Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die zwei Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Nur Gerti bleibt bei den Großeltern zurück. In einem noch zerstörten Österreich muss das Mädchen früh lernen, allein zu überleben und die eigene Würde gegen alle gesellschaftlichen Vorurteile der Zeit zu behaupten. Max Moor erzählt eine mitreißende Liebesgeschichte über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab – und über drei Schwestern, die einander verlieren und doch nie ganz loslassen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
B.F.
5/5
14.09.2026
eBook (ePUB)
Eindrücklich erzählt
Das ist sie also, die Liebe auf den ersten Blick, die ein Leben lang hält.
Gerti und Albert, den es immer wieder in die Ferne drängt, sind ein Leben lang verbunden,auch wenn Gerti ihre beiden gemeinsamen Kinder meist alleine durchbringen muss, was in den Nachkriegs- und Aufbaujahren für eine unverheiratete Mutter mit großen Schwierigkeiten verbunden ist.
Max Moor erzählt anschaulich
vom Leben dreier Schwestern, die in der Nachkriegszeit durch tragische Umstände auseinandergerissen wurden, im Waisenhaus von sadistischen Nonnen gequält schließlich entkommen konnten und nun, jede auf ihre Weise, mit den entstandenen Verletzungen versuchen, sich ein Leben aufzubauen.
Die bildhafte Sprache nimmt einen mitten ins Geschehen hinein.
Was die Generation unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern in den Kriegsjahren und den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit erlebt und durchgestanden haben, wird hier sehr anschaulich dargestellt. Bald wird es vergessen sein. Umso mehr Grund, solche Geschichten zu erzählen.
Der Autor wechselt in den Kapiteln zwischen den Schwestern, die sich vollkommen aus den Augen verloren haben, und Albert hin und her. Das macht das Buch sehr lebendig und spannend.
Besonders gut gefiel mir die Idee, Albert seine Gedanken in einem Tagebuch in Form von Briefen an einen Pfarrer aufschreiben zu lassen, der ihn im Krieg von einem Selbstmordversuch abgehalten hatte. Dadurch gewinnt die Figur sehr an Tiefe.
Was mich nicht ganz überzeugt hat ist der Aufbau. Sehr viel Gerti und Albert, eingestreut kurze Einblicke in Rudis und Hansis Leben- für mich etwas abrupt und unmotiviert. Das hätte man vielleicht anders lösen können.
Dennoch: ein gutes Buch!
Philo
aus Frankfurt a.M.
5/5
14.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine zutiefst bewegende Familiengeschichte
Das Cover ist beeindruckend und der Zeit angepasst. Drei Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich an den Händen halten und denen man wünschen würde, daß sie voller Hoffnung in die Zukunft schauen können. Aber dem ist nicht so. Der Autor hat eine sehr berührende Geschichte über Gertie, Rudi und Hansi geschrieben, die mich ins Herz getroffen hat. Der Vater war verschwunden, die Mutter verstorben. Die drei lebten noch auf dem Hofgut, auf dem ihre Eltern arbeiteten. Nach dem Tod seiner Tochter holte der Großvater seine Enkelinnen nach Hause. Dort lebten Hedwig, seine zweite Tochter und seine Frau Charlotte. Das Haus gehörte Hedwig und sie allein hatte das Sagen. Die Kinder ihrer verhaßten Schwester Johanna waren ihr von Anfang an ein Dorn im Auge. Sie besorgte einen Platz in einem Pflegeheim, um die drei loszuwerden. Auf Drängen des Großvaters durfte Gertie, die Älteste bei den Großeltern bleiben. Noch immer habe ich die grausamen Bilder vor Augen, als die Kinder bei der Übergabe im Heim auseinandergerissen wurden. Die Schilderungen der Zustände im Heim sind kaum auszuhalten.
Die Geschichte der Mädchen wird vom Autor so emotional und eindringlich beschrieben. Nach der Trennung haben sie sich aus den Augen verloren. Mit großer Anteilnahme habe ich die unterschiedlichen Leben der drei verfolgt.
Dieses Buch wird mich noch lange beschäftigen. Es ist nicht zu begreifen, wie mit Kindern so grausam umgegangen werden kann. Dies alles wird vom Autor in einem beeindruckenden Schreibstil erzählt, man muss aufmerksam lesen, um kein Wort und keinen Satz zu überlesen. Mehr als 5 Sterne gehen leider nicht, aber es gibt eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nur für starke Nerven
Dieses Buch ist anspruchsvoll, berührend, verstörend und sehr ehrlich geschrieben. Die Schrecken und Folgen des Zweiten Weltkrieges werden aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Das ist anfangs anstrengend zu lesen, weil man jedes Mal komplett andere Protagonisten und historische Zusammenhänge hat. Nach einer Weile kommt man aber gut rein in dieses Buch. Man sollte es nur lesen, wenn man sich wirklich mit den Schrecken und dem Leben während und nach dem Krieg beschäftigen möchte. Sonst geht es zu sehr unter die Haut.
Der Autor schreibt manchmal sehr nüchtern und gerade dadurch sehr berührend. Im Fokus stehen die drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi. Gerti ist die Älteste und entwickelt, weil die Mutter verstorben und der Vater vermisst ist, einen Beschützerinstinkt für ihre Schwestern.
Die Familienverhältnisse sind kompliziert. Die Mutter, der Kinder wurde vom eigenen Vater verstoßen, weil sie unter ihrem Stand geheiratet hat. Mit dazu beigetragen hat allerdings auch ihre Schwester Hedwig die immer schon eifersüchtig auf Johanna war.Nun, da sie tot ist, möchte der Großvater die Enkel zu sich holen und begibt sich auf eine Reise zu ihrem Aufenthaltsort. Die Kinder fressen schnell zutrauen zu ihm und akzeptieren ihn als ihren Großvater.Mit dieser Aktion, mit der er Gutes beabsichtigt, geht das schwierige Leben der drei Kinder los. Ihre Tante, die unter einem Dach mit ihren Eltern lebt, will diese Kinder nicht bei sich haben und äußert diese sehr direkt auch gegenüber ihren Eltern. Das führt dazu, dass die Kinder auseinander gerissen werden.
Zu Beginn des Buches trifft man auf Gerti, die nun eine alte Frau ist und sich nicht mehr aus dem Haus traut. Man erfährt, dass ihre Geschwister bereits gestorben sind.
Bewertung
4/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine berührende Geschichte über drei Schwestern und ein bewegtes Leben
„Schwestern. Trotz allem“ ist eine eher ruhige, aber sehr eindringliche Geschichte. Besonders Gertis Lebensweg hat mich beschäftigt. Sie muss schon als junges Mädchen mit Verlust, Einsamkeit und schwierigen Lebensumständen zurechtkommen und trotzdem immer wieder ihren eigenen Weg finden.
Ich fand es interessant, wie die Geschichte zeigt, wie sehr die damalige Zeit und die gesellschaftlichen Erwartungen das Leben der Menschen geprägt haben. Gerade die Suche nach ihren Schwestern zieht sich wie ein roter Faden durch Gertis Leben und macht ihre Geschichte besonders emotional.
An manchen Stellen war mir die Erzählung etwas zu ruhig und stellenweise hätte ich mir mehr Tiefe bei bestimmten Entwicklungen und Figuren gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht und Gertis Geschichte ist mir auch nach dem Lesen noch im Kopf geblieben.
Insgesamt ein bewegender Roman über Familie, Verlust, Zusammenhalt und ein Leben, das trotz aller Schwierigkeiten seinen eigenen Wert hat.
Leseeule 1963
aus Moers
4/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Drei Schwestern,drei Leben
Die Geschichte der drei Schwestern die behütet und geliebt aufwuchsen aber nach dem Tod der Eltern getrennt werden hat mich sehr berührt.Gerti,die ältere durfte bei Ihren Großeltern und Ihrer Tante aufwachsen .Die neunjährige Rudi und Ihre sechsjährige Schwester Hansi aber wurden von Ihrer lieblosen Tante ins Heim abgeschoben .Obwohl Gerti Ihre Geschwister sehr vermisste,wurde es Ihr verboten sie zu besuchen. Rudi erlebte schlimme Dinge im Heim.Die kleine Hansi hatte mehr Glück.Sie wurde von liebevollen Pflegeeltern adoptiert.Mit diesem Hintergrund wachsen die drei Mädchen heran. Der Autor versteht es sich in die Mädchen hereinzuversetzen und schafft es mit seinem emotionalen Schreibstil die Gefühle und Ängste der Mädchen vortrefflich zu beschreiben! Das Cover passt hervorragend zur Geschichte des Buches und gefällt mir außerordentlich gut.
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