Abschied ist immer. Abschied ist der Ort im Jetzt.Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heißt nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.In ihrem Tage(hör)buch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Dortmund
5/5
07.08.2026
eBook (ePUB 3)
ein kluger Text!
GABRIELE VON ARNIM: ABSCHIED LEBEN
Tagebuch eines Zeitgefühls
Gabriele von Arnim ist so eine kluge alte Dame, die auf feine Weise ihre Gedanken zu Papier bringt. Es ist eine Freude, ihre Texte zu lesen und auch ihr zuzuhören.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.
Dabei ist es kein trauriges Buch, sondern ein reflektierter Text über die diversen Abschiede – kleine und große – die jeder im Leben so durchmacht, oft selbst initiiert.
Ich habe das Buch in kleinen Abschnitten gelesen, weil ich kein einziges Wort und keinen einziges Gedanken verpassen wollte.
Bewertung
3/5
11.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
So litt auch Werther?
Der Tod trifft wohl zunächst den Betroffenen. Fritz Zorn hat es ja eindrücklich klar gemacht . Die Beobachtung des Abschieds eines Menschen oder Lebewesens, das mit uns durch eine Beziehung verbunden ist, hat zwei Aspekte. Den unabänderlichen physischen Verlust und die seelische Arbeit der Fortsetzung einer Beziehung. Das Buchhilft da nicht weiter. Es spricht vom Leiden des Beobachters. Sehr erlesenen Zitate beweisen die grosse Bildungsweite der Autorin. Wenn auch im Prolog Bemerkungen fallen, wie die Wahl Trumps als Abschied zu empfinden, ist schon sehr auf das "im Jetzt" empfunden. Und einige Seiten später den einflussreichen US Linquist Noam Chomski und Kritiker der amerikanischen Aussenpolitik als Altlinken zu bezeichnen, ist ja ein Widerspruch in se. In einem andere Buch und einem Vortrag vertritt sie die Meinung, das Leben sei ein vorübergehender Zustand, voll von Hilflosigkeit und auch Wut bei der Begleitung eines sich verabschiedenden Lebens. Das ist sehr einseitig. Viele Religionen haben da ganz andere Ansichten. Neben den vielen sehr gescheiten Zitaten scheint mir die angebotene Haltung einem Sterbenden gegenüber doch eher vom persönlichen Jammer auszugehen.
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