufstand gegen das korrupte Batista-System miterleben und führt dann am Beispiel seiner Ehe die krassen Veränderungen vor, die sich in den Jahrzehnten des Sozialismus und während der von den USA verhängten Wirtschaftsblockaden im öffentlichen Leben Kubas ereignen.
Über ein kunstvolles System von Rückblenden schalten Kleist und sein idealistisch naiver Ich-Erzähler aus der Gegenwart immer wieder in die Jahre der revolutionären Umbrüche zurück; und eingestreute Binnenerzählungen öffnen Blicke in die Jugendjahre des Großgrundbesitzersohns Fidel. Vom Castro-Biographen Volker Skierka in allen Details fachlich sicher beraten, kann Kleist also auch versteckte Winkel in der Biographie des Máximo Lider und in der Entwicklungsgeschichte seines Landes ausleuchten. Wir kommen auf diese Weise mal dem charismatischen Revolutionsführer, mal dem rebellierenden Studenten, mal dem parolendreschenden Staatsmann nahe und werfen zum Abschied einen Blick auf den alterskranken, skeptisch gebrochenen Volkstribunen, der zugeben muss, dass sein revolutionärer Lebenstraum nicht in Erfüllung gegangen ist.
Mit extrem spontanem Strich wirft Kleist seine Figuren aufs Papier. Die zahllosen zeichnerischen Varianten machen dem Leser am Anfang das Wiedererkennen schwer, doch bald wird man als Leser süchtig nach den kleinen graphischen Pointen, in denen die (melo-)dramatischen Wandlungen des Geschehen lebendig mit- und nachzuschwingen scheinen. GOTTFRIED KNAPP
Reinhard Kleist
Foto: privat
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Nicht ganz glücklich ist Rezensent Thomas von Steinaecker mit Reinhard Kleists Comic-Biografie "Castro". Zwar findet er alle wichtigen Stationen in Fidel Castros Leben wieder. Zudem haben ihn die "expressiven" Schwarz-Weiß-Zeichnungen beeindruckt. Insgesamt aber hat er das Gefühl, dass Kleist das Potential des Stoffs nicht wirklich genutzt und eine Chance vertan hat. Kritisch betrachtet er zunächst die Rahmenhandlung - die Geschichte eines deutschen Journalisten, der für eine Reportage nach Cuba fliegt, wo er zu einem Art Hofberichterstatter des Regimes wird und sich in die Revolutionärin Lara verliebt, die sich aber irgendwann von der Revolution abwendet und mit einem homosexuellen Freund in die USA flüchtet. Diese Figuren sind in den Augen des Rezensenten "Konstrukte", die dem Autor dazu dienen, die "Ambivalenz" der Revulotion auf Kuba zu verdeutlichen. Des Weiteren bleibt der Mensch Castro für ihn "kaum greifbar". Außerdem hält er dem Autor vor, die Ikone "Castro" viel zu selten in Frage zu stellen.

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