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Der Band veröffentlicht erstmals die Briefe zwischen Theodor Storm und seinem zweitältesten Sohn vollständig und völlig unzensiert. Ernst Storm erweist sich in ihnen als willensschwacher Hypochonder, der einem ausschweifenden Studentenleben huldigte und der seinem Vater bis in die Berufsjahre als preußischer Amtsrichter durch Schuldenmacherei und Alkoholexzesse große Sorgen bereitete.Die Briefe der späten 1860er und der frühen 1870er Jahre lassen erkennen, in welchem Teufelskreis von mangelnder schriftstellerischer Produktivität, finanziellen Sorgen, Überängstlichkeit und psychosomatischen…mehr

Produktbeschreibung
Der Band veröffentlicht erstmals die Briefe zwischen Theodor Storm und seinem zweitältesten Sohn vollständig und völlig unzensiert. Ernst Storm erweist sich in ihnen als willensschwacher Hypochonder, der einem ausschweifenden Studentenleben huldigte und der seinem Vater bis in die Berufsjahre als preußischer Amtsrichter durch Schuldenmacherei und Alkoholexzesse große Sorgen bereitete.Die Briefe der späten 1860er und der frühen 1870er Jahre lassen erkennen, in welchem Teufelskreis von mangelnder schriftstellerischer Produktivität, finanziellen Sorgen, Überängstlichkeit und psychosomatischen Symptomen Theodor Storm steckte. Darüber hinaus wird deutlich, wie Storms großes Lebensprojekt scheiterte, seine Kinder zu erfolgreichen Bildungsbürgern und zu gleichberechtigten Gesprächspartnern zu erziehen.In den Briefen der späten 1870er und 1880er Jahre kommen die Ängste Storms zum Ausdruck, die von der Syphiliserkrankung seiner beiden anderen Söhne verursacht wurden. Hans, der Älteste, scheitert beruflich und stirbt an den Folgen des Alkoholismus; Karl, der dritte Sohn Storms, kann den Ansprüchen seines Vaters nicht genügen und schlägt sich mehr schlecht als recht mit Musikstunden durchs Leben.Die Briefe erlauben es dem Leser, die Zeit in Hademarschen (1880-1888) nüchterner als bisher zu beurteilen. Uns tritt kein altersweiser Schriftsteller entgegen, der von Amtspflichten entbunden eine letzte produktive Phase erlebt, sondern ein von schwerer Krankheit und den Sorgen um die Familie gezeichneter alter Mann, der ständig an seiner schöpferischen Kraft zweifelt.Dennoch bietet der Briefwechsel faszinierende Einblicke in die Entstehung von Storms Spätwerk, das mit den Problemen des Familienlebens eng verknüpft ist.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schmidt (Erich), Berlin
  • Seitenzahl: 450
  • Erscheinungstermin: Juli 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 230mm
  • Gewicht: 670g
  • ISBN-13: 9783503098156
  • ISBN-10: 3503098151
  • Artikelnr.: 22864850
Autorenporträt
Storm, TheodorTheodor Storm (1817-1888) ist der bekannteste Vertreter des bürgerlichen Realismus aus dem norddeutschen Raum. Als Lyriker wie auch als Novellenautor veröffentlichte er zahlreiche Werke, die in den Kanon der deutschen Literatur eingegangen sind. »Der Schimmelreiter« ist sein berühmtestes Werk.Westphal, GertGert Westphal, geboren 1920 in Dresden, arbeitete als Schauspieler, Sprecher sowie als Theater- und Opernregisseur. Für seine Rundfunklesungen der Werke von Theodor Fontane, Johann Wolfgang von Goethe und Thomas Mann erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis und wurde von der ZEIT zum »König der Vorleser« gekürt. Er starb im November 2002 in Zürich.
Rezensionen
"So ist dieser Briefwechsel als Dokumentation einer Eltern-Kind-Beziehung in der Storm-Familie zugleich eine "Innenansicht des deutschen Bildungsbürgertums" (Heinrich Detering) im 19. Jahrhundert. Storms Texte können solcherart sozialpsychologisch neu verstanden werden. Eine fundierte Einführung, ein Personenregister sowie eine äußerst umfangreicher und kenntnisreicher Kommentar runden den Band ab.

Wolfgang Backe

Kieler Nachrichten, 26.09.2007, 20070926