Produktbild: Die Auster
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Yael Inokai

1. Die Auster

Die Auster

Gesprochen von
87

21,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

264

Gesprochen von

Barbara Stoll

Spieldauer

5 Stunden und 43 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

110

Verlag

DerDiwan Hörbuchverlag

Sprache

Deutsch

EAN

4066004788999

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Verkaufsrang

264

Gesprochen von

Barbara Stoll

Spieldauer

5 Stunden und 43 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

110

Verlag

DerDiwan Hörbuchverlag

Sprache

Deutsch

EAN

4066004788999

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  • mima

    5/5

    05.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leise Literatur statt rasanter Krimi

    4.5 ★ Ich mochte dieses Buch wirklich gern, vor allem wegen seiner Erzählweise. Der Schreibstil ist ruhig, fein und beobachtend. Vieles erschließt sich über kleine, alltägliche Handlungen und Wahrnehmungen, statt durch Erklärungen oder Einordnungen. Das Buch vertraut darauf, dass seine Leser:innen Zusammenhänge selbst erkennen und sich die Figuren und ihre Beweggründe nach und nach erschließen. Auch Leonora mochte ich als Protagonistin. Sie ist keine Figur, die sich leicht öffnet, weder anderen noch der Leserin. Und trotzdem entsteht nach und nach ein roher und zugleich zärtlicher Blick in ihr Leben. Genau darin liegt für mich auch die größte Stärke des Romans. Unaufgeregt, aber eindringlich entfaltet er eine melancholische Atmosphäre, in der Themen wie Verlust und Versöhnung, Einsamkeit und Nähe, das Älterwerden, ein Leben voller körperlicher Arbeit und eine leise, aber deutliche Gesellschaftskritik zusammenkommen. In ihr schwingen mal Frustration und Traurigkeit mit, aber vor allem immer Ruhr und Zärtlichkeit, und eine stille Akzeptanz. So ergibt sich, dass der Mordfall zwar die Handlung in Gang setzt, aber nicht das eigentliche Zentrum des Romans bildet. Gleiches gilt für das Kaufhaus als Schauplatz, weshalb der Klappentext etwas irreführend sein kann. Ein kleines Manko ist für mich das Ende. Die Auflösung des Mordfalls findet größtenteils off screen statt und die Verhaftung selbst erfolgt wortwörtlich im Sprint an der Protagonistin vorbei. Danach folgt ein thematisch stimmiger Abschluss, der gut zur offenen Erzählweise des Romans passt, insgesamt wirkte das Ende auf mich aber etwas zu abrupt. Ich hätte mir zwei drei Seiten mehr gewünscht, um die Auswirkungen der Ereignisse gemeinsam mit den Figuren noch etwas nachklingen zu lassen. Insgesamt eine einfühlsame, nachdenkliche Geschichte, die durch eine authentische Protagonistin und melancholischer Atmosphäre besticht. Vielen Dank an vorablesen und Hanser für ein Rezensionsexemplar. Alle Meinungen sind meine eigenen.

  • Sophie D.

    aus Berlin

    5/5

    05.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ich habe es geliebt!

    Was für eine Kapitalismuskritik. Ich habe das Buch wirklich verschlungen. Spannend wie ein Thriller, gleichzeitig absurd komisch und dann wieder so erschreckend nah an unserer Realität. Ich liebe, wie hier Macht über Wissen verhandelt wird und sich die Verhältnisse ständig verschieben. Und irgendwann weiß man selbst nicht mehr so genau: Wer ist hier eigentlich gut und wer böse? Oder ist genau diese Einteilung schon Teil des Problems? Besonders schön fand ich den feministischen Blick auf Macht, Abhängigkeiten und darauf, wer eigentlich gehört wird und wer lieber klein gehalten werden soll. Das Ganze ist aber nie belehrend, sondern macht einfach verdammt viel Spaß. Eine kluge, bissige und ziemlich unterhaltsame Lektüre. Perfekt für einen Sommertag. Ein literarischer Snack, der deutlich mehr hängen bleibt, als man zunächst denkt.

  • Mila Superstar

    aus Bremen

    5/5

    04.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Wandel der Zeit

    Leonora Bloch arbeitet seit über 40 Jahren für Dr. Bronstett. Sie reinigt sein Haus, hat phasenweise auch im Luxuskaufhaus ausgeholfen, dessen Geschäftsführer er ist. War. Denn nun liegt er ermordet und ohne Hände in seinem Wohnzimmer. Und ausgerechnet Leonora ist es, die ihn findet. "Ich bin den Spuren gefolgt und hab Dr. Bronstett neben seinem Couchtisch gefunden." berichtet sie dem Kommissar. "Und dann?" "Ich hab ..." Leonoras Stimme erstarb. Sie räusperte sich. "Ich hab dann erst mal ein bisschen sauber gemacht." Leonora kannte all seine Gewohnheiten, die Kalkflecken in seiner Dusche, das verschüttete Kaffeepulver. Sie konnte anhand Dr. Bronstetts Stimme, seiner Art zu grüßen, der Schallplatte, die er gehört hat, auf seine Stimmung schließen. Doch all seine Geheimnisse kannte sie nicht. Als in dem in die Jahre gekommenen Luxuskaufhaus eine seiner Hände zwischen den Austern des Fischrestaurants gefunden wird, wird Leonora unfreiwillig in die Mordermittlungen verstrickt. Die Geschichte beginnt mit einem Mordfall und endet mit dessen (möglicher) Auflösung, aber ist dazwischen kein klassischer Krimi. Vielmehr entfaltet Yael Inokai ein Kaleidoskop an Figuren, Beziehungen und Verstrickungen rund um Leonora und das einst glanzvolle Luxuskaufhaus, dessen Fassade nun bröckelt. Leonora ist eine starke Protagonistin, die sich still und emsig durchs Leben schlägt, deren innere Kämpfe aber immer wieder durchblitzen. "Sie sehnte sich danach, ein Ding zu sein, ein Möbelstück, ein langweiliges Buch, dieser Wäscheständer, behangen mit Unterhosen, Unterhemden und Socken, frei von Mord und Totschlag, Steuererklärungen, verwöhnten Töchtern, die nicht mehr in ihre winzigen Kleider passten." Yael Inokais Schreibstil hatte mich wieder von der ersten Seite an. Wie auch schon in ihrem Romandebüt "Ein simpler Eingriff" schreibt sie wunderbar nüchtern, präzise und eindringlich über dunkle Themen. Trauer, Verlust, soziale Ungleichheit, Würde, das Älterwerden und der Wandel der Zeit werden hier in einen Kriminalfall verpackt, dessen Auflösung man nicht atemlos entgegenfiebert sondern vielmehr mit Genuss folgt. Ein Buch, das entschleunigt und jetzt schon eines meiner Jahreshighlights!

  • Bewertung

    5/5

    02.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kein klassischer Krimi

    Als Auster bezeichnet man ja gelegentlich eine Person, die für sich alleine, zurückgezogen wohnt. Dass eine abgehackte Hand in der Austern-Auslage der Fischabteilung im Kaufhaus gefunden wird, gibt dem Titel eine weitere, makabre Note. Leonore ist aber dennoch eine Art Auster. Bescheiden, Anfang Siebzig, bessert ihre Rente auf, indem sie für Dr. Bronstett (und sein Kaufhaus) putzt. Die Geschichte hat eine abgeklärte, oft melancholische Grundstimmung: Leonore arbeitet seit vierzig Jahren regelmäßig für Dr. Bronstett. Ihr ist klar, dass der Job als Putzkraft so ziemlich die unterste Kategorie ist. Während ihre Freundinnen, die auch als Putzkräfte angefangen hatten, in jüngeren Jahren alle Pläne hatten - und diese auch mehr oder weniger umsetzten (reich heiraten, beruflich aufsteigen, etwas anderes arbeiten), ist Leonore nie richtig von der Stelle gekommen. Sie arbeitete in anderen Bereichen, kehrte aber immer wieder zum Putzen zurück. Und nun, da sie im Schock den ganzen Tatort gereinigt hat, ist sie wieder da. Im gleichen Kaufhaus. wird von einer viel jüngeren Mitarbeiterin "eingelernt zum kostenlosen Probeputzen". Wohl eine kleine Racheaktion, da sie sich in diesen Job hinein erpresst hat, dafür, dass sie über den Mordfall nicht mit der Presse spricht. Und wie diese alte Dame dann unfreiwillig in den Kriminalfall hineinrutscht, obwohl sie nichts lieber wäre "als dieses Möbelstück dort, dieser Wäscheständer" - herrlich. Äußerlich wirkt Leonore sehr ruhig und gelassen, obwohl sie eine zerstückelte Leiche gefunden hatte. Doch die Gespenster suchen sie regelmäßig heim ihr innerer Gedankenstrom lässt recht subtil erahnen, dass diese Szene sie ganz und gar nicht kalt lässt. Beeindruckend einfühlsam lässt Yael Inokai uns teilhaben an den Nachwirkungen des Schocks, dem Innenleben dieser alten Dame, die so ganz und gar nicht den Helden ihrer TV-Krimis gleicht. Wie die Erinnerungen nach und nach erst wiederkommen. Bruchstückhaft, in Träume gebettet, assoziativ in bestimmten Situationen. Eine Auster enthält aber gelegentlich auch eine Perle. In der unauffälligen Schale steckt also viel mehr als von außen zu vermuten. Der Scharfsinn, der sich bei Leonore ab und zu zeigt, der einer Putzfrau in harter, missmutiger Schale nicht sofort zugetraut wird, führt am Ende zu der ein oder anderen Entdeckung. Da lag ein Telefonhörer nicht genau so, wie er war, da ist auf einem Foto jemand zu sehen... "Die Auster" ist weniger als klassischer Krimi einzuordnen, sondern viel mehr ein Roman über einen sehr speziellen Charakter, vom Leben gezeichnet und sicherlich nicht mit Samthandschuhen angefasst. Der Kriminalfall selbst tritt dabei etwas in den Hintergrund, "Who's dunnit" wird zu einer Nebensächlichkeit. Dafür viel Menschliches, eine sehr angenehme, wenn auch manchmal etwas kryptische Sprache, die eine gewisse Aufmerksamkeit des Lesenden erfordert.

  • Violettera

    aus Stuttgart

    5/5

    31.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was die Putzfrau verbirgt

    Ein Luxuskaufhaus in Berlin, das noch von seinem Ruf zehrt, aber längst sein qualifiziertes Personal wegspart, gerät zunächst in die Schlagzeilen, weil der Geschäftsführer in seiner Privatvilla grausam hingerichtet wurde, und als nächstes, als Gästen im feinen Kaufhausrestaurant anstelle der bestellten Austern eine menschliche Hand serviert wird. Was wie ein Krimi beginnt, entwickelt sich schon auf den ersten Seiten zu einem skurrilen Psychogramm der alternden Putzfrau des Opfers. Die 73jährige Leonora putzte seit 45 Jahren für ihn. Sie hatte den Toten in seinem Blut gefunden und das Haus zunächst wie immer gründlich gereinigt, ehe sie daran dachte, die Polizei zu informieren. Als diese eintrifft, steht sie unter Schock. Hat sie etwas zu verbergen? Sie lebt allein und sehr zurückgezogen, meidet Kontakte wo immer möglich, genau wie das Mordopfer, nur am anderen Rand der Gesellschaft. Nach und nach, ganz allmählich erfahren wir mehr über ihre schwierigen Lebensumstände, auch über die wenigen Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen aus der Zeit, als sie noch im Kaufhaus beschäftigt war. Die Autorin erzählt die Handlung in einem sehr ruhigen Duktus, dennoch baut sich allmählich eine Spannung auf, als immer mehr Ungereimtheiten auftauchen und Leonora sich an dies und jenes erinnert, was ihr zunächst entfallen war. Es ist eine seltsam verzwickte und vielfältig verwobene Geschichte, die manche Verwicklung nicht restlos aufklärt. Wer einen Krimi mit viel Action erwartet, mag von diesem Roman enttäuscht sein. Wer feine Nuancen und literarische Qualität schätzt, wird ihn mit Freude lesen.

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