Es beginnt mit einer leichten Viruserkrankung und endet in Konzentrationsproblemen, körperlichen Schmerzen, in extremen Fällen gar in völliger Isolation. Manche Betroffene können ihre Betten nie wieder verlassen. Die Medizin hat postinfektiöse Syndrome, zu denen Long Covid oder ME/CFS gehören, lange Zeit ignoriert. Betroffene fühlen sich vom Gesundheitssystem im Stich gelassen und selbst Ärzte wissen meist nichts mit ihnen anzufangen. Dr. Michael Stingl, führender Experte auf diesem Gebiet, beschäftigt sich seit Jahren mit der Krankheit und half Hunderten Patienten zurück in ein normales Leben. Er erklärt, wie wir postinfektiöse Syndrome frühzeitig erkennen können und was wirklich dagegen hilft. Stingl gibt selbst jenen Hoffnung, die sie schon verloren hatten.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
01.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das Betroffene wirklich versteht!
Dieses Buch ist wie Balsam für meine Seele, weil ich mich darin zum ersten Mal wirklich gesehen und verstanden fühle. Besonders berührt hat mich, dass hier ein Arzt die Schwere der Erkrankung und die Lebensrealität der Betroffenen ernst nimmt und klar benennt.
Dr. Michael Stingl ist ein äußerst engagierter Neurologe, der sich seit vielen Jahren intensiv für Menschen mit ME/CFS und Long Covid einsetzt. Da er auch mein behandelnder Arzt ist, durfte ich seine wertschätzende, verständnisvolle und respektvolle Art persönlich kennenlernen. Die Haltung, die in diesem Buch spürbar wird, entspricht dabei genau meinen eigenen Erfahrungen mit ihm.
Viele der beschriebenen Erfahrungen haben mich unmittelbar an meinen eigenen Alltag mit ME/CFS erinnert. Dadurch habe ich mich in diesem Buch außergewöhnlich gut aufgehoben und verstanden gefühlt.
Für mich ist es ein wirklich gut geschriebenes Werk, das die Realität von Menschen mit ME/CFS sehr treffend beschreibt. Das Buch beleuchtet postvirale Erkrankungen allgemein, Long Covid und insbesondere ME/CFS umfassend und verständlich.
Besonders wertvoll sehe ich das Buch für Menschen, die sich erstmals mit ME/CFS oder Long Covid auseinandersetzen müssen. Es vermittelt einen umfassenden Überblick und hilft dabei, die Erkrankungen und ihre Herausforderungen besser zu verstehen. Wer sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit ME/CFS beschäftigt, wird vieles davon vermutlich schon kennen. Gerade deshalb halte ich das Buch aber für ein ausgezeichnetes Basiswerk, das Betroffenen, Angehörigen und Behandelnden einen fundierten und gut verständlichen Einstieg in das Thema ermöglicht.
PEM wird als Kernmerkmal der Erkrankung besonders hervorgehoben. Ich finde es sehr wichtig, dass sowohl Behandelnde, als auch Betroffene lernen, PEM frühzeitig zu erkennen und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen.
Auch auf den dringend notwendigen politischen und gesellschaftlichen Handlungsbedarf wird eingegangen.
Für mich ist das Buch ein sehr gutes Basiswerk, das hilfreiche Informationen über die Erkrankungen, sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bietet. Besonders wertvoll fand ich die verständliche Erklärung des Pacings und die Bedeutung, innerhalb der eigenen Energiegrenzen zu bleiben.
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist nicht nur für Erkrankte und Behandelnde ein wertvoller Wegweiser, sondern auch für Angehörige, Freunde und alle, die diese Erkrankungen besser verstehen möchten. Da ME/CFS und Long Covid grundsätzlich jeden treffen können, halte ich dieses Buch für eine wichtige Lektüre weit über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus.
Ein herzliches Dankeschön an den edition a Verlag für dieses tolle Buch. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Bewertung
2/5
25.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hatte mir mehr erhofft
Ich habe dieses Buch gekauft, weil Dr. Stingl ein sehr renommierter Arzt auf diesem Gebiet ist und weil das Buch auf dem Umschlag als „umfassender Ratgeber für ME/CFS und andere Erschöpfungskrankheiten“ gepriesen wird.
Das Buch könnte interessant sein für alle, die sich noch gar nicht mit der Materie beschäftigt haben. Es enthält grundlegende Informationen darüber, was die Erkrankung ist und was sie den aktuellen Theorien nach im Körper bewirkt. Es wird außerdem deutlich, wie belastend die Erkrankung für Betroffene sein kann. Für außenstehende wichtig, für Betroffene nichts Neues.
Wer schon mehr Berührung mit dem Thema hatte, wird mit diesem Buch wahrscheinlich nicht glücklich. Ich bin selbst betroffen und daher schon recht gut informiert. Das Buch enthält nichts Neues. Und bis auf einer Anleitung zum Pacing auch keine konkreten Tipps für den Umgang oder die Behandlung. Einzig der Hinweis, dass mentale Belastungen, ausgelöst durch die Krankheit, ernst genommen werden sollten, bezieht sich auf den konkreten Umgang mit der Erkrankung. Als Ratgeber würde ich es deshalb nicht einstufen.
Die Kapitelüberschriften sind nicht sehr konkret und es gibt auch kein Stichwortverzeichnis. Das bedeutet, man muss das ganze Buch von vorne bis hinten lesen, wenn man wenig Energie hat, ist es nicht möglich nur nach bestimmten Stichworten zu suchen. Die Kapitelüberschriften sagen nicht wirklich aus, worum es in dem Kapitel geht. Gezieltes Lesen unmöglich.
Das Buch basiert ausschließlich auf den Erfahrungen des Arztes, die natürlich sehr viel wert sind. Es gibt allerdings keine Quellenangaben, auch dann nicht, wenn Zahlen oder Studien genannt werden. Es ist also nicht möglich, auf dieser Basis weiter zu recherchieren.
Ich hatte das Gefühl, dass sich vieles auf den ersten 120 Seiten wiederholt. Dort wird immer wieder gesagt, wie wichtig Pacing ist, dass wir eigentlich noch nicht wissen, wie die Mechanismen der Erkrankung sind, und dass PEM unbedingt berücksichtigt werden muss. Alles wichtig, alles richtig, aber wahrscheinlich hätte man sich 20 Seiten sparen können, wenn man die Wiederholungen weglässt.
Das Buch verzichtet komplett auf Fachsprache und ist leicht zu lesen. Toll ist, dass der Arzt wirklich das Leid der Betroffenen sieht und benennt. Es ist wichtig, dass genau dieses Leid von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Deshalb ist das Buch, auch wenn es für mich nicht interessant war ein wichtiger Beitrag.
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