Death on the Nile - Christie, Agatha
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Für Männer ist Linnet Ridgeway schlicht bezaubernd, Frauen bekommen bei ihrem Anblick messerscharfe Lippen. Nur sie selbst hält sich für harmlos. Als Hercule Poirot neben ihrer Leiche steht, sagt er schlicht: "Die meisten Liebesgeschichten sind doch nur Tragödien."

Produktbeschreibung
Für Männer ist Linnet Ridgeway schlicht bezaubernd, Frauen bekommen bei ihrem Anblick messerscharfe Lippen. Nur sie selbst hält sich für harmlos. Als Hercule Poirot neben ihrer Leiche steht, sagt er schlicht: "Die meisten Liebesgeschichten sind doch nur Tragödien."
  • Produktdetails
  • Hercule Poirot Vol.17
  • Verlag: Harpercollins Uk
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: Juni 2001
  • Englisch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 27mm
  • Gewicht: 207g
  • ISBN-13: 9780007119325
  • ISBN-10: 0007119321
  • Artikelnr.: 11718680
Autorenporträt
Die schrullig-witzige Amateurermittlerin Miss Marple (u. a. "Mord im Orient-Express") und ihre Schöpferin Agatha Christie sind wohl untrennbar verbunden. Aber auch der belgische Detektiv Hercule Poirot, der z. B. in "Das Böse unter der Sonne" agiert, wird von den Christie-Fans geliebt. Beide Figuren gehören zu den bekanntesten Ermittlern der "Königin des Kriminalromans": Agatha Christie. Sie wurde 1890 im britischen Torquay (Grafschaft Devon) geboren, wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und ihre Mutter förderte Agathas Schreibtalent. Mit 24 Jahren heiratete Christie und bekam 1919 eine Tochter. Die Ehe wurde, damals höchst ungewöhnlich, nach einem Seitensprung des Gemahls 1928 geschieden. 1930 schloss Christie mit dem 14 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan die Ehe. In diesem Jahr erschien auch der erste Miss-Marple-Roman, "Mord im Pfarrhaus". Das Lebenswerk umfasst u. a. rund 70 Krimis - alle mit dieser unvergleichlichen Mischung aus Ironie, psychologisch fein austarierten Figuren, englischem Humor und einer handfesten Portion Lebenserfahrung. Darüber hinaus schrieb Christie auch Kurzgeschichten, Theaterstücke, Romanzen (unter Pseudonym) oder eine Autobiografie. Viele ihrer Werke wurden verfilmt, z. B. "Zeugin der Anklage" mit Marlene Dietrich. 1971 erhob Queen Elisabeth II. Christie in den Adelsstand. Die "Queen of Crime" erlag 1976 in Wallingford (Grafschaft Oxfordshire) einem Schlaganfall.
Das meint die buecher.de-Redaktion: Wer ob all der herumspukenden Serienkiller an dem Genre Krimi verzweifelt, der suche Trost und Stütze bei Agatha Christie. Der Glaube an gute Krimis kehrt zurück, versprochen!
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.05.2006

Band 20
Hinreißend heitere Energie
Agatha Christies „Tod auf dem Nil”
Der klassische englische Krimi benötigt sowohl fragwürdige Typen aus besseren Kreisen - als auch einen diese Figuren überschaubar isolierenden, möglichst geschlossenen Raum der Handlung. Darum spielen Agatha Christies Bücher oft in vornehmen Landhäusern. (Es muss keineswegs immer der Gärtner den Mord begangen haben.) Oder in elitären Clubs und Hotels. Auch Züge, wie den Orient-Express, oder sogar Raddampfer für Nilreisen durch Ägyptens historische Vielfalt setzte die erfolgreichste Krimi-Autorin aller Zeiten ein.
Im „Tod auf dem Nil” bot Christie, die sich für Archäologie interessierte, übrigens einst den Wunsch gehabt hatte, Pianistin zu werden und später Bayreuth-Besucherin war, eine komplizierte Folge mehrerer Morde. Aber der hier beinahe überforderte klug-eitle belgische Detektiv Hercule Poirot durchschaut schließlich alles. Die clevere, wunderhübsche Millionenerbin Linnet Ridgeway hätte ihrer besten Freundin eben doch nicht umstandslos den Geliebten ausspannen sollen . . . Man folgt heiter gebannt, dann hilflos verwirrt, am Ende überwältigt.
Eine Bewährungsprobe für die Qualität von Krimis stellt die zweite Lektüre dar. Da spielen Mordkonstruktion und Aufklärungsspannung keine dominierende Rolle mehr. Unabgelenkt vom „Who’s done it?” schaut man der Autorin auf die Schreibefinger. Und bewundert entwaffnet: Längst bevor Leichen nach Aufklärung und Bestrafung ihrer Mörder lechzen, formuliert Agatha Christie mit unschlagbarer Fülle. Mit einer witzigen Subtilität, die fesselnder wirkt als alle kriminalistischen Knalleffekte. Denn Agatha Christies Figuren gewinnen ein erstaunliches Eigenleben. Gewiss spürt man, dass diese Autorin dramaturgisch präzise plant. Aber noch bemerkenswerter: Figuren voller krimineller Energie geraten unter den Händen, ja vielleicht sogar gegen den Willen ihrer Erfinderin unwiderstehlich sympathisch - tugendhafte Diener der Gerechtigkeit wirken umso blasser oder blasierter. Was antwortet eine weltkundige Millionärin auf die Frage, wie denn Architekten seien? „Ach, in Ordnung. Allerdings fand ich sie manchmal ein bisschen unpraktisch.” Ohne mindeste Sentimentalität gesteht Joanna: „Wenn Freunde von mir irgendwie in die Bredouille kommen, lasse ich sie sofort fallen! Das klingt zwar herzlos, aber es erspart einem viel Ärger hinterher!”
Über solche schriftstellerische Energie verfügt Agatha Christie. Sie kann es sich darum vergnügt leisten, im „Tod auf dem Nil” ihre eigentlich nette Mrs. Allerton spötteln zu lassen: „Warum finden Männer Kriminelles eigentlich so toll? Ich hasse Detektiv-Geschichten, ich lese sie nie.” Man bedauert die Dame. Entgeht ihr nicht das Vergnügen an Agatha Christies Genie?
JOACHIM KAISER
Agatha Christie, 1949
Foto: Angus Mc Bean (National Portrait Gallery, London)
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