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Vom Duft des Kochens und des Küssens
Acht Jahre alt ist Vi, als sie mit ihrer Mutter und den drei Brüdern aus Vietnam nach Kanada flieht. Erst als Erwachsene kehrt sie zurück, in ein Land, das ihr fremd geworden ist. Sehr gegenwärtig jedoch sind ihre Erinnerungen: an die abgöttische Liebe der Mutter zu ihrem Mann, den sie im entscheidenden Moment allerdings zurücklässt, um die Kinder zu retten. An Ha, die kluge und elegante Freundin der Mutter, die Vi ermunterte, sich aus der Tradition zulösen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und an den Geschmack der Sehnsucht, der in all den liebevoll zubereiteten Mahlzeiten der Mutter immer präsent war.…mehr

Produktbeschreibung
Vom Duft des Kochens und des Küssens

Acht Jahre alt ist Vi, als sie mit ihrer Mutter und den drei Brüdern aus Vietnam nach Kanada flieht. Erst als Erwachsene kehrt sie zurück, in ein Land, das ihr fremd geworden ist. Sehr gegenwärtig jedoch sind ihre Erinnerungen: an die abgöttische Liebe der Mutter zu ihrem Mann, den sie im entscheidenden Moment allerdings zurücklässt, um die Kinder zu retten. An Ha, die kluge und elegante Freundin der Mutter, die Vi ermunterte, sich aus der Tradition zulösen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und an den Geschmack der Sehnsucht, der in all den liebevoll zubereiteten Mahlzeiten der Mutter immer präsent war.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher .14693
  • Verlag: Dtv
  • Originaltitel: Vi
  • Seitenzahl: 144
  • Erscheinungstermin: 21. Juni 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 124mm x 17mm
  • Gewicht: 163g
  • ISBN-13: 9783423146937
  • ISBN-10: 3423146931
  • Artikelnr.: 54564537
Autorenporträt
Thúy, Kim
Kim Thúy wurde 1968 in Saigon geboren und floh als Zehnjährige mit ihrer Familie nach Kanada. Sie arbeitete als Übersetzerin und Rechtsanwältin, als Gastronomin, Kritikerin und Moderatorin für Radio und Fernsehen. Als Autorin wurde sie 2010 mit ihrem in zahlreiche Sprachen übersetzten Roman 'Der Klang der Fremde' bekannt. Kim Thúy lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Montreal.

Alvermann, Andrea
Andrea Alvermann studierte u. a. Jura, Romanistik und Slavistik an der Universität Köln. Sie ist Mitglied im Berufsverband der Dolmetscher und Übersetzer und der Société Française des Traducteurs (SFT).

Große, Brigitte
Brigitte Große, 1957 in Wien geboren, studierte Philosophie, Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg. Anschließend war sie als Lektorin und Redakteurin tätig. Sie lebt heute als Übersetzerin aus dem Französischen und dem Englischen in Hamburg. Sie überträgt unter anderem Amélie Nothomb, Frédéric Beigbeder und Georges-Arthur Goldschmidt ins Deutsche. 1994 und 2015 erhielt Brigitte Große den Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen. Sie war Trägerin des Hieronymusrings und wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.08.2019

NEUE TASCHENBÜCHER
Zwischen Welten
und Werten
Übersetzt heißt ihr Vorname „winzige Kostbarkeit“. Die Vietnamesin Bao Vi wird diesem Namen jedoch nicht gerecht: Sie wächst zu überdurchschnittlicher Größe heran. Auch sonst enttäuscht sie die Erwartungen ihrer Mutter und Brüder, mit denen sie in den Siebzigerjahren als Boat People geflüchtet und in Kanada gelandet war. Sie nimmt den westlichen Lebensstil an, lebt ohne Trauschein ihre Liebe zu einem Mann aus der vietnamesischen Exilgemeinde aus und wird schließlich auch ihm zu selbständig. Die kanadische Schriftstellerin Kim Thúy, 1968 in Saigon geboren, lässt sich in ihrem dritten Roman „Die vielen Namen der Liebe“ einmal mehr von ihrer Lebensgeschichte inspirieren. Sie hat einen eigenen Ton dafür gefunden, vom Fortgehen und Ankommen zu erzählen, springt in kurzen Abschnitten von einem Ereignis zum nächsten, in einer klaren und doch poetisch aufgeladenen Sprache. Die Leerstellen zwischen den teils schmerzvollen Erinnerungen können – ähnlich wie bei Marguerite Duras – die Leser nicht alle selbst füllen. Doch sie spüren die Zweifel, die Fragen einer jungen Frau auf der Suche nach sich selbst, zwischen Welten und Werten. ANTJE WEBER
Kim Thúy: Die vielen Namen der Liebe. Aus dem Französischen von Andrea Alvermann und Brigitte Große. dtv, München 2019. 137 Seiten, 10,90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"Ein Roman, der in seiner Stille und Schlichtheit noch lange nachhallt."
Saskia Haber, animepro.de 09.10.2019

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 13.05.2017

In roten Kunstlederstiefeln
Kim Thúys vietnamesische Flüchtlingsgeschichten

Das vietnamesische Mädchen Bao Vi, was übersetzt "winzige Kostbarkeit" heißt, ist noch nicht lange im neuen Land, nach lebensgefährlicher Flucht mit Mutter und Geschwistern. In Kanada, heißt es, herrsche zwölf Monate lang Kälte. Die Mutter hat vorgebeugt, schon in Malaysia, einer Zwischenstation. Die dort erworbenen roten Kunstlederstiefel mit dem schiefen rechten Absatz tun ihren Dienst. Bao Vi denkt an das Mädchen, dem die Stiefel vorher gehört hatten. Es wird zur imaginären Freundin, die sie ermutigt, "in einer völlig neuen Welt, deren weite Horizonte mich erschreckten, einen Fuß vor den anderen zu setzen".

Solche sofort greifbaren und eindrücklichen Beschreibungen sind typisch für Kim Thúy, die selbst mit zehn Jahren Saigon verließ und heute im kanadischen Montreal lebt. Erstmals thematisierte sie Flucht- und Exilerfahrungen 2010 in ihrem erfolgreichen Debüt "Der Klang der Fremde", dem 2014 "Der Geschmack der Sehnsucht" folgte, beide auch deshalb lesenswert, weil sie in poetischen Vignetten die divergenten Bilder einzufangen versuchen, "die hinter geschlossenen Lidern weiter leuchten", oft irritierend verstörend, bisweilen sogar komisch, weil vieles einfach nicht einzuordnen ist. Kim Thúy erzählt davon, wie es ist, wenn einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird; wie die Fremde aber auch die Möglichkeit bietet (oder erzwingt), sich neu zu erfinden. Selbst hat sie als Übersetzerin und Rechtsanwältin gearbeitet. Sie war Gastronomin, Kritikerin, Moderatorin. Ihr neuer Roman heißt "Die vielen Namen der Liebe", mit Anklängen an bereits Erzähltes, aber mehr fokussiert auf die spätere Lebensphase.

Erzählt wird aus der Sicht von Bao Vi, die ihren Wurzeln in Vietnam nachspürt, wo die Familie einst Besitz hatte, wo der Vater die Mutter anbetete und eines Tages verschwand, weil er zu stolz war, um sich von ihr helfen zu lassen. Darüber verpasste er die Welle der "boat people". All das erfährt Bao Vi erst Jahre später, als sie selbst wieder in Hanoi arbeitet und einen Mann liebt, der seinerseits verschwand.

Der dritte Roman ist sprunghafter als die Vorgänger. Aber immer, wenn man den Verdacht hat, eine Geschichte werde nicht auserzählt, wird der Faden wieder aufgenommen. Nichts scheint vorhersehbar. Und genauso lässt auch Bao Vi sich auf die Wechsel ein. Ganz nebenbei erfährt man viel über ihre erste Zeit in Kanada. Die Mutter hat ein offenes Haus, für die sogenannten FBO, die "fresh off the boat", die gerade angekommen waren. Hier lernt Vi auch Tran kennen, mit dem sie zum Entsetzen der Familien fast wie in einer Wohngemeinschaft lebt und von dem sie sich trennt, als auch er sie zu selbstbestimmt findet.

Das Verlassen der Heimat geht einher mit der Loslösung von Traditionen. Sie glimmen auf wie Märchenstoff, wenn erzählt wird, wie der Vater die Mutter erstmals beim Zubereiten des Morgenkaffees sieht. Kim Thúy erzählt mit sinnlichem Gespür. Sie lässt Originale auferstehen wie den Großvater, der alle Bücher im Haus über Nacht verbrennen lässt, um einer Anzeige zuvorzukommen. Innerhalb dieser Kulturen und Schicksale entspinnt sich das abenteuerliche Leben ihrer Hauptfigur, und zwar nicht aufgrund irgendeines Lebensentwurfes, sondern vornehmlich durch die Art der Wahrnehmung feinster Zwischentöne und das Reagieren auf eine Welt, die alles sein kann. In knappen, prägnanten Bildern pulsierender Lebendigkeit wird sie erfasst.

ANJA HIRSCH

Kim Thúy: "Die vielen Namen der Liebe". Roman.

Aus dem Französischen von Andrea Alvermann und Brigitte Große. Kunstmann Verlag,

München 2017. 139 S., geb., 18,- [Euro].

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