Zwei Meister der Streetfotografie, vereint in einem inspirierenden und faszinierendem Buch
Machen Sie sich mit allen Aspekten streetfotografischer Praxis vertraut
Lernen Sie, Ihre Umgebung neu zu entdecken und in Bildern einzufangen
Finden Sie auch als Einsteiger:in in die Streetfotografie zu persönlichem Stil und Ausdruck
Joshua K. Jackson und Sean Tucker geben dir in diesem Buch einen künstlerischen Zugang zur Streetfotografie. Sie zeigen, wie du den öffentlichen Raum als Leinwand und deine Kamera als kreatives Werkzeug benutzt, um deine ganz persönliche Sicht der Dinge in packenden Bildern umzusetzen.
Vom Umgang mit kreativen Blockaden über die fotografische Praxis bis zur Bewertung deiner eigenen Arbeit: Die wertvollen Erfahrungen und eindrucksvollen Bilder der beiden Autoren werden deine Neugier und Kreativität entfachen. Ob du bereits ein erfahrener Street-Fotograf bist oder gerade erst anfängst – dieses Buch gibt dir die Werkzeuge und Ideen an die Hand, um deine Bilder auf ein neues Niveau zu heben und das alltäglich Gewöhnliche auf außergewöhnliche Weise zu zeigen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Manfred Klimmeck
aus Schöneck
5/5
07.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interpretative Street-Fotografie als eigenständiges Genre
Es gibt bereits sehr viele Bücher über Street-Fotografie. Warum braucht man jetzt auch noch dieses?
Weil es vollständig anders ist.
Es ist eindeutig eines der besten Fotobücher welches ich in den letzten zehn Jahren gelesen habe. Es hat einen Allerweltstitel aber einen Inhalt, der überrascht und Fotos die fesseln. Der englische Original-Titel „The Art of Streetphotography“ beschreibt den Unterschied schon besser.
Den Autoren geht es nicht um ein Abbild der Straße, sondern um die Schaffung von etwas Neuem, “dem interpretativen Stil”. Wer sich mit diesem Ansatz anfreunden kann, wird im Buch sehr vieles lernen.
(Zu den Autoren gibt es tolle Videos bei Youtube, damit man sich vorab einen Eindruck verschaffen kann.)
Anstelle der bei Street-Fotografie üblichen Menschen im urbanen Umfeld, werden auf der überwiegenden Anzahl der Bilder Lichter, Farben, Spiegelungen, Muster etc. als Materialen eingesetzt. Es wird nichts abgebildet, was man erkennen kann, sondern kreativ etwas Neues geschaffen.
Ein Buch dieser Art habe ich bisher noch nicht gesehen.
Im gesamten Buch gibt, es kein einziges Foto, dass mich langweilt oder ich überblättern möchte. Auch ohne Text wäre es ein fantastisches Buch.
Es wird das gesamte Handwerkszeug der Street Fotografie vermittelt. Z.B. wie lenke ich den Blick durch helle Stellen, hohe Kontraste, Linien etc. etc. soweit, so bekannt.
Die Beispiele, die dazu gezeigt werden, sind aber anders und wirken in keinster Weise wie bekannt. Es handelt sich häufiger um die Ordnung von unscharfen Farbflächen, hinter denen man das Motiv sucht und (manchmal) erkennt, als um klar kontrastierte Abbildungen.
Eine ausreichende Anzahl von Untersuchungen hat bewiesen, dass die Reihenfolge dessen, was der Betrachter sieht, genauso vorhersehbar ist, wie die wechselnde Intensität. Sobald man weiß, wie der Betrachter das Foto ansehen soll, kann man den Werkzeugkasten in diesem Buch verwenden, um genau dies zu erreichen.
Die zweite Hälfte des Buches befasst sich mit Kreativität. “Ganz bewusst ein Teil dieses entstehenden Moments zu werden” Dieses Zitat aus dem Buch beschreibt sehr gut den Unterschied. Man fotografiert nicht was ist, sondern antizipiert was kommt und bereitet sich darauf vor. Wie, das wird hier ganz praktisch und somit nachvollziehbar beschrieben.
Es geht um einen alternativen Ansatz, der das Foto interessanter macht. Viele bringen in der Street Fotografie viel auf ein Bild, um das Motiv im Kontext der Umgebung und aktuellen Situation zu zeigen. In diesem Buch wird die Lücke als Ideen gezeigt, da eine Frage oft fesselnder ist als eine Antwort. Es soll bewusst das Gefühl von Mehrdeutigkeit geschaffen.
Ein anderes Zitat, welches die Zielsetzung des Buches sehr gut wiedergibt, lautet “Es geht nicht um klinische Schärfe oder technische Präzision - es geht um Gefühle.”
Daher werden in diesem Buch auch keine Einstellungs-Parameter genannt, sondern eher kreative Verfremdungen (z.B. gezielt abweichende Fokussierung, Mehrfachbelichtung etc.) vorgestellt.
Der Vollständigkeit halber wird auch in diesem Buch die Wirkung von monochromen Aufnahmen oder das Spiel mit Licht und Schatten behandelt. Im Gegensatz zu anderen Büchern ver(sch)wenden die Autoren hier aber nur wenige Seiten dafür.
Neben dieser Art der Darstellung urbanen Lebens ohne Menschen wird als Alternative auch die Fotografie der Nachweise menschlicher Aktivitäten beschrieben. Dadurch, dass es sich jetzt um unbewegte Motive handelt, bekommt man viel Zeit. Die Autoren beschreiben die vielen Aspekte, die man jetzt beachten kann und sollte, damit ein ausdruckstarkes „Straßenstillleben“ entsteht. Die Fotos, die hier so einfach aussehen, so dass sie jeder machen könnte aber so gut, um sofort zu zeigen, was den Unterschied ausgemacht hat.
Technisch lernt man alles, was für die „klassische“ Street Fotografie benötigt wird. Zusätzlich lernt man, alle verfügbaren optischen Aspekte einzusetzen und durch Verfremdung weitere optische Aspekte hinzuzufügen. Man lernt zu sehen, zu denken, zu planen, zu kombinieren und zu bewerten.
Wer sich entwickeln will, findet hier eine wertvolle Unterstützung.
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