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Menschen am Rande der Gesellschaft Die 'Dublin Stories' gelten als Türöffner zum Werk von James Joyce, einem der sprachgewaltigsten Dichter der Moderne. Die fesselnden und zuweilen irritierenden Erzählungen von Menschen am Rande der Gesellschaft, von denen hier eine Auswahl vorliegt, fügen sich zu einem Kaleidoskop Dublins zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und wo es nicht ganz leichtfällt, die kraftvolle und unverwechselbare Sprache des Originals zu verstehen, hilft die deutsche Übersetzung weiter.…mehr

Produktbeschreibung
Menschen am Rande der Gesellschaft
Die 'Dublin Stories' gelten als Türöffner zum Werk von James Joyce, einem der sprachgewaltigsten Dichter der Moderne. Die fesselnden und zuweilen irritierenden Erzählungen von Menschen am Rande der Gesellschaft, von denen hier eine Auswahl vorliegt, fügen sich zu einem Kaleidoskop Dublins zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und wo es nicht ganz leichtfällt, die kraftvolle und unverwechselbare Sprache des Originals zu verstehen, hilft die deutsche Übersetzung weiter.
  • Produktdetails
  • dtv zweisprachig Nr.9502
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: 1. Februar 2012
  • Deutsch, Englisch
  • Abmessung: 193mm x 121mm x 20mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783423095020
  • ISBN-10: 3423095024
  • Artikelnr.: 33361511
Autorenporträt
Joyce, JamesWeltweite Bekanntheit erlangte der irische Schriftsteller der Moderne, James Joyce (1882-1941) mit seinem Roman Ulysses. Schon mit seinem Erzählband »Dubliner« (ebenfalls bei Anaconda in neuer Übersetzung erhältlich) zeigt Joyce sein erzählerisches Talent und macht die Stadt Dublin zum Mittelpunkt seiner Geschichten. Sein erster Roman war »Ein Porträt des Künstlers als junger Mann«, der - wie auch Ulysses - von Georg Goyert übersetzt wurde.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 09.10.2012

Perverse kleine Madonnen
Stimmentheater: „Dubliner“ von James Joyce
Mit den Stimmen der Erzähler und den Stimmen, die sie in Dialogen, eingestreuten Monologen, Zwischenrufen, Toasts und Geburtstagsreden zu Wort kommen lassen, geht es dem Leser wie mit den Gesichtern der Figuren. Er bildet sich, während er liest, eine innere Vorstellung von ihnen, und so rivalisiert jedes Hörbuch mit den Stimmen, die er beim Lesen zu hören glaubt, so wie jede Verfilmung erzählender Prosa mit den Physiognomien rivalisiert, die bei der Lektüre aus den schwarzen Buchstaben aufgestiegen sind.
  Die „Dubliner“ von James Joyce, entstanden zwischen 1904 und 1906, als Buch 1912 erschienen, gehören zur Schullektüre, und sie sind voller Stimmen, und so ist es wahrscheinlich, dass bei ihnen eine Hörbuch-Fassung auf die inneren Stimmen vieler Leser trifft. Denn in diesen Erzählungen kommt hier einer Stimme der Schwung abhanden, klingt eine andere nach gezwungener Schneidigkeit, brechen Kinder in krampfhaftes Schluchzen aus, wenn sie die Stimme ihrer Mutter hören.
  Der Schweizer Sinus Verlag hat jetzt in sieben CD’s eine ungekürzte Hörfassung herausgebracht, die ganz auf das Konzept der Stimmenvielfalt setzt. Das ist schon deshalb reizvoll, weil hier zwar immer derselbe, noch nicht durchgesetzte Autor schreibt, aber nicht im immergleichen Ton, sondern im experimentierenden Durchgang durch verschiedene Erzählerfiguren.
  Gerd Wameling trifft sehr schön den maliziösen Ton, indem in „Die Pension“ der Erzähler beiläufig bemerkt, Molly Mooney, die Tochter der Madame, erinnere beim Sprechen an eine „perverse kleine Madonna“. Dagmar Manzel holt in „Eveline“, im Einklang mit der zwar in der dritten Person, aber aus dem Inneren der Hauptfigur heraus gestalteten Geschichte, die stille Katastrophe der verhinderten Auswanderin, in ihre resignative Erzählstimme hinein. Und wenn Gerd Wameling „Die Schwestern“ oder Ulrich Matthes „Eine Begegnung“ liest, lassen sie die Jugend der Ich-Erzähler anklingen.
  Die eigentliche Herausforderung der „Dubliner“ liegt aber in der Verschmelzung der Erzählerstimmen mit den szenischen Dialogen. Die sind nicht gleichmäßig über die Erzählungen verteilt. Stefan Kaminski zeigt in „Zwei Kavaliere“, wie zur Erzählerstimme, die ein naturalistische Szenario aufbaut, die Mimikry mit dem sexuell aufgeladenen Schwadronieren der jungen Männer gehört.
  Ulrich Matthes, ganz Bühnenschauspieler, geht weiter. Er lagert die szenischen Elemente aus der Erzählerstimme gewissermaßen aus, verwandelt die Erzählung in ein Stimmentheater, nicht nur in „Nach dem Rennen“. Die abschließende Erzählung „Die Toten“, deren Titel einen schwarzen Faden aufnimmt, der sich durch das gesamte Buch zieht, wird aber nicht schon dadurch zu einem szenischen Kammerspiel, dass die Rede Gabriel Conroys beim alljährlichen Ball der Schwestern Morkan in gebührend parodistisch-satirischem Glanz aufleuchtet. Sondern erst durch das Duett, in dem Matthes gemeinsam mit Eva Mattes die Szene zu Gehör bringt, in der Gabriels Frau Gretta ihrem Mann von ihrer längst verblichenen, frühen Liebe zu einem längst Verstorbenen berichtet, von dem Gabriel nichts wusste.
 
LOTHAR MÜLLER
  
James Joyce: Dubliner. Aus dem Englischen von Harald Beck. Gelesen von Christian Brückner, Stefan Kaminski, Dagmar Manzel, Eva Mattes, Ulrich Matthes, Gerd Wameling. Sinus Verlag, Kilchenberg 2012. 7 CDs, 475 Min., 2 Booklets mit vollständigem Text und Kommentar, 2 Dublin-Karten. 91,90 Euro.
Große Schauspieler: Schneidig,
krampfhaft schluchzend oder
kühn schwadronierend
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