Zwei Frauen kämpfen für ihre ZukunftMitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
MirjS
aus Essen
5/5
10.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Anfangs skeptisch, dann total gefesselt
Kaiserstuhl, Baden-Württemberg, Mitte der 70er Jahre. Der Bau eines Kernkraftwerks in Wyhl ist geplant. Der Bau soll beginnen, doch Teile der Bevölkerung erheben sich. Genau hier setzt Autorin Brigitte Glaser mit ihrem Roman „Sonnenberg“ an und erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie erzählt von Protest, Widerstand, Freundschaft, Zusammenhalt und Veränderung.
Ich persönlich mag ja Bücher, die nicht nur eine gute Geschichte zu erzählen haben, sondern von denen man auch schlussendlich auch noch etwas lernt. Da ich erst zum Ende der 70er Jahre hin geboren wurde, ist die ganze Anti-Atomkraft-Bewegung an mir vorbei gegangen. Man hat natürlich davon gehört, sich aber nicht weiter damit beschäftigt… jedenfalls nicht bis zu diesem Buch, das mich echt neugierig gemacht und vieles hat nachlesen lassen. Besonders gefallen hat mir, dass nicht nur die damaligen Geschehnisse im Mittelpunkt stehen, sondern diese und der ganze 70er „Spirit“, einfach durch die Augen der beiden Freundinnen Johanna und Luzie gesehen und geschildert werden. Dabei ist besonders interessant, dass sie aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammen, also mit jeweils ganz anderen Problemen zu kämpfen haben.
Insgesamt empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm, direkt, authentisch und dadurch auch sehr schnell einnehmend. Jedenfalls hatte ich keinerlei Probleme in die Story und die 70er Jahre hineinzufinden. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nur den ersten Teil des Buches selbst gelesen habe, dann aus Lesefaulheit auf das Hörbuch umgestiegen und daran hängengeblieben bin, da es einfach so viel Freude gemacht hat Sprecherin Ulrike Kapfer zuzuhören, insbesondere durch den nachgeahmten Dialekt.
Fazit: Dafür, dass ich dem Buch anfangs einerseits neugierig, aber auch ebenso skeptisch gegenüberstand, hat es mich dann doch sehr schnell gefesselt und begeistert. Ich fand es gut recherchiert, interessant, fesselnd und somit absolut lesens- bzw. hörenswert!
Bewertung
5/5
03.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Zwischen Weinbergen und Widerstand
„Sonnenberg“ hat mich als Hörbuch von der ersten Minute an mitgenommen. Die Geschichte verbindet eindrucksvoll persönliche Schicksale mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1970er-Jahre. Besonders Johanna ist eine starke Protagonistin, deren Weg zwischen familiärer Verantwortung, Selbstbestimmung und politischem Engagement glaubwürdig und berührend erzählt wird. Die Atmosphäre am Kaiserstuhl ist so lebendig beschrieben, dass man die Weinberge förmlich vor sich sieht. Auch die Hörbuchsprecherin verleiht den Figuren viel Persönlichkeit und transportiert die Emotionen überzeugend. Historische Hintergründe und fiktive Handlung greifen stimmig ineinander und machen den Roman zu einem bewegenden Hörerlebnis. Ein facettenreicher Roman über Mut, Zusammenhalt und den Wunsch, die eigene Zukunft selbst zu gestalten.
Bewertung
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
31.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Widerstand lohnt sich
Mit "Sonnenberg" liegt ein Roman vor, der die geneigten Leser*innen an den Kaiserstuhl in den 1970er Jahren entführt. Hier leben die beiden Freund*innen Johanna und Luzie: Die eine ist alleinerziehende Mutter und Winzerin, die versucht ihren Weinberg wirtschaftlich rentabel zu halten und zu erweitern, die andere hingegen eine Geschichtsstudentin, die wegen Drogenschmuggel ziemlich in der Bredoullie sitzt. Beide erleben den alltäglichen Sexismus einer patriachal-autoritären Gesellschaft, aber auch den Aufbruch durch das Entstehen der Anti-AKW-Bewegung in Wyhl, durch die eine neue Gemeinschaft möglich erscheint. Das Buch ist sehr lebendig und spannend geschrieben, so dass ich es innerhalb weniger Tage ausgelesen habe. Gerade der politische Bezug zur Anti-AKW-Bewegung hat mir persönlich sehr gut gefallen und aufgezeigt, was der Widerstand vieler erreichen kann. Das Hörbuch wird von Ulrike Kapfer eingesprochen und es gelingt ihr auf besondere Art und Weise die Hörenden zu berühren.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
11.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Eindrucksvolles Zeitzeugnis verpackt in einem warmherzigen Roman
Die junge Johanna hat es nicht leicht. Nach dem unerwartet frühen Tod ihres Vaters bricht sie ihr Studium ab, verschiebt die Traumreise mit ihrer Freundin ins Ungewisse und wird auch noch mit einer Schwangerschaft überrascht. Ihre Zukunft scheint besiegelt. Als sich die Kunde verbreitet, dass in Whyl ein Kernkraftwerk gebaut wird, ändern sich die festgefahrenen Strukturen und die Bevölkerung steht zusammen, um den Bau zu verhindern. Da kehrt ihre Freundin Luzie aus Marokko ihrer zurück. Wird ihre Freundschaft halten?
Eine strahlende Sonne und eine junge Frau, die keck zurückblickt, Cover und Titel passen prima zu Johanna und ihrer Geschichte vom Sonnenberg. Er ist das Objekt der Begierde, ein Weinberg in bester Lage, den Johanna, die Mutter und Großmutter zum Fortbestand ihres Hofes brauchen. Wir befinden uns im Jahr 1975, der Status der Frauen gereicht gerade mal zum Heimchen am Herd und Emanzipation ist auf dem Land noch ein Fremdwort.
Brigitte Glaser fängt den Zeitgeist ein und präsentiert ein Stück Geschichte, welches zeigt, wie Menschen aller Couleur gemeinsam etwas erreichen können. Beginnend im Kleinen, erweist sich Zusammenhalt auch im weltbewegend Wichtigen als möglich, ja sogar als unerwartet erfolgreich. Der Aufstand gegen das Atomkraftwerk hat mich stark beeindruckt, ich habe es in meiner Jugend natürlich mitbekommen, aber das Gefühl, hautnah dabei zu sein, war schon gewaltig. Hut ab vor der Recherche der Autorin und der Umsetzung im Buch. Genau wie bei den Atomkraftgegnern ringt es einem manchmal etwas Geduld ab, aber Durchhaltevermögen macht sich bezahlt. Es ist eine warmherzige, spannende und erschreckend realistische Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat.
Das Hörbuch wird von Ulrike Kapfer gelesen, die es bestens versteht, mit angenehmer und einfühlsamer Stimme den Protagonisten Leben zu einzuhauchen und das große Kopfkino zu starten!
Glückliche
aus Sachsen
4/5
11.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Frauenpower und Kernkraftgegner
Das Hörbuch „Sonnenberg“ hat mir gut gefallen.
Die Hauptperson, Johanna, studiert zwei Jahre Betriebswirtschaft in Freiburg, als ihr Vater plötzlich und vollkommen unerwartet im Weinberg stirbt.
Johanna, das einzige Kind, muss das Studium abbrechen und die Leitung des Weingutes übernehmen. Sie kommt schwanger zurück ins Dorf und gibt „Vater unbekannt“ an. Damit sorgt sie für Klatsch und Tratsch im Ort.
Ihre Freundin, Luzie von Reizenstein, unternimmt die Reise nach Casablanca, die sie gemeinsam geplant hatten, allein. Das aber erst, nachdem es zwischen den beiden zum Bruch wegen eines Mannes gekommen war.
Meine Erwartung ging dahin, zu erfahren, wie Johanna sich Mitte der siebziger Jahre als Winzerin in einer Männerdomäne durchsetzen würde. Aber dies war eigentlich nur eine Nebenhandlung. Viel mehr ging es um die Auseinandersetzungen zum Bau eines Atomkraftwerkes in Wiehl. Die Regierung wollte es zur Sicherung der Energieversorgung errichten, die Bewohner, darunter viele Winzer, lehnten es wegen der unkalkulierbaren Risiken und der bekannten und unbekannten Auswirkungen rundweg ab.
Um diese politische Bewegung geht es in diesem Buch. Die Kernkraftgegner aus verschiedenen Lagern formieren sich und üben sich im gewaltfreien Widerstand. Das war sehr interessant zu hören, bin ich doch ein Kind der DDR und habe nur wenig von der Anti-Atomkraft-Bewegung „im Westen“ mitbekommen. Es war sozusagen unterhaltsamer Geschichtsunterricht.
Die Autorin, Brigitte Glaser, vermag es sehr anschaulich, das Aufbegehren der Frauen gegen die ihnen von alters her zugewiesenen Rollen zu beschreiben. Johanna und Luzie, aber auch andere im Roman vorkommende Frauen, sind dafür ein beredtes Beispiel.
Die Sprecherin, Ulrike Kapfer, hat ihre Sache sehr gut gemacht. Ich habe ihr die knapp 14 Stunden gern zugehört.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.