Untouched - Bourdin, Guy
55,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
    Gebundenes Buch

Guy Bourdin was a groundbreaking image-maker and undoubtedly one of the most influential fashion photographers of the twentieth century. Intriguing and revolutionary, his work has achieved a cult-like following; the striking use of color, suggestive narratives, and surrealist aesthetics establishing a visual language all his own. Though best known for his color images, Bourdin launched his career in black and white in the early 1950s. Untouched explores this largely unseen work and gives insight into the early development of his photographic eye. The carefully constructed images, initially…mehr

Produktbeschreibung
Guy Bourdin was a groundbreaking image-maker and undoubtedly one of the most influential fashion photographers of the twentieth century. Intriguing and revolutionary, his work has achieved a cult-like following; the striking use of color, suggestive narratives, and surrealist aesthetics establishing a visual language all his own. Though best known for his color images, Bourdin launched his career in black and white in the early 1950s. Untouched explores this largely unseen work and gives insight into the early development of his photographic eye. The carefully constructed images, initially conceived as an exhibition series, reveal his artistic motivation years before he began working on assignments for French Vogue and Photo Femina. In both concept and composition, these photographs display his fascination with striking graphic layouts and narrative cinematic portraiture. Capturing people he encountered on the streets of Paris, Bourdin trained his eye to transcend the reality of the medium, developing a unique perspective through unconventional manipulations of the picture plane. Untouched is the first volume in a series of eight forthcoming books that explore the photographer's complete works.
  • Produktdetails
  • Verlag: Steidl
  • Seitenzahl: 255
  • Erscheinungstermin: 30. November 2017
  • Englisch
  • Abmessung: 307mm x 253mm x 32mm
  • Gewicht: 1810g
  • ISBN-13: 9783869309347
  • ISBN-10: 3869309342
  • Artikelnr.: 41944615
Autorenporträt
Guy Bourdin was born in Paris in 1928. His career as a fashion photographer spans over three decades, shooting largely for French Vogue as well as Harper's Bazaar, Chanel, Issey Miyake,
Versace, Charles Jourdan and Emanuel Ungaro. Today, Bourdin's work is held in the most prestigious museums including the Victoria and Albert Museum, Jeu de Paume, the Guggenheim and the National Museum of China. Bourdin died in 1991.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.09.2017

Frühe Schwermut
Guy Bourdin war für seine extravagante Modefotografie berühmt. Ein Bildband entdeckt nun seine Anfänge in Schwarz-Weiß
Der Bildband „Guy Bourdin, Untouched“ endet gewissermaßen dort, wo die Karriere Bourdins beginnt: im Schlachthof von Les Halles de Paris. Eine der letzten Fotografien des Buches zeigt eine elegante Dame mit dunklem Wagenradhut, dessen Krempe ein flaches Gesteck aus Blüten und Schleier ziert. Sie posiert vor den ausgeweideten Kadavern sechs toter Kaninchen. „Chapeau choc“ nannte Guy Bourdin diese Aufnahme, mit der er 1954 in der Pariser Modeszene einen veritablen Skandal auslöste. Das Enfant terrible Guy Bourdin war geboren und die Zeiten waren vorbei, da die französische Haute Couture ihre Kostüme nur weiter brav vor dem Eiffelturm ablichten ließ.
Von Mitte der Fünfzigerjahre an fotografierte Guy Bourdin für das Magazin Vogue und krempelte von hier aus zusammen mit seinem kongenialen Pendant Helmut Newton die Modefotografie um. Unter Bourdins extravaganter Handschrift verschmolzen Schönheit, Begierde, Sex, Tod, Vanitas zu den unwahrscheinlichsten Kompositionen. Immer schimmerte durch den grellen, poppigen Plastikglanz seiner oft surrealen Collagen ein geheimnisvolles Dunkel. Dieses postmoderne Vexierspiel zwischen Oberflächlichkeit und freudianischem Unterbau machte Bourdin zu einem der wichtigsten Fotokünstler seiner Zeit. Maßgeblich beeinflusste er Kollegen wie David LaChapelle, aber auch Popgrößen wie Madonna oder den Filmregisseur David Lynch.
Schlägt man den bei Steidl erschienenen Bildband „Guy Bourdin, Untouched“ auf, ist von diesem Eskapismus nichts zu spüren. Zu sehen sind zweihundert Fotografien, allesamt in Schwarz-Weiß, alle unaufgeregte, stille Beobachtungen. Der Band resultiert aus einer zufälligen Entdeckung im Nachlass des bereits 1991 verstorbenen Bourdin. Vergessen in einer Fotokiste, schlummerte unberührtes Material aus einer Zeit, in der sich Bourdin noch halb zur Malerei berufen fühlte. Die Aufnahmen aus den Jahren 1950 bis 1955 dokumentieren eine stetig zunehmende Vertrautheit mit dem Medium der Fotografie.
Bourdin findet seine Motive im Alltag. Er fotografiert am Strand, in Cafés, auf der Kirmes. Er sucht die einfachen Menschen – aber ohne die humanistische Agenda seiner Pariser Fotografenzeitgenossen, wie etwa Robert Doisneau. Mit ihnen teilt Bourdin allenfalls die Lust am Skurrilen – etwa wenn ein Hund vor einem Laden sitzt und zufrieden in die Kamera lächelt, während ein Menü im Hintergrund nahelegt, dass ihm wohl der Duft von gebratenem Hähnchen in der Nase hängt. Gleichzeitig wird vor dieser Schlichtheit augenfällig, welch großen Wert bereits der frühe Bourdin auf die Organisation seiner Bilder legte. Die Fotografien illustrieren ein immer freieres Experimentieren mit Strukturen, Formen und Raum.
Vermehrt interessiert ihn, als ein Teil dieser geometrischen Zergliederungsprozesse, auch der menschliche Körper. Sein Blick exponiert Beine, Köpfe, Rücken, fetischisiert sie. Hier fühlt man Bourdins Wurzeln im Surrealismus. Selbst aus einer Karussellfahrt gelingt es ihm, alle Bewegung zu tilgen und damit die symbolische Anlage seiner Bilder gegen jeden Anflug von Impressionismus zu feiern. Gerade in der Abwesenheit des später so charakteristischen Farbspiels offenbaren diese Fotografien damit die Grundlagen von Bourdins faszinierender Handschrift.
Dass es sich bei dem Band „Guy Bourdin, Untouched“ trotzdem um keine bloß genetische Auseinandersetzung mit dem Frühwerk handelt, liegt vor allem an den vereinzelten Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen. Guy Bourdin, der später so hemmungslos stilisierte und provozierte, bewahrt sich hier eine Art Schnappschuss-Effekt, erlaubt seinen Bildern eine Schwermut, die ohne ironische Distanz auskommt. Da blickt etwa ein kleiner Junge halb schüchtern, halb aufmüpfig in die Kamera. Er steht hinter einer Glastür und kaut auf seinem Daumen. Der fotografierende Bourdin erscheint als schwache Reflexion in dem Türfenster, das beide trennt und auf dem sie verschwimmen.
Es wirkt, als schaue er durch den Sucher in den Kopf des Kindes, auf dessen Sicht der Dinge und von dort zurück auf sich selbst. So hat man Bourdin noch nicht gesehen.
MAXIMILIAN SIPPENAUER
Pascal Dangin: Guy Bourdin, Untouched. Steidl Verlag, Göttingen 2017. 256 Seiten, 55 Euro.
Bourdin arbeitet gern mit
Strukturen, auch denen des
menschlichen Körpers
Skandal im Bauch von Paris. Als Szenerie für eine Modestrecke entscheidet sich Guy Bourdin 1954 gegen Idyllen an der Seine und schickt seine Modelle in die Schlachthöfe von Les Halles.
Foto:  Steidl Verlag
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr