Zwei Schwestern. Ein letzter Sommer.
Und der Beginn von etwas ganz Neuem.
Hochsommer im französischen Baskenland – die Schwestern Emma und Agathe Delorme verbringen eine letzte Woche im Haus ihrer Großmutter. Zwischen Erinnerungen an endlose Sommer, alten Verletzungen und der Sehnsucht nach Nähe bleibt ihnen nur wenig Zeit, um das Vergangene zu überwinden und neu zueinanderzufinden.
Mit feinem Gespür für die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen zeichnet Virginie Grimaldi ein ergreifendes Porträt von Familie, Zusammenhalt und der Kraft des Neubeginns.
Ein Roman, der berührt, Hoffnung schenkt und zeigt, wie Erinnerungen uns tragen – und wie Familie uns immer wieder zurück ins Leben holt.
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Berührende Geschichte über zwei Schwestern
Schoko_und_Buch aus Friedberg am 03.06.2026
Bewertungsnummer: 3156899
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Die Schwestern Emma und Agathe treffen sich nach 5 Jahren endlich wieder im Hause der inzwischen verstorbenen Großmutter. Langsam tasten sie sich aneinander an. Als Kinder waren sie unzertrennlich, doch die Pause hat sie entzweit. Bald schon stellt sich die alte Vertrautheit ein. Emma ist 5 Jahre älter als Agathe. In der Kindheit hat sie damit eine Art Beschützerrolle eingenommen. Beide Mädchen wachsen bei der Mutter auf und dies birgt einige Konflikte, Depressionen und Gewalt sind ein Thema. Der Lichtblick war immer der Sommer bei der Oma voller Leichtigkeit und Liebe. Und auch später war Emma der Halt für Agathe, den sie brauchte. Doch es gab einen Punkt, an dem Emma auch an ihre Bedürfnisse denken musste. 5 Jahre Funkstille waren die Folge. Können die Schwestern wieder dort anknüpfen, wo sie waren?
Die Geschichte hat mich sehr berührt. Es ist bereits das zweite Buch der Autorin, welches ich gelesen habe. Die Handlung im Heute bildet den Rahmen, doch gleichzeitig begleiten wir die Mädchen vom Kleinkind bis zur Erwachsenen in parallelen Kapiteln. Mir hat dies sehr gut gefallen, die Geschichten finden am Ende zusammen und lösen die Vergangenheit auf. Ganz leicht kommt dabei das Thema der Gewalt in der Familie auf und nimmt größeren Raum ein. Dennoch bleibt es irgendwie unterschwellig und damit umso erschreckender. Der Fokus liegt auf der tiefen Verbindung der Schwestern. Mich hat das Buch sehr berührt. Trotz des schweren Themas kommt es sehr leicht, teils mit Witz daher und hinterlässt eine hoffnungsvolle Grundstimmung. Für mich ein kleines Highlight in diesem Jahr.
Tragikomische Familiengeschichte vor baskischer Kulisse
Eva am 30.05.2026
Bewertungsnummer: 3152886
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Als Surferin habe ich viel Zeit im Van an der südfranzösischen Atlantikküste verbracht. Während ich Unser Sommer endet nie las, war ich im Kopf so vollständig mit den Schwestern Agathe und Emma im Baskenland, dass ich kurzzeitig irritiert aus dem Bus stieg, weil ich mich in Bayern wiederfand.
Phänomenal erweckt Virginie Grimaldi die Küste bei Biarritz zum Leben, so atmosphärisch erzählt sie das Meer, den Sommer und die Farben an diesem besonderen Ort. Ein letzte Woche verbringen die Schwestern im Haus der Großmutter, es wird eine intensive Sommerwoche geprägt von Vergangenheitsbewältigung und der Fülle aller Sommer, die sie hier verbrachten.
Virginie Grimaldi entwirft eine komplexe Familiengeschichte, überschattet von der tyrannischen alkoholsüchtigen Mutter, bestimmt von der Abwesenheit des Vaters, getragen von der bedingungslosen Liebe der Großmutter und dem unbedingten Zusammenhalt der Schwestern.
In Rückblenden nähert sich die Vergangenheit der Gegenwart, so stark die Schwestern aneinander haften stoßen sie sich ab, wenn die Nähe zu intensiv wird. Die eine eckt an, die andere glättet die Wogen, die eine ist neurodivers, wild, kreativ, mit extremen Gefühlen konfrontiert, oft soziophob, die andere linear, sozial und lebt die Rolle der Beschützerin.
Virginie Grimaldi lässt ihren Figuren Raum, mit all ihren Widersprüchen und Brüchen, Geheimnissen, Unsicherheiten und unauflösbaren Beschädigungen.
Unser Sommer endet nie strahlt vor Wärme und Witz, genialen, schlagfertigen und urkomischen Dialogen, und wird dann wieder ganz leise, um die Zerbrechlichkeit geschundener Seelen und intensiver Beziehungen einzufangen.
Mit unbändiger Energie bieten Agathe und Emma der Härte des Lebens die Stirn. So entsteht in den leuchtenden Farben des baskischen Sommers ein großes Gemälde von Schwesternschaft, Zusammenhalt, humorvoller menschlicher Intelligenz und der Schönheit des Lebens. Trotz allem.
Sprachlich haben die Tagebuchsequenzen der ersten 75 Seiten ein paar Schwächen, aber dann wird es immer besser. Und dann hat der Roman mich eingesogen, um mich nach 350 Seiten und um eine Freundin reicher wieder freizulassen. Agathe wurde für mich geschrieben.
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