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"Kraftwerk sind die Beatles der elektronischen Tanzmusik" New York Times
"DAS MODEL", "DIE ROBOTER", "COMPUTERWELT" ODER "TOUR DE FRANCE": Bei vielen wichtigen Charterfolgen von Kraftwerk war Karl Bartos als Komponist mit dabei. Seit seinem Einstieg im Jahr 1975 entwickelte das Düsseldorfer Quartett jene unverkennbare Soundarchitektur, die die Band weltweit so einflussreich machte. Kraftwerks Musik hat die Entwicklung von Hip-Hop, Techno und Elektropop maßgeblich beeinflusst.
Mit großem Respekt, aber auch mit analytischer Klarheit gibt Karl Bartos in seiner Autobiografie spannende
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Produktbeschreibung
"Kraftwerk sind die Beatles der elektronischen Tanzmusik" New York Times

"DAS MODEL", "DIE ROBOTER", "COMPUTERWELT" ODER "TOUR DE FRANCE": Bei vielen wichtigen Charterfolgen von Kraftwerk war Karl Bartos als Komponist mit dabei. Seit seinem Einstieg im Jahr 1975 entwickelte das Düsseldorfer Quartett jene unverkennbare Soundarchitektur, die die Band weltweit so einflussreich machte. Kraftwerks Musik hat die Entwicklung von Hip-Hop, Techno und Elektropop maßgeblich beeinflusst.

Mit großem Respekt, aber auch mit analytischer Klarheit gibt Karl Bartos in seiner Autobiografie spannende Einblicke in das Innenleben einer Band, die sich bis heute alle Mühe gibt, geheimnisvoll und undurchschaubar zu sein. Der Klang der Maschine ist das einzige Buch, das man über Kraftwerk lesen sollte - geschrieben von einem, der es wirklich wissen muss.
  • Produktdetails
  • Verlag: Eichborn
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 602
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • Erscheinungstermin: 25. August 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 143mm x 45mm
  • Gewicht: 761g
  • ISBN-13: 9783847906179
  • ISBN-10: 3847906178
  • Artikelnr.: 44917855
Autorenporträt
Karl Bartos, geboren 1952 in Berchtesgaden, ist klassisch ausgebildeter Orchestermusiker und war von 1975 bis 1990 Mitglied der Gruppe Kraftwerk. Seit den Neunziger Jahren hat er mit zahlreichen anderen Musikern und Gruppen zusammengearbeitet (u. a. Johnny Marr/The Smiths und Bernard Sumner/New Order). 2013 erschien sein Album Off The Record, das auf Platz 44 in die deutschen Album-Charts kletterte "als die beste Kraftwerk-Platte seit 30 Jahren" bezeichnet wurde (Laut.de). Und plattentest.de konstatierte: "Während Hütter mit seinen zu Recht gefeierten Auftritten in Museen wie der Tate Gallery das Erbe der Band verwaltet, schlägt Bartos den Bogen in die Neuzeit. Und ist dabei in manchen Momenten den großen, den bahnbrechenden Alben der Diskographie näher, als er selbst vielleicht wahrhaben möchte."
Rezensionen
Besprechung von 20.09.2017
Auch er war ein Roboter

Sein Kampf um die Deutungshoheit: Karl Bartos, Schlagzeuger von Kraftwerk und Co-Autor vieler Songs der Band, legt seine Autobiographie vor.

Das Model", "Die Roboter", "Computerwelt" - Lieder wie diese hat Karl Bartos mitkomponiert; er war Teil der Band Kraftwerk, deren Musik die Entwicklung von Hiphop, Techno und Synth-Pop maßgeblich prägte. In seinen Jahren als Schlagzeuger der Düsseldorfer Band erlebte er die Musikwelt in einer Wendezeit: Bekannte Strukturen wurden aufgebrochen, erst durch Krautrock, später durch Synth-Pop - Kraftwerk war hier maßgeblich beteiligt, die Region Köln-Düsseldorf europäisches Epizentrum musikalischen Pioniergeistes. Die Band machte vom Düsseldorfer Kling-Klang-Studio aus Musik mit Weltformat, die von Bowie bis Coldplay viele Generationen von Musikern inspirierte.

Sechzehn Jahre lang war Bartos Mitglied bei Kraftwerk, von 1975 bis 1991. Er stieg, zunächst als Tourmusiker und Bediener des elektronischen Schlagzeugs eingestellt, schnell zum Co-Autor zahlreicher Songs der Band auf. Trotz seines Einflusses auf den Schreibprozess ließen sich Bandleader und Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter und Florian Schneider nie so recht in die Karten blicken, auch hinsichtlich der Urheberrechte an den Songs - und den daraus resultierenden Erlösen.

Nachdem Kraftwerk Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre in der Besetzung Hütter, Schneider, Bartos und Flür ein Erfolgsalbum an das andere gereiht hatte - darunter die Klassiker "Die Mensch-Maschine" (1978) und "Computerwelt" (1981) -, wurde die gemeinsame Arbeit immer schwieriger: Hütter und Schneider entfernten sich von der Gruppe, arbeiteten nicht mehr in kollektiven Jamsessions, die die Energie früherer Songs merklich prägten, sondern tüftelten synthetische Sounds in Eigenregie aus. Das Album "Electric Café" von 1986, das später unter dem Titel "Techno Pop" wiederveröffentlicht wurde, floppte. Wolfgang Flür stieg aus, Karl Bartos tat es ihm fünf Jahre später gleich: Noch während der Produktionsarbeiten an "The Mix" (1991) trennten sich die Wege.

Bartos selbst sagt, er hatte lange Geduld mit den sich immer mehr absondernden und unverbindlicher werdenden Hütter und Schneider, glaubte lange an das gemeinsame Projekt Kraftwerk - doch es war längst kein gemeinsames Projekt mehr. Seine Energie, die er in Kraftwerk steckte, wurde über die Jahre hinweg immer bedeutungsloser. Er hatte nichts mehr zu entscheiden - trotz wichtiger Co-Autorenschaft fühlte er sich oft nur als "Musik-Arbeiter". Nicht Rachegelüste, die Bartos an keiner Stelle zu erkennen gibt, hätten die Autobiographie befeuert, sondern die Deutungshoheit, die Hütter und Schneider für die Bandhistorie reklamieren. Durch die Veröffentlichung des restaurierten Katalogs aller Kraftwerk-Alben im Jahr 2009 fühlte sich Bartos bewogen, die "Deutung" seiner Vergangenheit nicht allein seinen "früheren Kollegen zu überlassen" und die Entstehungsgeschichte der Musik von Kraftwerk aus seiner Perspektive zu erzählen. Dies macht er mit subtilem Humor und lakonischem Duktus - und mit erzählerischer Genauigkeit.

Geboren in Berchtesgaden, verlebt Bartos seine Kindheit in Düsseldorf. Er berichtet von seiner ersten Band und der Lehrzeit am Robert-Schumann-Konservatorium. Doch natürlich liegt der Fokus auf seiner Zeit bei Kraftwerk: Er schildert den Unterschied zwischen der nationalen und der internationalen Wahrnehmung der Band, berichtet von Tourneen in die Vereinigten Staaten, nach Polen zu Zeiten des Warschauer Pakts. Detailliert erläutert er den Sound der Band, die Konzeption jener Alben, die die musikalische Entwicklung hin zu künstlichen Klängen prägten, die das Sampling für viele erst als musikalische Methode etablierte - und welche die Diskussion über musikalische Autorenschaft und Urheberrecht neu definierten.

Auch wurden Fernsehauftritte immer wichtiger. Jene von Kraftwerk waren selten, aber sie gelten heute als legendär. Für einen ließ sich die Band gar eigene Doppelgänger in Schaufensterpuppengröße anfertigen. Das Aufkommen von Musikvideos veränderte den Markt, Kraftwerk waren eine der ersten Bands, welche die Wichtigkeit dieses Mediums verstanden. In den Videos prägte die Band ihre Außenwirkung - das Roboterhafte, die Präzision, das Spiel mit deutschen Klischees. Der "Vorsprung durch Technik" wurde hier zum Sinnbild. So verhandelt die Autobiographie auch ein Stück deutscher Kulturgeschichte.

Dass Bartos den Rest seines Lebens als ehemaliges Kraftwerk-Mitglied gehandelt werden wird, weiß er. Nach seinem Ausscheiden widmete er sich weiteren musikalischen Projekten, unter anderem mit befreundeten Musikern wie Johnny Marr von The Smiths, aber auch solo wie auf dem 2013 erschienenen Album "Off the Record". Zudem hat er eine Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin im Studiengang "Sound Studies". Den Sound, den wir heute in der Musik hören, hat Bartos maßgeblich mitgeprägt. Man möchte hoffen, dass die Studenten, die ihm zuhören dürfen, das auch wissen. Karl Bartos war Teil von Kraftwerk - zwar nur für begrenzte Zeit, aber mit unbegrenzter Wirkungskraft.

FLORIAN KÖLSCH

Karl Bartos: "Der Klang der Maschine". Autobiografie.

Eichborn Verlag,

Köln 2017.

640 S., geb., Abb., 26,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Karl Bartos war Teil von Kraftwerk - zwar nur für begrenzte Zeit, aber mit unbegrenzter Wirkungskraft ... Bartos erzählt die Entstehungsgeschichte der Musik von Kraftwerk aus seiner Perspektive. Dies macht er mit subtilem Humor und lakonischem Duktus - und mit erzählerischer Genauigkeit." Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. September 2017 "Lesen!" Express Köln, 03. September 2017 "Sehr lesenswert [...] gerade für Laien ist es spannend zu verfolgen, wie ständig die neuesten Musikmaschinen angeschafft, aufgeschraubt, modifiziert und experimentell miteinander verschaltet werden, um unerhörte Klänge zu erzeigen." Wiener Zeitung, 16./17. September 2017
Besprechung von 18.11.2017
Pop zum Lesen Die Musikbücher des Herbstes
Boing Boom Tschak
Gehörten die Düsseldorfer Techno-Pioniere zu den ersten Opfern der Digitalisierung?
Der Ex-„Kraftwerk“-Musiker Karl Bartos hat seine Autobiografie geschrieben
VON JAN KEDVES
Noch liegt keine einstweilige Verfügung gegen das Buch vor. Das heißt, entweder liest Ralf Hütter langsam. Oder das einzige verbliebene Original-Kraftwerk-Mitglied hat an der Autobiografie des ehemaligen Kollegen Karl Bartos tatsächlich nichts auszusetzen. Man weiß ja, dass Hütter seine Anwälte sonst gern auf Trab hält. Als Wolfgang Flür, der bis 1986 das elektronische Schlagzeug bei Kraftwerk bediente, seine Autobiografie „Ich war ein Roboter“ (1999) veröffentlichte, wurde sie von Hütter und dem zweiten Kraftwerk-Chef Florian Schneider, der 2009 ausstieg, sofort aus dem Verkehr gezogen. Hat Bartos, der in „Der Klang der Maschine“ (Eichborn) größtenteils seine 15 Jahre in der einflussreichen Gruppe thematisiert, die saftigsten Geschichten doch zurückgehalten?
Nein, versichert er im Prolog. „Zum Glück“, so Bartos, habe er nie etwas unterschrieben, das ihn „aus irgendeinem Grund zum Schweigen verpflichtet. Ich bin unabhängig und kann deshalb heute alles so erzählen, wie ich es erlebt habe.“
Das macht bei einem streng verwalteten Mythos wie Kraftwerk natürlich neugierig, und deswegen muss man tatsächlich mit jenen Passagen anfangen, die im Verlauf der stattlichen 600 Seiten den Eindruck von Nähkästchen-Plauderei, wenn auch nicht von Schmutzwäsche aufkommen lassen. Zum Beispiel die Sache mit den Buchstaben: Karl Bartos, der 1952 in Berchtesgaden geboren wurde und vor seinem Einstieg bei Kraftwerk 1975 eine Karriere als Diplom-Percussionist in einem Staatsorchester anstrebte, ist nur deswegen heute als Karl bekannt, weil vier Buchstaben billiger waren. Als Hütter und Schneider die ikonischen Neonröhren-Namenszüge anfertigen ließen, die in den Siebzigern bei Kraftwerk-Auftritten blinkten, meinten sie, neun Buchstaben seien „recht teuer“. Eigentlich heißt er Karlheinz. Zu der Knausrigkeit später mehr.
Auch nett: Als Kraftwerk 1975 an ihrem „Radio-Aktivität“-Album arbeiteten, liehen sie sich ein 8-Spur-Tonbandgerät kurzerhand von Otto Waalkes. Gestoppt wurden sie im Herbst 1977 in Düsseldorf. Da cruisen Kraftwerk nachts in Hütters Mercedes durch die Stadt, testen frische Aufnahmen aus ihrem Kling-Klang-Studio auf der „sehr guten Stereoanlage“ der Limousine, „während draußen die Gebäude, Straßen und Lichter der Umgebung wie in einem Film vorübergleiten“. Blaulicht. RAF-Zeit. Vier junge Männer in dunkler Kleidung nachts in einer Limousine: „Wir fielen genau in das Raster, nach dem gefahndet wurde.“ Und schließlich: Ja, die Roboter hatten Sex. In freundschaftlicheren Zeiten, so Bartos, hätten Kraftwerk mit ihren jeweiligen Freundinnen auch mal gemeinsam am Pool in Florian Schneiders Haus abgehangen, dort kam es mutmaßlich zu Orgien, was sich im verklemmten Bartos-Duktus aber so liest: „Wenn sich während dieser lustigen ,Sportfeste‘ Momente der Nähe ergaben, wirkten sich auch diese absolut positiv auf das Gruppengefühl in unserem kleinen Kreis aus.“
Ja, das Gruppengefühl. Es wollte sich bei Kraftwerk irgendwann nicht mehr einstellen. Die Band, die in den Siebzigern alle Zeichen der Zeit erkannt und der Autobahn, dem Roboter, dem Taschenrechner und anderen Topoi des Technologie-Zeitalters und der sich gerade ankündigenden Computerwelt eigene elektronische Schlager komponiert hatte, fiel von Mitte der Achtziger an auseinander. Bartos erzählt es als Folge von kreativen und finanziellen Mangelerscheinungen.
Denn Hütter und Schneider betrieben die Kraftwerk GbR von Anfang an wie Neoliberale. Sie waren die Chefs, die Mitarbeiter hatten keine Verträge. Während Bartos offiziell selbständig war, wurde ihm jedes Mal, wenn er seine „Freiheit“ für ein Projekt außerhalb von Kraftwerk nutzen wollte, bedeutet, er habe exklusiv zur Verfügung zu stehen. Auch seine Mephisto-Frisur hatten ihm Hütter und Schneider angewiesen, sie gehörte fest zum Erscheinungsbild der Gruppe. Aber wenn er im Kling-Klang-Studio Ideen beisteuerte – etwa stammt das Glockenspiel-Thema in „Computerliebe“ von ihm –, musste Bartos sich seine Autoren-Credits erkämpfen, blieb letztlich aber handzahm: „Nerven wollte ich schon gar nicht, sondern cool, locker und sportlich erscheinen.“
Der technologische Fortschritt erschwerte die Zusammenarbeit noch. Er überforderte Kraftwerk sogar, wie Bartos schreibt. Es ist das ewige Missverständnis: Weil Kraftwerk als Roboter posierten, gelten sie bis heute als Pioniere der digitalen Musik, dabei entstand ein Großteil ihres kanonischen Werkes in den Siebzigerjahren noch unter analogen Vorzeichen. Ihre erfolgreiche Technizitäts-Projektion kam am Ende einer Ära, die technisch noch gar nicht so weit war. Man kann mit Bartos tief eintauchen in Details der Produktionstechnik und den Unterschied zwischen analogem und digitalem Musizieren. In der analogen Zeit spielten Kraftwerk ihre elektronischen Instrumente noch mit „human touch“ – etwa indem sie mit einer Art Stricknadel auf verdrahtete Sensoren trommelten. Mit dem Aufkommen der digitalen Sequenzer und Sampler verschob sich der „human touch“, fortan wurden die Motive und Patterns perfekt abgespielt und erst im zweiten Schritt von den Musikern bearbeitet und mit Filtern und Effekten belegt. „War nicht einmal unser Leitgedanke gewesen, die Technik zu musikalisieren?“, fragt sich Bartos und winkt ab: „Jetzt fühlte es sich für mich so an, als hätte die Technik unsere Gedanken absorbiert.“ Vor allem Hütter habe von den frühen Achtzigern an immer mehr Zeit darauf verwendet, „rhythmische Muster“ und „aneinandergereihte Events“ auf den Bildschirmen hin und her zu schieben statt, wie früher, mit seinen Kollegen zu musizieren. Ja, Bartos klingt hier wie ein Traditionalist, und man will das paradox finden. Aber blickt man in die Kraftwerk-Diskografie, stimmt es tatsächlich: Nach dem Album „Computerwelt“ (1981) verlangsamte sich der Output des Kling-Klang-Studios extrem. Gehörten die Roboter aus Düsseldorf zu den ersten Opfern der Digitalisierung? Das wäre eine ganz neue Kraftwerk-Lesart.
Andere Paradoxien fallen auf. Während Kraftwerk mit den neuen Samplern nicht gut zurechtkommen, werden Samples aus ihren Stücken „Nummern“ und „Trans Europa Express“ bei Rappern in den USA immer beliebter – worauf Hütter und Schneider allergisch und mit Klagen reagieren. Sind sie neidisch, dass die Rapper Sampling besser verstanden haben als sie? Und: In der Hoffnung, sie möge irgendwie die Kreativität beflügeln, stecken Hütter und Schneider immer mehr Geld in noch teurere neue Studiotechnik, sie reagieren wie Rock-Dinosaurier. Mit der Folge, dass Kraftwerk immer seltener touren und der freie Mitarbeiter Bartos immer weniger Geld verdient. Ein Teufelskreis, aus dem er 1990 ausbricht, indem er die Schlüssel zum Kling-Klang-Studio auf den Tisch legt und geht. Kündigen muss er ja nicht.
Das wäre wohl auch für das Buch ein gutes Ende gewesen. Aber natürlich ist Bartos auch heute noch Musiker, der auf den restlichen 100 Seiten aber erstaunlich gelassen damit umgeht, dass keines seiner Soloprojekte auch nur annähernd die Wirkmacht von Kraftwerk entfalten konnte. Einige Seitenhiebe darauf, dass die heutigen Kraftwerk mit Ralf Hütter durch die Neue Nationalgalerie und das New Yorker MoMA touren und den Katalog in 3-D als Weltkulturerbe zelebrieren, kann er sich aber dann doch nicht verkneifen. 1990 habe Hütter ihm gesagt, Kraftwerk ohne Florian Schneider, das „würde nicht funktionieren und wäre auch nicht glaubwürdig“. Und die Museen? „Es passt so gar nicht zu dem, was Ralf jahrzehntelang zum Thema ,institutionalisierte Kultur‘ von sich gegeben hat.“ Boing Boom Tschak.
Hütter und Schneider betrieben
die Kraftwerk GbR von
Anfang an wie Neoliberale
Karl Bartos:
Der Klang der Maschine. Autobiografie. Eichborn Verlag, Köln 2017.
605 Seiten, 26 Euro.
E-Book 19,99 Euro.
Für die Fotografen und Journalisten,
die im Amerika der Sechziger- und
Siebzigerjahre den Aufstieg des Rock und des Soul
begleiteten, war das viel mehr, als das, was man heute unter „Entertainment
Journalism“ versteht. Sie waren Zeitzeugen einer Bewegung,
die nicht nur die Musik und die Mode, sondern die ganze Gesellschaft ver-
änderte. Neal Preston war einer dieser
Zeugen, und selten kommt man damaligen Revolutionären wie Elton John (Bild) so nahe, wie in
seinem neuen Fotoband „Exhilarated and Exhausted“
(Reel Art Press).
Foto: Preston/Reel Art Press
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