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Vor mehr als 100 Jahren hat Friedrich Nietzsche den Tod Gottes verkündet. Doch dessen Ableben lässt auf sich warten. Auf dem Markt der Deutungsangebote haben die Religionen sogar wieder Hochkonjunktur. Volker Gerhardt bietet dafür eine auf den ersten Blick paradoxe philosophische Erklärung: Das sich ständig vermehrende Wissen bedarf der Ergänzung durch den Glauben. Ganz abgesehen davon, dass wir bereits auf das Wissen vertrauen, wenn es uns leiten soll, verlangt das stets begrenzte Wissen in jedem Fall nach einer Sinnperspektive, die nur erwünscht, erhofft oder geglaubt werden kann. Als…mehr

Produktbeschreibung
Vor mehr als 100 Jahren hat Friedrich Nietzsche den Tod Gottes verkündet. Doch dessen Ableben lässt auf sich warten. Auf dem Markt der Deutungsangebote haben die Religionen sogar wieder Hochkonjunktur. Volker Gerhardt bietet dafür eine auf den ersten Blick paradoxe philosophische Erklärung: Das sich ständig vermehrende Wissen bedarf der Ergänzung durch den Glauben. Ganz abgesehen davon, dass wir bereits auf das Wissen vertrauen, wenn es uns leiten soll, verlangt das stets begrenzte Wissen in jedem Fall nach einer Sinnperspektive, die nur erwünscht, erhofft oder geglaubt werden kann. Als umfassende Einheit dieses stets benötigten Selbst- und Weltvertrauens wird das Göttliche ausgewiesen, das jedem einzelnen Handlungssinn zugrunde liegt. Diese Sicht der rationalen Theologie lässt sich aus den Lebensbedingungen der Moderne entwickeln. Ihre historischen Wurzeln hat sie in der Behandlung des Gottesproblems bei Platon und Kant. Volker Gerhardt nimmt deren Überlegungen auf und zeigt, dass die christliche Botschaft in der Form, die ihr der Apostel Paulus und der Evangelist Johannes gegeben haben, in diese Tradition hineinpasst, auch wenn die Kirchen davon nur wenig aufgenommen haben. Sein Buch weist das Göttliche als rationale Grundbedingung jeder Sinngebung menschlichen Daseins aus und eröffnet jedem Menschen die personale Freiheit, das Göttliche als seinen persönlichen Gott zu verstehen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 357
  • 2014
  • Ausstattung/Bilder: 357 S. 217 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 149mm x 30mm
  • Gewicht: 588g
  • ISBN-13: 9783406669347
  • ISBN-10: 3406669344
  • Best.Nr.: 40746879
Autorenporträt
Volker Gerhardt wurde 1944 geboren. Er promovierte 1974 und habilitierte 1984. 1985 war er Professor für Philosophie in Münster, 1986 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Zürich, von 1988 bis 1992 war er Leiter des Instituts für Philosophie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Seit Oktober 1992 ist er Professur für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, leitet den DFG-Beirat zur Förderinitiative Bioethik und gehört dem Nationalen Ethikrat an. 1999 hat er mit der Selbstbestimmung eine lebenswissenschaftlich fundierte Begründung der Ethik vorgelegt, der 2001 mit der Individualität die Skizze eines neuen Systems der menschlichen Welterfahrung folgte.
Inhaltsangabe
Vorwort

Einleitung

mit Fragen an das eigene Fach

Kapitel 1

Das Ganze lässt sich nicht vergessen

Systematischer Impuls vor aktuellem

Hintergrund

Kapitel 2

Das Ganze zeigt sich nur in seinen Teilen

Die Moderne kann nicht alles sein

Kapitel 3

Der leibhaftige Zugang zum Ganzen

Vom sinnlichen Reiz zur Bedeutung der Welt Kapitel 4

Glauben als Einstellung zum Wissen

Die tragende Rolle des Gefühls

Kapitel 5 Der Sinn des Sinns

Das Göttliche als Bedeutung der Welt

Kapitel 6 Das Göttliche, Gott und das Menschliche

der christlichen Botschaft

Beschluss

mit Hinweisen auf die eigene Zeit Anhang Anmerkungen Literatur
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Das Göttliche hat als philosophische Kategorie seit Kant weitgehend ausgedient, weiß der Theologe Friedrich Wilhelm Graf und freut sich daher sehr, dass der Philosoph Volker Gerhardt in seiner Studie den Begriff wieder nutzbar macht, aufklärerisch, überzeugend und durchaus an Kant anschließend. Dafür denkt Gerhardt die üblicherweise als Gegensatz verstandene Beziehung zwischen Glauben und Wissen neu, indem er den Glauben nicht als irrationalen Antagonisten des Wissens versteht, sondern im Gegenteil als "Reflexion auf die Grenzen des Wissens bzw. Wissenkönnens", fasst der Rezensent zusammen. Für Graf bietet dieses "anspruchsvolle, mit Pathos geschriebene Buch" eine äußerst anregende Neuinterpretation klassischer philosophischer Standpunkte und setzt gleichzeitig die Religion wieder auf die Liste der für die philosophische Erörterung relevanten Gebiete.

© Perlentaucher Medien GmbH