Da waren nur noch sie beide, ihre erschöpft schlagenden Herzen, das Meer, das sie trug, die Bucht, die sie umarmte.
Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die sich ihr unter dem Mikroskop eröffnen - Farne, Echsen, alles Leben, das vor Millionen von Jahren vom Harz der Urzeitwälder eingeschlossen wurde. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, steht ihr eigenes Leben still. Bis Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, der sie an die Ostsee führt, zu Ebba, einer Frau, die immer ihren eigenen Weg gesucht hat. An der Steilküste, hoch oben über dem Meer, erfährt Julika dann von einer Liebe, die Jahrzehnte, Stürme, Schicksalsschläge überdauerte und die ihr den Mut gibt, an einen Neuanfang zu glauben ...
Ein so poetischer wie kraftvoller Roman über zwei Frauen und ihre Suche nach innerer Freiheit.
Die große E-Book-Premiere zum Einführungspreis!
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
15.08.2026
eBook (ePUB 3)
Meer und Gefühle
Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so sanft und gleichzeitig so tief mitgenommen hat wie dieses. Im Zentrum steht Julika, eine Bernsteinforscherin, die tagsüber in Millionen Jahre alte Welten eintaucht, während sie abends bei der Pflege ihrer kranken Mutter merkt, wie ihr eigenes Leben stillsteht. Ein ungewöhnlicher Fund in einem Bernstein bringt sie an die Ostsee, zu Ebba, einer Frau, die sich ihr Leben lang nie hat vorschreiben lassen, welchen Weg sie zu gehen hat.
Was mich am meisten überzeugt hat, ist, wie unaufgeregt Quentin erzählt. Kein Kitsch, keine überzogenen Wendungen, sondern zwei Frauenfiguren, die einem mit jeder Seite näherkommen. Für mich hatte es gerade am Anfang ein wenig zu viele Längen aber man spürt die Steilküste, das Salz in der Luft, die Schwere einer Liebe, die Jahrzehnte und Schicksalsschläge überstanden hat. Nebenbei lernt man erstaunlich viel über Bernstein und seine Geschichte, ohne dass es je belehrend wirkt, da es einfach organisch in die Handlung einfließt.
Ein ruhiges, atmosphärisches Buch über Erinnerung, Loslassen und den Mut zum Neuanfang.
Zum Hörbuch:
Wer die Geschichte lieber hört statt liest, macht damit nichts falsch, im Gegenteil. Vera Teltz leiht den beiden Frauen ihre Stimme, und das mit einem Gespür, das man nicht oft findet. Sie gibt Julika Zerrissenheit, ohne je larmoyant zu werden, und Ebbas Eigensinn bekommt genau die richtige Portion Kratzbürstigkeit mit. Eine Einlesung, die der Geschichte spürbar guttut.
Borkum
Thalia Book Circle Community
5/5
14.08.2026
eBook (ePUB 3)
Ein wundervoller und bewegender Roman
Zwei Frauen, die scheinbar nichts gemein haben außer ihrer Liebe zu Bernstein und die dazu altersmäßig mehrere Jahrzehnte trennen. Aber dieser erste Anschein täuscht. Sowohl Ebba als auch Julika sind starke Frauen, die sich nach Freiheit sehnen, aber aufgrund familiärer Probleme und Zwänge lange Zeit kein selbstbestimmtes Leben führen können.
Lisa Quentin hat ihre beiden Protagonistinnen stark, authentisch und gefühlvoll gezeichnet. Ich konnte tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Mit beiden Frauen habe ich mitgefühlt, aber Ebba mit ihrem ungestümen Wesen und ihrer Liebe zur Natur und dem Meer war mir etwas näher. Vielleicht liegt das auch an meinem fortgeschrittenen Alter. Aber auch die Nebenfiguren waren in ihren Handlungen realistisch und stringent.
Der ruhige und atmosphärische Schreibstil sorgte für angenehme Lesestunden und im Zusammenspiel mit der Geschichte für ein Lesevergnügen. Für mich als Fan der Nord- und Ostsee waren die bildgewaltigen Beschreibungen des Meers und der Natur ein weiteres Highlight. Ich habe förmlich das Brausen der See sowie die Schreie der Möwen im Ohr gehabt und den Wind in meinen Haaren gespürt.
Die Autorin hat in diese wunderschöne Geschichte gekonnt Themen wie Verlust, Trauer, Traumabewältigung und den Kampf auf Selbstbestimmung eingeflochten. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge musste ich Ebba und Julika verabschieden, aber vergessen werde ich sie so schnell nicht.
Aleyna
aus München
5/5
14.08.2026
eBook (ePUB 3)
Über zweite Chancen und neue Wege
„Die Bernsteinfischerin“ hat mich vor allem durch die beiden Lebensgeschichten von Julika und Ebba berührt. Julika lebt fast nur noch für ihre Arbeit und reist nach einem Fund an der Ostsee, wo sie auf die 90-jährige Ebba trifft. Ihre Begegnung bringt sie dazu, über ihr eigenes Leben und ihre bisherigen Entscheidungen nachzudenken.
Besonders schön fand ich, wie die Autorin Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Ebbas Lebensgeschichte und Julikas Suche nach einem Neuanfang ergänzen sich wunderbar. Beide Frauen tragen schwere Erfahrungen mit sich und haben auf ganz unterschiedliche Weise gelernt, für andere zurückzustecken. Dabei spielen auch das Meer, Bernstein und Ebbas Kunst eine große Rolle. Die vielen Details rund um die Bernsteine fand ich besonders spannend.
Die Geschichte wird ruhig und feinfühlig erzählt, war für mich aber zu keiner Zeit langweilig. Der bildhafte Schreibstil hat die Ostsee und die Schauplätze für mich richtig lebendig gemacht. Ein berührender Roman über Verlust, Liebe, zweite Chancen und den Mut, das eigene Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Bewertung
5/5
14.08.2026
eBook (ePUB 3)
Lebenswege kreuzen sich am Meer
Fast ein Jahrhundert umspannt Lisa Quentins "Die Bernsteinfischerin" - zwischen den rauen Anfängen im Samland über die Flucht nach Schleswig-Holstein bis hin zur Begegnung von Julika und Ebba 2025 in Niendorf nahe Lübeck.
Ich bin ehrlich - zunächst wusste ich nicht, was mich hinter dem Cover - Meer und rosa Wolken - erwarten würde. Ich hatte die Befürchtung, es könnte kitschig werden, eine seichte Geschichte von Begegnungen am Meer - schon nach wenigen Seiten war ich vom Gegenteil überzeugt und konnte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen.
Wir verfolgen Ebbas Geschichte mit, sehen wie aus dem jungen ungestümen Mädchen eine ebenso ungestüme junge Frau wird, die nach Freiheit drängt, die sich keinen Konventionen unterwerfen, die ihre eigene Frau sein möchte. Unabhängig. Und die doch lange nur in ihrer Kunst frei sein kann.
Und wir treffen Julika, Doktorandin, Forscherin, die Welt scheint ihr offen zu stehen, doch die Familiengeschichte, familiäre Verpflichtungen, Ängste und Dynamiken halten sie zurück. Sie möchte so gern frei sein - aber ohne jemanden dabei vor den Kopf zu stoßen. Und langsam traut sie sich, bricht aus, kehr zurück, sieht, dass man, wenn man andere freilässt, sich manchmal ungeahnte Wendungen auftun.
Genau so ungeahnte ist das zarte Vertrauensverhältnis, dass sich zwischen der nun beinahe 90jährigen Ebba und der jungen Julika aufbaut - vereint durch die Geschichte, durch eine scheinbar unscheinbare Inkluse in Bernstein, die nicht minder ist als für ewig konservierte uralte Geschichte.
Lisa Quentin hat ein Buch über Freiheit und Freiheiten geschrieben, über Liebe und Familie, über Zusammenhalt und eigene Grenzen und immer wieder über Hoffnung. Und sie erinnert uns daran, dass wir manchmal nicht alles kontrollieren können, genau so, wie die Charaktere im Buch den Gezeiten und Wettern am Meer ausgeliefert sind. Wir können nur immer wieder am positiven Festhalten, vorausschauen und uns gebotene Chancen wahrnehmen.
Steffi
5/5
14.08.2026
eBook (ePUB 3)
Lesehighlight 2026
Der Roman „Die Bernsteinfischerin“ von der Autorin Lisa Quentin erzählt die Geschichte von Julika, die über Bernstein forscht und von Ebba Bredow, einer alten Frau, deren Leben eng mit der Ostsee und dem Bernstein verbunden ist. Die zwei Frauen treffen sich.
Doch irgendwann rückte die Handlung für mich in den Hintergrund. Stattdessen hatte ich das Gefühl, einem Gespräch über das Leben zuzuhören.
Über Trauer, Tod, Flucht und Vertreibung, Kinder, die viel zu früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und über Entscheidungen, die getroffen wurden, weil sie getroffen werden mussten. Egal zu welchem Preis.
Auch die Themen Mutterschaft und (ungewollte) Kinderlosigkeit, sowie Depression werden angesprochen.
Was mich am meisten berührt hat, war jedoch etwas anderes:
Die Wut. Ja, auch die laute, zerstörerische Wut. Aber auch diese stille Wut, die entsteht, wenn Menschen ihr Leben nicht so leben können, wie sie es sich gewünscht hätten. Wenn Verpflichtungen, Schicksal oder gesellschaftliche Erwartungen stärker waren als die eigenen Träume, die Freiheit.
Während des Lesens wurde mir bewusst, warum mich dieses Thema so trifft:
Ich trage selbst eine Wut in mir. Keine, die sich gegen einen bestimmten Menschen richtet. Eher eine tiefe Ahnung, dass die Frauen vor mir oft nicht frei waren. Dass meine Mutter, meine Großmutter und vielleicht noch Generationen davor ihr Leben nur innerhalb enger Grenzen gestalten konnten.
Ob das tatsächlich so war, weiß ich nicht.
Aber dieses Gefühl begleitet mich. Und ja, auch ich komme häufig an meine Grenzen, ordne mich unter.
Und plötzlich hielt ich ein Buch in den Händen, das dieser Wut einen Platz gab, ohne sie erklären oder bewerten zu wollen.
Das tat gut. Vielleicht auch deshalb, weil der Roman nie dramatisch werden will. Er vertraut darauf, dass leise Töne oft länger in uns klingen, als laute.
Der Sprachstil
Sprachlich hat mich das Buch ebenfalls sehr überzeugt. Die Sprache ist ruhig, angenehm und gleichzeitig klar. Sie trägt die Geschichte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Genau die Art von Literatur, die ich liebe.
Und dann ist da noch das Meer…
Ich weiß nicht, wie andere Leserinnen und Leser das empfinden. Für mich ist das Meer nie nur Kulisse. Es macht Gedanken weiter. Es erinnert mich daran, dass das Leben größer ist als der Alltag, in dem wir uns oft verlieren.
Vielleicht habe ich mich deshalb in diesem Roman so zu Hause gefühlt.
Ein weiterer Punkt, den ich besonders schätze: Das Buch ist erstaunlich rund. Fragen, die früh aufgeworfen werden, finden später ihren Platz. Zusammenhänge werden sichtbar. Nicht alles endet glücklich, aber alles endet stimmig. Das ist eine Qualität, die ich in Romanen sehr mag.
Als ich die letzte Seite gelesen hatte, blieb vor allem ein Gefühl zurück: Melancholie.
Aber keine hoffnungslose Melancholie.
Eher die bittersüße Erkenntnis, dass unser Leben nicht nur aus den Wegen besteht, die wir gegangen sind, sondern auch aus denen, die wir nie betreten haben.
Fachliche Qualität
Was mich zusätzlich beeindruckt hat, war die Sorgfalt, mit der Lisa Quentin wahrscheinlich recherchiert hat. Die Bernsteinforschung wirkt nie wie bloßes Hintergrundwissen, sondern wie ein selbstverständlicher Teil der Geschichte. Auch die Entwicklung des Ostseebades Niendorf und des Fremdenverkehrs ist so stimmig eingebunden, dass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, hier würde Wissen nur zur Schau gestellt. Es macht den Roman glaubwürdig und lässt einen tief in diese Welt eintauchen.
Über alternde Menschen
Besonders berührt hat mich die Figur der alternden Ebba, vielleicht auch deshalb, weil sie mich an meine Zeit als Pflegekraft erinnert hat. Ich mochte schon damals die Menschen, die als „nicht ganz einfach“ galten. Die, die widersprachen und Extrawünsche hatten. Die nicht gefallenn wollten. Hinter dieser Sperrigkeit steckten oft die bewegendsten Lebensgeschichten. Vielleicht habe ich deshalb eine Sympathie für Ebba entwickelt. Sie ist keine Figur, die man einfach nur liebhaben soll. Sie ist ein Mensch mit Kanten. Und genau das macht sie so glaubwürdig.
Meine Bewertung
Die Bernsteinfischerin ist für mich ein Roman über Freiheit. Über das, was Menschen trägt. Über das, was sie festhält. Und über den Mut, sich dem eigenen Leben ehrlich zuzuwenden, um nichts zu bereuen.
Für mich gehört dieses Buch zu den schönsten und tiefsten Leseerfahrungen des Jahres.
Es bekommt 5 von 5 Sterne.
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