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Both a revealing self-portrait and a dramatic, invented chronicle of Hemingway's final African safari, this fictional memoir recounts the splendor of daily life in Kenya and tells of his love affair with a young African woman.

Produktbeschreibung
Both a revealing self-portrait and a dramatic, invented chronicle of Hemingway's final African safari, this fictional memoir recounts the splendor of daily life in Kenya and tells of his love affair with a young African woman.
  • Produktdetails
  • Verlag: TOUCHSTONE PR
  • Scribner PB Fic
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: Juli 2000
  • Englisch
  • Abmessung: 203mm x 134mm x 17mm
  • Gewicht: 336g
  • ISBN-13: 9780684865720
  • ISBN-10: 0684865726
  • Artikelnr.: 21762388
Autorenporträt
Ernest Hemingway did more to change the style of English prose than any other writer of his time. Publication of The Sun Also Rises and A Farewell to Arms immediately established Hemingway as one of the greatest literary lights of the twentieth century. His classic novel The Old Man and the Sea won the Pulitzer Prize in 1953. Hemingway was awarded the Nobel Prize for Literature in 1954. His life and accomplishments are explored in-depth in the PBS documentary film from Ken Burns and Lynn Novick, Hemingway. Known for his larger-than-life personality and his passions for bullfighting, fishing, and big-game hunting, he died in Ketchum, Idaho on July 2, 1961.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.10.1999

Bier am Kilimandscharo
Selbstverflüssigung: Hemingways "Die Wahrheit im Morgenlicht"

Dass die Zeitschrift "Look" Hemingways Safari-Bericht nicht brachte, obwohl sie ihn bestellt hatte, dürfte einen ganz plausiblen Grund haben: Er ist nie fertig geworden. Von 1954 bis in sein Todesjahr 1961 laborierte Hemingway bei schwindenden Kräften an einem Text, der sich von einer Reportage-Serie zu einem riesigen Romanfragment auswuchs. Fast 850 Seiten umfasste schließlich das Manuskript. Es sollte nach Hemingways Willen wie andere unfertige Arbeiten und seine Briefe unveröffentlicht bleiben. Nun erscheint zu seinem hundertsten Geburtstag nicht zum ersten, aber - wie der amerikanische Verleger beteuert - zum letzten Mal ein Buch aus Hemingways posthumer Produktion; einige Kapitel daraus hatte seine Witwe, Mary Welsh Hemingway, schon Anfang der siebziger Jahre in "Sports Illustrated" publizieren lassen. Sein Sohn Patrick hat nun als Herausgeber die Textmassen auf rund die Hälfte ihres ursprünglichen Umfangs zusammengestrichen. Damit ist "Die Wahrheit im Morgenlicht" immer noch fast doppelt so dick wie "Die grünen Hügel Afrikas" (1935). An seinem Vorbild sollte man das neue Buch nicht messen. Es ist der ehrgeizige und ausufernde Versuch, dem früheren Buch in Vitalität und Plastizität noch einmal nahe zu kommen. Tatsächlich aber war dem liegen gebliebenen Konvolut mit keiner Art von "Kondensation" zu helfen.

In Hemingways erstem Safaribuch heißt es gegen Ende: "Ich erkannte ein gutes Land, wenn ich eines sah. Hier gab es Wild, eine Menge Vögel, und ich mochte die Eingeborenen. Hier konnte ich fischen und jagen. Das und schreiben und lesen und Bilder ansehen war alles, was ich gern tat." Solche Sätze sind es, die von Hemingway-Lektüren haften bleiben. Zwanzig Jahre später sehen wir Hemingway in Afrika wieder das meiste von dem tun, was er schon damals gern tat. Er jagt also wieder und liest im Zelt Simenon und mag die Eingeborenen noch immer. Unter Duldung der mitreisenden Ehefrau Mary hat sich Hemingway nebenbei mit einer Einheimischen verlobt. Die biografisch nicht verbürgte Episode ist geeignet, die Neugier einer ohnehin mehr auf den Mann als auf das Werk fixierten Leserschaft anzustacheln. An Debba, der Geliebten, meint der Sohn und Herausgeber, erkenne man, dass der alte Vorwurf, Hemingway könne keine Frauen darstellen, unberechtigt sei. Das ist kühn, denn die Kommunikation mit Debba beschränkt sich zumeist auf den monoton hervorgebrachten Satz "No hay remedio". Und die angestammte Ehefrau, wenn sie das dümmlich tirilierende Geschöpf war, das uns hier begegnet, muss Hemingways Siechtum nachhaltig befördert haben.

Es ist leider alles noch schlimmer. Hemingway kann in diesem Buch nicht nur keine Frauen darstellen. Er hat auch weitgehend die Fähigkeit verloren, alles andere darzustellen. Viel spannungsloser kann man eigentlich nicht schreiben, viel detailverliebter auch nicht. Breit und zäh dehnt sich das Safaritreiben auf der kenianischen Hochfläche aus, und Hemingway addiert die Belanglosigkeiten aller Tage mit einem Eifer, als komme am Ende vielleicht dem Realismus doch noch die Metaphysik zu Hilfe. Das tatsächliche Drama, auf das die Safari zusteuert, liegt außerhalb des Erzählten. Zweimal ist Hemingway wenig später am Kilimandscharo mit dem Flugzeug abgestürzt und hat dabei schwere Verletzungen erlitten, von denen er sich nie mehr völlig erholte. Wie zum Trotz begann er noch als Rekonvaleszent und ohne die Hilfe von Tagebuchnotizen mit der Arbeit an seinem Safaribericht. Was ihm an Konzentration und gestalterischer Kraft fehlte, wollte er offenkundig durch Ausdauer im Beschreiben wettmachen. Das Buch protokolliert so ziemlich jedes Gespräch, jeden Vorfall dieser Safari, aber keine der Einzelheiten gibt dem Ganzen Gestalt. Vielleicht wollte er nur noch einmal die heroische Geste des Hemingway'schen Schreibens wiederholen.

Jagen und Lesen blieben Hemingways bevorzugte Tätigkeiten auch bei seiner zweiten Safari. An die Stelle des Schreibens, das er 1935 noch gleichberechtigt erwähnte, ist, wie es scheint, das Trinken getreten. Und ein unablässiges Reden über Getränke: "G. C. und ich", heißt es ein für viele Male, "tranken fast immer Bier zum Frühstück, falls wir nicht gerade einen Löwen jagten. Bier vor oder zum Frühstück war eine feine Sache, aber es machte einen langsamer, wenn auch vielleicht nur um eine tausendstel Sekunde." Nicht der Alkoholkonsum ist in Hemingways nachgelassener Prosa zu tadeln, sondern der kümmerliche literarische Gebrauch, den der Autor von ihm macht. Das Pathos des Trinkers hat der Pathologie des Alkoholikers Platz gemacht. Er trinke, bemerkt der Autor fast schon im Stile der Jägermeister-Reklame, Bier am liebsten frühmorgens, weil in Afrika Bier nur morgens kalt sei. Das sind zwar auch Sätze, an die sich der Hemingway-Leser erinnern wird, ebenso wie an die Feststellung, dass am Kilimandscharo Gin fast wie Wasser schmeckt. Aber lieber wäre einem der Eindruck erspart geblieben, dass sich einer der Protagonisten literarischen Heldentums bloß noch schützend vor den eigenen Durst stellt.

Diese Prosa ist nicht mehr lakonisch, sie ist überwiegend banal. Sie nährt Joan Didions Einwand, Hemingways allerletztes Buch bestehe aus Wörtern, die zwar "hingesetzt, aber noch nicht geschrieben" sind. Der Verflüssigung von literarischer Substanz zuzusehen, macht, anders als Biertrinken, keinen Spaß. Literatur sei Architektur und nicht Inneneinrichtung, hat Hemingway bekanntlich postuliert. Mit diesem Buch könnte man nicht einmal eine Trinkhalle möblieren.

CHRISTOPH BARTMANN

Ernest Hemingway: "Die Wahrheit im Morgenlicht. Eine afrikanische Safari". Herausgegeben und mit einem Vorwort von Patrick Hemingway. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Werner Schmitz. Rowohlt Verlag, Reinbek 1999. 464 S., geb., 45,- DM.

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