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Der neue Roman von Cornelia Funke ungekürzt gelesen von "Zauberzunge" Rainer Strecker.
Treten Sie ein in die Welt hinter dem Spiegel!
Obwohl Jacob Reckless immer darauf geachtet hat, die Welt hinter dem Spiegel vor seinem Bruder Will geheimzuhalten, ist dieser ihm gefolgt. Doch in dem wunderbaren Reich lauern tödliche Gefahren: Will wird von einem Goyl angegriffen und beginnt, zu Jade zu versteinern. Verzweifelt will Jacob ihn retten, aber nur die Feen haben die Macht, das Steinerne Fleisch aufzuhalten. Gemeinsam mit Clara, Wills großer Liebe, und der Gestaltwandlerin Fuchs macht Jacob…mehr

Produktbeschreibung
Der neue Roman von Cornelia Funke ungekürzt gelesen von "Zauberzunge" Rainer Strecker.
Treten Sie ein in die Welt hinter dem Spiegel!

Obwohl Jacob Reckless immer darauf geachtet hat, die Welt hinter dem Spiegel vor seinem Bruder Will geheimzuhalten, ist dieser ihm gefolgt. Doch in dem wunderbaren Reich lauern tödliche Gefahren: Will wird von einem Goyl angegriffen und beginnt, zu Jade zu versteinern. Verzweifelt will Jacob ihn retten, aber nur die Feen haben die Macht, das Steinerne Fleisch aufzuhalten. Gemeinsam mit Clara, Wills großer Liebe, und der Gestaltwandlerin Fuchs macht Jacob sich auf die gefährliche Reise.

Ein fesselndes Abenteuer in einer von den Grimmschen Märchen inspirierten Welt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Oetinger Media
  • ISBN-13: 9783837305180
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 383730518X
  • Best.Nr.: 29113950
  • Laufzeit: 490 Min.
  • Erscheinungstermin: 14. September 2010
Autorenporträt
Cornelia Funke wurde 1958 in Dorsten/Westfalen geboren, zog nach dem Abitur nach Hamburg und absolvierte eine Ausbildung als Diplompädagogin. Drei Jahre lang arbeitete sie als Erzieherin auf einem Bauspielplatz und studierte parallel dazu Buchillustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg.
Nach Abschluss des Studiums war Cornelia Funke zunächst ausschließlich als Illustratorin für Kinderbücher tätig - eine Arbeit, die sie dazu anregte, selbst Geschichten für junge Leserinnen und Leser zu schreiben. So wurde sie mit 28 Jahren freischaffende Autorin und Illustratorin.
Ihre freie Zeit verbringt Cornelia Funke am liebsten mit ihrer Familie. Außerdem ist sie ein großer Filmfan, reist gern und liest, so viel sie kann.
Seit Mai 2005 wohnt Cornelia Funke mit ihrer Familie in Los Angeles; zuvor lebte sie am Stadtrand von Hamburg.
2008 erhielt sie den "Roswitha-Preis" der Stadt Bad Gandersheim, den Medienpreis "Bambi", 2009 den "Jacob-Grimm-Preis" und 2015 den "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" sowie den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten.
Trackliste
CD 1
1Kapitel 1: Es war einmal
2Kapitel 2: Zwölf Jahre später
3Kapitel 3: Goyl
4Kapitel 4: Auf der anderen Seite
5Kapitel 5: Schwanstein
6Kapitel 6: Verliebter Narr
CD 2
1Kapitel 7: Das Haus der Hexe
2Kapitel 8: Clara
3Kapitel 9: Der Schneider
4Kapitel 10: Fell und Haut
5Kaptiel 11: Hentzau
6Kapitel 12: Seinesgleichen
7Kapitel 13: Der Nutzen von Töchtern
CD 3
1Kapitel 14: Das Dornenschloss
2Kapitel 15: Weiches Fleisch
3Kapitel 16: Niemals
4Kapitel 17: Ein Führer zu den Feen
5Kapitel 18: Sprechender Stein
6Kapitel 19: Valiant
7Kapitel 20: Zu viel
8Kapitel 21: Seines Bruders Hüter
9Kapitel 22: Träume
Rezensionen
Besprechung von 14.09.2010
Von Riesen und Rieslingen
Cornelia Funke fackelt in ihrem neuen Buch "Reckless" Grimms Märchenland ab

Das Schloss, die Dornenhecke, der Turm, das Bett, die Prinzessin: Alles ist so, wie man es erwarten könnte, und doch ist alles schrecklich verkehrt. Denn seit der Fluch der dreizehnten Fee Dornröschen in den Tiefschlaf beförderte, sind nicht hundert, sondern zweihundert Jahre vergangen, in denen kein Prinz den Weg hierhergefunden hat. So kommen die späten Besucher nun an ein paar dornenüberwachsenen Leichen vorbei, eine mumifizierte Hand hier, ein Knochen dort. Am Ende stehen sie vor Dornröschens Bett: Ein pergamenthäutiges Etwas liegt darin, die Spitzen ihres Kleides sind vergilbt, über allem liegt ein Hauch von Verwesung. Küssen wird diese Prinzessin wohl keiner mehr - schon aus Furcht, sie könnte wirklich erwachen.

Wenn Cornelia Funke beim Treffen in London von den Märchen der Brüder Grimm spricht, erregt sie sich schnell: über deren rückwärtsgewandtes Frauenbild, über eine Tendenz, die "bourgeoise" Gesellschaftsordnung immer und immer wieder zu bestätigen, über die allgemeine Grausamkeit dieser Märchen schließlich, die Mord, Totschlag, Inzest und Folter als selbstverständlich präsentierten, bevor es für die Hauptfiguren immerhin zum Happy End reicht. Das, sagt sie, "war für mich das größte Abenteuer, dass ich plötzlich feststellte: Du beschäftigst dich mit Märchen, mit denen du aufgewachsen bist und die du schon als Kind unangenehm oder erschreckend fandest - aber du wusstest nicht, warum."

Heute erscheint als Frucht dieser Beschäftigung Cornelia Funkes Roman "Reckless", der erste seit Abschluss ihrer millionenmal verkauften "Tintenwelt"Trilogie. Er erzählt von zwei Brüdern, die aus dem New York unserer Zeit in eine Parallelwelt gelangen, in der die Motive der Grimmschen Märchen überall präsent sind und gleichzeitig die Industrialisierung Einzug gehalten hat - sehr schön kommt das in einem Kapitel zusammen, das vom inneren Monolog einer Fee berichtet, die im Luxusabteil eines dampfbetriebenen Sonderzugs durch die Lande fährt. Es beginnt mit "Es war einmal", endet mit "Und wenn sie nicht gestorben sind", die Brüder heißen Jacob und Will - deutlicher könnte man die Folie nicht markieren, von der aus man seine Welt erschafft. Und Funke, die seit fünf Jahren in Los Angeles lebt, erzählt gern, dass sie nach der "demütigenden Erfahrung", dem literarischen Schreiben in der Fremdsprache Englisch nicht gewachsen zu sein, inzwischen wieder "ganz verliebt" in ihre Muttersprache sei.

Deutschtümelnd romantisierend aber ist nichts an "Reckless", im Gegenteil: Aus jeder Zeile spricht die Freude der Autorin am Sprachspiel aus jenem milden Fremdheitsgefühl heraus, das ein kalifornisches Umfeld offenbar verschafft: Rieslinge sind da keine edlen Tropfen, sondern eben Bastarde von Riesen. Derlei verdankt sich nicht zuletzt dem Willen der Autorin, die Märchen produktiv zu verwandeln: "In dem Moment", sagt Funke, "in dem ich dachte: Ich will die Märchen drehen und ihnen eine andere, modernere Bedeutung geben, ich will sie auf meine Weise erzählen und die Macht ihrer Bilder als Frau des einundzwanzigsten Jahrhunderts benutzen, um sie in meinem Sinn wieder unbekannt zu machen - da fing ich wahrscheinlich auch automatisch an, die Worte zu drehen."

Exakt daraus bezieht der Roman seine Faszination: Wir erfahren von Abenteurer-Accessoires wie dem Rapunzelhaar (fester als das festeste Seil, dabei winzig und selbstklebend). Das Tischleindeckdich und der Knüppelausdemsack haben ebenso ihre Auftritte wie Zwerge, Feen und Einhörner. Doch unverbindlich ist da nichts, die Autorin macht Ernst in der Märchenwelt, nicht nur in ihrer trostlosen Version vom mumifizierten Dornröschen. Indem sie die finstere Dimension des Märchens auslotet, liegt ein irritierender Hauch von Gegenwart über dem Buch - der Gang in die verwandelte Märchenwelt spiegelt Ängste wider, die fest in unserer Realität verwurzelt sind. Wenn etwa Jacob, der sich im Lauf der Jahre zu einer Art Indiana Jones des Märchenlandes gemausert hat, für verzweifelte Eltern auf die Suche nach ihren von Wassermännern geraubten Töchtern geht, bleibt nach vollbrachter Tat ein schaler Beigeschmack: Einige Eltern weigern sich, den vereinbarten Preis zu bezahlen, weil ihre Töchter durch die Entführungszeit unter entsetzlichen Bedingungen so traumatisiert sind, dass ihre Eltern sie nicht mehr wiedererkennen.

All dies hat sie, wie Funke betont, in enger Zusammenarbeit mit dem englischen Filmproduzenten Lionel Wigram entworfen: Ihm, dem "Co-Creator", sei die ursprüngliche Idee für diese Erzählwelt im Stil des neunzehnten Jahrhunderts zu verdanken, er habe in monatelanger täglicher Arbeit mit ihr an der Geschichte gefeilt: "Ich habe ein wunderbares Gelb, er hat ein wunderbares Blau, zusammen haben wir ein wunderbares Grün. Das Grün könnte ich nicht allein."

Das Schreiben aber, sagt Funke, sei allein ihre Sache gewesen, auch wenn Wigram jede Zeile übersetzt bekommen und kommentiert habe. Und natürlich trägt der Roman ihre Handschrift, nicht nur in den gewohnt knappen, melodiösen Sätzen, sondern auch in einem Motiv, das schon die "Tintenwelt" prägte und sich auch hier anschickt, zum heimlichen Sprengsatz zu werden: Wenn ich eine in sich geschlossene Welt betrete und das Wissen meiner eigenen Welt mitbringe - inwieweit verändere ich sie schon allein dadurch? Und was, wenn ich meine Kenntnisse von modernem Maschinenbau, von Infrastruktrur und Waffentechnik dazu nutze, mir und denjenigen, die mir nahestehen, einen Vorteil zu verschaffen? John Reckless, der verschollene Vater von Will und Jacob, scheint genau dies getan zu haben, und wenn die Brüder am Ende auf ein von ihm konstruiertes Flugzeug stoßen, wo sie eigentlich feuerspuckende Drachen erwarten, bringt das die Kontamination der Märchenwelt sehr schön auf den Punkt.

"Reckless" ist ein Langzeitprojekt: Die Folgebände werden, erzählt Funke, jeweils vor dem Hintergrund wechselnder nationaler Märchentraditionen spielen. Als Nächstes ist Frankreich dran, dann England oder Russland, vielleicht auch Ostasien. Die emotionale Wucht freilich, die der erste Band mit seiner Orpheus-Geschichte, der Suche nach dem in die Unterwelt entführten, versteinerten Bruder entfaltet, wird schwer zu erreichen sein. Immerhin hat Jacob hier Wills patente Freundin Clara an der Seite, die den Verschollenen dornröschenhaft mit einem Kuss erlösen muss - obwohl der Verwandelte niemanden mehr erkennt, mit dem er einst verbunden war. "Er liebt mich nicht mehr", sagt Clara verzweifelt. Und Jacob erwidert: "Aber du liebst ihn. Das muss reichen."

TILMAN SPRECKELSEN

Ein Gespräch mit Cornelia Funke zu ihrem neuen Buch im Internet unter www.faz.net/funke

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 14.09.2010
Die böse Fee von Altschwanstein
Mit „Steinernes Fleisch“ beginnt der neue Roman-Zyklus „Reckless“ der Bestsellerautorin Cornelia Funke
Cornelia Funke dürfte, worüber man sich innerhalb des deutschen Sprachraums nicht völlig im Klaren ist, der international bekannteste deutsche Autor sein. Ihr Erfolg hierzulande kam auf dem Umweg über die englischsprachige Rezeption zustande. Mehr als zehn Millionen verkaufte Exemplare wurden schon 2005 gezählt, inzwischen könnten es gut und gern doppelt so viele sein. Das Time Magazine rechnete sie vor kurzem zu den hundert weltweit einflussreichsten Personen – keinem anderen Deutschen gelang der Sprung auf diese Liste.
Da ist man schon gespannt, wenn nun der Auftakt zu einer neuen mehrteiligen Buchreihe dieser Autorin erscheint, offenbar auf ähnliche Größenordnungen ausgelegt wie „Die Wilden Hühner“ und „Tintenwelt“. Diesmal trägt die Serie insgesamt den Namen „Reckless“, und Band eins heißt „Steinernes Fleisch“.
Jacob Reckless leidet, wie auch seine Mutter und sein jüngerer Bruder Will, sehr unter dem unerklärten Verschwinden des Vaters. Dessen Zimmer bleibt immer verschlossen, aber Jacob weiß, wie er sich heimlich den Schlüssel verschaffen kann. Bemerkenswertester Gegenstand in diesem Raum ist ein Spiegel in einem Rahmen silberner Rosen mit der Aufschrift „Der Spiegel öffnet sich nur für den, der sich selbst nicht sieht.“ Endlich versteht Jacob: Er deckt die Spiegelfläche mit seiner Hand ab und findet sich augenblicklich transponiert in eine Spiegel-, Märchen - und Anderswelt.
Als besonders originell kann man diesen Einstieg nicht bezeichnen; so funktioniert auch die „Legende von Narnia“. Es geht auch nicht sehr originell weiter. Jacob, am Anfang noch ein Kind, geht ganz in der neuen Welt auf; die eigentliche Handlung setzt zwölf Jahre später ein, als Will, obwohl er das nicht sollte, seinem älteren Bruder durch den Spiegel nachsteigt und dazu noch seine Freundin Clara mitbringt.
Jacob, Will, Clara: man merkt es schon an den Namen, dass Cornelia Funke auf die internationale Anschlussfähigkeit ihres Buchs achtet wie japanische Autokonzerne bei der Wahl ihrer nichtssagenden Markennamen. Auch am Gang der Handlung lässt sich wenig erkennen, was allein der Autorin oder bloß einem bestimmten Kulturkreis angehört; und alles ist schon viele Male dagewesen.
Es kämpfen zwei Reiche gegeneinander, einerseits das der „Goyls“, menschenähnlicher Wesen, deren Fleisch aus diversen Sorten von Halbedelsteinen besteht, andererseits das der Menschen unter ihrer Kaiserin Therese von Austrien. Will, unter dem Fluch einer bösen Fee stehend, verwandelt sich allmählich in eines der Steinwesen, ein Prozess, der unbedingt aufgehalten und umgekehrt werden muss: Das gibt dem Plot Gang und Dringlichkeit vor.
Dazwischen bleibt Raum für reichliches Füllmaterial, zumeist aus den Märchen der Brüder Grimm. Man durchquert einen tiefen Wald, findet das Haus einer Knusperhexe, stößt unterwegs auf Dornröschen, das noch ungeküsst vor sich hin schlummert, der goldene Ball aus dem Froschkönig und der Knüppel aus dem Sack tauchen auf, Herausforderungen in der Senkrechten begegnet man mit einem Haar der Rapunzel, und so weiter und so fort.
Also ein typischer Quest, wie bei praktisch aller Fantasy-Literatur: Mit einem großen Ziel vor Augen durchlebt die Schar um den Helden allerlei kleinere Abenteuer, die dem Prinzip der episodischen Reihung, aber sonst keiner dramaturgischen Notwendigkeit gehorchen. Man erstaunt nicht, als Co-Autoren auf dem Titelblatt Lionel Wigram genannt zu finden, der an der Verfilmung der Harry-Potter-Bücher beteiligt war.
Funkes Buch will eigentlich gar kein richtiges Buch sein, sondern eher eine Art Treatment, das bereitliegt für einen künftigen Film; und man braucht nicht besonders viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie der aussehen wird, denn dieses Genre ist gegenwärtig wirklich sehr produktiv. Die Special Effects werden darin eine große Rolle spielen, feuerspeiende Drachen und so, man wird sich das Ganze gern anschauen, aber eine Stunde später schon wieder vergessen haben, um was es gleich noch mal ging.
Bei einem Buch gibt es leider kein Wirkungs-Äquivalent zu den Special Effects. Es sei denn natürlich, man würde die Sprache dafür halten. Aber eine eigene Sprache besitzt Cornelia Funke nicht. Ihre Sprache birgt kein Geheimnis, wie es die von ihr so hochverehrten Grimmschen Märchen tun, etwas, das nirgends daheim wäre als in den Worten und dem Leser oder Hörer die Evozierung der Bilder selbst anheimstellt. Stattdessen dient der Autorin Sprache (die sich bei ihr wie eine etwas lieblose Übersetzung aus dem Englischen ausnimmt) nur dazu, etwas vorab Konzipiertes umzusetzen, immer Mittel und niemals Zweck.
Besonders bemerkbar macht sich das, wenn die Autorin ums Poetische ringt: „Das Laternenlicht füllte die Straßen von Schwanstein wie verlaufene Milch. Gaslicht und hölzerne Kutschräder, die über holpriges Kopfsteipflaster rollten, Frauen in langen Röcken, die Säume nass vom Regen. Die feuchte Herbstluft roch nach Rauch, und Kohlenasche schwärzte die Wäsche, die zwischen den spitzen Giebeln hing.“ Das Kopfsteinpflaster muss holprig sein, die Giebel spitz, sonst ginge es nicht in dieser Lebkuchenschachtelwelt. Manchmal zwar glaubt man, dass Funke vielleicht doch dicht dran ist, etwas aus Sprache zu erschaffen. Als die Freundesschar den Märchenwald durchquert, hören sie aus der Ferne ein leise schnappendes oder schnippendes Geräusch, und sie wissen: Das ist der Schneider. Wie viel Grauen hat auf einmal in diesem einen Wort Platz! Dann aber muss die entsprechende Figur zum Duell antreten, sie sieht, des langen und breiten beschrieben, aus wie eine Kreuzung von Edward mit den Scherenhänden und Freddy Kruger, und gerade als es spannend werden soll, wird es stattdessen todlangweilig.
Da Funke so sehr aufs Filmische setzt, verwundert es, dass sie sich mit ihren eigenen Illustrationen zufrieden gibt. Mit weichem Bleistift auf dickem Papier ausgeführt, lassen sie durchaus zeichnerisches Talent erkennen, halten aber in ihrem dunkel verwischten Monochrom der krachbunten Bildlichkeit des Buchs nicht stand. Die Autorin muss es doch gemerkt haben, denn nach einigen Kapiteln hören die Zeichnungen auf.
BURKHARD MÜLLER
CORNELIA FUNKE: Reckless. Teil 1: Steinernes Fleisch. Dressler Verlag, Hamburg 2010. 347 Seiten, 19,95 Euro
„Die feuchte Herbstluft roch
nach Rauch, und Kohlenasche
schwärzte die Wäsche . . . “
Mit einem großen Ziel vor Augen durchlebt die Schar um den Helden allerlei kleinere Abenteuer, dazwischen bleibt viel Raum, den Cornelia Funke gern mit Material aus den Mädchen der von ihr verehrten Brüder Grimm füllt. Foto: imago stock&people
Bekannteste deutsche Autorin: Cornelia Funke Foto: Basso Cannarsa/Opale
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