12,99 €
12,99 €
inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
6 °P sammeln
ab 6,95 €
ab 6,95 €
inkl. MwSt.
Abo-Download
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum Hörbuch-Abo
6 °P sammeln
12,99 €
12,99 €
inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum verschenken
6 °P sammeln
Als Download kaufen
12,99 €
inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
6 °P sammeln
Abo Download
ab 6,95 €
inkl. MwSt.
Abo-Download
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum Hörbuch-Abo
6 °P sammeln
Jetzt verschenken
12,99 €
inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum verschenken
6 °P sammeln


  • Hörbuch-Download MP3

8 Kundenbewertungen

Heute kennt man Marcel Reich-Ranicki vor allem als wortgewaltigen Kritiker, der über viele Jahre mit der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" Literatur einem breiten Publikum nahe brachte. In seinen Memoiren lernt man ihn als einen Menschen kennen, dessen Schicksal eng mit dem bedrückendsten Teil der Geschichte dieses Jahrhunderts verknüpft ist. Wie Reich-Ranicki seine Kindheit in Polen schildert, seine Jugend im Berlin der Weimarer Zeit, die Erlebnisse seiner Deportation nach Polen, die Begegnung mit seiner Frau Tosia am Anfang des Krieges, das Warschauer Ghetto, die Rückkehr nach…mehr

Produktbeschreibung
Heute kennt man Marcel Reich-Ranicki vor allem als wortgewaltigen Kritiker, der über viele Jahre mit der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" Literatur einem breiten Publikum nahe brachte. In seinen Memoiren lernt man ihn als einen Menschen kennen, dessen Schicksal eng mit dem bedrückendsten Teil der Geschichte dieses Jahrhunderts verknüpft ist. Wie Reich-Ranicki seine Kindheit in Polen schildert, seine Jugend im Berlin der Weimarer Zeit, die Erlebnisse seiner Deportation nach Polen, die Begegnung mit seiner Frau Tosia am Anfang des Krieges, das Warschauer Ghetto, die Rückkehr nach Deutschland, das alles lässt nicht wieder los. Authentisch, unprätentios und fesselnd liest Marcel Reich-Ranicki selbst ausgewählte Passagen aus seinen Erinnerungen. (Laufzeit: 2h 10)

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D ausgeliefert werden.

Autorenporträt
Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war 1960 - 1973 ständiger Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und leitete 1973 - 1988 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. In den Jahren 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 - 1975 war er ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten von Stockholm und Uppsala, seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/1992 bekleidete er die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Seit 1988 leitete er das "Literarische Quartett" im Zweiten Deutschen Fernsehen.
Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: die Ehrendoktorwürde der Universitäten Uppsala, Augsburg, Bamberg und Düsseldorf, den Ricarda-Huch-Preis (1981), den Thomas-Mann-Preis (1987), den Bayerischen Fernsehpreis (1991), den Ludwig-Börne-Preis (1995), die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität (2007), den Henri Nannen Preis für sein journalistisches Lebenswerk (2008), die Ehrenmedaille für Literatur der Ludwig-Börne-Stiftung (2010), den Internationalen Mendelssohn-Preis (2011) sowie den Kulturpreis der B.Z. für sein Lebenswerk (2012).
Marcel Reich-Ranicki verstarb im September 2013.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.11.2021

Geschencke für den Kopf (Fortsetzung von Seite 22)
Jörg Häntzschel
EINE HERAUSFORDERUNG
B. Rosenberger Rosenberg hält sich für einen epochalen Filmkritiker, doch der echte Durchbruch fehlt noch. Umso größer sein Jubel, als er auf ein Jahrhundertwerk stößt: den drei Monate dauernden Stop-Motion-Film eines steinalten Outsider-Künstlers. Ein Genie entdecken ist fast so gut, wie selbst eines sein, erkennt Rosenberg listig. Doch dann geht es bergab. Der Drehbuchautor Charlie Kaufman („Being John Malkovich“) hat mit „Ameisig“ den seltsamsten Roman seit „Infinite Jest“ geschrieben. Charlie Kaufman: Ameisig. Hanser Verlag. 864 Seiten, 34 Euro.
EIN LIEBESBEWEIS
Die Tage werden kürzer, der Lockdown rückt näher, und Netflix und Amazon drängen einem jeden Abend dieselben leergeglotzten Gassenhauer auf. Dabei gibt es ja Alternativen. Die beste ist der Arthouse-Streamingdienst Mubi, wo eine Christian-Petzold-Werkschau mit den Filmen von Romy Schneider konkurriert und das südkoreanische Kino von 2021 mit dem ukrainischen von 1968: The gift that keeps on giving.
Mubi-Jahresabo. 69,99 Euro.
EIN GROSSER SPASS
Josef Parzefall und Richard Oehmann alias „Doktor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ haben endlich wieder eine CD gemacht, „Kasperl und der Kornkreis“. Es geht u.a. um Aliens im Freibad, das ist der Eskapismus, der jetzt hilft, Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Kasperl und der Kornkreis. Verlag Antje Kunstmann.
Helmut Mauró
EIN GROSSER SPASS
Bachs „Kunst der Fuge“ fasziniert Pianisten, ist aber auch gefürchtet. Schafft man es nicht, die einzelnen Stimmen gleichberechtigt auftreten zu lassen, verliert das Werk seinen Kern. Daniil Trifonov spielt es als hochvirtuoses, sinnliches Mitdenkstück. Dabei beginnt das Album mit scheinbar harmlosen Stücken von Bach-Söhnen, darunter Johann Christian – nicht nur für Mozart ein bedeutender Komponist.
Daniil Trifonov: The Art of Life. Deutsche Grammophon.
EINE WIEDERENTDECKUNG
In Wien erinnert eine Ausstellung an den Maler Amedeo Modigliani. Seine Verbindungen zu Picasso und Brâncuși sind hier belegt, auch Bezüge zur afrikanischen Kunst. Modiglianis Porträts überraschen: Erst erscheinen sie ausdruckslos, bei konzentrierter Betrachtung werden sie lebendig.
Modigliani. Revolution des Primitivismus. Hirmer Verlag. 216 Seiten, 39,90 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Der Begriff des Querdenkers war vor Kurzem noch durchweg positiv besetzt. So muss man auch Johann Georg Hamann verstehen, der mit polemischen Essays zu Aufklärung und Erkenntnismechanik seine Freundschaften mit Kant, Moses Mendelssohn und Friedrich Jacobi auf eine harte Probe stellte.
Johann Georg Hamann: Sokratische Denkwürdigkeiten. Wolken. Felix Meiner Verlag. 335 Seiten, 48 Euro.
Lothar Müller
EIN GROSSER SPASS
Wo Männer am Fuß einer waldigen Berglandschaft aus trichterförmig-ovalen Zinkbadewannen in den Himmel blicken, ist Ror Wolf nicht weit. Die Collagen des 2020 gestorbenen Schriftstellers in einem Kalender zu versammeln, ist eine gute Idee. Die Bilder ziehen den Blick von den Datenleisten am unteren Bildrand ab, locken ihn aus der Zeit heraus, hinein in Räume und vor allem Landschaften, in denen Termine nicht zählen. Die Figuren schweben über Ror Wolfs Prosafragmenten und kleinen Gedichten wie über Trampolinen. Ein ganzes Jahr lang.
Ror Wolf Kalender 2022. Verlag Schöffling & Co., 34 Euro.
EINE WIEDERENTDECKUNG
Der Geldverleiher, der diesem Roman aus dem Jahr 1842 den Titel gibt, heißt Abednego Osalez und entstammt einer jüdischen Familie aus dem spanischen Cadiz. Die judenfeindlichen Tiraden und Vorurteile, denen er in London ausgesetzt ist, haben ihr historisches Vorbild in den Attacken auf das Bankhaus Rothschild. Catherine Gore, im frühviktorianischen England eine bekannte Autorin, hat den jüdischen Geldverleiher erfunden, um mit den Mitteln eines Unterhaltungsromans voller Geheimnisse und Abenteuer Einspruch gegen den Antisemitismus ihrer Zeitgenossen einzulegen.
Catherine Gore: Der Geldverleiher. Die Andere Bibliothek. 470 Seiten, 44 Euro.
Laura Hertreiter
EINE WIEDERENTDECKUNG
Das Buch zum Jahr 2021, im Jahr 2010 veröffentlicht. Der Schriftsteller James Salter erzählt in „Dämmerung“ Geschichten von enttäuschten Hoffnungen, von Anwälten und Au-Pairs, Schauspielern und Verunfallten, Verlassenen und Kaputten in ihren verletzlichsten Momenten. Für alle, denen Melancholie Trost sein kann. James Salter: Dämmerung. Piper. 176 Seiten, antiquarisch verfügbar.
EIN LIEBESBEWEIS
Das Magazin „13 Gedichte“. Klassiker und aktuelle Poesie. Post-its rein, fertig. Dreizehn Gedichte. 146 Seiten, 10 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Die entscheidenden Tage vor der Machtübernahme Hitlers versetzen die Berliner Kulturszene in Aufruhr. Eine große Collage aus den Erinnerungen von Theaterleuten, Reportern, Schriftstellern, so fesselnd erzählt, als wäre das Ende nicht klar. Uwe Wittstock, Februar 33, Der Winter der Literatur. C. H. Beck. 288 Seiten, 24 Euro.
Nils Minkmar
EIN LIEBESBEWEIS
Der Titel des neuen Albums ist Zustandsbeschreibung und Versprechen in einem: Überwältigt und aufgehoben darf man sich fühlen, wenn man die neuen Kompositionen des italienischen Meisters hört. Das Erscheinungsdatum ist erst im Januar, an Weihnachten kann es also nur den Gutschein geben. Aber das passt, denn der Januar ist ein Monat, in dem es besonders guttun wird, von den Klängen und Lichtern unter Wasser zu träumen. Ludovico Einaudi: Underwater. Decca (Universal).
EINE WIEDERENTDECKUNG
Wenn man diesen Roman des Literaturnobelpreisträgers von 2014 beendet hat, gibt es nur eines: ihn wieder von vorne zu beginnen. Das tastende, flüchtige Spätwerk Modianos ist eine Leseerfahrung der ganz eigenen Art: Sie gleicht einem Spaziergang durch eine große Stadt, hier ist es Paris, der zunächst kein Ziel hat, dann aber doch. Plötzlich steht man vor einem Haus, einer Ecke, die einem etwas sagt. Aber was? Modiano lehrt die Verwandtschaft zwischen dem urbanen Gehen und der Übung des Schreibens und empfiehlt sie uns, um überhaupt klarzukommen in dieser Welt. Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte. Hanser. 144 S., 19 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
In Zeiten wie diesen empfiehlt es sich, Tagebuch zu führen. Als ermutigendes, einladendes Geschenk zu dieser seelenrettenden Tätigkeit eignen sich besonders die schönen Bücher von Letterwish. Letterwish Journal. www.letterwish.de.
Susan Vahabzadeh
EINE WIEDERENTDECKUNG
Es ist fast ein Wunder, dass dieses Buch überhaupt noch vertrieben werden darf, es sieht aus wie eine sehr große Packung Zigaretten: „Buntspecht: So was wie eine Liebesgeschichte“ von Tom Robbins, erschienen 1980, durfte lange in keinem Rucksack auf Reisen fehlen. Vielleicht braucht man Robbins’ leicht abgedriftete Geschichte über ein Paar, das diverse Hindernisse überwinden muss, um herauszufinden, wie die Liebe bleibt, in Zeiten des legalisierten Cannabis-Genusses nicht mehr – aber „Buntspecht“ hat immer noch einen der schönsten Schlusssätze aller Zeiten: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Tom Robbins: Buntspecht. So was wie eine Liebesgeschichte. Rowohlt. 348 Seiten, 12 Euro.
EIN GROSSER SPASS
J. B. Lawless schickt seinen Detective Strafford in „Um Mitternacht ab Buckingham Palace“ aus Dublin, um auf zwei junge Damen aufzupassen – es ist 1941, und die englischen Prinzessinnen werden aus dem bombardierten London weggeschafft, um als vermeintliche Diplomatentöchter die irische Provinz unsicher zu machen. Wie im ersten Strafford-Krimi „Tod in der Bibliothek“ ist die Schilderung des bleiernen Nachkriegsirland mit seinen Spannungen, die in der noch jungen Republik partout nicht unter dem Teppich bleiben wollen, unter den sie gekehrt wurden, die Hauptattraktion. J. B. Lawless: Um Mitternacht ab Buckingham Palace. KiWi. 368 Seiten, 11 Euro.
Nele Pollatschek
EIN GROSSER SPASS
Bücher schenken, immer schwierig. Entweder der Beschenkte hat’s längst gelesen oder er weiß genau, warum eben nicht. Deswegen Bücher immer nach dem Cover aussuchen – als Dekoteller für Akademiker. Das schönste Buch des Jahres ist „Das Dämmern der Welt“ von Werner Herzog. Tiefschwarz und dunkelgrün, hochglänzend matt, mit Dschungelpflanzen und kleinem Vogel. Im Buch ein einsamer Krieger, Japan, Männlichkeit. Obendrauf Werner Herzog. What’s not to love?
Werner Herzog: Das Dämmern der Welt. Hanser. 128 Seiten, 19 Euro.
EINE WIEDERENTDECKUNG
Spoiler: Die nächsten Monate werden lang und langweilig. Irgendwann hat man genug gelesen und will endlich mal wieder was spielen. Mit klugen Menschen, die vor allem eins sein müssen: nicht mit einem liiert. Hier hilft „Mimikry: Das Spiel des Lesens“. Die Niederschrift einer Reihe spielerischer Salonabende aus Vor-Corona-Zeiten zum Selber-, Mit- und Nachspielen. Ziel ist es, „echte“ Romananfänge von den brillanten Täuschungen deutscher Kulturschaffender zu unterscheiden. Mit dabei: Feuilletonfavoriten wie Nora Bossong, Jackie Thomae und Ijoma Mangold.
Holm Friebe, Philipp Albers (Hrsg.): Mimikry: Das Spiel des Lesens. Blumenbar Verlag. 400 Seiten, 11,49 Euro.
Laura Weißmüller
LIEBESBEWEIS
Dieser Bildband ist eine Kostbarkeit, denn er schickt den Betrachter nicht nur auf Reisen, sondern er macht ihn zu einem Suchenden des Lichts, um das mal etwas pathetisch auszudrücken. Der Architekt Francis Kéré nimmt den Fotografen Iwan Baan in sein Heimatland Burkina Faso mit und lässt ihn mit seiner Kamera verstehen, wie das Sonnenlicht dort die traditionelle Architektur geformt hat. Ergreifend.
Iwan Baan, Francis Kéré: Momentum of Light. Lars Müller Publishers. 180 Seiten, 75 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Nicht nur, aber auch weil Weihnachten ja etwas mit einer aussichtslosen Quartiersuche zu tun hat: Der Katalog „Who’s Next?“ zeigt, wie die Obdachlosigkeit in den Städten dieser Welt zunimmt, und beleuchtet die Strukturen, die diese Entwicklung befeuern. Trotz des deprimierenden Themas schafft es der Katalog zu motivieren: hinzugucken und sich der eigenen Verantwortung als Stadtbewohner und Nachbar obdachloser Menschen bewusst zu werden. Daniel Talesnik und Andres Lepik: Who’s Next? Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt. ArchiTangle. 272 S., 48 Euro.
EIN GROSSER SPASS
Kann man unterhalten und trotzdem der Diversität weiblicher Biografien gerecht werden? Bernardine Evaristo kann das in ihrer Geschichte über zwölf schwarze Frauen.
Bernardine Evaristo: Mädchen, Frau etc. Tropen. 512 Seiten, 25 Euro.
Marlene Knobloch
EINE WIEDERENTDECKUNG
Sein Leben interessiert doch niemanden, prophezeite Marcel Reich-Ranicki und riet dem Verlag 1999 nicht mehr als 50 000 Exemplare zu drucken. Dass selbst er, der große Kritiker der BRD, falsch liegen kann, bewies die Nachfrage und Dauer-Bestseller-Platzierung seiner Autobiografie. Reich-Ranickis Buch erfasst die grausamen und fabelhaften Wahrheiten über dieses Land, vom Warschauer Ghetto bis zu den Gedichten Erich Kästners, die er heimlich dort las. Das Buch erinnert, warum der einzelne Mensch, nicht unbedingt die Gesellschaft, gute Kunst braucht.
Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. Pantheon. 565 Seiten, 16 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Zugegeben, das Buch hilft vor allem Menschen, die schreiben. Aber, es hilft auch zu verstehen, warum wir lesen, besser, warum wir weiterlesen. Der Man-Booker-Preisträger George Saunders lehrt kreatives Schreiben an der Syracuse-Universität, auch indem er mit Studenten Kurzgeschichten der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts analysiert. Seine Kursinhalte hat er in ein Buch gepackt. Und stupst damit zur Selbsterkundung an: Warum interessiert uns eine Geschichte?
George Saunders: A Swim in the Pond. Random House. 432 Seiten, 16,59 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.10.2000

Woher kommt die Kraft?

Man fragt sich natürlich, woher ein Mensch, der das erlebt hat, was Marcel Reich-Ranicki zugefügt wurde, die Kraft nimmt, nicht nur aufzuschreiben, was ihm widerfahren ist, sondern auch noch dafür zu sorgen, daß dieser Bericht zu einem triumphalen Erfolg wird, der alles andere in den Schatten stellt. An den hoffentlich heftig sprudelnden Honoraren kann es ihm nicht liegen, er war schon vorher ein versorgter Mensch. Warum also unterzieht sich ein achtzig Jahre alter Mann, der es nicht nötig hat, der Tortur einer Lesereise, die ihn bis in die entferntesten Winkel des Landes führt? Warum beantwortet er, wenn auch bisweilen mißmutig, öffentlich und auf allen Kanälen all die Fragen, die er schon längst beantwortet hat? Warum hat er, nachdem die für ihn notwendige und leidvolle Arbeit des Schreibens getan war, nicht geschwiegen? Warum, fragt man sich, nutzt er nicht die ihm verbleibende Zeit, um ein anderes Buch zu schreiben, dessen Ausarbeitung und Niederschrift ihm nichts als Freude bereitet?

Vielleicht hängst es damit zusammen, daß Marcel Reich-Ranicki beim Schreiben des schrecklichsten Kapitels seiner Autobiographie dem Tod wieder begegnet ist, der ihm einst greifbar vor Augen stand. Vielleicht hat er ihn, schreibend, noch einmal so nah an sich heran gelassen, daß er ihn nun mit allen Mitteln verscheuchen muß. Marcel Reich-Ranicki hat, in weniger als einem Jahr, fast eine Million Leser um sich herum versammelt, eine für einen Schriftsteller unvorstellbare Menge von Menschen, die ihn nun schätzen. Es werden täglich mehr. Und wenn demnächst die Übersetzungen und das Taschenbuch erscheinen werden, wird die Menge so groß geworden sein, daß keine andere Macht mehr hindurch kommt. Vielleicht, stelle ich mir vor, wird er sich dann unbemerkt davonschleichen können, um in größter Gelassenheit jenes Buch zu beginnen, das er bislang aus den bekannten Gründen nicht schreiben konnte. Ein Buch über Musik und über Freundschaft.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
"Mein Leben" ist nicht nur ein großes Zeitgeschichtliches Dokument. Es ist auch eine wunderschöne Liebesgeschichte. Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse
Ein seltsam suggestives Buch: Worte scheinen sich in Farben aufzulösen, in Gerüche und Geräusche, in ein Verwirrspiel der Empfindungen. Bildmächtig beschwört der dänische Schriftsteller Ib Michael, 53, in seinem Roman 'Die Nacht des Troubadours' ein abgründiges Mittelalter. Der Held, Narr und Weiser in einer Person, ist ein Troubadour mit Namen Trofaldino. Die Schönheit der Frauen besingt er ebenso wie die Schrecken der Pest. Auf der Flucht vor der Seuche treibt es den Helden und das knabenhafte Zigeunermädchen an seiner Seite sieben Jahre lang durch eine geisterhafte Welt. Mit den Gesetzen der Logik hat Ib Michael nichts im Sinn. Nicht die sogenannte Wirklichkeit ist der Stoff dieses Romans, sondern ein Drunter und Drüber wie aus einer irrlichternden Fieberphantasie.'Der Spiegel'Es ist die Zeit des Todes. Während der großen Pest-Epidemie wandert der Troubadour Trofaldino am Ende des Mittelalters durch Europa und berichtet, wie sich angesichts der Katastrophe, die Abertausende das Leben kostet, landauf, landab Erstaunliches ereignet: Wahnsinn wie wilde Lebenslust vereinen sich zu einem bizarren Totentanz. Und der Sänger singt: vom Papst, der auf die reinigende Kraft der Scheiterhaufen vertraut, von den ärzten, die sich Masken mit langen Schnäbeln bauen, um vermeintlich giftige Gase von der Nase fernzuhalten - und von den Narren, deren Geschäfte glänzend gehen. Sehr authentisch, sehr melodiös, sehr lesbar.'Der Stern'Die Lust am Lesen - oft nur eine billige Formel, die die Verlagskassen klingeln lassen soll - bei Ib Michael wird sie eingelöst. Sein farbenprächtiger Schelmenroman ist als Triptychon der Heimsuchung stimmig und spannend bis ins letzte Glied.'Die Welt'…mehr
Reich-Ranicki hat Lebenserinnerungen geschrieben, die zugleich die Geschichte der deutschen Literatur in diesem Jahrhundert sind und ein Kapitel Weltgeschichte. Und er hat eine der schönsten Liebesgeschichten des Jahrhunderts geschrieben.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Mit dem epischen Atem der großen Literatur, die er so verehrt, erzählt Marcel Reich-Ranicki sein Leben. Unverwechselbar sind seine Stimme, seine rhetorische Finesse. Ein besonderer Genuss ist es daher, ihn lesen zu hören.
(Handelsblatt)