In diesem Spiel gibt es keine Zeugen - nur Täter und eine Frau, die nichts mehr zu verlieren hat.Ein Klick hat ihr Leben zerstört. Ein Video hat sie zur Geächtetengemacht. Junyoung liebt es zuzusehen, wie Frauen durch seineillegalen Kameras ihre Privatsphäre verlieren. Er wähnt sich sicher in seinem perversen Doppelleben, bis er Dahye ins Visier nimmt. Er erwartet Tränen, doch er bekommt Blut. Dahye verwandelt Scham in blinde Wutund startet einengnadenlosen Rachefeldzuggegen ein System, das Voyeure schützt und Opfer vernichtet.Feminist HorrorFemale EmpowermentGood for herMolka= mole camera/versteckte Kamera
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
12.10.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und Rache
Molka bedeutet “mole camera” oder “versteckte Kamera” und beschreibt das heimliche Filmen von Frauen in öffentlichen Toiletten und anderen Räumen ohne deren Zustimmung. Dieses übergriffige und abnormale Verhalten ist ein weitverbreitetes gesellschaftliches Problem in Südkorea, zumal die Täter meist ungestraft davon kommen. Monika Kim erzählt von der jungen Büroangestellten Dahye, die die volle Wucht dieses perversen Vorgehens abbekommt – bis die Autorin das Blatt wendet und der Geschichte mit einigen richtig gut platzierten Horrorelementen eine ganz neue Richtung gibt. So erzählt “Molka” von Monika Kim von Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und Rache in einer ungerechten Gesellschaft, in der (nicht nur) die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen auf ein Ende wartet. Bestens gelesen von Christiane Marx.
Bewertung
5/5
18.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erschreckend. Horror mit System.
Puh! Über das Buch musste ich erstmal ein paar Tage nachdenken, bevor ich wusste, was ich dazu sagen soll. Es hat mich mit Ekel, Abscheu und Wut zurückgelassen, gleichzeitig aber durchgehend gefesselt.
Schonungslos werden patriarchalische Strukturen dargestellt, in denen Täter, Ermittlungsbehörden und Justiz einander schützen, während die Opfer alleine gelassen werden. Die Schuld wird dabei ausnahmslos den Opfern zugesprochen, die Täter kommen ungestraft davon.
Durch die POVs von Jungyoung als Täters und von Dahye als Opfer erhalten wir als Leser*in Einblicke in beide Perspektiven.
Jungyoungs POV erzeugt Wut und trieft nur so von männlicher Abartigkeit. Gleichzeitig verdeutlicht sie aber auch, wie selbstverständlich patriarchale Denkmuster verinnerlicht und wie tief sie gesellschaftlich verwurzelt sind.
In Dahyes POV wird deutlich, dass Betroffene nicht ernst genommen werden und wie sehr sie mit den Konsequenzen alleine gelassen werden. Wie wenig Schutz und Unterstützung Opfern zuteil wird, von denjenigen, die sie eigentlich schützen sollten, hat mich fassungslos gemacht. Dahyes anfänglich Scham und Selbstzweifel verwandeln sich in eine Wut, die sie nicht länger unterdrücken kann.
Zusätzlich verstärkt das Erscheinen ihrer Schwester die ohnehin schon beklemmende Atmosphäre und sorgt für echte Gruselmomente.
Molka ist ein Buch, das mich gefesselt und über die gesellschaftliche Relevanz zum Nachdenken angeregt hat. Es lässt much mit einem Ekelgefühl und Wut im Bauch zurück.
Bewertung
5/5
15.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandios! Female Rage, wie sie sein muss!
. Wenn du eine gute Rachegeschichte zu schätzen weißt, die nicht nur mitreißt, sondern ihr Versprechen auch konsequent einlöst, wird dich „Molka“ nicht enttäuschen. Kim greift das Motiv der weiblichen Rache auf und verwandelt es in etwas Rohes, Unbändiges und erschreckend Fesselndes.
Dieser Roman ist ein Ventil für eine archaische, ungezähmte Wut!
Eine Katharsis, die sich ihren Weg bahnt, ohne um Erlaubnis zu bitten. Genau darin liegt seine außergewöhnliche Kraft.
„Molka“ ist ein blutiges, zorniges, rachgieriges Ungeheuer von einem Roman. Ein literarischer Wutausbruch, der keine Kompromisse kennt und sich nicht die Mühe macht, irgendjemandem zu gefallen.
Female Rage, wie sie sein muss…
kompromisslos, ungezähmt und verdammt noch mal überfällig.
Dieses Buch solltest du lesen! 5/5 ⭐️
. Aber worum geht es genau…
Ein einziger Klick zerstört ihr Leben.
Ein Video macht sie zur Geächteten. Junyoung weidet sich daran, Frauen mithilfe illegal installierter Kameras ihrer intimsten Momente zu berauben. In seinem perversen Doppelleben wähnt er sich unangreifbar, bis Dahye in sein Visier gerät. Er rechnet mit Tränen und gebrochener Scham. Doch er bekommt Blut. Denn Dahye verwandelt ihre Demütigung in rasende Wut und entfesselt einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen ein System, das Täter schützt und ihre Opfer zum Schweigen verurteilt.
. In „Molka“ begegnen uns zwei Perspektiven, die kaum
gegensätzlicher sein könnten.
. Da ist Junyoung, ein frauenverachtender Mann, der seinen voyeuristischen Neigungen freien Lauf lässt und dabei offenbar keinerlei Problem mit sich selbst hat. Warum auch…
es sind schließlich immer die anderen,
die den Preis für seine Abgründe zahlen.
. Und dann ist da Dahye. Auf den ersten Blick selbstbewusst und stark, verbirgt sich hinter dieser Fassade eine Frau voller Selbstzweifel, die noch immer im Schatten ihrer verstorbenen Schwester steht. Dass sie für Junyoung längst nicht nur ein Opfer ist, macht die Sache umso perfider. Doch um zu erfahren, was dahintersteckt, musst du das Buch schon selbst aufschlagen.
. Dahye ist eine wunderbar vielschichtige Figur…
fehlerhaft, verletzlich und nahbar, aber zugleich von einer Stärke, die sich gerade dann zeigt, wenn alles um sie herum auseinanderzubrechen droht. Lange tappt sie im Dunkeln, während ihr Leben zunehmend aus den Fugen gerät. Es ist beinahe unmöglich, nicht mit ihr zu fühlen, ihre Angst und Frustration zu teilen und an ihrer Seite die Orientierung zu verlieren. Zu erleben, wie sie sich verändert und Stück für Stück der Wahrheit näherkommt, gehört für mich zu den größten Stärken des Romans.
. Die Männer in dieser Geschichte sind schlichtweg abscheulich. Und das ist noch freundlich formuliert. Doch die eigentliche Wucht von „Molka“ liegt darin, dass der Roman nicht bei seinen widerwärtigen Tätern stehen bleibt. Er richtet den Blick auf jene gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, die Missbrauch ermöglichen, Täter schützen und dafür sorgen, dass alles munter weitergehen kann. Denn was wäre schon ein einzelner Mann mit seinen Abgründen, wenn ihm nicht eine ganze Gesellschaft dabei helfen würde, sie auszuleben? Der Roman verstört deshalb nicht nur durch seine niederträchtigen Figuren, sondern vor allem durch die Verhältnisse, in denen sie gedeihen können.
. Hinzu kommt ein weiteres Element, das mich begeistert hat und mit dem ich in dieser Form ganz und gar nicht gerechnet hatte. Mehr verrate ich allerdings nicht.
Ein bisschen Spannung soll schließlich übrig bleiben.
. Der wahre Horror von „Molka“ liegt jedoch in seiner erschreckenden Realität. Die sogenannte Molka-Epidemie ist keine bloße literarische Schreckensvision, sondern beruht auf tatsächlichen gesellschaftlichen Missständen. Dieses Wissen verleiht der Geschichte eine besonders verstörende Dimension. Was beim Lesen ohnehin Unbehagen auslöst, lässt sich dadurch kaum noch auf sicherer Distanz halten. Und genau dieses Gefühl hat mich auch lange nach dem Zuklappen des Buches nicht losgelassen.
. Überraschend schnell ließ sich der Roman zudem lesen. Einmal angefangen, fiel es mir schwer, ihn wieder aus der Hand zu legen. Ich wollte wissen, wie sich die Ereignisse entwickeln, welche Abgründe sich noch auftun und wohin Dahyes Weg sie führen würde.
Alles in allem ist „Molka“ ein düsterer, verstörender und auf eine beinahe unangenehme Weise befriedigender Thriller mit Horrorelementen.
Ein Roman über Voyeurismus, Macht und Rache, der sein Publikum gezielt aus der Komfortzone lockt. Er hat mich genau dort unbehaglich fühlen lassen, wo er es sollte und mich dabei gleichzeitig bestens unterhalten.
. Wenn dir „Die Augen sind das Beste“ gefallen hat, könnte auch „Molka“ genau das Richtige für dich sein. Vorausgesetzt natürlich, du hältst es aus, wenn der wahre Horror nicht im Übernatürlichen lauert, sondern direkt vor unserer Haustür.
Bewertung
5/5
14.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unangenehm und leider realistisch
Wenn Bücher Emotionen auslösen und der Puls steigt. Das hat “Molka” von Monina Kim bei mir geschafft.
Nach “Das Beste sind die Augen” wollte ich auch unbedingt dieses Buch von ihr lesen. Female Rage, Horror-Thrill und ein Thema, das aktueller nicht geht.
Wir werden direkt in eine unangenehme Situation gebracht. Junyoung, ein IT-Mitarbeiter einer großen Firma, versteckt Kameras in der Damentoilette und beobachtet dort die Kolleginnen in intimen Situationen.
Man erlebt die Geschichte aus seiner Sicht, lernt ihn und sein Umfeld kennen und bekommt immer wieder ein beklemmendes Gefühl.
Dann gibt es noch Dahye. Sie ist unsere Hauptprotagonistin. Sie leidet unter dem Verlust ihrer Schwester, ihre Eltern machen sie dafür verantwortlich. Einzige Hoffnung sind ihr Freund und ihre beste Freundin.
Doch genug mit den Hintergrundinformationen, wer mehr wissen möchte, sollte das Buch lesen.
Ich habe sämtliche Emotionen durchlebt. Besonders Wut, Hass und Ekel waren ein großer Teil. Ekel aber nicht, weil es eklige Szenen gab, sondern weil es leider so absolut realistisch ist.
Realistisch, wie das Leben einer jungen Frau durch einen widerlichen Mann zerstört wird. Wie ihr kein Glauben geschenkt wird. Wie sie keine Hilfe bekommt. Die blinde Wut, die sie verspürt. Die Rache, die sie haben möchte.
Das Ende hat mir gemischte Gefühle bereitet. Ich war schockiert, zufrieden und irgendwie enttäuscht. Aber nicht, weil es ein schlechtes Ende war, sondern weil ich noch so viel Wut verspürt habe.
Mary
aus Ba Wü
5/5
13.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbequem und echt
Feminist Horror mit einer Portion Psyche: Monika Kim zeigt die Schattenseiten Südkoreas mit einem Stil, der meiner Meinung nach zu ungeschönter Härte greift. Dies passt aber sehr gut zur Thematik.
Die Spannung schaukelt sich immer mehr hoch und man fühlt irgendwie mit jedem Kapitel mit - von Wut bis Mitleid mit Dahye sind viele Emotionen am Start. Man wartet auch förmlich darauf, dass der Kessel explodiert. Das Tempo wechselt gekonnt zwischen beklemmendem Momenten und abrupten Gewaltausbrüchen. Dahyes Sicht nimmt uns mit in den Abwärtsstrudel aus Verrat, Trauer und aufbauender Wut. Junyoungs Sicht blickt direkt in den Kopf eines toxischen Incels. Sehr effektive POVs!
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse fast etwas zu schnell, während der Mittelteil viel Raum für die Abgründe des Alltags lässt.
Aber trotzdem: ein wütender, unbequemer und schmerzhafter Roman, der einen echt den Magen umdrehen kann. Zudem ein Thema, das ich so gar nicht auf den Schirm hatte.
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