Verglühte Schatten - Shamsie, Kamila
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Bewertung von Aenna (www.buecherspleen.blogspot.com) aus Niedersachsen

Der 9.August 1945 wird für immer in Hiroko Tanakas Gedächtnis haften bleiben...so wie auch die drei Kraniche, die sich aus ihrem Kimono in ihren Rücken gebrannt haben, an diesem …


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Indien, 1947. Hiroko, die ihren Verlobten Konrad verloren hat, reist auf der Suche nach einem Neuanfang nach Delhi, wo sie Konrads Familie, und vor allem seine Schwester Elizabeth, kennenlernt. Sie verliebt sich in Sajjad, den Diener der Familie, und flieht mit ihm nach Pakistan, wo die beiden ein Zuhause finden. Hiroko und Elizabeth gehen unterschiedliche Wege, verlieren sich aber nicht - ihre Freundschaft hält stand und wird die beiden Frauen an einem anderen Ort in einer anderen Zeit erneut zusammenführen.…mehr

Produktbeschreibung
Indien, 1947. Hiroko, die ihren Verlobten Konrad verloren hat, reist auf der Suche nach einem Neuanfang nach Delhi, wo sie Konrads Familie, und vor allem seine Schwester Elizabeth, kennenlernt. Sie verliebt sich in Sajjad, den Diener der Familie, und flieht mit ihm nach Pakistan, wo die beiden ein Zuhause finden. Hiroko und Elizabeth gehen unterschiedliche Wege, verlieren sich aber nicht - ihre Freundschaft hält stand und wird die beiden Frauen an einem anderen Ort in einer anderen Zeit erneut zusammenführen.
  • Produktdetails
  • BVT Bd.966
  • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
  • Seitenzahl: 480
  • Erscheinungstermin: 11. September 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 30mm
  • Gewicht: 337g
  • ISBN-13: 9783833309663
  • ISBN-10: 3833309660
  • Artikelnr.: 42760790
Autorenporträt
Shamsie, Kamila
Kamila Shamsie wurde 1973 in Karatschi, Pakistan, geboren und lebt in London und Karatschi. Im Berlin Verlag erschienen bisher »Kartographie« (2004), »Verbrannte Verse« (2005), »Salz und Safran« (2006), »Verglühte Schatten« (2009) und »Die Straße der Geschichtenerzähler« (2015). Shamsie schreibt regelmäßig für den »Guardian« und erhielt für ihr literarisches Werk zahlreiche Preise, u. a. wurde sie 2013 als »Granta Best of Young British Novelists« ausgezeichnet. Für ihren Roman »Hausbrand« wurde ihr der renommierte Women's Prize for Fiction verliehen.

Thiesmeyer, Ulrike
Ulrike Thiesmeyer wurde 1967 in Düsseldorf geboren 1967 und übersetzt seit 1998 aus dem Englischen und Französischen. Sie übertrug u. a. Werke von Ann Patchett, Kamila Shamsie, Nicholas Sparks, Joanna Trollope und Bernard Henri Lévy ins Deutsche.
Rezensionen
"Beeindruckend, wie leichtfüßig es der Autorin gelingt, die Geschichte der Welt mit dem privaten Leben Hirokos zu verweben. Dramatisch, fesselnd und bewegend.", People, 05.11.2015

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.10.2010

Vernetzte Welt
Kamila Shamsies Großepos

Kamila Shamsie ist keine Unbekannte in Deutschland. Drei ihrer Romane liegen übersetzt vor. Ihr war es jahrelang zu verdanken, dass Literatur aus Pakistan bei uns wahrgenommen wurde. Inzwischen ist Mohammed Hanif als zweite Stimme hinzugekommen. Soll man aber Shamsies neuen, ehrgeizigen Roman überhaupt als pakistanische Literatur einordnen? Die Autorin wohnt in London, die Handlung ihres Romans spielt nur zum geringsten Teil in Pakistan. Er streift ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte, beginnt in Japan, bewegt sich über Indien, Pakistan und Amerika nach Afghanistan und endet in Kanada. Die Autorin hat sich vier weltverändernde Ereignisse ausgesucht, um die sie ihre Figuren gruppiert: die Atombombe von Nagasaki 1945, die Teilung des indischen Subkontinents zwischen Indien und Pakistan 1947, die sowjetische Okkupation von Afghanistan und die Zerstörung des World Trade Center 2001.

Die Japanerin Hiroko Tanaka überlebt die Atombombe, nicht jedoch ihr deutscher Bräutigam. Sie reist nach Delhi, um dessen Schwester zu treffen, die mit einem Engländer verheiratet ist. Hiroko verliebt sich in dessen indischen Freund, Sajjad, einen Muslim, heiratet ihn und geht mit ihm nach Karachi. Ihr Sohn Raza emigriert eine Generation später nach Amerika, kann aber seine Wurzeln nicht vergessen und arbeitet für die CIA in Afghanistan. Dort verfängt er sich in kriminellen Machenschaften und wird schließlich in Toronto verhaftet. Shamsie bemüht sich ohne rechten Erfolg, der Verflechtung von Menschen verschiedener Nationen, Kulturen, Religionen und Klassen eine präzise Psychologie zu unterlegen, damit das umfangreiche Romanpersonal nicht in einem See ungefährer Identitäten versinkt. Die Schicksale sind von den zeitgeschichtlichen Traumata bestimmt. Individuell geprägte Schicksale können sich kaum entfalten. Fesselnd ist dagegen der ständige Perspektivenwechsel. Eine bequeme Aufteilung in Täter- und Opferblick gibt es hier nicht. Auch die Opfer sind Täter, auch sie vertreten unterschiedliche Ansichten und Strategien.

MARTIN KÄMPCHEN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Kamila Shamsie verfügt über große erzählerische Kraft." -- Salman Rushdie

"Wunderbar ... Ein riesiger Schritt für sie. Die Breite und Tiefe des Romans sind atemberaubend." -- Barbara Trapido

"Fantastisch. So sollte Literatur sein!" -- Colum McCann

"Verglühte Schatten ist kühn in seinem Vorhaben, episch in seiner Weitsicht. Eine erstaunliche Erweiterung ihrer Themen, ihrer Imagination und ihres Könnens ... Es hilft uns, die globalisierte Welt mit all ihren Spannungen zu verstehen." -- Anita Desai

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

"Kenntnisreich, erhellend und von großer literarischer Kraft zugleich" - Rezensentin Claudia Kramatschek ist sichtlich bemüht, die ganze Bandbreite an Lob für Kamila Shamsies Roman "Verglühte Schatten" auszuschöpfen. Der Bilderreichtum der Geschichte, von der Atombombe in Nagasaki über den Afghanistankrieg in den achtziger Jahren bis hin zu 9/11, beeindruckt die Rezensentin, gerade auch als Roman, der die Ereignisse um den 11. September von seiner Vorgeschichte her zu erzählen versteht. Dass das ganze als Amerikakritik zu lesen ist, erkennt man laut Kramatschek schon daran, dass die Protagonisten allesamt hybride Persönlichkeiten sind, die eben keine "fixe" Identität haben. Manchmal ist das etwas zu durchkonstruiert, aber für Kramatschek wird dieser winzige Makel durch die poetische und "temporeiche" Erzählweise mehr als aufgewogen.

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