Logbuch des Lebens - Steinbeck, John
32,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Buch mit Leinen-Einband

Im Frühjahr 1940 verließen John Steinbeck und sein bester Freund, der Meeresbiologe Ed Ricketts, an Bord eines Sardinenkutters den Hafen von Monterey.
Sie wollten die Tierwelt der kalifornischen Küste untersuchen, das "wahre Leben" dabei aber keinesfalls aus den Augen verlieren: So enthält Steinbocks "Logbuch" Beschreibungen der von den Gezeiten geprägten Fauna - und daneben höchst unterhaltsame Einlassungen über mythische Meerwesen, den Fortpflanzungstrieb
der Biologen oder den widerspenstigen Außenbordmotor namens "Seekuh". Steinbecks Aufzeichnungen erscheinen hier in neuer Übersetzung
…mehr

Produktbeschreibung
Im Frühjahr 1940 verließen John Steinbeck und sein bester Freund, der Meeresbiologe Ed Ricketts, an Bord eines Sardinenkutters den Hafen von Monterey.

Sie wollten die Tierwelt der kalifornischen Küste untersuchen, das "wahre Leben" dabei aber keinesfalls aus den Augen verlieren: So enthält Steinbocks "Logbuch" Beschreibungen der von den Gezeiten geprägten Fauna - und daneben höchst unterhaltsame Einlassungen über mythische Meerwesen, den Fortpflanzungstrieb

der Biologen oder den widerspenstigen Außenbordmotor namens "Seekuh". Steinbecks Aufzeichnungen erscheinen hier in neuer Übersetzung und mit einem Nachruf auf Ed Ricketts, der 1948 nach einem Zugunglück verstarb und

zum Vorbild für die Figur des Doc aus Die Straße der Ölsardinen wurde. Zusammen mit Steinbecks unsentimentalen Erinnerungen an den Freigeist Ricketts

wird das Logbuch des Lebens zu einer Hymne auf das Leben und die Freundschaft.

Neu übersetzt und mit einem Vorwort von Henning Ahrens.
  • Produktdetails
  • mare-Klassiker
  • Verlag: Mareverlag
  • Originaltitel: The Log from the Sea of Cortez
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 365
  • Erscheinungstermin: 26. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 152mm x 30mm
  • Gewicht: 717g
  • ISBN-13: 9783866482593
  • ISBN-10: 3866482590
  • Artikelnr.: 48104306
Autorenporträt
John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 15.01.2018

Die Rückenflosse der Sierra-Makrele
Erkundung der Baja California: John Steinbecks „Logbuch des Lebens“ in einer gelungenen Neuübersetzung
Seine Titel „Früchte des Zorns“ und „Jenseits von Eden“ haben, ob als Film oder Buch, den Nobelpreisträger von 1962 überlebt. Und doch steht John Steinbeck im Schatten seiner Zeitgenossen William Faulkner und Ernest Hemingway. Doch wer nach einem Schriftsteller sucht, der sich um (weiße) amerikanische Arbeiter gekümmert hat, als sie noch nicht für die Wahl von Trump verantwortlich gemacht wurden, für den ist Steinbeck erste Wahl: „Cannery Row“ etwa, der Roman über die Menschen in der Sardinenindustrie im kalifornischen Monterey.
In der Straße der Sardinenfabriken, wohnte auch Ed Ricketts, Steinbecks bester Freund, ein Meeresbiologe, der 1948 bei einem Autounfall ums Leben kam. Ricketts, als Doc in Cannery Row porträtiert, muss ein ruppiger Gesell und eigensinniger Wissenschaftler gewesen sein. Aber auch ein distanziert-sensibler Seelentröster der Huren vom Bordell direkt gegenüber. In seiner buchlangen Reportage „Logbuch des Lebens“ die jetzt in einer sensiblen, auch im meeresbiologischen Vokabular detaillierten Neuübersetzung von Henning Ahrens erhältlich ist, erzählt Steinbeck, wie Ricketts und er eine sechswöchige Forschungsreise unternehmen. Auf der 27 Meter langen „Western Flyer“ ging es der privaten Expedition im März 1940 um die Meerestiere im Golf der damals kaum bekannten Baja California, die noch heute zu Mexiko gehört.
Der wichtigste Anreger der Unternehmung war der 1731 in Veracruz geborene, ganz von der Aufklärung geprägte mexikanische Jesuitenmönch und Universalgelehrte Francisco Xavier Clavijero, der 1787 im Exil in Bologna starb. Clavijeros im Exil geschriebene „Historia Antigua de Megico“ ragt durch ihre faire, den Einheimischen gegenüber völlig offene Wahrnehmung aus dem Gros der Entdeckerbücher heraus. Das gilt auch für seine weniger bekannte „Historia de la Antigua o Baja California“, deren englische Übersetzung Steinbeck und Ricketts in der schönen Ausgabe der Berkeley University Press von 1937 kannten.
Sie nahmen sich vor, ähnlich aufmerksam zu sein, wie Clavijero. „Wir möchten ein Buch über den Golf von Kalifornien schreiben. Wir hätten es auf zig Arten strukturieren können. Aber es soll seine eigene Form finden: seine Grenzen sind ein Boot und das Meer, seine Länge entspricht der sechswöchigen Charter, sein Thema besteht in allem, was wir sehen und denken oder uns vorstellen können, und seine Beschränkungen sind die unseren, ohne Vorbehalt.“ Das ist nicht nur ein literarisch-künstlerisches Programm. Es soll um ganzheitliche Wahrnehmung gehen: „Die Rückenflosse einer Sierra-Makrele hat XVII-15-IX Strahlen, die man problemlos zählen kann. Aber wenn eine Sierra-Makrele so heftig an der Angelschnur reißt, dass man sich die Hände verbrennt, wenn der Fisch abtaucht und fast entwischt, um dann mit pulsierenden Farben und peitschender Schwanzflosse über die Reling zu rutschen, entsteht eine neue Beziehung, eine Einheit, die mehr ist als die Summe des Fisches und des Anglers.“
Nur der Wissenschaftler, der den toten Fisch in Formaldehyd einlegt, kann die Farbbestimmung vornehmen. Aber Steinbeck und Ricketts wissen: „er hat seine Wahrheit notiert und seinen Erfahrungsschatz um viele Lügen ergänzt. Denn der Fisch hat weder diese Farbe noch diese Konsistenz, weder ist er tot, noch stinkt er so sehr.“ Nur als tote kann der Mensch die Natur fixieren.
Wichtiger für ihre Erkenntnis ist die Bewusstwerdung der eigenen Rolle in ihr: „sowohl wir als auch unser Boot werden den menschenleeren Golf verändern.“ Das klingt der Zeit um Längen voraus, wie auch die Einsicht, „dass wir für immer ein Teil der Cortes-See sein werden, dass unsere Gummistiefel, die über eine Seegraswiese trampeln, dass die Steine, die wir in einem Gezeitentümpel umdrehen, uns in einem ganz konkreten Sinn zu einem dauerhaften Faktor der Ökologie der Region machen.“ Manchmal reicht ein Hauch von Geschehen: „Wir lösen in einer kleinen Unterwasserwelt eine winzige Kolonie Weichkorallen von einem Felsen. (…) Ein paar tausend Kilometer entfernt fallen schwere Bomben, und die Sterne kümmert das nicht. Entweder hat nichts eine Bedeutung - oder alles.“
Die weit entfernten Bomben sind einer der wenigen Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg, an dem die Amerikaner noch nicht teilnehmen. Doch etwas anderes ist schon passiert: die japanischen Garnelenfischer treiben mit mexikanischer Erlaubnis im Golf ihr Unwesen. Sie interessieren sich nur für Garnelen. Alle Fische und andere Tiere, die von den hocheffizienten Schleppnetzen vom Boden weggekratzt werden, werfen sie zurück ins Meer. Obwohl die Städte und Dörfer der Baja bis zum Verhungern arm sind.
John Steinbeck und Ed Ricketts schaffen es, sich einen der mächtigen Garnelenfischer anzusehen. Sie verstehen sich gut mit den Leuten und ziehen ein so schlichtes wie intelligentes Fazit: „eine Filmproduktion wie die Metro-Goldwyn-Mayer wäre ein passender Vergleich. Die Mitarbeiter sind großartig – glänzende Handwerker, hervorragende Regisseure, die besten Schauspieler überhaupt – und doch ist das, was sie produzieren, aufgrund irgendeines alles überlagernden Zweckdenkens, irgendeiner Schwäche oder Schlampigkeit entweder grässlich oder dumm oder albern und nie so gut, wie die Menschen, die daran gearbeitet haben.“
HANS-PETER KUNISCH
John Steinbeck: Logbuch des Lebens. Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Henning Ahrens. Mareverlag, Hamburg 2017. 365 S., 32 Euro.
„Sowohl wir als auch unser
Boot werden den
menschenleeren Golf verändern.“
Die industrielle Garnelenfischerei
vergleichen Steinbeck und Rickett
mit einer Hollywood-Produktion
John Steinbeck
Foto: Imago stock & proplr
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.05.2018

Die unsichtbare Siebte
Wir ist ein anderer: John Steinbecks Forschungsreise mit dem Meeresbiologen Ed Ricketts in deutscher Neuübersetzung

Nachdem John Steinbecks Roman "Früchte des Zorns", sein bis heute berühmtestes Werk, im Frühjahr 1939 erschienen war, geriet der amerikanische Autor in eine kreative Krise. Ihm war mit der Geschichte über die Flucht der Familie Joad von Oklahoma nach Kalifornien zwar ein Bestseller gelungen, aber der Teil seines Lebens, aus dem heraus der Roman entstanden war, sei vorbei, schrieb Steinbeck im Oktober ins Tagebuch. Seinen künftigen Ansatz kenne er noch nicht, doch er werde "ihn eher in den Gezeitentümpeln und auf dem Glasplättchen eines Mikroskops finden als bei den Menschen".

Steinbeck, 1902 in Kalifornien geboren, hatte das Studium in Stanford mehrfach zum Geldverdienen unterbrochen und bei der Auswahl seiner Kurse die erhoffte Zukunft als Autor in den Blick genommen. Am meeresbiologischen Institut der Universität befasste er sich aber auch mit Naturwissenschaft. In den dreißiger Jahren wurde der freiberufliche Wissenschaftler Ed Ricketts sein engster Freund. Dieser literarisch und philosophisch beschlagene Lebemann versorgte von Monterey aus Schulen und Labore mit Tierpräparaten und war bestens vertraut mit der Meeresfauna der amerikanischen Westküste. Steinbeck hat ihn und sein Labor an der Cannery Row in dem Roman "Die Straße der Ölsardinen" (1945) verewigt.

Als sich Steinbeck nach "Früchte des Zorns" vom Roman als literarischer Form lösen wollte, charterte er mit Ricketts ein Schiff, um nach Mexiko zu fahren und den Golf von Kalifornien zu erforschen. Der Bericht darüber war seiner Witwe Elaine zufolge Steinbecks Liebling unter all seinen Büchern. Jetzt hat Henning Ahrens diesen Klassiker der Reise- und Naturliteratur neu übersetzt.

Der tagebuchartige, in "Wir"-Form verfasste Bericht schildert die Reise mit der "Western Flyer" im März und April 1940. Als Besatzung werden ihr Kapitän, ein Mechaniker und zwei Matrosen genannt. Nach der Umrundung der Südspitze Niederkaliforniens erreicht das Schiff den Golf.

Den wirbellosen Meerestieren seiner Uferzonen gilt das Interesse der Forscher. Die Ankunft an den Sammelplätzen müssen sie nach den Gezeiten ausrichten. Wenn sich die Flut zurückzieht, laufen sie das Ufer ab und sammeln die Seesterne, Seefächer und Seegurken, die Spritz- und Strudelwürmer, die Steckmuscheln und Stachelschnecken: "Die unfassbare Schönheit der Gezeitentümpel, die leuchtenden Farben, die wimmelnden Arten fraßen die Zeit."

Biologie wird hier als Lebenswissenschaft verstanden, die über Laborforschung hinausgehen muss. Die Fülle an Beobachtungen und Abschweifungen, die der Band versammelt, ignoriert daher fröhlich alle Grenzen zwischen einzelnen Wissensfeldern: "Es ist ratsam, den Blick ab und zu vom Gezeitentümpel zu heben, ihn auf die Sterne zu richten und dann wieder auf den Tümpel zu senken." So behandelt der Eintrag vom 18. März etwa Luftspiegelungen und ihre Bedeutung für die Christianisierung der Indianer, "Verblödung der Aufmerksamkeitszentren" im Alter, Impotenz durch Besitzverlust und noch manches mehr. An zentraler Stelle steht am 24. März, dem Ostersonntag, ein Essay über das "nicht-teleologische Denken", das nach dem "Was" und dem "Wie" fragt statt nach dem "Warum".

Dem Buch gelingt es aber, seine wissenschaftlichen und philosophischen Aussagen immer im Wechsel mit etlichen abenteuerlichen oder albernen Erlebnissen an Bord und bei Landgängen zu vermitteln. Selbst wenn es etwas großtuerisch darum geht, dass die Handvoll Leute auf der "Western Flyer" nach neun Tagen im Golf fast doppelt so viele Stachelhäuterarten gesammelt habe wie einst eine weit größere und besser ausgestattete Forschergruppe, folgt zur Klärung der eigenen Maßstäbe die essentielle statistische Auskunft, man habe außerdem "2160 Exemplare von zwei Spezies Bier" aufgelesen.

Bei aller Fülle klafft jedoch eine bezeichnende Lücke. Über die Reisevorbereitungen heißt es, man brauche eine erstaunliche Menge an Essen, "um sieben Menschen sechs Wochen lang zu ernähren". Zählen wir nach: Ricketts, Steinbeck, dazu die vier Männer der Crew, das sind nur sechs Personen - die siebte war Steinbecks erste Frau Carol, aber der Reisebericht blendet sie aus. Die Expedition wird zu einer reinen Männersache.

Dem Viking-Verlag gefiel es nicht gerade, dass sich sein Erfolgsautor Steinbeck neben einem allenfalls Spezialisten bekannten Biologen als Verfasser nennen lassen wollte. Steinbeck wies den Vorschlag, ihn allein als Autor des Reiseberichts und Ricketts als Autor des umfassenden biologischen Anhangs anzuführen, aber zurück: Das Buch sei das Produkt ihres gemeinsamen Arbeitens und Denkens. Der Sechshundert-Seiten-Band erschien im Dezember 1941 kurz vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, die öffentliche Aufmerksamkeit galt danach anderen Dingen als der Meeresbiologie.

Drei Jahre nach Ricketts' Unfalltod im Mai 1948 brachte Viking den Reisebericht - ohne Bilder und Anhang - neu heraus, nun doch nur noch unter Steinbecks Namen. In dieser Form wurde das Buch 1953 auch auf Deutsch veröffentlicht. Das erzählerische "Wir" muss damals aber den Übersetzer Rudolf Frank so irritiert haben, dass er daraus in freier Wahl "ich", "Ed" oder "Ed und ich" machte und sogar noch kuriose Formulierungen wie "vermutlich ich" oder "ich sage nicht, wer" einstreute. Der Stil geriet oft altmodisch: Wenn Indianer etwas besprachen, dann "pflegten sie Rats miteinander". Die Neuübersetzung war also schon lange nötig, zumal Ricketts' Briefe und Reisenotizen heute in vorzüglichen amerikanischen Editionen vorliegen, die neue Einblicke in die Entstehung des Buchs bieten.

Die neue Fassung kehrt erfreulicherweise zum "Wir" zurück und enthält auch jene Abschnitte, die Frank stillschweigend gestrichen hatte. Der Stil ist moderner und zupackender, insgesamt liest sich der Text deutlich flüssiger. Getrübt wird die Freude durch einige grobe inhaltliche Schnitzer, die den Sinn verdrehen oder Pointen verderben. Zum Beispiel übersetzt Ahrens die Bierstatistik so falsch wie witzlos: "Wir hatten 2160 Tiere und zwei Biersorten an Bord."

Der Band bleibt weit hinter dem zurückbleibt, was sonst die Klassiker-Ausgaben des Mareverlags auszeichnet, die für ihr reiches Zusatzmaterial und die erhellende Kommentierung geschätzt werden. Ahrens belässt es bei einem dünnen Vorwort von gerade einmal vier Seiten. Die Anwesenheit von Carol Steinbeck auf der "Western Flyer" und deren Ausblendung im Reisebericht hält er nicht für erwähnenswert. Aufschlussreich wäre es gewesen, zu manchen Erlebnissen, die der Bericht genauso übergeht, Auszüge aus Ricketts' Notizen lesen zu können. Überhaupt hätte der Pionier des ökologischen Denkens eine angemessenere Darstellung verdient als derart banale Worte: "Ricketts war ein guter Typ, der Gutes bewirken wollte."

THORSTEN GRÄBE

John Steinbeck: "Logbuch des Lebens".

Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Mareverlag, Hamburg 2017. 365 S., geb., 32,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

An der Neuübersetzung von John Steinbecks Reportage "Logbuch des Lebens", in Buchform veröffentlicht, findet Rezensent Hans-Peter Kunisch Gefallen. Die neue deutsche Fassung werde dem wissenschaftlichen Vokabular des Meeresbiologen Ed Ricketts gerecht, Steinbecks Begleiter auf einer sechs wöchigen Forschungsreise durch den Golf von Kalifornien. Von der aufmerksamen Beobachtungs- und Erzählweise des mexikanischen Gelehrten Francisco Xavier Clavijero, der bereits im achtzehnten Jahrhundert über den Golf schrieb, lässt sich Steinbeck inspirieren, so Kunisch. Dem Rezensenten versteht, dass Steinbeck die Möglichkeit eines Naturverständnisses nur im menschlichen Eingreifen sieht, wodurch die Natur immer ein Stück manipuliert zurückgelassen wird. Zudem lobt er das gelungene Porträt weißer, amerikanischer Arbeiter der Fischindustrie um 1940, das auf der Empathiefähigkeit der Reisenden gründet.

© Perlentaucher Medien GmbH