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Die Antwort auf Buebs "Lob der Disziplin!"
Obwohl Lehrkräfte Schwerstarbeit leisten, scheitern immer mehr Kinder am Bildungsprozess. Bestsellerautor Joachim Bauer macht deutlich, welche Perspektiven sich aus aktuellen neurobiologischen Forschungen ergeben: Disziplin kann allein nichts ausrichten. Wer in Schülern Motivation und Lust am Lernen wecken will, muss gelingende Beziehungen mit ihnen gestalten. Ein notwendiges Buch für Eltern, Lehrer und Politiker!…mehr

Produktbeschreibung
Die Antwort auf Buebs "Lob der Disziplin!"

Obwohl Lehrkräfte Schwerstarbeit leisten, scheitern immer mehr Kinder am Bildungsprozess. Bestsellerautor Joachim Bauer macht deutlich, welche Perspektiven sich aus aktuellen neurobiologischen Forschungen ergeben: Disziplin kann allein nichts ausrichten. Wer in Schülern Motivation und Lust am Lernen wecken will, muss gelingende Beziehungen mit ihnen gestalten. Ein notwendiges Buch für Eltern, Lehrer und Politiker!
  • Produktdetails
  • Heyne Bücher Nr.60083
  • Verlag: Heyne
  • 8. Aufl.
  • Seitenzahl: 143
  • Erscheinungstermin: November 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 118mm x 13mm
  • Gewicht: 123g
  • ISBN-13: 9783453600836
  • ISBN-10: 3453600835
  • Artikelnr.: 23817063
Autorenporträt
Prof. Dr. med. Joachim Bauer lehrt als Universitätsprofessor an der Universität Freiburg. Er ist Arzt für Innere Medizin, Arzt für Psychosomatische Medizin sowie Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte zahlreiche Sachbücher.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.08.2008

Dem Ausgebranntsein wirkungsvoll vorbeugen

Studien zur Lehrergesundheit und zu den psychosozialen Bedingungen des Schulalltags widmen sich nicht nur den Symptomen der seelischen Leiden, die sich bei männlichen und weiblichen Lehrern unterschiedlich zeigen, sondern auch der Prävention und bestimmten Persönlichkeitsprofilen des Lehrernachwuchses. So hat der Potsdamer emeritierte Psychologe Uwe Schaarschmidt bei seiner Lehrerstudie festgestellt, dass viele Lehramtsstudierenden ihr Studium mit problematischen Eingangsvoraussetzungen beginnen. Sie verfügten nur über eine eingeschränkte Widerstandskraft, wiesen Defizite in der sozial-kommunikativen Kompetenz oder beim Selbstvertrauen auf. Solche Persönlichkeitsmerkmale ließen sich während der Ausbildung nicht oder kaum wettmachen, meint Schaarschmidt. Er plädiert deshalb für die Überprüfung der Eignungen und Anforderungen schon vor Beginn des Studiums. Zu den beruflichen Grundvoraussetzungen zählt er emotionale Stabilität, eine "aktivoffensive Haltung" gegenüber den Anforderungen des Lebens und Stärken im sozialkommunikativen Bereich. Schaarschmidt hat deshalb eine Diagnostik für die Eignung des Berufs entwickelt.

Joachim Bauer, Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern, Hoffmann und Campe Verlag 2007

Uwe Schaarschmidt, Ulf Kieschke (Hrsg.), Gerüstet für den Schulalltag: Psychologische Unterstützungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer, Beltz Verlag, Weinheim 2007

Uwe Schaarschmidt, Ulf Kieschke (Hrsg.), Halbtagsjobber? Psychische Gesundheit im Lehrerberuf - Analyse eines veränderungsbedürftigen Zustandes, Beltz Verlag, Weinheim 2005

Hillert/Schmitz (Hrsg.), Psychosomatische Erkrankungen bei Lehrerinnen und Lehrern. Ursachen, Folgen, Lösungen, Schattauer Verlag 2004

Meike Landmann, Entspannt durch den Schulalltag. Selbst- und Stressmanagement für Lehrerinnen und Lehrer, Vandenhoeck & Ruprecht 2008

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 01.06.2007

Noch ein Lob
Der Arzt und Therapeut Joachim Bauer über die Schule
Die Schule ist beliebtes Ausflugsziel für Forscher, Reporter und Publizisten geworden. Sie wird vermessen, bereist und bestaunt. Als abenteuerliche Fahrten in ein Krisengebiet bewerben Verlage Hasschriften auf Lehrer, Anti-Gewalt-Fibeln, Pisa-Trainings und Pädagogik-Tipps. Dazwischen tummeln sich Jeremiaden und Beschwörungen alter Werte, wie Bernhard Buebs (kommerziell, aber nicht unbedingt gedanklich) ertragreiches „Lob der Disziplin”. Der Erfolg ermuntert Nachahmer, und seien es solche, die sich nur den Titel leihen, um Bueb kurz zu widersprechen und sodann mit eigenen Stiefeln durch die Schulwelt zu stapfen. So macht es der Freiburger Medizinprofessor und Psychotherapeut Joachim Bauer. Wenn Bueb von der Jugend mehr Respekt einfordere, sei das zu einfach, schreibt er. Bueb vernachlässige die Voraussetzungen dieser Tugend.
Geht es um „Voraussetzungen”, zeigt sich Bauer gern als Naturwissenschaftler. Nötig sei eine „Neurobiologie der Schule”, schreibt der Mediziner, der in einem anderen Buch eine natürliche Veranlagung des Menschen zur Kooperation behauptet. Im neuen Buch postuliert er (und wer wollte ihm da widersprechen?), dass ein Kind kein Aktenordner ist, in das man Blatt für Blatt Wissensseiten einheften kann, sondern ein Wesen aus Fleisch und Blut, mit Herz und Verstand. Entscheidend seien daher „das Lernen befördernde Beziehungen”.
Vorsicht mit der Aktentasche!
Man fragt sich, ob für diese Einsicht biologische Grundlagenforschung nötig ist. Bauers Bemühen, sich als Experte in Stellung zu bringen, wirkt hier überzogen – es reicht doch aus, dass er seit Jahren die (psychische) Gesundheit von Lehrern untersucht und in Zusammenarbeit mit Lehrerverbänden Hilfe für geplagte und vom Burn-out bedrohte Pädagogen anbietet. Lässt man die Exkurse zu Genen und Hormonen beiseite, ist das Buch ein Plädoyer, Kinder durch mehr Anteilnahme und Ermutigung für das Lernen zu gewinnen. Es ist nicht etwa eine Affirmation des Bestehenden, es ist (jenseits der dem Marketing dienenden Anspielung auf Bueb) ein Lob auf das Prinzip des Lernens. Bauer kritisiert die Hetze im Schulalltag, die „Stoppuhr- und Metermaßmentalität” im Sportunterricht, die Vernachlässigung musischer Bildung, die fehlende Anerkennung für die „Schwerstarbeit”, die Lehrer leisten. Das alles ist nicht neu, benennt aber im flotten Überblick wichtige Probleme.
Nicht das Maß an Strenge oder Liberalität, so der Autor, entscheide darüber, ob ein Unterricht gut ist, sondern die Frage, ob der Lehrer „Kontakt mit den Schülern herstellen und ihre Aufmerksamkeit binden kann”. Bauer gibt den Pädagogen ein paar Empfehlungen mit auf den Weg, die zwar recht simpel klingen, aber leider von vielen missachtet werden, zum Beispiel: „Verhuschen Sie den Stundenbeginn nicht” und „Ruinieren Sie ihn nicht mit Formalien”! Ein Lehrer, der erst minutenlang umständlich in seiner Tasche kramt, nach fehlenden Schülern fragt und Geld für den Wandertag einsammelt, lädt zum Abschalten ein, noch bevor der Unterricht überhaupt begonnen hat. TANJEV SCHULTZ
JOACHIM BAUER: Lob der Schule. Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007. 141 Seiten, 12,95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Durchaus zustimmen kann Rezensent Tanyev Schultz diesem Plädoyer des Arztes und Therapeuten Joachim Bauer, Kinder nicht durch mehr Disziplin zum Lernen zu bringen, sondern durch "Anteilnahme und Ermunterung". Auch dass umständliche Formalien (Geldsammeln für den Wandertag!) Schüler zum Abschalten bringen, findet Schultz absolut nachvollziehbar. Was er überhaupt nicht versteht, ist, dass Autor Bauer sich hier nicht einfach mit seinem gesunden Menschenverstand oder seiner pädagogischen Erfahrung argumentiert, sondern so bemüht wissenschaftlich fundiert mit "Genen und Hormonen".

© Perlentaucher Medien GmbH