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Die Zwillinge Siegmund und Sieglinde sind eng verbunden und genießen das süße Nichtstun, das ihnen der Reichtum ihrer Eltern ermöglicht. Doch als die Schwester heiraten soll, scheint die Nähe zwischen den Geschwistern in Gefahr. Der Bruder erbittet als einen letzten gemeinsamen Abend den Besuch von Richard Wagners "Walküre". In dem in Liebe vereinten Geschwisterpaar auf der Bühne glauben sie ein Spiegelbild ihrer selbst zu erkennen. Aufgewühlt und stärker als zuvor auf sich bezogen, gipfelt der Abend in einer gemeinsam verbrachten Nacht. Martina Gedeck liest die berühmte Novelle Manns von Schein und Sein, von Luxus und Verfall, mit intimer Intensität.…mehr

Produktbeschreibung
Die Zwillinge Siegmund und Sieglinde sind eng verbunden und genießen das süße Nichtstun, das ihnen der Reichtum ihrer Eltern ermöglicht. Doch als die Schwester heiraten soll, scheint die Nähe zwischen den Geschwistern in Gefahr. Der Bruder erbittet als einen letzten gemeinsamen Abend den Besuch von Richard Wagners "Walküre". In dem in Liebe vereinten Geschwisterpaar auf der Bühne glauben sie ein Spiegelbild ihrer selbst zu erkennen. Aufgewühlt und stärker als zuvor auf sich bezogen, gipfelt der Abend in einer gemeinsam verbrachten Nacht. Martina Gedeck liest die berühmte Novelle Manns von Schein und Sein, von Luxus und Verfall, mit intimer Intensität.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in BG, B, A, EW, DK, CZ, D, CY, H, HR, GR, GB, F, FIN, E, LT, I, IRL, NL, M, L, LR, S, R, P, PL, SK, SLO ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Der Audio Verlag
  • Gesamtlaufzeit: 77 Min.
  • Erscheinungstermin: 08.09.2017
  • ISBN-13: 9783742403216
  • Artikelnr.: 49089229
Autorenporträt
Der Kaufmannssohn Thomas Mann (* Lübeck 1875, † Zürich 1955) wurde einer der wirkmächtigsten Schriftsteller deutscher Sprache. "Sein Herz waschen" hat er das Schreiben genannt; sein Werk umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und politische Schriften. Schon Thomas Manns erster großer Roman "Buddenbrooks" (1901) hatte das Zeug zum Nobelpreis, der ihm 1929 verliehen wurde. Die Romane "Doktor Faustus" (1947) sowie die Trilogie "Joseph und seine Brüder" (1933-43) bilden das Alterswerk und den Gipfelpunkt seines Schaffens. Mit kritischem Auge verarbeitete Thomas Mann in seinen Werken die Auflösung der bürgerlichen Kultur seiner Gegenwart. Er sah den Aufstieg des Faschismus vorher und warnte davor. Kurz nachdem die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten, emigrierte Thomas Mann in die Schweiz und ging von dort ins amerikanische Exil. 1952 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in der Schweiz.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.03.2009

So viel vom bekannten Falschen

Alles, was die Deutschen an Thomas Mann lieben, finden sie in Thomas Manns Erzählung "Wälsungenblut": Worte wie "durchaus", "beständig", "dergestalt", psychologisierenden Kitsch, halbgedachte Gedanken über das große Ganze, unendlich lange, zwanghafte Beschreibungen von Kleidern, Möbelstücken, Physiognomien, fast gar keine Handlung, sehr viel Richard Wagner - und ein paar überhebliche, reiche Juden, die in die deutsche Gesellschaft drängen, finanziell und sexuell.

Die Juden aus "Wälsungenblut" leben irgendwann am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in einer sehr, sehr großen Villa in Berlin-Tiergarten, aber natürlich fällt nie das Wort "Jude", dafür ist der Tagebuch-Antisemit Thomas Mann zu verklemmt. Man erkennt sie trotzdem. Sie heißen Aarenhold, und der Vater, der "im Osten an entlegener Stätte geboren" wurde, als "Wurm", als "Laus", reibt sich beim Sprechen leise die Hände und hat eine "leidende Art". Seine Frau ist "klein, häßlich und wie unter einer fremden, heißeren Sonne verdorrt", sie antwortet "ausschließlich mit Gegenfragen", und ihre Rede ist "mit sonderbaren und an Kehllauten reichen Worten durchsetzt". Nein, Chala mit Christenblut backt sie nicht.

Die Kinder der beiden galizischen Eindringlinge haben sich in Deutschland gemacht. Sie sind schöner und größer als ihre Eltern, man sieht ihnen die befremdende, dunkle Herkunft nicht sofort an - aber wenn man genauer hinsieht, eben doch: Sie haben "dieselbe ein wenig niedergedrückte Nase", "aufgeworfenen Lippen", und ihre Unterhaltungen sind eine einzige talmudistische Orgie.

Unentwegt "zersetzen" sie die Meinung des anderen "in Scharfsinn", befehden "einander mit einer stählernen und abstrakten Dialektik", verachten "die blonden Bürger des Landes", die sie gleichzeitig bewundernd "Germanen" nennen. Und die Kunst, von der der After-Office-Denker Richard Wagner meinte, sie sei Sache deutscher Künstler, da sie allein Gefühl und Leidenschaft hätten, während die überall fremden Juden nur kritisieren, intellektualisieren und zerstören könnten?

Die Kunst können die Aarenhold-Kinder natürlich nicht ausstehen - wenn sie Leidenschaft ist. Sie mögen lieber Bücher, Bilder, Opern, die "durch eine unverträumte Intellektualität vor jedem Einwand" scheinbar sicher sind. Klingt wie ein Zitat aus dem Katalog zur Ausstellung "Entartete Kunst", die Frage ist nur, wer zitiert wen.

Es geht hier nicht um Antisemitismus, denn Antisemitismus ist ein schrecklich langweiliges Thema - zumindest solange keine Partei mit antisemitischer Agenda im Reichstag sitzt. Es geht um Literatur und das Nachdenken darüber, wie gut eine Erzählung sein kann, die so viel vom bekannten Falschen enthält.

Und wie gut - das muss man ebenfalls fragen - kann ein Autor sein, der eine solche Erzählung schreibt, wenn er derselbe Autor ist, dessen Werk auch sonst voll ist mit lauter bekanntem Falschen? Wenn ich an Thomas Mann denke, fallen mir jedenfalls nur siebenmalkluge Jesuiten, liebe Lübecker, wirre Zwölftonmusik-Komponisten, strenge Bibel-Juden, depressive Closet-Schwule, liebenswürdige Hochstapler und böse Nazis ein - die auch noch alle so geschwollen und "literarisch" daherreden, wie sich ein Kleinbürger mit Bildungskomplex Literatur vorstellt. Warum nicht gleich Peter Hacks lesen? Warum nicht lieber "Lost" gucken?

Jede Zeit liebt die Schriftsteller, die sie lieben will. Und: Schriftsteller sind die Spiegel einer Gesellschaft, nicht ihre Propheten. Was sagt das über uns und unsere Zeit? Ich weiß es noch nicht. Aber ich weiß, dass Siegmund und Sieglinde, die beiden arroganten jüdischen Aarenhold-Zwillinge, am Ende von Thomas Manns berühmter Erzählung miteinander Sex haben. Vorher waren sie in Wagners "Walküre", in der ebenfalls zwei Zwillinge Sex hatten, aber die sind nicht "im Osten an entlegener Stätte geboren".

Wollen die bösen Juden es den guten Nichtjuden nachmachen? Wollen sie so tun, als seien auch sie aus dem Geschlecht der Nibelungen? Sieglinde soll bald einen deutschen Adligen heiraten - also irgendwie schon.

Nachdem sie mit ihrem Bruder geschlafen hat, fragt Sieglinde Siegmund, was jetzt mit ihrem deutschen Verlobten sei. In der ersten Fassung von "Wälsungenblut", die Thomas Mann aus Angst vor seinen jüdischen Schwiegereltern noch schnell änderte, antwortet der jüdische Siegmund: "Beganeft haben wir ihn, den Goi." Reingelegt haben wir ihn, den verdammten Unjuden.

Vielleicht geht es hier doch um Antisemitismus und nicht nur um ein bisschen Literatur.

MAXIM BILLER

Thomas Mann: "Wälsungenblut", Novelle. Die im Verlag S. Fischer erschienenen Ausgaben sind zurzeit nur antiquarisch erhältlich.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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