Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug - Bollmann, Stefan
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"Lesen ist immer gefährlich, weil es klüger macht. Männer haben mit klugen Frauen oft Probleme. Das darf uns nicht abschrecken! Und wir sind viele. Das zeigt diese Bildersammlung ..." Elke Heidenreich Stefan Bollmann nimmt uns mit auf einen Spaziergang zu den schönsten Bildern lesender Frauen, zu Lebenskünstlerinnen, Müßiggängerinnen, Verführerinnen, Vorleserinnen und vielen anderen gefährlich klugen Frauen, die Maler und Malerinnen wie Velázquez, Degas, Liebermann, Vallotton, de Lempicka, Hopper u. v. a. ins Bild gesetzt haben.…mehr

Produktbeschreibung
"Lesen ist immer gefährlich, weil es klüger macht. Männer haben mit klugen Frauen oft Probleme. Das darf uns nicht abschrecken! Und wir sind viele. Das zeigt diese Bildersammlung ..." Elke Heidenreich
Stefan Bollmann nimmt uns mit auf einen Spaziergang zu den schönsten Bildern lesender Frauen, zu Lebenskünstlerinnen, Müßiggängerinnen, Verführerinnen, Vorleserinnen und vielen anderen gefährlich klugen Frauen, die Maler und Malerinnen wie Velázquez, Degas, Liebermann, Vallotton, de Lempicka, Hopper u. v. a. ins Bild gesetzt haben.
  • Produktdetails
  • Insel Taschenbücher Nr.4328
  • Verlag: Insel Verlag; Sandmann, München
  • Best.Nr. des Verlages: 36028
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 128
  • 2014
  • Ausstattung/Bilder: 128 S. m. Farbillustr. 190 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 119mm x 17mm
  • Gewicht: 180g
  • ISBN-13: 9783458360285
  • ISBN-10: 345836028X
  • Best.Nr.: 40874098
Autorenporträt
Stefan Bollmann, geb. 1958, studierte Germanistik, Theaterwissenschaften, Geschichte und Philosophie. Er promovierte mit einer Arbeit über Thomas Mann. Er arbeitet als Lektor, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher in München.
Rezensionen
"Wer schön sein will, muss lesen!"
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Besprechung von 05.11.2010
Buch der Erkenntnis
Warum Stefan Bollmanns „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ so erfolgreich ist
München – Eine sitzt am Fenster und blickt sehnsuchtsvoll hinaus auf die Stadt, auf ihren Knien liegt ein aufgeschlagenes Buch. Eine andere hat die Bücher gleich stapelweise aus den Regalen einer Bibliothek gezogen und über dem Schmökern in einem dicken Atlas die ganze Unordnung vergessen, die sie auf dem Tisch angerichtet hat. Die dritte starrt in einer dunklen Nacht verträumt den Vollmond an, den aufwühlenden Roman hat sie auf die Fensterbank gelegt. Und dann ist da eine vierte Frau, die wie hingeworfen auf dem Boden liegt. Ihr Ehemann hält ein zerknülltes Stück Papier in der Hand, den Liebesbrief eines anderen Mannes. Schuld an ihrem Ehebruch ist die verführerische Lektüre, die auf dem Stuhl liegt: Balzac.
In Stefan Bollmanns Buch stehen die weiblichen Leser im Mittelpunkt, und sie sind nicht zu stoppen: Sie lesen, wann und wo immer es möglich ist. Mal hinter dem Rücken der Gouvernante, mal bei der Hausarbeit, mal spätnachts im Frauenzimmer. Schon zum zweiten Mal beschäftigt sich der Autor aus München mit diesem Thema. Für sein Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ hat der 52-Jährige rund 50 Gemälde bekannter und weniger bekannter Maler zusammengetragen, hat ausführlich deren Geschichte recherchiert und sie amüsant aufgeschrieben.
„Ich lese leidenschaftlich gerne“, sagt Stefan Bollmann – kein Wunder: Er hat über Thomas Mann promoviert, was einige Lesearbeit voraussetzt, und arbeitet als Lektor bei einem großen Münchner Verlag. „Aber ich liebe auch die bildende Kunst.“ Als passioniertem Museumsbesucher sind Bollmann vor rund zehn Jahren erstmals die vielen Gemälde aufgefallen, auf denen Menschen beim Lesen gezeigt werden. „Bis ins 18. Jahrhundert hinein sind es vor allem Männer. Doch im 19. Jahrhundert wurden plötzlich in großer Zahl lesende Frauen abgebildet“, sagt er. „Ich fand es interessant und spannend, dem einmal nachzugehen.“
Aus diesen Recherchen entstand vor fünf Jahren Bollmanns erstes Buch, „Frauen, die lesen, sind gefährlich“. Und es wurde ein Bestseller: im Buchladen überaus beliebt, in 16 Sprachen übersetzt. „Ein Indiz dafür, dass wir einen Nerv getroffen haben“, sagt Bollmann. Die Idee des Sandmann-Verlags, spannende und wichtige Themen hübsch zwischen Buchdeckel zu packen, lockt vor allem Leserinnen.
Im Folgeband hat sich Stefan Bollmann mit den Ursachen und Folgen wissbegieriger Frauen auseinandergesetzt. Während die Männer seit jeher uneingeschränkt unterwegs sein konnten, mussten die Frauen zu Hause bleiben und sich um Küche und Kinder kümmern. Doch schon bald konnten sie sich die spannende Welt vor ihren Fenstern kurzerhand in die Wohnung holen: Romane wie „Die Leiden des jungen Werther“ schlugen im 18. Jahrhundert vor allem Frauen in ihren Bann. Bald fragten sich die Männer, ob die Damenwelt durch all die aufregenden Geschichten nicht etwa auf gefährliche Ideen kommen könnte.
Natürlich war genau dies der Fall. „Schon allein die Tatsache, dass Frauen die Hausarbeit liegen ließen, um ein Buch zu lesen, bedeutete damals ja eine kleine Revolte“, sagt Stefan Bollmann. Und es war nur der Anfang: Eine Frau, die liest, erfährt Neues. Sie vergleicht die Lebenssituationen anderer mit ihrer eigenen. Sie fragt sich: Wie will ich eigentlich leben? Und kommt schließlich zu der umstürzlerischen Erkenntnis, dass sie anders leben will als bisher.
„Die Leselust war eine Initialzündung der Emanzipation“, glaubt Stefan Bollmann. Dass es allerdings keine Frau war, sondern ein Mann, der sich des Themas angenommen hat, hat bei Lesungen manche Zuhörerin verwirrt. „Aber ich glaube, dass daraus eine produktive Spannung entsteht“, meint er. „Abgesehen davon halte ich den Unterschied zwischen Mann und Frau nicht gerade für unüberbrückbar.“
Christina Warta
„Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“, Elisabeth Sandmann Verlag, 19,95 Euro
Schwerwiegende
Entdeckung als
Museumsbesucher
Lese die frei! Im 19. Jahrhundert begannen Frauen das Buch zu entdecken, und dadurch auch eine neue, oft lebenswertere Welt. Foto: Sandmann Verlag
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Besprechung von 27.11.2010
Entrückung, Verzückung, Vertiefung: Und wieder lesen die Frauen

Nichts kann die passionierte Leserin aus ihrer Lektüre reißen, ihr Blick ist ganz auf die Welt hinter den Zeilen gerichtet. Die einzige Störung wäre die Zigarettenasche auf dem feinen Stoff des Kleides. Dem ist vorgebeugt: Mit koketter Diskretion hält die Lesende von Federico Faruffini den Glimmstengel. Fast scheint es, als wolle sie ihn verbergen. Und birgt nicht auch die Lektüre grundsätzlich heimliche Genüsse?

Frauen, die lesen, sind seit Jahrhunderten beliebte Motive in der Kunst - und spätestens seit Stefan Bollmanns Bildanthologie "Frauen, die lesen, sind gefährlich" von 2005 auch auf vielen Beistelltischen zu Hause. In seinem mit essayistischen Kommentaren durchsetzten Folgeband durchforstet Bollmann nun erneut die Kulturgeschichte des weiblichen Lesens. Mit literarischer Verve zeigt er, wie Frauen die ihnen zugedachte Rolle - das Heim hüten, Beten, Konversation treiben - mit und durch Texte erfüllen. Lesen stellt still, macht aber auch frei: Zwischen den Buchdeckeln entdeckt die Damenwelt ihrerseits Welten, die Sehnsüchte wecken und ausmalen. Und manchmal ist es nur ein Schritt von den Traumreichen der Fiktion zur Landkarte der Utopie.

In Bollmanns Zusammenstellung wird außerdem klar: Lesende Frauen besitzen Anmut und Anziehungskraft. Die Ablenkung der Lektüre prädestiniert sie für die Darstellung: Der Aufmerksamkeit für ihre Umgebung beraubt, lassen sie bereitwillig die Blicke über sich gleiten. Eine der schönsten Räklerinnen zeigt Henri Cartier-Bressons Fotografie von 1967, betitelt "Martines Beine". Das Szenario macht deutlich: Die lesende Frau fungiert in der Kunst - trotz reger Geistestätigkeit - vor allem als Objekt des Betrachters.

Zwei Werke durchbrechen die Logik der Zurschaustellung: einmal in der Präsentation des Alters, wie es das Selbstbildnis von Anna Dorothea Therbusch vorstellt. Deren kluges Gesicht ist ebenso zerknittert wie ihr seidener Rock. Und dann mit kritischer Laszivität, wie sie Maria Magdalena verkörpert. Johannes Paulus Moreelse hat sie gemalt, mit verärgertem Blick, als wolle sie dem Betrachter für seine Indiskretion einen Rüffel erteilen. Solche Widerspenstigkeit muss man sich schon gefallen lassen, wenn man Lesende betrachtet. (Stefan Bollmann: "Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug". Verlag Elisabeth Sandmann, München 2010. 136 S., zahlr. Abb., geb., 19,95 [Euro].)

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Dies ist ein Fortsetzungsband. Im ersten versammelte Stefan Bollmann Bilder von Frauen, die lesen, und kommentierte das klug. Jetzt tut er es wieder, und wiederum sieht und liest Sophie von Maltzahn das gern. Meist freilich, da gibt es kein Vertun, sind das Blicke von Männern auf Frauen, deren Versunkenheit dem nie ganz unschuldigen Blick gerade recht kommt. Ausnahmen gibt es auch, so von Maltzahn, etwa das Selbstporträt von Anna Dorothea Therbusch. Gelobt wird die Auswahl und auch die "literarische Verve" der kurzen begleitenden Essays von Bollmann.

© Perlentaucher Medien GmbH