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Sein Leben schreibt die besten Geschichten - die spannende Autobiografie des Welt-Bestsellerautors
Frederick Forsyth war der jüngste Pilot der Royal Air Force, anschließend ein erfolgreicher Journalist an den Brennpunkten der Weltpolitik, bevor er seine Karriere als Autor mit einem Paukenschlag begann: Der Schakal. Seitdem haben seine Thriller Maßstäbe gesetzt, denn sie sind so nah an der Wirklichkeit, dass man sie als Prophezeiungen lesen kann.
Er nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise, die für deutsche Leser besonders interessant ist. Nach dem Mauerbau berichtet Forsyth als
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Produktbeschreibung
Sein Leben schreibt die besten Geschichten - die spannende Autobiografie des Welt-Bestsellerautors

Frederick Forsyth war der jüngste Pilot der Royal Air Force, anschließend ein erfolgreicher Journalist an den Brennpunkten der Weltpolitik, bevor er seine Karriere als Autor mit einem Paukenschlag begann: Der Schakal. Seitdem haben seine Thriller Maßstäbe gesetzt, denn sie sind so nah an der Wirklichkeit, dass man sie als Prophezeiungen lesen kann.

Er nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise, die für deutsche Leser besonders interessant ist. Nach dem Mauerbau berichtet Forsyth als Korrespondent aus Ost-Berlin. Dabei ist er auch dem amerikanischen Geheimdienst behilflich. Nur leider ist er bei seinen amourösen Abenteuern so unvorsichtig, dass er das Land Hals über Kopf verlassen muss.

Forsyth erzählt dabei von ersten Erfahrungen als Schüler im Nachkriegsdeutschland, von gefährlichen Abenteuern auf allen Kontinenten bis zur Erfüllung eines Traums, den er als kleiner Junge hatte. Ein Leben - spannend wie ein Thriller.

  • Produktdetails
  • Verlag: C. Bertelsmann
  • Originaltitel: The Outsider
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 21. September 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 142mm x 40mm
  • Gewicht: 665g
  • ISBN-13: 9783570102664
  • ISBN-10: 3570102661
  • Artikelnr.: 42685451
Autorenporträt
Autorenporträt Frederick Forsyth

Das Leben von Frederick Forsyth wirkt selbst wie ein Thriller, beinahe zu spannend, um wirklich wahr zu sein: Mit nur 19 Jahren wurde er der jüngste Jetpilot bei der Royal Air Force. Als Journalist berichtete er aus Bürgerkriegsgebieten in Afrika, ebenso von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, unter anderem aus der DDR und der BRD. 20 Jahre lang soll der Mann, der fünf Sprachen beherrscht, zudem für den britischen Geheimdienst MI6 tätig gewesen sein. Seit den frühen 1970er-Jahren feierte er große Erfolge als Thrillerautor. Etliche seiner Bücher wurden verfilmt, darunter "Der Schakal" mit Bruce Willis und Richard Gere. Forsyths mittlerweile mehr als zwanzig Romanen und Erzählbänden ist in ihrer Detailfreude und atmosphärischen Dichte anzumerken, dass da jemand genau weiß, wovon er schreibt.

Geboren wurde der Sohn eines Kürschners 1938 in der Stadt Ashford in der britischen Grafschaft Kent. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbrachte er einige Jahre als Schüler auch in Deutschland und studierte später in Spanien, an der Universität Granada. An seine Jahre beim Militär schloss sich eine Tätigkeit als Korrespondent der BBC an. Er berichtete aus dem nigerianischen Bürgerkrieg, als sich das Interesse seiner Arbeitgeber nahezu ausschließlich auf den Vietnamkrieg verlagerte. Forsyth kündigte und blieb als freier Journalist weitere zwei Jahre in Nigeria. Über diese Zeit berichtete er in seinem ersten Buch "Biafra Story. Bericht über eine afrikanische Tragödie". 1971 erschien dann sein erster Roman "Der Schakal", der mitsamt den bald darauffolgenden Bänden "Die Akte Odessa" und "Die Hunde des Krieges" seinen Ruf als Meister des politischen Thrillers begründete.

Es sollte bis zum Jahr 2015 dauern, bis Forsyth öffentlich bekannt gab, damals in Nigeria vom britischen Geheimdienst MI6 angeworben worden zu sein. Seine Agententätigkeit verschlug ihn in den folgenden Jahren in die Republik Rhodesien, nach Südafrika und - auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges - auch nach Ost-Berlin, in die DDR. Es klang nach einem standesgemäßen Finale einer einzigartigen Karriere, als Forsyth 2015 mit "Outsider" tatsächlich den autobiografischen Roman seines Lebens vorlegte und bald darauf seinen Ruhestand als Thrillerautor verkündete. Seine Frau habe ihm verboten, auf Recherchereisen für weitere Romane zu gehen. Das sei in seinem Alter einfach zu gefährlich. "Der Fuchs" könnte nun ein Indiz dafür sein, dass Frederick Forsyth mit der Cyber-Kriminalität ein Thema gefunden hat, das er relativ ungefährdet von zuhause aus recherchieren und mit seiner langjährigen Erfahrung verknüpfen kann. Sein Spätwerk hat also vielleicht gerade erst begonnen.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Kurios fand Alexander Menden die Lektüre von Frederick Forsyths Autobiografie. Er habe sich vorgestellt, so schreibt der Kritiker, wie der ehemalige Kampfpilot der britischen Royal Air Force, BBC-Auslandskorrespondent und Bestsellerautor am Kamin eines Londoner Salons sitze und seine Anekdoten darbiete, die mal den Kalten Krieg zu neuem Leben erwecken, mal eine "Aneinanderreihung eher gemütlicher Vignetten" böten. Menden irritiert ein wenig, dass sich Forsyth dabei mitunter lange bei Details aufhalte, anderes hingegen zu schnell abhandle. Insgesamt fühlt sich der Rezensent aber gut unterhalten, offenbar auch wegen des "nassforschen" Tonfalls und weil die Erinnerungen seines Erachtens "von mehr als einem Hauch Selbstzufriedenheit" umweht sind.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.09.2015

Das Establishment sollte man meiden

Früher begann der Tag mit einem Streifschuss: Frederick Forsyth erzählt sein Leben als Pilot, Reporter, Draufgänger, Lebemann und Bestsellerautor. Und er begleicht eine offene Rechnung.

Am 2. Januar 1970 setzte ich mich an den Küchentisch der geborgten Wohnung, nahm den Metalldeckel mit der Streifschussnarbe von meiner getreuen alten Reiseschreibmaschine, spannte den ersten Bogen ein und begann zu tippen." Dieser Satz steht auf Seite 271, und er ist, abgesehen von ein paar flüchtigen Nebenbemerkungen, der erste Abschnitt, der sich tatsächlich damit beschäftigt, wie aus einem vergleichsweise unbekannten britischen Auslandskorrespondenten nach seinem Romandebüt "The Day of the Jackal" (Der Schakal) ein weltweit erfolgreicher Autor von Thrillern wurde.

Nur hundert Seiten später schließt Frederick Forsyth, Jahrgang 1938, das Album seines Lebens wieder, auf das er den programmatischen Titel "Außenseiter" gesetzt hat. Es ist ein Selbstporträt des Autors als junger Spund. Denn was er auch unternimmt, er ist meist der Jüngste, der Sohn eines Kürschners aus Ashford in der Grafschaft Kent. Man könnte auch sagen: Er ist frühreif und dadurch gern zu früh dran. Dank der Weitsicht seiner Eltern lernt er bei Auslandsaufenthalten Deutsch und Französisch fließend, später kommen Spanisch und ein wenig Russisch dazu. So aufgestellt, wird er in Cambridge in ein bekanntes College eingeladen, von wo aus ihn man gleich für eine Laufbahn im Außenministerium empfehlen will. Aber ein Studium ist seine Sache nicht, eher schon der Besuch einer Schule für Matadore, auch wenn er im Vorbeigehen ein Diplom der Universität von Granada mitnimmt, während dessen ihn eine deutsche Gräfin die Liebeskunst lehrt: Das Leben ist seine Hochschule, und zwar das pralle, das riskante, das er gelegentlich leichtsinnig aufs Spiel setzt. An Selbstbewusstsein und elterlicher Liebe scheint es dem Einzelkind nie zu mangeln. Der Kasernierung der verhassten Internatsschule entzieht er sich mit tollkühnen Manövern, die ihn schließlich zum jüngsten Piloten der Royal Air Force machen.

Der junge Mann möchte Auslandskorrespondent werden, weil er die Welt bereisen will. Zunächst geht er in Norfolk in die beste aller Grundausbildungen - er wird Lokaljournalist; dann zieht er weiter in die Fleet Street, landet bei Reuters, wird nach Paris abkommandiert, wo er den stets unter Anschlagsgefahr lebenden General de Gaulle erlebt, den er später als Romanfigur einsetzen wird. Es folgt ein Jahr in der Hauptstadt des Arbeiterparadieses DDR, in Ost-Berlin. In Notlagen schlüpft er in die Rolle des naiven Trottels, der Stasi gegenüber verfängt dieses Spiel naturgemäß nicht.

Der Wechsel zur BBC erweist sich als kompletter Fehlschlag, weil Forsyth nicht begreifen will, dass der Staatssender dazu da ist, London wohlgefällige Nachrichten zu verbreiten. Und so ist er wohl bis heute im Herzen Journalist geblieben, einer der altmodischen Sorte, wie sein Credo verrät: "Ein Journalist sollte sich nie mit dem Establishment gemeinmachen, allen verführerischen Schmeicheleien zum Trotz. Unsere Aufgabe besteht darin, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen, nicht, uns mit ihnen zu solidarisieren." Freilich, als Millionenseller ist es ihm später nicht gegeben gewesen, sich den Lockungen des Establishments ganz zu entziehen - man trifft sich eben doch auf Dinnerpartys.

Der Tonfall dieser Memoiren ist salopp, die politischen Bewertungen sind gelegentlich stereotyp und spiegeln die Zeit, in der sie herausgebildet wurden - den Kalten Krieg. Manches Argument reitet Forsyth bewusst trotzig gegen den Zeitgeist, etwa das Lob der Wehrpflicht; das "Gewese" der Deutschen um die Natur ist ihm in dem Maße fremd, in dem er sein eigenes Gewese um die Einsamkeit des Schriftstellers ignoriert.

Und doch birgt diese Autobiographie Anlass für eine Kontroverse. Vor allem in den umfangreichen Einlassungen zum Biafra-Krieg zwischen 1967 und 1970 wirft Forsyth der damaligen Regierung unter Harald Wilson Versagen, Desinformation und bewusste Wählertäuschung vor. Wer versuchte - wie es auch Winston Spencer-Churchill, der Enkel des Kriegspremiers, damals tat -, objektiv zu berichten, wurde als Unterstützer der Rebellen gebrandmarkt, derweil das Vereinigte Königreich entgegen allen Dementis Nigeria mit Waffen und Soldaten unterstützte. Diese "Clique eitler ranghoher Bürokraten und feiger Politiker" habe "die Ehre meines Landes für immer beschmutzt".

Forsyth kehrt, innerhalb der BBC kaltgestellt, auf eigene Faust in das Kriegsgebiet zurück und wird Augenzeuge der Hungerkatastrophe - Bilder, die ihn nie wieder verlassen. In dieser Zeit begann auch, wie er unumwunden einräumt, seine Zusammenarbeit mit dem Secret Intelligence Service, besser bekannt als MI6.

Von seinem Innenleben verrät Forsyth wenig, lieber lobt er den preiswerten Geheimdienst seines Landes, der Staatsbürger als kostenlose Boten einsetzt. Kurze Porträtabstecher werden Fremdenlegionären, Hetären, Söldnern, Kriegshelden und Figuren der Zeitgeschichte zuteil, die er interviewte, darunter David Ben-Gurion, Simon Wiesenthal und Ezer Weizman, den Gründer der israelischen Luftwaffe, den er standesgemäß fliegend in einem Zweisitzer befragte.

Die letzten hundert Seiten sind der recht glamourös verlaufenen Schriftstellerlaufbahn gewidmet, sie handeln von Lesereisen, Tauchurlaub, einem Rolls-Royce, zwei Söhnen, einer zweiten Ehe, Safaris, Hochseefischen, Geishas, Nobelhotels, Fallschirmspringen, Champagner, Umzügen - aber immer wieder auch von Recherchereisen wie jener nach Guinea-Bissau und nach Mogadischu, um für Romane Stoff zu sammeln.

Manche Kapitel sind aus der Gattung "Mein schlimmstes Ferienerlebnis"; eines widmet sich der Privatpleite vor fünfundzwanzig Jahren, als ein Anlagebetrüger sein Vermögen pulverisierte. Forsyth fängt einfach wieder von vorne an. Was er im Roman der Spannungslinie wegen gestrichen hätte, in der Selbstbetrachtung mag es seinen Platz haben. Dass er das Buch mit Standardrhetorik beginnt, gehört zum Spiel: "Um ehrlich zu sein, ich hatte nie vor, Schriftsteller zu werden." Sicherheitshalber bestreitet er, seine "Lebensgeschichte" oder gar eine "Selbstrechtfertigung" geliefert zu haben. Seine euroskeptischen Interventionen, sein Kampf gegen politische Korrektheit sind dem bekennenden Konservativen dagegen keine Erwähnung wert.

Außergewöhnlich ist dieses Leben zweifellos, und in seinen besten Passagen sind die Erinnerungen daran spannend und süffig geschrieben. Um einen Platz in der Literaturgeschichte war es Frederick Forsyth nie zu tun, mit seinen ersten, innerhalb von drei Jahren veröffentlichten Romanen "Der Schakal", "Die Akte Odessa" und "Die Hunde des Krieges" hat er seinen Platz im Kanon des Genres gesichert. Der Rest war Zugabe. Die hat er genussvoll ausgelebt, weil er nicht das tat, nicht tun musste, was nach seiner Beobachtung allzu viele seiner Zeitgenossen tun: "Der Mensch verbringt die meiste Zeit damit, in überfüllten Städten herumzulaufen und sich davon zu überzeugen, wie wichtig er für den Lauf der Dinge ist."

HANNES HINTERMEIER

Frederick Forsyth: "Outsider". Die Autobiographie.

Aus dem Englischen von Susanne Aeckerle. C. Bertelsmann Verlag, München 2015. 384 S., Abb., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 30.10.2015

Kalter
Flieger
„Outsider“, die Autobiografie des
Thrillerautors Frederick Forsyth
Wenn ein Lokaljournalist behauptet, Lokaljournalismus sei eine Schule fürs Leben, dann klingt das verdächtig nach Selbstaufwertung. Wenn es ein ehemaliger Kampfpilot und Bestsellerautor sagt, bekommt es deutlich mehr Gewicht. Frederick Forsyth lernte drei Jahre lang genaues Arbeiten bei der Eastern Daily Press in King’s Lynn: „Bei einer Regional- oder Lokalzeitung sind die Leser direkt draußen vor der Tür und kommen persönlich herein, um sich über Ungenauigkeiten zu beschweren“, erklärt er in seiner Autobiografie. „Ich kann mich an einen alten Zausel erinnern, der puterrot vor Wut in die Redaktion gestürmt kam, um sich darüber zu beschweren, dass in dem Artikel über die Ergebnisse der Ziervogel-Ausstellung in der Getreidebörse ein Kanarienvogel an falscher Stelle aufgeführt worden war. Er war wirklich außer sich vor Wut.“
  Das ist bei Weitem nicht die abenteuerlichste, dennoch eine repräsentative Episode aus den Lebenserinnerungen des heute 77-Jährigen, der mit „Der Schakal“ und „Die Akte Odessa“ zu einem der erfolgreichsten Thriller-Schreiber der Welt wurde. Anekdotenhaft breitet „Outsider“ das Leben eines Mannes aus, der außer Lokalreporter auch der jüngste Pilot der Royal Air Force war und später dem britischen Geheimdienst zuarbeitete. Nicht nur dabei sollten ihm seine Deutschkenntnisse zupass kommen, die er sich bei Sommeraufhalten als junger Gast deutscher Familien in Göttingen und Halle nur wenige Jahre nach Kriegsende erwarb. Besessen von Flugzeugen, macht Forsyth eine Pilotenausbildung bei der Royal Air Force. Der Tod eines Kameraden beim Trainingsflug in einer Vampire-Maschine verhilft dem jungen Frederick vor allem zu der Erkenntnis: „Das waren zehn Tonnen Aluminium und Stahl, die einen, wenn man sie nicht mit Respekt behandelte, töten würden.“
  Nach seiner Journalistenausbildung geht er nach London zu Reuters und wird, was er seit seiner Kriegskindheit in Kent werden wollte: Auslandskorrespondent. Seine Erlebnisse bei Aufständen gegen den autoritären Charles de Gaulle in Paris wird er später in „Der Schakal“ verarbeiten. In der DDR muss der britische Journalist einige „sehr wütende Verhöre und Drohungen“ seitens der Stasi über sich ergehen lassen, etwa von einem als „ranghöchster Blödmann“ eingestuften Offizier: „Da er einiges über vierzig war, vermutete ich, dass er zwanzig Jahre zuvor unter den Nazis gedient hatte und nahtlos zu den Kommunisten übergewechselt war. Geheimpolizisten sind so; sie würden jedem dienen.“ Mit diebischer Freude berichtet Forsyth über seine überstürzte Abreise aus Ost-Berlin: „Ich hatte mit der Geliebten des Verteidigungsministers der DDR geschlafen, General Karl-Heinz Hoffmann.“ Da der General nicht im Ruf steht, „Sinn für Humor zu haben“, empfiehlt sich der Korrespondent rasch und kehrt nach England zurück.
  Frederick Forsyth ist ein kalter Krieger durch und durch, und das prägt seine Perspektive auf die gesamte Weltlage. Diese triumphalistische Haltung hindert ihn aber nicht, sich gegen das britische System zu stellen, wenn er glaubt, dass es falsch liegt – nicht umsonst hat er stolz den Titel „Outsider“ für seine Memoiren gewählt. Zum System zählt für ihn eindeutig auch die British Broadcasting Corporation, als deren Berichterstatter er Ende der Sechzigerjahre nach Afrika geht. Rasch gerät er mit seinen BBC-Vorgesetzten in Konflikt, als seine Einschätzung des Biafra-Konflikts in Nigeria deutlich dramatischer ausfällt als die offizielle Analyse der Bürokraten des Commonwealth-Ministeriums.
  Forsyth handelt konsequent, kündigt und berichtet als Freiberufler weiter aus Afrika. Noch heute macht er der britischen Regierung schwere Vorwürfe. Wegen ihrer starren Haltung gegenüber den Unabhängigkeitsbestrebungen Biafras gibt er ihr eine Mitschuld am Tod von Millionen verhungerter Kinder. Die Distanz zum System ging allerdings nicht so weit, dass er nicht auf Anfrage des britischen Auslandsgeheimdienstes Secret Intelligence Service (SIS) bereit gewesen wäre, zugleich in Afrika einer in der „breit gefächerten Armee von Freiwilligen“ zu werden, „die bereit sind zu helfen, wenn man sie nett fragt“.
  Nach den bewegten ersten drei Jahrzehnten seines Lebens ist Forsyths Karriere als Schriftsteller dann eine Aneinanderreihung eher gemütlicher Vignetten – Buchpräsentationen, Treffen mit Regisseuren, Dinner-Partys. „Outsider“ ist eine kuriose Lektüre: Man stellt sich vor, wie Forsyth vom Sessel am Kamin eines Londoner Gentlemen’s Club aus eine Begebenheit nach der anderen zum Besten gibt: gelegentlich ausufernd, sich bei seltsamen Details aufhaltend (besonders bei einer schier endlosen Erläuterung der verschiedenen britischen Geheimdienstabteilungen), dann wieder seltsam knapp. Das Ganze ist durchweg nassforsch und von mehr als einem Hauch Selbstzufriedenheit umweht. Doch das kann man weitgehend verzeihen, denn diese Biografie ist ziemlich unterhaltsam.
ALEXANDER MENDEN
      
  
  
Frederick Forsyth: Outsider. Die Autobiografie. Aus dem Englischen von Susanne Aeckerle. C. Bertelsmann Verlag, München 2015. 384 Seiten, Abb., 19,99 Euro. E-Book 15,99 Euro.
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"Man stellt sich vor, wie Forsyth vom Sessel am Kamin eines Londoner Gentlemen's Club aus eine Begebenheit nach der anderen zum Besten gibt. Diese Biografie ist ziemlich unterhaltsam." Süddeutsche Zeitung