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Der Graphic Novel des Jahres, ausgezeichnet mit dem Max-und-Moritz-Preis als bester internationaler Graphic Novel. Eine grandiose Parodie auf alle Superhelden-Geschichten und eine einzigartige Mischung, die vieles gleichzeitig ist: lustig, tiefgründig, bewegend, philosophisch, sozialkritisch und intim. August Crimp ist Ehemann, Vater und insgeheim auch Superheld. Um fliegen zu können, muss er zu Dragman werden. Aber die Superhelden-Riege hat ihn verstoßen, was ihn in ein emotionales Loch stürzen lässt. Also hängt er die "Superheldensache" an den Nagel. - Als aber immer mehr Menschen ihre Seele…mehr

Produktbeschreibung
Der Graphic Novel des Jahres, ausgezeichnet mit dem Max-und-Moritz-Preis als bester internationaler Graphic Novel. Eine grandiose Parodie auf alle Superhelden-Geschichten und eine einzigartige Mischung, die vieles gleichzeitig ist: lustig, tiefgründig, bewegend, philosophisch, sozialkritisch und intim. August Crimp ist Ehemann, Vater und insgeheim auch Superheld. Um fliegen zu können, muss er zu Dragman werden. Aber die Superhelden-Riege hat ihn verstoßen, was ihn in ein emotionales Loch stürzen lässt. Also hängt er die "Superheldensache" an den Nagel. - Als aber immer mehr Menschen ihre Seele an die weltweit agierende "Black Mist Company" verkaufen und auch noch ein mysteriöser Serienkiller sein Unwesen treibt, muss Dragman wieder in Aktion treten. Seine eigenen Selbstzweifel, sein Coming out betreffend, hin oder her, es wird höchste Zeit, die Welt und mit ihr die gesamte menschliche Seele zu retten. Ausgezeichnet mit dem Max und Moritz Preis und ausgewählt für die Comic Bestenliste FAZ Comic und Tagesspiegel Comic (Comic des Jahres) ist diese faszinierende Geschichte weit mehr als eine reine coming out story einer Transperson als Superheld. Es ist ein grandioses Lesevergnügen - "... eine fulminanten Story, in der Steven Appleby munter Genres mischt und Plots verknüpft: Da gibt es die Superheld_innenparodie; da gibt es den Serienkillerthriller; da gibt es die Science-Fiction um einen Wissenschaftler, der die menschliche Seele entdeckt und kommerzialisiert; da gibt es das romantische Beziehungsdrama. Das alles ist unterlegt mit Satire, philosophischem Sinnieren und Gesellschaftskritik und mit viel Schwung umgesetzt in liebevoll karikierenden Zeichnungen. Dragman ist ein grandioser Superheldencomic jenseits aller Klischees und Stereotypen." (Jurybegründung Max und Moritz Preis 2022) Dragman ist keine Autobiographie von Steven Appleby, wie es der Autor selbst in seinem Nachwort zum Buch formuliert. Dennoch enthält Dragman einige autobiographische Elemente seines Coming out als Transperson und seines Lebens in der trans /queer community.
Autorenporträt
Steven Appleby ist ein in Großbritannien lebender Karikaturist und Illustrator. Er hat über 20 Bücher veröffentlicht; seine Bilder wurden mehrfach ausgestellt. Sein Comic "Captain J. Star" wurde mit dem Max und Moritz-Preis ausgezeichnet. In Deutschland veröffentlichte er in: "Die Zeit" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In Großbritannien publiziert er in: "The Guardian"; "The Times"; "The Observer"; "The Sunday Telegraph". Seit 2007 lebt er offen als Transfrau. Er ist verheiratet, hat zwei Söhne und drei Stiefsöhne.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Nicht weniger als ein "Meisterwerk" sieht Rezensentin Martina Knoben in diesem Comic des britischen Karikaturisten Steven Appebly. "Dragman" erzählt als Superhelden-Parodie von August Crimp, der Wahnsinnskräfte entfaltet, wenn er sich Frauenkleider anzieht. Vor seiner Frau muss Dragman allerdings seine wahre Identität verleugnen, da sie seit ihrer Kindheit ein Superhelden-Trauma hat. Dass Appleby mit seiner Superhelden-Science-Fiction-Serienkiller-Story dabei die Genres so fluide durchstreift wie die Identitäten, lässt die Rezensentin vor Freude jubeln.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.07.2021

Keine Angst
vorm Fliegen
Transhelden, Doppelgängerinnen, Amphibienwesen:
Neue Comics erzählen von schillernden Identitäten
VON MARTINA KNOBEN
Dragman ist ein Superheld und kann fliegen – sobald er Frauenkleider anzieht. Eine Wissenschaftlerin baut sich einen Körper, mit dem sie in Parallelwelten reist, wo sie eine leidenschaftliche Affäre mit sich selbst beginnt. Und ein lesbisches Paar verwandelt sich zusammen mit einer Nichte in amphibisch-fischige Mischwesen, wenn sie ausgelassen spielen. Dass in dieser Zeit der Gender- und Identitätsdebatten, in der sogar Fußballfans die Regenbogenflagge wehen lassen, auffallend viele Comics mit queeren Charakteren erscheinen, kann niemanden wundern. Bemerkenswert ist deren Qualität: „Dragman“ von Steven Appleby ist ein Meisterwerk, ein so witziges wie kluges und menschliches Buch über die Selbstfindung einer Transperson – als Superhelden-Parodie. Wie ein Kammerspiel, aber ähnlich eigenwillig wirkt „Steinfrucht“, das Debüt der 27-jährigen Australierin Lee Lai, über eine queere Liebesbeziehung und komplizierte Familienverhältnisse. „Melek + ich“, der Erstling der 1993 geborenen Leipziger Künstlerin Lina Ehrentraut, verwendet Science-Fiction-Elemente und das Motiv des Körpertauschs für eine in jeder Hinsicht unerschrockene Selbstspiegelung.
Das Thema, das diese Bücher vor allem anderen verbindet, ist die Selbstliebe. Sie wird den queeren Figuren nicht geschenkt, erfordert Superkräfte oder technischen Support auf allerhöchstem Niveau. Bei „Melek + ich“ darf man die Selbstliebe dafür wörtlich nehmen: Die Ich-Erzählerin, eine Physikerin, hat eine Maschine gebaut, mit der sie in Parallelwelten reisen kann, außerdem einen Frauenkörper, den sie Melek nennt, in den sie ihr Bewusstsein transferiert. Mit dem Melek-Körper als „Schutzanzug“ reist sie in eine dieser parallelen Welten, trifft auf sich selbst und ist begeistert: „Wow, wow, wow!“. Ihre Alternativversion arbeitet als Barkeeperin, ist unordentlich und lebenslustig, in vielerlei Hinsicht das Gegenteil der Erzählerin. Diese beginnt einen Flirt mit sich selbst, auf den eine – recht explizit dargestellte – lesbische Liebesnacht folgt. Das klingt ziemlich irre, aber ist auch nicht fantastischer als die Liebe selbst.
Dass der Sex der Erzählerin mit sich selbst nicht peinlich wirkt, liegt an den Zeichnungen von Lina Ehrentraut. Die meisten sind schwarz-weiß und stark reduziert, die Reduktion auf Striche nimmt der Darstellung die pornografische Anmutung. Dabei ist die im positiven Sinn schamlose Darstellung enorm befreiend – lesbischer Sex wird so detailliert ausformuliert wie Heteroliebe. Auch formal ist „Melek + ich“ ausgesprochen divers: Zwischen die schwarz-weißen Strichzeichnungen sind immer wieder bunte Doppelseiten geschoben, entfesselt flächig gemalt in Knallfarben. Hier findet die Begeisterung über diese ultimativ queere Liebe, aber auch die Melancholie, die sie begleitet, ihren eigenwilligen Ausdruck. Das künstlerische Selbstbewusstseins dieser jungen Autorin ist bemerkenswert.
Die queeren Figuren werden von ihrer Umwelt nicht als Perverslinge oder Monster wahrgenommen, selbstverständlich genommen wird ihre Art zu sein und zu lieben aber auch nicht. Scham und Depressionen sind ständige Begleiter. In „Steinfrucht“ von Lee Lai, hat Bron, eine Transfrau und die Liebhaberin von Ray, mit dem erstickenden Schweigen in ihrer Herkunftsfamilie zu kämpfen, ihre Eltern sind fromme Christen, die weder über Brons Identität als Transperson, noch über ihre Liebe zu der „verrückten Chinesin“, wie sie Ray nennen, noch Brons psychische Probleme sprechen können. Ein zentrales Thema vieler Szenen dieses Comics ist die Einsamkeit: Auch Menschen, die sich nahe stehen, können über die wirklich wichtigen Dinge oft nicht miteinander reden. Sogar Bron und Ray sind füreinander häufig stumm.
Lee Lais Bilder wirken karg, Grautöne dominieren. Äußerlich passiert nicht viel in dieser Graphic Novel, aber unter der Oberfläche liegen Schlachtfelder. Kindliche, kreatürliche Lebensfreude und Unbeschwertheit finden Ray und Bron nur bei den regelmäßigen Ausflügen mit Rays junger Nichte Nessi. Wenn sie zusammen im Park Fangen spielen oder eine Höhle erkunden, verwandeln sich die ansonsten realistisch gezeichneten Figuren in amphibisch-fischige Monsterwesen – wild und frei kann ganz schön surreal und auch erschreckend sein. Die fischige Gestalt der Frauen erinnert an Filme wie „Der Schrecken vom Amazonas“ (1954), womit Lee Lai auf popkulturelle Traditionen anspielt: Von queerer Liebe konnte früher nur über solche Umwege gesprochen werden.
Auch „Dragman“ knüpft an Traditionen an, wenn Appleby seine Geschichte der Emanzipation einer Transperson mit einer Superhelden-Parodie verbindet. Tatsächlich wurden die Superhelden-Comics von jüdischen Zeichnern geprägt, Joe Shuster und Jerry Siegel zum Beispiel, die 1938 Superman erfanden, Bob Kane und Bill Finger mit Batman, auch Captain America, 1940, von Jack Kirby und Joe Simon hatte jüdische Väter. So weiß und (angeblich) heterosexuell alle diese Supermänner sind – die meisten führen ein Doppelleben, tragen in ihrem Zweitjob bunte, enganliegende Kleidung und haben in irgendeiner Form Ausgrenzung erlebt. Wenn Steven Appleby, der selbst als Transfrau lebt, seinen Helden nun Superkräfte verleiht, sobald der ein rotes Kleid mit Spaghettiträgern und hochhackige Stiefel anzieht, ist das eine konsequente Fortführung und Umdeutung der Superheldenfigur.
Queere Geschichten sind mittlerweile häufig (auch) Genre-Geschichten, das ist eine gute Nachricht, weil die sexuelle Orientierung der Helden nicht mehr allein im Mittelpunkt steht. Von schwulen Cowboys im Wilden Westen erzählt etwa Ralf König in seiner Lucky Luke-Hommage „Zarter Schmelz“ (SZ vom 8. Juli). Tillie Waldens „Auf einem Sonnenstrahl“ (SZ vom 15. März) ist feministische Science-Fiction und überhaupt so unbeschwert utopisch, wie das vielleicht nur jungen schwulen Zeichnern und Zeichnerinnen gelingt.
Dragman ist zerquälter. Er muss wie jeder Superheld die Welt retten, die so ultrakapitalistisch geworden ist, dass die Menschen ihre Seelen verkaufen. Eine zweifelhafte Erfindung lässt die Seelenlosen zu Robotern werden. In dieser Gesellschaft gilt ein Superheld, dessen Power von Frauenkleidung abhängt, allerdings doch wieder als Freak, weshalb Dragman die Superhelden-Lizenz entzogen wird. Seiner geliebten Frau Mary Mary kann Dragman von seinen Fähigkeiten nicht erzählen, weil sie nach einem Unfall in ihrer Kindheit ein Superhelden-Trauma hat. August Crimp, wie Applebys Held mit bürgerlichem Namen heißt, verleugnet also seine wahre Identität – wie so viele Transmänner und -frauen, Schwule und Lesben vor ihm. Dass er sich in seiner Jugend selbst für anomal hielt, erst spät seine Liebe zu Frauenkleidern ausgelebt hat, erzählt Appleby im Nachwort zu seinem Comic.
Sein Held Dragman wird durch eine Serie bestialischer Morde an Transfrauen gezwungen, sich seiner Aufgabe zu stellen – die natürlich vor allem darin besteht, er/sie selbst zu sein. „Dragman“ ist ein Superhelden-Science-Fiction-Serienkiller-Krimi, dessen Genre so fluide ist wie das Geschlecht seines Helden. Auch die Bilder scheinen zu flirren (oder zu zittern?), gezeichnet sind sie mit einem cartoonhaft-krakeligen Strich. Das Cartoonhafte gehört unbedingt dazu, es signalisiert den Spaß, den das Tragen von Frauenkleidern dem Helden und seinem Zeichner macht. Man möchte all diese Comics mit ihren queeren Utopien am liebsten über Ungarn und alle anderen Länder mit schwul-lesbisch-transfeindlicher Politik abwerfen wie Flugblatt-Propaganda. Oder einen Superhelden hinschicken, damit niemand mehr seine Seele verkauft und zum angepassten, scheinbar straighten Roboter wird.
Auch die alten Supermänner
führen ein Doppelleben und
tragen enganliegende Kleider
Lina Ehrentraut (Text und Zeichnungen): Melek + ich. Edition Moderne, Zürich 2021.
240 Seiten, 25 Euro.
Lee Lai (Text und
Zeichnungen):
Steinfrucht. Aus dem Englischen von Henrieke Markert. Avant Verlag, Berlin 2021.
232 Seiten, 28 Euro.
Der Cartoon-Stil gehört zum Thema: Seite aus Steven Applebys „Dragman“.
Foto: „Dragman“, Schaltzeit Verlag
Steven Appleby (Text und Zeichnungen): Dragman. Aus dem Englischen von Ruth Keen. Wasserfarben von Nicola Sherring. Schaltzeit, Berlin 2021. 336 Seiten, 29 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Max und Moritz-Preis 2022, bester internationaler Comic

"Ein Geniestreich!" Andreas Platthaus, F.A.Z.-Feuilleton

"Ein Meisterwerk, ein so witziges und menschliches Buch." Martina Knoben, Süddeutsche Zeitung. 13.7.21

"Hochkomisch und ernst zugleich." WDR5, Scala, 31.5.21

"Eine sehr fulminante Story." Deutschlandfunk -Kultur, 26.5.21

"Ein höchst origineller sowie tiefgründiger Comic." Süddeutsche Zeitung,Jürgen Moises, 28.4.21

"Für Dragman hat er [Steven Appleby] eine tragikomische, surreale Welt erschaffen, in der es um Geschlechter und ihre Rollen geht, ... und was wir entdecken können, wenn wir versuchen, an unsere eigene Superkraft zu glauben." DIE ZEIT WISSEN (Ausg.4/21), Sven Stillich

"Das Buch reicht heran an die ganz großen Graphic Novels." RBB-Radio Eins, Die Literaturagenten, Thomas Böhm, 30.5.21

"Fantastisch, aufregend, einfach bereichernd." NDR Kultur, Mathias Heller, 24.6.21

"Dragman ist ein großes Werk über Identität, Liebe und die menschliche Seele, das all diese Riesenthemen in eine Krimihandlung packt." Welt am Sonntag, Matthias Heine, 13.6.21

"Steven Applebys amüsant-bewegendes Buch basiert auf eigenen Erfahrungen." STERN, 5.8.

"Eine originelle Konkurrenz für Superman, Spiderman und Co." Heilbronner Stimme, 7.8. (chf)

"Emotional auf den Punkt." Comicecke 29.5.21

"Dragman ist ein aktueller, starker Comic zum Thema Transgender, und eine zeitlose, gelungene Superheldengeschichte - und dabei stets unterhaltsam, witzig und berührend." Die Zukunft - Science & Fiction, 25.5.21

"Dragman ist eine vielschichtige Mischung aus Superhelden-Parodie, Identitätssuche, Thriller, Beziehungsdrama und Emanzipationsgeschichte." Tagesspiegel, Barbara Buchholz, 14.6.21

"Doch zuerst einmal ist der voluminöse, gleichwohl leichtfüßige Band eine sagenhaft unterhaltsame Superhelden-Saga. [...] Mit seiner hochkomplexen Erzählstruktur kann sich "Dragman" durchaus mit den kanonischen Meisterwerken des Genres wie Alan Moores "Watchman" oder Frank Millers "The Dark Knight Returns" messen." Kölner Stadtanzeiger, Christian Bos

"Dragmans wahre Superkräfte bestehen darin, sich zu seiner Identität offen und ehrlich zu bekennen. Das allein erfordert überirdische Kräfte." Berliner Zeitung 30.5.21

"Vom Storyboard bis zur grafischen Gestaltung ein Vergnügen." Die Presse am Sonntag, Wien, 9.5.21

"Ein originelles Buch, das Mutmachen kann,man selbst zu sein. Profil, Juni (23)

"Dragman ist alles und überhaupt großartig und sozial engagiert sowieso." Kurier, (Österreich) 8.5.21
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