Moralisieren: Waffe im Kulturkampf
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
08.09.2026
Verlag
Carl-Auer Verlag GmbHSeitenzahl
101
Maße (L/B)
18,5/12,4 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8497-0666-1
Ob Klimadebatte oder Gendersprache – kaum ein öffentlicher Diskurs kommt heute ohne moralische Auf- und Abwertungen aus. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden als moralistisch diskreditiert, Richter als ideologisch getrieben diffamiert, und in den sozialen Medien eskaliert die gegenseitige Verachtungskommunikation.
Fritz B. Simon analysiert dieses Phänomen auf neue Weise mit den Mitteln der Systemtheorie Niklas Luhmanns und zeigt: Moralisierung ist eine Machtstrategie – und ihr Einsatz in sachlichen Auseinandersetzungen ein Alarmsignal für die Gesellschaft.Der Essay zeichnet nach, wie ein „Moralisieren 2. Ordnung“ die Autonomie gesellschaftlicher Funktionssysteme untergräbt: Nicht die Sachlogik von Wissenschaft, Recht oder Politik entscheidet, sondern die Frage, wem Achtung erwiesen oder entzogen wird bzw. entzogen werden soll.
Der Autor verknüpft elegant systemtheoretische, kulturtheoretische und identitätstheoretische Beobachtungen zu einem scharfsinnigen Blick auf die Mechanismen des Kulturkampfs – von der US-Bürgerrechtsbewegung über Wokismus und Populismus bis zur Refeudalisierung durch den Marktfundamentalismus.
Der Autor:
Fritz B. Simon, Dr. med., Professor für Führung und Organisation / Universität Witten/Herdecke; Systemischer Organisationsberater, Psychiater, Psychoanalytiker und systemischer Familientherapeut; langjähriger Vizepräsident des Europäischen Familientherapie-Verbands (EFTA) und der Deutsch-Chinesischen Akademie für Psychotherapie; Autor bzw. Herausgeber von ca. 300 wissenschaftlichen Fachartikeln und 40 Büchern, die in 15 Sprachen übersetzt sind, u. a.: Der Prozeß der Individuation (1984), Die Sprache der Familientherapie (1984, mit Helm Stierlin und Ulrich Clement), Lebende Systeme (1988), Unterschiede, die Unterschiede machen (1988), Meine Psychose, mein Fahrrad und ich (1990), Radikale Marktwirtschaft (1992, mit CONECTA), Die andere Seite der Gesundheit (1995), Die Kunst, nicht zu lernen (1997), Zirkuläres Fragen (1999, mit Christel Rech-Simon), Tödliche Konflikte (2001), Die Familie des Familienunternehmens (2002), Gemeinsam sind wir blöd!? (2004), Mehr-Generationen-Familienunternehmen (2005, mit Rudi Wimmer und Torsten Groth), Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus (2006), Einführung in die systemische Organisationstheorie (2007), Einführung in die systemische Wirtschaftstheorie (2009), Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Systemische Aspekte des Fußballs (2009), Einführung in die Systemtheorie des Konflikts (2010), „Zhong De Ban“ oder: Wie die Psychotherapie nach China kam (2011, mit Margarete Haas-Wiesegart und Zhao Xudong), Einführung in die Theorie des Familienunternehmens (2012), Wenn rechts links ist und links rechts (2013), Einführung in die (System-)Theorie der Beratung (2014), Formen. Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen (2018), Anleitung zum Populismus oder: Ergreifen Sie die Macht! (2019), Der Streit ums Nadelöhr. Körper, Psyche, Soziales, Kultur. Wohin schauen systemische Berater? (2019, mit Jürgen Kriz), Lockdown: Das Anhalten der Welt (2020, mit Heiko Kleve und Steffen Roth), Formen (reloaded). Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen (2022), Stalin und der Apparat. Die Organisation der Diktatur und die Psyche des Diktators (2023), Die kommenden Diktaturen (2024), Gewalt gegen sich selbst – paradoxe Formen des Widerstands (2025), Wie Diktaturen funktionieren. Muster die verbinden – Ein Katalog (2025), Mittelmaß und Eifersucht. Profiling des Diktators – Ein Versuch (2026).
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