"Do...do..." Weiter kommt Dorian nicht, als er sich in der neuen Klasse vorstellen soll. Alle lachen, selbst sein bester Freund Ramses. Dorian beschließt, nie wieder zu sprechen. Er sagt selbst dann kein Wort, als seine Klassenkameraden ihn im Naturkundemuseum zu einem riesigen, ausgestopften Vogel führen: einem Dodo. Seltsamerweise spürt er sofort eine tiefe Verbindung zu dem Vogel ... Eine Geschichte über die Kraft der Fantasie, über beste Freunde und darüber, dass die Dinge manchmal doch anders sind, als man denkt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
aus Bremen
5/5
13.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Fantasie und Schmerz
Dodo ist ein Buch, das mich auf eine ganz eigene Weise berührt hat. Es ist sprachlich zurückhaltend, fast leise – und gerade deshalb so eindringlich. Die Geschichte erzählt von Dorian, einem Jungen, der sich mehr und mehr in seine Fantasiewelt zurückzieht, weil die Realität um ihn herum zu viel wird. Und in dieser Welt begegnet er Dodo.
Was mich sofort beeindruckt hat, war die Art, wie hier mit Sprache und Illustration gearbeitet wird. Die Worte sind reduziert, fast sparsam – aber genau dadurch entsteht Raum für Gefühle, Bilder und Zwischenzeilen. Thomas M. Müllers Illustrationen ergänzen den Text nicht nur, sie erzählen weiter. Mal verstärken sie, mal hinterfragen sie das Gelesene. Dieses Zusammenspiel hat mich immer wieder innehalten lassen.
Dorian selbst ist eine Figur, die man sofort spürt – mit seiner Sehnsucht, seinem Rückzug, seinen stillen Kämpfen. Ich habe sehr mit ihm mitgefühlt, auch wenn nicht alles direkt erklärt oder aufgelöst wird. Und genau das mochte ich: dass nicht jede Frage beantwortet wird, dass man selbst mitdenken und -fühlen darf.
Das Thema psychische Gesundheit – gerade bei jungen Menschen – wird hier sensibel, aber ungeschönt behandelt. Ohne Pathos, aber mit viel Empathie. Am Ende bleibt man nachdenklich zurück, vielleicht auch ein bisschen traurig, aber nicht ohne Hoffnung.
Dodo ist ein stilles, starkes Buch über Verlust, Verdrängung und das schmerzhafte Erwachsenwerden. Kein Titel, den man einfach durchliest – sondern einer, den man fühlt. Und einer, der nachwirkt.
Bewertung
5/5
08.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Macht der Scham
Das Buch Dodo hat mich und meinen 10 Jährigen Sohn sehr berührt. Es geht in dem Buch um Dorian, der auf die weiterführende Schule wechselt. In einer Vorstellungsrunde bekommt er nur Stottern heraus (er ist sowieso ein Stotterer nur als kurze Anmerkung). Leider folgt daraufhin für Ihn riesiges Gelächter und Bloßstellungen, sodass er sich in eine Fantasiewelt mit einen Dodo flüchtet. Dodo waren die beiden Silber, die er bei der Vorstellungsrunde herausgebracht hat und in der Folge nannten ihn die Mitschüler Dodo. Er spricht in dem Roman fast gar nicht, aber seine komplexe Gedankenwelt wird für den Leser eindringlich dargestellt. Man fühlt mit und möchte den kleinen Jungen in den Arm nehmen. In Folge der Bloßstellungen und des Mobbing zieht er sich zurück und erschafft einen Dodo, der ihn begleitet und Zuflucht ist. Ich finde das Buch sehr sehr berührend. Ich war als Kind selbst einmal Opfer von Mobbing und Hänseleien und auch ich hatte Angst auf die weiterführende Schule zu gehen und dort keine Freunde zu finden oder das sich mein Schicksal der Grundschule wiederholt. Die Autorin stellt die Rolle der Mutter von Dorian sehr verständnisvoll und mitfühlend dar,aber auch, dass sich Jugendliche in dem Alter Ihren Eltern nicht anvertrauen. Das sie Vieles allein mit sich ausmachen, was sehr gefährlich sein kann. Das Thema Freundschaft spielt hier auch noch eine Rolle, weil Dorian einen Freund aus der Grundschule hat, der ihn mit begleitet. Der Wert einer echter Freundschaft wird hier eindrucksvoll dargestellt und das diese Berge versetzen kann, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß. Die Sprache ist sehr verständlich und die Handlung wirklich berührend. Ich und mein Sohn können das Buch zu 100 % empfehlen für Kinder, aber auch für Jugendliche geeignet.
Bewertung
aus Mönchengladbach
5/5
02.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geht zu Herzen
Dodo von Mohana van den Kroonenberg ist ein sehr zu Herzen gehendes Kinderbuch, empfohlen für ein Lesealter ab 11 Jahren. Mohana van den Kroonenberg schildert hier in einer ergreifenden Geschichte wie es ihr selbst ergangen ist. Sie war extrem schüchtern und hat gestottert. Dorian, der Charakter im Buch, wechselt die Schule und damit bricht für ihn eine bekannte Welt zusammen. Selbst sein Freund Ramses scheint sich nun von ihm zu distanzieren. Was wird ihn nun mit den ganzen neuen Mitschülern erwarten? Schon am ersten Tag bei der Vorstellung in der Klasse bewahrheitet sich für ihn die Katastrophe. Er bekommt noch nicht mal seinen Namen ordentlich ausgesprochen. Er beschließt für sich nie wieder ein Wort zu reden. Bei einem Schulbesuch im Museum führen ihn die Klassenkameraden zu einem ausgestopften Dodo und zu diesem findet er eine tiefe Verbindung.
Uns hat hier zunächst das Cover angesprochen. Man sieht Dorian und den Dodo. Wir mögen diese Bilder im Comic Style. Auch die Farbgebung finden wir sehr gelungen. Uns hat der Einstieg ins Buch sehr gut gefallen. Überraschend war nur, dass Dorians Schulwechsel zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet als bei uns. In manchen Ländern ist das aber eben so. Dorian als Charakter ist uns allen schnell ans Herz gewachsen, wir konnten leicht mit ihm mitfühlen. Traurig gemacht hat uns das Verhalten der Mitschüler und wir haben uns auch Gedanken über die zerbrechende Freundschaft zu Ramses gemacht. Dorian flüchtet in eine Fantasiewelt. Wir fanden es sehr berührend wie er sich so nach und nach aus dieser rettet.
Es ist ein sehr berührendes Buch und meine Mitleser, 11 u. 13 J., hatten hier sehr viel Redebedarf. Schön sind die Werte, die hier auf einfache Weise mit vermittelt werden und den Kindern sofort klar werden. Man sollte niemanden ausgrenzen, selbstbewusst reagieren und seine Freundschaften pflegen.
Dodo ist kein Buch, das man einfach mal so zwischendruch liest, es hat Tiefe und geht sehr zu Herzen.
Bewertung
5/5
01.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Macht der Worte und Welten
Das Buch Dodo handelt von dem Jungen Dorian, dem das Sprechen schwer fällt und der einen schulischen Übergang (von der Grundschule in die weiterführende Schule) durchlebt. Dabei scheint nichts mehr zu sein, wie es mal war. In der Klasse wird er Dodo genannt, da dies die ersten Silben waren, die er bei der Vorstellungsrunde über die Lippen gebracht hat. Um dies zu kompensieren, eignet er sich die Welt der Phantasie an.
Besonders schön war die Doppelcodierung des Namens Dodo: einerseits der neue Name für Dorian in der Schule und andererseits die Bezeichnung für die bereits ausgestorbene Vogelart. Im Laufe des Buches findet Dorian bei seinem eigenen Dodo halt und verleiht dieser Bezeichnung eine neuere und positivere Bedeutung. Hierbei wird eben deutlich, dass alles veränderbar sein kann. Eine wichtige Lektion für Jung und Alt.
Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Figuren des Buches sind besonders hervorzuheben. Vor allem die Mutter-Sohn-Beziehung ist zutiefst emotional und verständnisvoll. Diese geht über eine reine Empathie hinaus und lässt dabei offen, ob die Mutter vielleicht mit denselben oder ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte. Außerdem ist die Beziehung zwischen den beiden Freunden Dorian und Ramses wunderbar authentisch. Die beiden verstehen einander und überwinden einer der großen Hürden des Älterwerdens. Besonders schön fand ich, dass die Freundschaft die Veränderung (den schulischen Wechsel) überstanden hat. Interessant fand ich zudem, dass hier aufgezeigt wurde, dass es in Ordnung war, dass Ramses die Sätze von Dorian vervollständigt oder für ihn gesprochen hat. Hier ist das Buch ungemein selbstreflexiv, da es gesellschaftliche Meinungen miteinbezieht, diese aber auf persönlicher Ebene aufklärt.
Allgemein ist die große Besonderheit des Buches, wie es die Sprechproblematik thematisiert und reflektiert. Hierzu gibt es auch einige schöne Zitate im Buch. Das Sprechen ist für Dorian in gewissen Situationen und bei gewissen Menschen ein Problem, das ihn sehr beschäftigt. Als er deswegen aufgezogen wird, ist das Schweigen seine Lösung. Das Schweigen wird hier aber nicht nur in diesem (eher negativen) Sinne thematisiert, sondern auch im positiven: "Wir schauten und wir schwiegen. Und in diesem Schweigen fanden wir einander, wir verstanden uns und brauchten keine Worte." (S. 78).
Insbesondere das macht das Buch so besonders: es schlägt sich nicht radikal auf eine Seite und es wird keine Partei für irgendetwas ergriffen. Es ist leise, nicht aufbrausend und fast schon zurückhaltend. In dieser Zurückhaltung ist es enorm selbstreflexiv und lässt einen mit vielen Gedanken zurück.
Dodo ist ein Buch, das wunderbar authentisch ist und dabei enorm viel Selbstreflexion bietet. Dabei bietet es immens viel Identifikationspotential für alle Leser:innen. Eine klare Empfehlung und hoffentlich auch bald in vielen Bücherregalen vorzufinden!
Ramona
aus Landshut
5/5
01.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anderssein mit viel Gefühl
„Dodo“ ist ein richtig schönes Kinderbuch, das mich sofort begeistert hat. Es erzählt die Geschichte von Dorian, der in der Schule ins Stocken gerät und dann nur noch „Do-do“ herausbekommt. Genau daraus entsteht der Name „Dodo“ und bald bekommt dieser Name eine ganz besondere Bedeutung.
Mir hat gefallen, dass die Autorin ein sensibles Thema wie Sprachhemmungen oder Anderssein auf eine sehr zugängliche, aber nie belehrende Weise erzählt. Kinder in diesem Alter können sich gut hineinversetzen, weil sie selbst oft Situationen kennen, in denen sie unsicher sind oder Angst haben, ausgelacht zu werden. „Dodo“ macht Mut, zeigt aber auch, wie wichtig Verständnis, Zusammenhalt und ein bisschen Selbstvertrauen sind. Ohne das Wort „Stottern“ jemals in den Mund zu nehmen, spürt man genau, wie groß sein Kampf mit den Worten ist. Gleichzeitig schafft Mohana eine Atmosphäre, die voller Wärme und Hoffnung steckt.
Es ist kein lautes oder actionreiches Buch, sondern eins, das still und ehrlich erzählt, und gerade deshalb so stark wirkt. Man taucht richtig in Dorians Gedanken und Gefühle ein, und ich habe mehr als einmal gedacht: Genau so fühlt sich das an, wenn man unsicher ist und doch so viel zu sagen hätte.
Für mich ist „Dodo“ ein Buch, das zeigt, wie wertvoll Fantasie sein kann, wenn das echte Leben schwer ist. Es ist sensibel, klug und voller Herz und ich glaube, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene viel daraus mitnehmen können.
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