Phoebe Ellis ist eine Schatzjägerin: eine Kriminelle, die sich unautorisiert an den Artefakten der neuentdeckten Katakomben unter London bedient. Bei einem missglückten Beutezug fällt sie den Mudlarks in die Hände, angeführt von Greyson Evans, dem berühmten Gründer der Society of Scraping. Er stellt sie vor die Wahl: Entweder wird sie selbst eine Mudlark oder endet in einer Gefängniszelle.
Notgedrungen schließt sich Phoebe der unorganisierten Meute an, um unter der schützenden Hand von Greyson Evans zur ersten weiblichen Mudlark zu werden. Doch ein verstecktes Volk in der Finsternis, aus grausamen Alpträumen geborene Kreaturen und eskalierende Machtkämpfe in den Reihen der Mudlarks lehren Phoebe, dass Schönheit und Verderben innerhalb der Katakomben Hand in Hand gehen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Aarany
aus Berlin
4/5
25.04.2026
eBook (ePUB 3)
Die Stählerne
Cover & Klappentext
Das Cover von Band drei ist in meinen Augen das schwächste der Reihe. Aber letztendlich ist es eine Geschmacksfrage. Wichtig ist, dass man schon eine gewissen Stimmung wahrnimmt, die sich auch im Buch wiederfindet, und das ist hier gegeben. Zudem kommt es immer auf den Inhalt an.
Der Klappentext wiederum hat mich sofort angesprochen, nachdem ich die anderen beiden Teile kenne. Wobei diese Story auch ohne Vorwissen gelesen werden kann, denn sie spielt vor der Dilogie.
Meinung
Die siebzehnjährige Phoebe Ellis schleicht sich regelmäßig in die Katakomben unter London, um die dortigen Schätze in der Oberwelt zu verkaufen. Das endet, als sie von einigen Mudlarks entdeckt wird, angeführt von Greyson Evans, der sie vor die Wahl stellt, entweder eine von ihnen zu werden oder wegen ihrer Straftat im Gefängnis zu landen.
Also wird Phoebe die erste weibliche Mudlark. Das bringt nicht nur Schwierigkeiten an der Oberwelt mit sich, sondern auch in den Tiefen der Katakomben, insbesondere als ein verstecktes Volk auftaucht sowie albtraumhafte Kreaturen, was wiederum in Machtkämpfen gipfelt und die Abgründe eines jeden in den Vordergrund rückt.
Aus der Sicht von Phoebe wird man durch das Geschehen geführt. Sie ist weder sympathisch noch liebenswert. Als Teenager ist sie sich selbst überlassen und sucht nach einem Nervenkitzel, der sie als Schatzjägerin in die Katakomben führt. Das geht lange gut, bis sie erwischt wird.
Normalerweise bietet jede Geschichte einen Charakter, mit dem man sich irgendwie, zumindest teilweise, verbunden fühlt. Bei Phoebe hatte ich meine Schwierigkeiten. Ihre positiven Eigenschaften sind rar gesät, aber dennoch vorhanden. Und letztendlich ist der Weg, den sie eingeschlagen hat beziehungsweise einschlagen musste, dafür verantwortlich, was aus ihr geworden ist. Hier werden die Abgründe der Menschheit an einer Person in den Fokus gerückt. Ihr Fall geht Hand in Hand mit dem Abstieg in die Katakomben.
Ich bin immer noch fasziniert von der Welt, die die Autorin hier erschaffen hat. Schon beim ersten Band waren diese Führungen, die in vielen Großstädten angeboten werden, in aller Munde. Daraus etwas derart Ungewöhnliches zu machen, ringt mir Respekt ab. Denn hier geht es keineswegs nur um pure Kreativität, sondern zeigt den Fehler der Menschheit auf. Alles muss entdeckt werden, was per se nichts Schlechtes ist. Es ist die Art und Weise, wie damit umgegangen wird. Es wird seziert, bis alles vernichtet ist.
In der Ausbildung zur Mudlark muss Phoebe sich gegen die anderen Rekruten durchsetzen, die nur aus Männern bestehen. Ihre schon vorher vorhandene harte Seite wird hier gestählt, ihre Gefühle unterdrückt, bis sie nur noch selten, zum Beispiel bei Blaise, der aus der Dilogie bekannt ist, zum Vorschein kommen. Zudem vertraut sie nur wenigen. Aber je länger sie sich in den Katakomben aufhält, desto kälter wird sie. Dort unten gelten die Regeln der Oberwelt nicht mehr. Schwerer Verrat stumpft sie völlig ab und so lässt sie ihren Frust an allem und jedem aus. Es mag verständlich sein, aber rechtfertigt nichts.
Der Schreibstil passt perfekt zum Inhalt. Er trägt den Inhalt, ohne sich hervorzuheben, sodass man sich komplett auf die Handlung konzentrieren kann. Ich wurde zu keiner Zeit rausgerissen. Er ist durchgehend flüssig und überzeugt mit der entsprechenden Wortwahl.
Auch das Tempo wurde toll gewählt. Das Leben Phoebes wird ein wenig im Zeitraffer dargestellt, was erst zum Ende hin besonders durch längere Abstände auffällt. Das bringt eine gewisse Geschwindigkeit rein, die aber nicht zu rasant ist, sodass man in den Szenen verweilen kann.
Insgesamt ist Phoebe keine klassische Heldin. Ihre Entwicklung stellt, bedingt durch diverse Geschehnisse, die sie prägten, eher einen Absturz dar. Sie sieht sich auf der korrekten Seite, handelt aber moralisch fragwürdig.
Fazit
Ein außergewöhnlicher Abschluss der Lichter unter London-Reihe, der gleichzeitig den Anfang darstellt. Die Autorin brilliert mit einer Hauptprotagonistin, die die Abgründe der Menschheit zeigt und den Leser dazu auffordert, sich selbst zu hinterfragen. Dadurch wird die Tiefe generiert.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.
Yanthara
5/5
03.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannende Vorgeschichte
Bei dem Buch Schlammlerche handelt es sich um die Vorgeschichte von Phoebe Ellis, einem Nebencharakter der Duologie Lichter von London. Man erfährt nicht nur ihre Motivation in dem Buch, sondern erfährt auch mehr über die Mudlarks und wie sie sich gegründet haben. Aber auch mehr über die Society of Scraping. Man erfährt aber auch mehr über Blaise' Kindheit. Man kann die Vorgeschichte als erstes lesen, man kann aber auch gut erst die Duologie lesen (so sind die Bücher ja auch erschienen. Erst die Duologie, dann das Prequel). Man Spoilert sich nicht für die Duologie, wenn man sie erst danach liest, bzw kennt man nur Blaise Geschichte im Vorfeld schon - was nicht schlimm ist.
Mir gefällt der starke weibliche Hauptcharakter sehr. Und auch, dass es noch ein Buch in der Reihe Lichter unter London gibt. Gegen Ende mochte ich dann Phoebe nicht mehr so sehr, weil sie sich zu einer Person entwickelt hat, die mir menschlich nicht so zusagt. Da sie sehr wenig Rücksicht auf Verluste genommen hat gegen Ende - gerade weil sie sich als einzige Frau auch immer behaupten musste und eigentlich immer auf der Hut sein müsste. Aber die Entwicklung ihres Charakters war stimmig und nachvollziehbar. Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Phoebe, es gibt einige Charaktere, die sie ein Stück weit in der Geschichte begleiten - die von Bekannten zu Freunden werden und dann zu Feinden. Es gibt Charakter, die von anfang an Feinde sind. An manchen Stellen fand ich es schwer auszuhalten, weil es mir alles so ungerecht vorkam. Und ich über die Härte erstaunt war, die Phoebe, aber auch andere an den Tag legen.
Ich hab den Teil verschlungen und war echt gespannt wie es weiter geht. Einige Sachen waren mir schon klar, dass sie passiert sind/Werden in dem Buch, da sie ja in der Fortsetzung passiert sind. Was aber ok war. Schließlich ist es ja die Vorgeschichte. Es war spannend quasi das 'Wie' zu erfahren, also wie die Umstände waren.
Generell gefälllt mir die Welt der Romane sehr - die Katakomben mit all ihren Wundern und Grausamkeiten. Unter Tage gibt es mehrere Ebenen, ähnlich wie Level in einem Spiel. Jede Ebene ist anders, mit anderen Pflanzen, Lebewesen etc. Es macht Spaß die Ebenen zu entdecken und mit Phoebe zu durchstreifen. Die Flora und Fauna der Untergrundwelt finde ich spannen. Es gibt bsp Lava-Schweine, Pflanzen die einen Halluzinationen verpassen und einen dann töten. Es gibt auch menschliche/menschenähnliche Bewohner unter der Erde. Ich mag die Welt sehr und hatte mich auch sehr auf den neuen Band gefreut.
Was mir etwas gefehlt hatte im Buch war eine Trigger-Warnung. Vielleicht hab ich die auch nur übersehen, ich weiß es nicht genau. Aber es kommen Themen wie übermäßiger Alkoholkonsum/Alkoholabhängigkeit, sexuelle Übergriffe vor.
Bewertung
5/5
29.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Wenn du lange in einen Abgrund blickst...
Zunächst als Info: Schlammlerche ist ein Prequel und zwar merkt man dies teilweise schon, jedoch habe ich es als Neuling in dem Universum keinesfalls als Problem empfunden. Dadurch dass die Vorgeschichte erzählt wird, kann man auch ohne Vorwissen gut alles verstehen, lediglich die Bedeutung einiger Anspielungen bleibt verborgen. Ich kann bereits vorweg nehmen, dass ich dafür jetzt umso mehr Lust bekommen habe, die anderen Bücher der Reihe noch zu lesen.
Im Fokus steht hier Phoebe, die als erste Frau in die Reihen der Mudlarks rekrutiert wird, um die geheimnisvollen und tödlichen Katakomben unter London zu erforschen.
Dabei wird sowohl von Phoebes Charakterentwicklung und ihren Erfahrungen als Frau in dieser Männerdomäne erzählt, als auch von der faszinierenden Welt des Untergrunds.
Dies geschieht in vielen kleinen und größeren Zeitsprüngen, von 1995 bis 2020, was mir sehr gut gefallen hat, da man so beide Entwicklungen schön nachvollziehen konnte. Die Erkundung dauert viele Jahre und so erscheint es realistisch, dass nicht alles auf einer Zeitebene passieren kann. Man fiebert mit, wie weit die Mudlarks gekommen sind oder wie Phoebes Training verläuft.
Mein erstes Highlight war das Worldbuilding: Die Idee einer scheinbar endlosen Welt im Untergrund voller Gefahren war mir nicht neu, wurde hier aber überraschend toll umgesetzt. Jede Ebene hat ihre eigenen Besonderheiten und Bewohner, alles wird wunderbar fantasievoll beschrieben, mit genau der richtigen Mischung aus Fantasy und Realismus. So wird im Rahmen der Erkundungen auch auf die Auswirkungen auf das Ökosystem eingegangen und schwierige Themen wie Kolonisation und Ausbeutung werden auf erschreckende Weise eingebaut.
Gleichzeitig kitzelt die Geschichte den eigenen Erkundungsdrang: Man will mehr erfahren, immer weiter in den Abgrund hinab steigen.
Doch was dies mit einem Menschen machen kann, wird eindrucksvoll an Phoebe demonstriert. Während sie mir zu Beginn eher unsympathisch war, habe ich eine Weile danach gut mit ihr mitfiebern können, nur um dann wieder eine komplette Abneigung zu entwickeln. Die eigene "Heldin" so zu inszenieren ist schon mutig, aber irgendwie hat es trotzdem geklappt. Ich mochte Phoebe nicht, aber ich wollte trotzdem weiterlesen. Ihre Entwicklung zu verfolgen war nicht schön, aber doch interessant, vor allem da es teilweise für ihren Charakter nachvollziehbar war.
Dafür gab es umso tollere Nebencharaktere, die auch ihre Fehler hatten, aber mir doch ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe darauf, dass es ein Wiedersehen in den anderen Bänden mit ihnen geben wird.
Zuletzt noch zur Handlung generell: Vieles ist brutal, manchmal regelrecht unangenehm zu lesen, aber es passt gut zur Thematik. Auch wurde ich immer wieder überrascht und mit vielen Entwicklungen hätte ich so nicht gerechnet. Die letzten Kapitel fand ich etwas schwächer als den Rest, insgesamt überwiegt aber das sehr positive Leseerlebnis.
EvaW
aus 55234
5/5
22.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Abenteuer in der Tiefe
Schlammlerche ist das Prequel der "Lichter unter London"-Reihe der Autorin. Wir begleiten Phoebe Ellis, eine Schatzjägerin, die sich in den neu entdeckten Katakomben von London unerlaubt an den Schätzen bedient. Als Sie den Mudlarks in die Hände fällt ,bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich diesen anzuschließen. Unter dem Schutz des Anführers soll Phoebe die erste weibliche Mudlark werden. Aber in den Tiefen lauern noch ganz andere Monster als die Mudlarks und die Dunkelheit kann bisweilen auch Menschen verändern kann.
Das Cover und die Gestaltung des Farbschnitts gefallen mir sehr gut und passen auch super zur Geschichte. Durch den bildhaften, flüssigen, atmosphärischen und spannenden Schreibstil der Autorin bin ich schnell durch die Seiten gekommen. Mit Phoebe hat die Autorin eine sehr starke und stolze Protagonistin geschaffen, die sich in einer Männerwelt behaupten muss. Ihre Veränderung im lauf des Buchs ist für mich gut nachvollziehbar. Die Welt ist brutal und gleichzeitig unglaublich faszinierend auf mich.
Fazit: Ein tolles Buch über eine nicht ganz typische Heldin. Von mir eine klare Leseempfehlung!
Andrea
Thalia Book Circle Community
5/5
14.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein spannender Abstieg in eine fremde Welt
In Schlammlerche von Anne Herzel folgen wir der Jugendlichen Phoebe, die sich ohne Eltern in London durchschlägt. Dazu steigt sie als Schatzjägerin in die neuentdeckten Katakomben unter London ab. Weil das private Schatzjagen aber verboten ist, muss sie den offiziellen Entdeckern, den Mudlarks, aus dem Weg gehen. Das scheitert, als sie in eine Notsituation gerät.
Schlammlerche ist die Vorgeschichte zur Dilogie „Lichter unter London“. Sie lässt sich auch sehr gut ohne die Kenntnis der beiden Bücher lesen. Ich finde die Vorgeschichte richtig spannend und werde auch die beiden anderen Teile ganz sicher lesen.
Ganz besonders gelungen finde ich die Katakomben. Sie sind unglaublich faszinierend und toll beschrieben. Ich hatte beim Lesen direkt ein Bild vor Augen und war auf jede neue Ebene gespannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese tolle Welt in den beiden folgenden Bänden noch erweitert wird.
Die Charaktere haben mich dagegen sehr herausgefordert. Niemand ist einfach rundum sympathisch. Gerade Phoebe denkt und handelt nicht wie ein üblicher Hauptcharakter. Ich habe sie im Laufe des Buches nicht immer gemocht. Gerade deswegen finde ich sie aber sehr interessant. Und ich hoffe sie zeigt in den folgenden Büchern noch weitere Entwicklungen. Sie hat noch viel Potential die Geschichte zu bereichern, egal ob sie als Heldin oder Antagonistin weiter vorkommt.
Mein Fazit: Schlammlerche ist ein spannend geschriebener Urban Fantasy Roman mit interessanten Charakteren. Ich habe viel Spaß beim Lesen gehabt.
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